Dr. sc. med. Wilhelm Poppe. Tätigkeitsprofil eines Psychiaters in der Deutschen Demokratischen Republik


Hausarbeit, 2011
29 Seiten, Note: 1,0
Margarete Daalmann (Autor)

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung

2 Dr. sc. med. Wilhelm Poppe
2.1 Lebenslauf
2.2 Dr. Poppe in der Berichterstattung der Illustrierten „Stern“

3 Die Nervenklinik Hochweitzschen und die Abteilung Waldheim unter der Führung von Dr. sc. med. Poppe
3.1 Reformbestrebungen des jungen Dr. Poppe
3.2 Der neue Arbeitsstil des Dr. Poppe
3.3 Fragwürdige Behandlungsmethoden durch Dr. Poppe
3.3.1 Kastrationen durch Dr. Poppe
3.3.2 Operationen am Gehirn durch Dr. Poppe
3.3.3 Bewertung der Eingriffe

4 Dr. sc. med. Poppe und die Staatssicherheit
4.1 Dr. Poppe als Ziel der Staatsicherheit
4.2 IM-Tätigkeit des Dr. Poppe

5 Dr. Poppe und die Aufarbeitung nach 1990
5.1 Untersuchungskommissionen
5.2 Prozess gegen Dr. sc. med. Poppe

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit „Dr. sc. med. Wilhelm Poppe, Tätigkeitsprofil eines Psychiaters in der Deutschen Demokratischen Republik“ hat das Ziel, einen möglichst umfassenden Eindruck der beruflichen Tätigkeit des Psychiaters Dr. sc. med. Wilhelm Poppe zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik zu liefern.

Konkret soll der berufliche Werdegang des Arztes untersucht werden. Welche Stationen hat er durchlaufen, von welchen Idealen hat er sich leiten lassen und wie ist er seiner ärztlichen Verantwortung gerecht geworden? Gibt es Verfehlungen im beruflichen Handeln, die ihm zur Last gelegt werden können? Welche Konsequenzen hatten diese Verfehlungen für Dr. Poppe nach 1990?

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist es nicht, zu untersuchen, ob es sich bei der Abteilung Waldheim um eine „Stasi-Folterklinik“ gehandelt hat, wie in der Illustrierten „Stern“ behauptet wurde. Diese Frage wird nur am Rande gestreift und beantwortet. Nicht Waldheim, sondern Poppe und wie er die Nervenklinik Hochweitzschen und die Abteilung Waldheim geführt hat, steht im Mittelpunkt der Betrachtung. Welche Zustände herrschten in der Klinik unter Dr. Poppe? Sicherlich ist dabei ein wichtiger Punkt, inwieweit Poppe mit der Staatssicherheit involviert war. Dieser Frage wird in der vorliegenden Arbeit nachgegangen, wobei nicht jede Begebenheit referiert wird. Ziel ist es zu zeigen, welches Interesse das Ministerium für Staatsicherheit an Poppe hatte und inwieweit die IM-Tätigkeit Poppes ärztliches Handeln beeinflusst hat.

Die Quellen- und Literaturlage zum vorliegenden Thema kann als dünn bezeichnet werden. Das Standardwerk „Politisch Mißbraucht“ von Sonja SÜß beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern psychiatrische Einrichtungen in der DDR durch das Ministerium für Staatssicherheit für dessen Zwecke missbraucht wurden. Sie resümiert, dass es keinen systematischen Missbrauch der Psychiatrie durch die Staatssicherheit gegeben hat. Das Buch von SÜß liefert wichtige Informationen zu Dr. Poppe und zur Abteilung Waldheim und stellt daher einen Hauptbezugspunkt der Arbeit dar.

Rudolf LEHLE stellt mit seinem Buch über die Geschichte des Krankenhauses Hochweitzschen, die Poppe zu Zeiten der DDR maßgeblich mitgestaltet hat, eine weitere relevante Quelle.

Im ARZTEBLATT und in der ZEIT ONLINE finden sich einzelne Artikel aus denen Informationen zu Dr. Poppe gewonnen werden können.

Um ein Tätigkeitsprofil von Dr. Poppe erstellen zu können und die damit verbundenen Fragen zu beantworten, wird in der vorliegenden Arbeit wie folgt vorgegangen. Zunächst wird in Punkt zwei durch die Darstellung des Lebenslaufs ein grober Überblick zum beruflichen Wirken des Arztes gegeben. Bei relevanten Aspekten im Leben des Mediziners befinden sich Hinweise in welchen Gliederungspunkten die geschilderten Sachverhalte detailliert behandelt werden. Durch die Berichterstattung der Illustrierten „Stern“, ist Dr. Poppe und die Abteilung Waldheim in den Fokus des gesellschaftlichen Interesses gerückt. Daher wird dieser Punkt im Anschluss, frühzeitig in der Arbeit, kurz umrissen.

Im dritten Punkt werden die Nervenklinik Hochweitzschen und die Abteilung Waldheim unter der Führung von Dr. Poppe beleuchtet. In diesem Punkt wird zunächst ein chronologischer Zugang gewählt. Dies gewährleistet, die Entwicklung Poppes von einem reformorientierten, jungen Arzt, hinzu einem völlig veränderten, autoritären Arbeitsstil verfolgen zu können. Besonderes Interesse kommt hier auch den fragwürdigen Behandlungsmethoden von Dr. Poppe zu. Getrennt nach Art der Behandlungen werden diese dargestellt. Punkt drei schließt mit einer kurzen Bewertung dieser Behandlungsmethoden.

Da die Abteilung Waldheim immer wieder mit dem Ministerium für Staatssicherheit in Verbindung gebracht wurde und Poppe als ihr Arztlicher Direktor davon unmittelbar betroffen war, widmet sich Gliederungspunkt vier Poppes Verwicklungen mit dem MfS.

Der fünfte und letzte Punkt gibt Aufschluss über die Aufarbeitung nach 1990, die rund um Dr. Poppes Handeln versucht wurde. Die gebildeten Untersuchungskommissionen werden vorgestellt und das Ergebnis der strafrechtlichen Verfolgung Poppes referiert.

Im Fazit werden die Erkenntnisse der vorliegenden Arbeit kurz zusammengeführt und bewertet.

2 Dr. sc. med. Wilhelm Poppe

Um einen Überblick über die Person Dr. Poppe und seine berufliche Tätigkeit als Psychiater in der DDR zu geben, wird im vorliegenden Kapitel zunächst der Lebenslauf des Arztes in groben Zügen vorgestellt. Einzelne Sachverhalte und Stationen im Leben des Arztes, die für die vorliegende Arbeit relevant sind, werden dann in den nachfolgenden Kapiteln detailliert beleuchtet.

Anschließend wird Dr. Poppe in Zusammenhang mit der Berichterstattung der Illustrierten „Stern“ dargestellt.

2.1 Lebenslauf

Wilhelm Poppe wurde 1932 in Langensalza in Thüringen als Sohn eines Landarbeiters geboren. 1951 legte er das Abitur ab.

Von 1951-1956 absolvierte er das Medizinstudium in Jena, im Anschluss daran, von 1957-1961, die Facharztausbildung Neurologie und Psychiatrie.

Im Bezirksfachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie des Bezirkes Erfurt in Mühlhausen war er daraufhin von 1960-1962 zunächst Oberarzt, ab 1962 dann Chefarzt. Hier begegnete er zum ersten Mal Dr. Ehrig Lange, einem wichtigen Initiator des Reformprogramms von Rodewisch. Lange hatte großen Einfluss auf Poppes Ausbildung und scheint dadurch die ersten Jahre seines beruflichen Handelns beeinflusst zu haben (siehe 3.1). Es entstand eine enge kollegiale Verbindung zwischen den Ärzten, die bis in die 80er Jahre angedauert hat.

Poppe wechselte nach seiner Zeit in Mühlhausen an das Bezirksfachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie im Bezirk Dresden in Arnsdorf und war dort ebenfalls als Chefarzt tätig.

1965, mit 33 Jahren, wurde Dr. Poppe Ärztlicher Direktor der Nervenklinik Hochweitzschen im Bezirk Leipzig und Ende der 60er Jahre Chefarzt der forensisch­psychiatrischen Abteilung Waldheim, die als Abteilung der Nervenklinik angeschlossen wurde. Damit war er der jüngste Ärztliche Direktor eines psychiatrischen Krankenhauses dieser Größe in der DDR.

1976 habilitiert[1] der wissenschaftlich ambitionierte Dr. Poppe und wird 1979 als Honorarprofessor an die Medizinische Akademie Dresden berufen, an der seit 1963 auch Lange als Professor tätig ist.

Während Poppes Tätigkeit in der forensischen Abteilung Waldheim, gehörte es zu seinen Aufgaben, Gerichtsgutachten über Patienten zu erstellen.

Im Jahr 1975 wurde Poppe Opfer einer Operativen Personenkontrolle (OPK) durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), vertreten durch die Kreisdienststelle Döbeln. 1978 wird Poppe selbst Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit (siehe 4). 1986 trat er in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ein.

Nach 25 Jahren verließ Dr. Poppe 1990 die Nervenklinik Hochweitzschen in Folge der „Stern“-Berichterstattung. (siehe 2.2.)[2]

1990 begegnet Poppe Lange erneut, allerdings in einem ganz neuen Verhältnis. Lange war Mitglied der Sachverständigenkommission mit dem Arbeitsauftrag „Prüfung der von der Illustrierten „Stern“ erhobenen Vorwürfe und Anschuldigungen gegen die Nervenklinik Waldheim bzw. gegen Dr. Poppe“ (siehe 5.1).

Durch die Untersuchung der Zustände in Waldheim kamen Missstände in der von Dr. Poppe geführten Einrichtung und fragwürdige Behandlungsmethoden des Arztes ans Licht (siehe 3.2. und 3.3.). Der Mediziner wurde vor Gericht gestellt und freigesprochen (siehe 5.2).

Dr. Poppe soll in den 90er Jahren in den Raum Erfurt, Thüringen gezogen sein, weil seine beiden Söhne dort leben. Er soll noch über einige Zeit gutachterlich für Gerichte tätig gewesen sein.[3] Bei der Landesärztekammer Thüringen wird Dr. Poppe als Rentner geführt und im ÄRTZEBLATT THÜRINGEN wird er im Oktober 2009 freundlich in der Rubrik „Personalia, Jubilare im Kammerbereich“ genannt.[4]

2.2 Dr. Poppe in der Berichterstattung der Illustrierten „Stern“

Traurige Berühmtheit erlangte Dr. Poppe im Jahr 1990 durch eine spektakuläre zweiteilige Serie von Uta König unter der Schlagzeile „Wo die Stasi foltern ließ“ in der Illustrierten „Stern“.

In der Berichterstattung wurden schwere Vorwürfe gegen die Abteilung Waldheim der Nervenklinik Hochweitzschen und deren Ärztlichen Direktor Dr. Poppe erhoben. Patienten sollen zu Zwecken der politischen Verfolgung durch das Ministerium für Staatssicherheit in Waldheim festgehalten und drangsaliert worden sein. Der Gesundheitsminister der DDR setzte 1990 auf Grund der Berichterstattung eine Untersuchungskommission[5] ein, die erschreckende Missstände in Waldheim und fragwürdige Behandlungsmethoden durch Poppe feststellte. Darüber hinaus sah die Kommission in drei Fällen eine Verwicklung des MfS in Zusammenhang mit Waldheimer Patienten als erwiesen. Dennoch gibt es keinen systematischen Psychiatriemissbrauch durch das MfS in Waldheim, wie es im „Stern“ suggeriert wurde.[6]

Auch SÜß hat 1999 diese „Stasi-Folter“-Vorwürfe systematisch untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass der Inhalt der Akten des MfS den Vorwurf nicht belege. In Bezug auf Dr. Poppe stellt SÜß (1999, S, 420-21) fest, dass er zwar die ärztliche Schweigepflicht verletzt habe, darüber hinaus waren aber in den Akten keine Handlungen „zum Nachteil von Patienten“ feststellbar. Vorwiegendes Interesse des .. n MfS in diesem Feld galt anderen Ärzten, nicht den Patienten .[7]

Die auf Enthüllung und Schockeffekt angelegte Berichterstattung im „Stern“ hat sich zwar nicht in allen Punkten als stichhaltig erwiesen, gab aber den Anstoß zu einer politischen, wissenschaftlichen und schlussendlich auch strafrechtlichen Auseinandersetzung mit der Abteilung Waldheim und ihrem Ärztlichen Direktor.

3 Die Nervenklinik Hochweitzschen und die Abteilung Waldheim unter der Führung von Dr. sc. med. Poppe

Im Folgenden steht das Wirken von Dr. Poppe in der Nervenklinik Hochweitzschen und der angegliederten Abteilung Waldheim im Fokus der Betrachtung. Dabei wird nicht streng nach der Nervenklinik Hochweitzschen und Waldheim getrennt, vielmehr ein Zugang der zeitlichen Abfolge gewählt und immer wieder darauf hingewiesen, auf welche Einrichtung sich die Ausführungen beziehen.

Dr. Poppe wurde 1965 Ärztlicher Direktor der Nervenklinik Hochweitzschen. Die Klinik liegt in Sachsen, 8 km westlich der Kreisstadt Döbeln. 1966 verfügt die Klinik über 1037 Betten mit einer ärztlichen Besetzung von 35,3%. 1967 sind es 1158 Betten bei einer durchschnittlichen Verweildauer im Bereich Psychiatrie von 577,6 Tagen der Patienten. Die ärztliche Besetzung betrug 60%.[8]

Nach dem Dr. Kumbis, ärztlicher Leiter des Krankenhaus Waldheim, krankheitsbedingt ausschied, wird das Krankenhaus 1970 als forensisch-psychiatrische Abteilung Waldheim der Nervenklink Hochweitzschen angeschlossen und Dr. Poppe unterstellt.[9] 1972 liegt die Bettenzahl im Verantwortungsbereich von Dr. Poppe bei 1463 Betten, 305 davon gehören zur Abteilung Waldheim.[10]

3.1 Reformbestrebungen des jungen Dr. Poppe

Während der Facharztausbildung von Dr. Poppe kamen in der DDR erste psychiatrische Reformbestrebungen auf. Dr. Ehrig Lange war einer der wichtigsten Wegbereiter des Reformprogramms von Rodewisch.[11] Wie bereits im Kapitel „2.1. Lebenslauf“ festgestellt, war Poppe nach seiner Facharztausbildung für Neurologie und Psychiatrie von 1960-1962 im Bezirksfachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie des Bezirkes Erfurt in Mühlhausen tätig. Hier begegnete der junge Poppe dem Reformator Lange, der Chef und Lehrer des jungen Arztes wurde. Es entstand eine enge kollegiale Verbundenheit zwischen den beiden, die bis in die 80er Jahre fortbestand. Das Wirken des jungen Poppes scheint maßgeblich durch die Ausbildung unter Lange beeinflusst worden zu sein. In den ersten Jahren seiner Tätigkeit als Ärztlicher Direktor der Nervenklinik Hochweitzschen bemühte Dr. Poppe sich um Öffnung und Humanisierung im Geiste der Rodewischer Thesen in seinem Verantwortungsbereich.[12]

Der junge und ehrgeizige Dr. Poppe konnte so eine Reihe von Verbesserungen für die Patienten in der Nervenklink Hochweitzschen und der Abteilung Waldheim umsetzen. Aus einem 1971 gestellten Antrag auf Genehmigung eines Einzelvertrages ist zu entnehmen, dass Dr. Poppe in seinem Zuständigkeitsbereich „... grundsätzliche Veränderungen herbeiführte, die zu einer wesentlichen Verbesserung der medizinischen Arbeit führten. Er hat die Einrichtung, welche bei der Übernahme durch ihn überwiegend Anstaltscharakter trug, in den sechs Jahren seiner bisherigen Tätigkeit zu einer Fachklinik mit modernen Behandlungsmethoden entwickelt,.“[13] Weiter wird Dr. Poppe ein „großes Geschick in der Menschenführung“ bescheinigt und seine große Zahl an zukunftsweisenden Publikationen hervorgehoben. Ein Erfolg Poppes ist auch, dass die Therapien intensiviert wurden und dadurch die Verweildauer der Patienten von 607 auf 145 Tage gesenkt werden konnte.[14]

Akutpatienten wurden durch die Einrichtung entsprechender Stationen von den Langzeitpatienten getrennt und generell eine größere Palette an Psychopharmaka eingesetzt. LEHLE (2009, S.87) führt aus „.. ,[D]ie bisherigen Freiheitseinschränkungen der Patienten [wurden] vermindert. Überwiegend wurden die Stationen geöffnet und die weitaus meisten Gitter an den Fenstern entfernt. [...] Die mechanischen Beschränkungen von Patienten (Fixierung) wurde vermindert, Bettnetze zur Fixierung [...] und Zwangsjacken wurden abgeschafft.“[15] Eine Schule für die Patienten der pädiatrischen Psychiatrie wurde eröffnet und die Alkoholtherapie erweitert. Auch bauliche Veränderungen der maroden Gebäude wurden durch Poppe initiiert.[16] [17] [18] Dr. Poppe schaffte es auch, ärztliche Kollegen für eine Tätigkeit in der Klinik zu gewinnen und kann so eine wesentliche Verbesserung der ärztlichen Auslastung (Zahlen s.S.6) erreichen.

3.2 Der neue Arbeitsstil des Dr. Poppe

SÜß (SÜß, 1999, S.411) stellt fest „.[es] müssen grundlegende Veränderungen im Verhalten Poppes und zu Professor Lange eingetreten sein.“ In der Tat verändert sich Poppes Arbeitsstil. Nach anfänglich reformorientierter Arbeitsweise ergibt die Untersuchung der weiteren Tätigkeit Poppes ein ganz anderes Bild.

Dr. Poppe legte fortan einen ausgesprochen autoritären Leitungsstil an den Tag. Widerspruch duldete er nicht. Daraus resultierten vermehrte Kündigungen von führenden Mitarbeitern der Nervenklinik. Ein Assistenzarzt, der unter dem IM­Decknamen „Berger“ agierte[19], charakterisiert Poppe als einen „Dispoten“, der gefügige Ärzte fördere und die anderen durch Schikanen zum Verlassen der Klinik treibe. Auf Grund des „repressiven Leitungsstil“ bzw. der „diktatorischen Haltung“ Poppes wäre von der früheren Belegschaft fast niemand mehr da, die anderen seien derart abhängig von Poppe, dass sie bei Kündigung großen Schaden nehmen würden.[20] Der Inoffizielle Mitarbeiter für Sicherheit (IMS) „Manfred“ berichtet, dass Poppe seine Machtstellung dazu nutze, genügend Zeit für seine theoretische Arbeit zu haben, da er wissenschaftlich sehr ambitioniert sein und seine Stelle als Ärztlicher Direktor als Sprungbrett für eine akademische Karriere nutzen wolle.[21]

Nachdem 1985 der letzte Arzt der Abteilung Waldheim wegen Unstimmigkeiten mit Poppe gekündigt hatte, war Dr. Poppe der einzige zuständige Arzt für die völlig überbelegte Einrichtung. Einmal die Woche kam Dr. Poppe für 5 Stunden um 200 Patienten zu versorgen.[22] Die Arbeit mit den Patienten oblag in erster Linie dem Pflegepersonal, es gab in Waldheim weder Psychologen noch anderes therapeutisches Personal. Für das Pflegepersonal standen Disziplin und Sicherheit an erster Stelle, nicht etwa die fürsorgliche Betreuung.

Patienten in Waldheim wurden häufig Opfer des „Bunkers“, einem trostlosen Raum, der zur Isolierung verwandt wurde, um die Kranken zu disziplinieren. Hier mussten sie nackt, im Dunklen und ohne adäquate sanitäre Einrichtungen ausharren. Die Verweildauer im Isolationsraum in Waldheim betrug sieben Tage bis zu einige Wochen, oft angeordnet durch Pflegepersonal, welches hinterher, zum Teil telefonisch, die ärztliche Genehmigung einholte.[23]

In der modernen Psychiatrie, werden zwar bei akut selbst- oder fremdgefährdenden Zuständen Patienten kurzzeitig durch ärztliche Anweisung isoliert, dies aber nur im absoluten Notfall.

Dr. Poppe soll im Zusammenhang mit der Isolierung eines Patienten zu einem Pfleger gesagt haben „Dort bekommt er solange nichts zu essen und zu trinken, bis er vertrocknet ist. Und dann kehren sie ihn aus dem Zimmer.“[24]

Aus IM-Akten der Kreisdienstelle Döbeln sind weitere Erkenntnisse über die Zustände in Poppes Verantwortungsbereich ermittelbar.

Der Inoffizielle kriminalpolizeiliche Mitarbeiter (IKM) „Werner“ berichtete von Veruntreuung von Patienteneigentum, Ausbeutung der Arbeitskraft von Patienten und gewalttätigen Übergriffen durch das Pflegepersonal auf Patienten in Waldheim. Im März 1980 hätten zwei betrunkene Pfleger auf einen Patienten eingeprügelt, was vor 18 Monaten schon mal passiert sei, ohne das für die Pfleger Konsequenzen erfolgt wären. Das Krankenhaus hatte diesen Vorfall angezeigt, wie sich später herausstellte. Die Pfleger wurden entlassen.[25] 1983 berichtete IKM „Werner“ erneut über die Misshandlung eines Patienten. Nachdem dieser Patient eine Beruhigungsspritze erhalten hatte, hätten zwei Pfleger ihm Arme und Beine auf den Rücken gehalten, bis es zu einer Zerrung der Sehnen gekommen sei.[26]

Der frühere Patient LEUPOLD beschreibt die Zustände in Waldheim ganz ähnlich „Besonders gefürchtet ist der „Bunker", eine Isolierzelle, in die Patienten manchmal über Wochen nackt eingesperrt werden. Nicht selten werden sie vorher noch „gepumpt": Die Pfleger werfen ihr Opfer auf den Bauch und verdrehen Arme und Beine nach hinten. Viele entleeren sich vor Schmerz und Angst“.[27]

Poppe wird später behaupten, er hätte gegenüber dem Pflegepersonal keine Verbesserung für die Patienten durchsetzen können.[28] Das erscheint unglaubwürdig, da er zumindest die ärztlichen Kollegen fest im Griff gehabt zu haben scheint. Der Ärztliche Direktor Dr. Poppe vernachlässigt eklatant seine Verantwortung den Patienten gegenüber, verwahrt diese, bei absolut unzureichender ärztlicher Versorgung. Er ordnet medizinisch sinnlosen Freiheitsentzug unter unwürdigen Bedingungen an.

Für den Bau seines Privathauses scheint Poppe seine Position ebenfalls missbraucht zu haben. So gibt es eine Vereinbarung zwischen seiner Familie und der Nervenklinik Hochweitzschen, in der die Klinik verpflichtet wird, den Fuhrpark, Material, betriebseigene Handwerker und Patienten für den Hausbau zur Verfügung zu stellen. In Bezug auf die Patienten heißt es „Bereitstellung von vier Patienten täglich für acht Stunden [...] im Bedarfsfall werden darüber hinaus mehrere Patienten abgestellt.“[29]

Die Vermutung liegt nahe, dass Poppe die Ressourcen der Klinik und Patienten zur Erlangung persönlicher Vorteile ausgebeutet hat.

3.3 Fragwürdige Behandlungsmethoden durch Dr. Poppe

Im Zuge der Untersuchungen der Vorwürfe des „Stern“ wurde die Sachverständigenkommission[30] auf fragwürdige Behandlungsmethoden von Dr. Wilhelm Poppe bei einigen Patienten aufmerksam und empfahl die genaue Klärung dieser Sachverhalte. Eine spezielle Fachkommission wurde einberufen.[31]

Im Folgenden sollen die medizinisch fragwürdigen Eingriffe durch Dr. Poppe dargestellt werden.

3.3.1 Kastrationen durch Dr. Poppe

1982, 1986 und 1988 wurden drei Frauen im Alter von 26, 31 und 34 Jahren durch Telekobaltbestrahlung der Eierstöcke bzw. Radiomenolyse[32] kastriert. Die Indikation für diese Bestrahlungen stellte Dr. Poppe in Waldheim. Die Eingriffe fanden am Zentralinstitut für Radiologie des Bezirkskrankenhauses in Chemnitz statt. Die drei Patientinnen litten unter Oligophrenie schweren Grades mit Unruhe- und Erregungszuständen. Oligophrenie ist eine allgemeine Bezeichnung für angeborene oder frühauftretende Intelligenzdefekte bzw. „Schwachsinn“. Dr. Poppe hielt diese Eingriffe für gerechtfertigt, da er der Meinung war, die aggressiven Erregungszustände der Patientinnen verstärkten sich kurz vor und während ihrer Menstruation. Dokumentiert wurden diese Beobachtungen in den Akten der Patientinnen nicht. Der Behandlungserfolg, eine Verhaltensänderung, ist bei zwei Patientinnen nicht eingetreten, bei der dritten in marginalem Umfang.

Die Radiomenolyse hat neben der Unfruchtbarkeit weitere schwerwiegende Nebenwirkungen, wie Osteoporose oder ein Karzinom der Gebährmutterschleimhaut. Das Verfahren wird international abgelehnt und nur in Einzelfällen zur Krebstherapie eingesetzt.[33] Auch in der DDR war der Einsatz der Radiomenolyse bei psychiatrischen Patienten auf Grund der genannten Nebenwirkungen nicht üblich.[34] Dies wurde Dr. Poppe auf eine Anfrage zum Einsatz der Radiomenolyse bei psychiatrischen Patienten beim Vorstand der Sektion Psychiatrie der Fachgesellschaft mitgeteilt.[35] 1985 kontaktierte Dr. Poppe die Sektion Strahlentherapie in der DDR-Fachgesellschaft für Radiologie mit demselben Anliegen. Auch hier wurde eine psychiatrische Indikation als unüblich abgelehnt und die Ausschöpfung endokrinologischer[36] Methoden empfohlen.[37] Trotz dieser eindeutigen Ablehnung der Fachleute, veranlasste Dr. Poppe die Eingriffe bei den jungen Patientinnen der Abteilung Waldheim.

3.3.2 Operationen am Gehirn durch Dr. Poppe

Dr. Wilhelm Poppe stellte bei sechs Waldheimer Patienten die Indikation für hirnchirurgische Eingriffe, die insgesamt neun Operationen nach sich zogen. Ziel dieser Operationen war es, aggressive Erregungszustände bei den Patienten auszuschalten. Die Operationen wurden in der Neurochirurgischen Universitätsklinik Leipzig durchgeführt. Drei der Operationen waren Lobotomien. Bei diesem Verfahren werden Verbindungen zwischen dem Stirnhirn und dem übrigen Gehirn durchtrennt.

[...]


[1] Vgl. SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S. 411, Adalbert Tennstedt und Wilhelm Poppe: Morphologische Trennung präseniler und seniler hirnatrophischer Erkrankungen (M. Alzheimer, M. Pieck und senile Demenz) nach mathematisch-statistischer Bearbeitung numerischer Zellrelationen mit Hilfe der multivarianten Varianz- und Diskriminanzanalyse, Dissertation B, 264 Seiten, Akademie für ärztliche Fortbildung, Berlin 1976.

[2] Vgl. SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S.409-411.

[3] Angaben nach einem Gespräch mit LEHLE, Rudolf Wilhelm, Chefarzt des Fachkrankenhaus Bethanien Hochweitzschen und Verfasser des Buches „Die Geschichte des Krankenhauses Hochweitzschen in Mittelsachsen. Ein Überblick zu 132 Jahren öffentlicher Trägerschaft 1874 bis 2006“, Münster: Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat, 2009 (Edition Octopus).

[4] Vgl.ÄRTZEBLATT THÜRINGEN, 2009, S.614, URL: http://www.aerzteblatt-thueringen.de/pdf/thu09_614.pdf, 7.10.2011.

[5] Sachverständigenkommission mit dem Arbeitsauftrag „Prüfung der von der Illustrierten 'Stern' erhobenen Vorwürfe und Anschuldigungen gegen die Nervenklinik Waldheim bzw. gegen Dr. Poppe“, siehe 5.1.

[6] Vgl. JACHERTZ, NORBERT, 1989/2009- 20 Jahre Deutsche Einheit, Die Waldheim Story. Von Nazis und Antifaschisten, Stasi und Psychiatrie, in: Deutsches Ärzteblatt, PP, (2009) Heft 10, S. 451-454.

[7] Vgl. SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S. 420-421.

[8] Vgl. LEHLE, Rudolf Wilhelm, Die Geschichte des Krankenhauses Hochweitzschen in Mittelsachsen. Ein Überblick zu 132 Jahren öffentlicher Trägerschaft 1874 bis 2006, Münster: Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat, 2009 (Edition Octopus), S.86, S.91-93

[9] Vgl. SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S.409

[10] Vgl. LEHLE, Rudolf Wilhelm, Die Geschichte des Krankenhauses Hochweitzschen in Mittelsachsen. Ein Überblick zu 132 Jahren öffentlicher Trägerschaft 1874 bis 2006, Münster: Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat, 2009 (Edition Octopus), S.96,

[11] Vom 23. bis 25. Mai 1963 fand in Rodewisch das 1. Internationale Symposium über Psychiatrische Rehabilitation statt. Im Rahmen dieses Symposiums wurden die sogenannten „Rodewischer Thesen“ formuliert. Ziel der Thesen war es, die Psychiatrie in der DDR zu reformieren. (Fortsetzung S.7) Gefordert wurde, dass ein Fürsorgeprinzip, anstelle des bisherigen Verwahrungsprinzips, den Umgang mit psychisch Erkrankten in Zukunft bestimmen sollte. Krankenstationen sollten weithin geöffnet und der „Anstaltscharakter“ der Einrichtungen verringert werden. Komplexe Therapieverfahren, bestehend aus medikamentöser-, Arbeits- und Gruppentherapie, sollten etabliert werden. Eine Differenzierung der Patienten nach Alter, akuten oder chronischen Krankheitsbilder sollte in die Krankenhäuser Einzug erhalten. Zwangsmaßnahmen sollten auf ein Minimum reduziert werden. Die soziale Integration der Patienten in die Gesellschaft und der Aufbau von ambulanten und teilstationären Angeboten waren weitere Ziele der Reform. Psychische Erkrankung sollte als gesamt gesellschaftliches Problem erkannt und toleriert werden, die Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Hochschulen verbessert werden und Medizinstudenten bereits in ihrer Ausbildung für Themen der psychiatrischen Rehabilitation sensibilisiert werden. Diese modernen Forderungen von Rodewisch wurden bereits zwölf Jahre vor der Psychiatrie­Enquete der Bundesregierung, die sich mit einer Verbesserung der psychiatrischen Versorgung in der BRD auseinandersetzte, in der DDR formuliert. Vgl. sächsische Gesellschaft für soziale psychartie E.V., Rodewischer Thesen Rodewischer Thesen zur Rehabilitation psychisch akut und chronisch Kranker. AVL: http://www.sozialpsychiatrie-in-sachsen.de/die-rodewischer-thesen-1963, 6.10.2011 und Vgl. RICHTER, EVA A., Psychiatrie in der DDR: Stecken geblieben - Ansätze vor 38 Jahren. Themen der Zeit, in: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 98 (2001) Heft 6, A 307.

[12] Vgl. SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S.410-411.

[13] Ebenda, S.410; Ausführliche Begründung des Antrages auf Genehmigung eines Einzelvertrages für Medizinalrat Dr. med. Wilhelm Poppe, 18.6.1971, IM-Akte „Seidel“, Teil I, Bl. 86-89, hier 87.

[14] Ebenda.S.410.

[15] LEHLE, Rudolf Wilhelm, Die Geschichte des Krankenhauses Hochweitzschen in Mittelsachsen. Ein Überblick zu 132 Jahren öffentlicher Trägerschaft 1874 bis 2006, Münster: Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat, 2009 (Edition Octopus), S.87

[16] Ebenda. S.87.

[17] SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S.411.

[18] Ebenda, S.411, Bericht der ersten Waldheim-Untersuchungskommission, 1990, S. 37.

[19] Im Zuge der Beobachtung Poppes durch das MFS sind Informationen über die Zustände in der Nervenklinik Hochweitschen und die Abteilung Waldheim sowie über Poppe in seiner Funktion, insbesondere über seinen Leitungsstil, erfasst worden. Siehe hierzu auch 4.1.

[20] ·· SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S.414, Vgl. Bericht von Unterleutnant Hupke und Oberleutnant Schmidt über die Anwerbung eines IMS a, 14.1.1975, IM-Akte „Berger“; BStU, Ast Leipzig, AIM 2999/80, Teil I, 1Bd., Bl. 78-85.

[21] Ebenda, S.415, Vgl. Informationen des IMS „Manfred“ über Dr. Poppe vom 15.6.1975 in IM-Akte „Seidel“, Teil I, Bl. 42-44, hier 42.

[22] Vgl. JACHERTZ, NORBERT, 1989/2009- 20 Jahre Deutsche Einheit, Die Waldheim Story. Von Nazis und Antifaschisten, Stasi und Psychiatrie, in: Deutsches Ärzteblatt, PP, (2009) Heft 10, S. 453.

[23] ·· SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S.357, Bericht der ersten Waldheim-Untersuchungskommission, 1990, S. 56f.

[24] Ebenda, S.357, Bericht der ersten Waldheim-Untersuchungskommission, 1990, S. 7, durch Zeugen bestätigt.

[25] Ebenda, S. 424, Bericht von Schulz, Leutnant der K, über Treffen mit IKM „Werner“ vom 12.3.1980; BStU, ASt Leipzig, AKAG 816/88, Bd.2, Bl.34-37, hier 34f.

[26] Ebenda, S. 427, Informationen vom Kommissariat I des Volkspolizeikreisamtes Döbeln vom 29.71083 an das Dezernat I der Kripo Leipzig sowie KD Döbeln, IKM-Akte „Werner“, Bd. 2, Bl. 54.

[27] ZEIT ONLINE, Verschwunden in der totalen Institution, 29.10.1993, URL: http://www.zeit.de/1993/44/verschwunden-in-der- totalen-institution, 29.9.2011.

[28] SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S. 357.

[29] Ebenda, S.411, Bericht der ersten Waldheim-Untersuchungskommission, 1990, S. 37.

[30] Sachverständigenkommission mit dem Arbeitsauftrag „Prüfung der von der Illustrierten 'Stern' erhobenen Vorwürfe und Anschuldigungen gegen die Nervenklinik Waldheim bzw. gegen Dr. Poppe“, siehe 5.1.

[31] SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S.48.

[32] Radiomenolyse ist die Ausschaltung der Hormonproduktion der Eierstöcke durch Bestrahlung.

[33] Vgl. SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S. 52, Protokoll des Gesundheitsministeriums vom 21.9.1990.

[34] Ebenda, S.50-52.

[35] Ebenda, S.52, Protokoll des Gesundheitsministeriums vom 21.9.1990.

[36] Behandlung mit Hormonen

[37] Vgl. SÜß, Sonja, Politisch mißbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR, 2. Auflage, Berlin: Ch. Links Verlag, 1999 (Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Republik; 14), S.51, Bericht der speziellen Kommission zur Aufklärung von Hirnoperationen und Kastrationen an Waldheimer Patienten, S.5.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Dr. sc. med. Wilhelm Poppe. Tätigkeitsprofil eines Psychiaters in der Deutschen Demokratischen Republik
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg  (Fachbereich Soziale Arbeit, Gesundheit und Medien)
Veranstaltung
Recherche: Archiv / Geschichte
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V373506
ISBN (eBook)
9783668509313
ISBN (Buch)
9783668509320
Dateigröße
707 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dr. Wilhelm Poppe, Poppe, DDR Psychiater, Poppe Stern, Nervenklinik Hochweitzschen Abteilung Waldheim, Nervenklinik Hochweitzschen, Hochweitzschen, Abteilung Waldheim, Waldheim, Telekobaltbestrahlung der Eierstöcke Psychiatrie, Radiomenolyse Psychiatire, fragwürdige Behandlungsmethoden Dr. Poppe, Lobotomien, Sterotaxien, Ministerium für Staatssicherheit Dr. Poppe, Operativen Personenkontrolle Kreisdienststelle Döbeln, IM-Akte „Seidel“, achverständigenkommission, Zeitschrift Stern, Prozess gegen Psychiather, FDP Dr. Bernhard Opitz, Uta König, Lehle
Arbeit zitieren
Margarete Daalmann (Autor), 2011, Dr. sc. med. Wilhelm Poppe. Tätigkeitsprofil eines Psychiaters in der Deutschen Demokratischen Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373506

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