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Entscheidungen unter Unsicherheit, Prospect Theory und ökonomische Implikationen

Titel: Entscheidungen unter Unsicherheit, Prospect Theory und ökonomische Implikationen

Masterarbeit , 2017 , 53 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Claudius Hini (Autor:in)

VWL - Sonstiges
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Fast vierzig Jahre nach ihrem Erscheinen gilt die Prospect Theorie einschließlich ihrer Erweiterung, die kumulative Prospect Theorie aus dem Jahr 1992, gemeinhin als wichtigster Vertreter deskriptiver Entscheidungstheorien. Ihre Bedeutung spiegelt sich dabei nicht nur in zahlreichen Zitierungen in Fachzeitschriften, sondern auch in der Verleihung des Nobelpreises an Daniel Kahneman im Jahr 2002 wider.

Ein Ziel dieser Arbeit soll sein, die Entwicklung und Wandlung der Prospect Theorie über die Jahre hinweg herauszuarbeiten und Unterschiede zur Erwartungsnutzentheorie zu verdeutlichen. Im Fokus des nachfolgenden zweiten Kapitels steht daher zunächst die Entwicklung eines formalen Grundgerüsts, um anschließend die Funktionsweise der Erwartungsnutzentheorie sowie deren Annahmen erläutern zu können. Inwiefern es in der Realität zu Verletzungen dieser Annahmen kommt, soll ebenfalls Teil dieses Abschnitts sein.

Aufbauend darauf wird im dritten Kapitel die Prospect Theorie in ihrer ursprünglichen Fassung aus dem Jahr 1979 vorgestellt. Neben einer detaillierten Analyse der Funktionsweise sowie einer Abgrenzung des Modells zur Erwartungsnutzentheorie soll dabei auch auf formale Kritik am Modell eingegangen werden. In Folge dieser Kritik haben Kahneman und Tversky das ursprüngliche Modell der Prospect Theorie zur kumulativen Prospect Theorie weiterentwickelt. Welche Unterschiede diese Weiterentwicklung aufweist, wird im vierten Kapitel aufgezeigt. Am Ende des vierten Kapitels erfolgt eine Diskussion über bestehende Kritikpunkte an der Prospect Theorie. Dabei soll besonders die Frage im Mittelpunkt stehen, weshalb trotz der Popularität der Prospect Theorie lange Zeit nur relativ wenige ökonomische Anwendungsbeispiele bekannt wurden. Im letzten Kapitel des Hauptteils sollen dann Anwendungsbeispiele vorgestellt und einer kritischen Untersuchung unterzogen werden. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Diskussionsteil, in welchem die Ergebnisse zusammengefasst werden und zukünftige Forschungsschwerpunkte der Prospect Theorie erläutert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Prospect Theorie

2.1 Präferenzrelationen

2.2 Nutzenfunktion

2.3 Entscheidungen unter Unsicherheit

2.4 Erwartungsnutzentheorie

2.5 Kritik an der Erwartungsnutzentheorie

2.5.1 Sicherheits- und Möglichkeitseffekt

2.5.2 Spiegelungseffekt

2.5.3 Referenzpunktabhängigkeit

3. Ursprüngliche Formulierung der Prospect Theorie 1979

3.1 Editierungsphase

3.2 Bewertungsphase

3.3 Das viergeteilte Muster

3.4 Formale Kritik an der Prospect Theorie

4. Kumulative Prospect Theorie 1992

4.1 Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion der kumulativen Prospect Theorie

4.2 Verlauf der Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion

4.3 Wahrscheinlichkeitsgewichtung unter Ungewissheit

4.4 Kritik an der (kumulativen) Prospect Theorie

5. Anwendungen der Prospect Theorie

5.1 Endowment-Effekt

5.2 Versicherungswesen

5.3 Dispositionseffekt

5.4 Save More Tomorrow

6. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Modifikation der Prospect Theorie über die Zeit hinweg und arbeitet die zentralen Unterschiede zur klassischen Erwartungsnutzentheorie heraus, um deren deskriptive Aussagekraft in realen Entscheidungssituationen zu verdeutlichen.

  • Vergleich der Erwartungsnutzentheorie mit der Prospect Theorie
  • Analyse der ursprünglichen Prospect Theorie von 1979
  • Weiterentwicklung zur kumulativen Prospect Theorie von 1992
  • Kritische Untersuchung von Anwendungsbeispielen wie dem Endowment-Effekt und dem Dispositionseffekt
  • Diskussion über die Herausforderungen bei der Bestimmung von Referenzpunkten

Auszug aus dem Buch

3.3 Das viergeteilte Muster

Gesamt betrachtet zeigt sich, dass die Risikoeinstellung eines Entscheiders im Gegensatz zur Erwartungsnutzentheorie nicht nur durch den Verlauf der Nutzenfunktion, sondern sowohl durch die Form der Wertfunktion als auch durch die Form der Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion bestimmt wird. Die speziellen Eigenschaften dieser beiden Funktionen erzeugen in Kombination ein Muster von Präferenzen, das Kahneman und Tversky später das sogenannte „viergeteilte Muster“ nennen und das in Tabelle 2 dargestellt ist. Betrach tet werden dabei strikt positive oder negative Lotterien, bei denen der Entscheider die Wahl zwischen zwei Alternativen hat. Zum einen, eine riskante Lotterie, die mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit einen Gewinn oder Verlust liefert und bei der mit der Restwahrschein lichkeit ein Betrag von 0 ausgezahlt wird. Zum anderen eine sichere Option, bei welcher der Erwartungswert dieser Lotterie ausgezahlt wird. Je nach Variation von Gewinnen und Verlusten sowie der Unterscheidung zwischen niedrigen Wahrscheinlichkeiten (p ≤ 0.1) und hohen Wahrscheinlichkeiten (p ≥ 0.5) ergeben sich dabei unterschiedliche Präferenzen der Entscheider für eine der beiden Alternativen. Die Präferenz der sicheren Option spiegelt dabei eine risikoscheue Einstellung wider, während die Wahl der riskanten Lotterie eine risikofreudige Einstellung repräsentiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Grenzen der Erwartungsnutzentheorie bei der Beschreibung realen menschlichen Entscheidungsverhaltens und führt in die Prospect Theorie als deskriptives Modell ein.

2. Grundlagen der Prospect Theorie: Dieses Kapitel definiert das formale Grundgerüst der Erwartungsnutzentheorie und identifiziert grundlegende Verstöße gegen rationale Annahmen, die den Anstoß für die Prospect Theorie gaben.

3. Ursprüngliche Formulierung der Prospect Theorie 1979: Es wird die erste Fassung des Modells vorgestellt, wobei der Fokus auf den Editierungs- und Bewertungsphasen sowie dem viergeteilten Muster der Risikoeinstellungen liegt.

4. Kumulative Prospect Theorie 1992: Die Weiterentwicklung zur kumulativen Prospect Theorie wird erläutert, die durch die veränderte Wahrscheinlichkeitsgewichtung formale Probleme des ursprünglichen Modells behebt.

5. Anwendungen der Prospect Theorie: Anhand praxisnaher Beispiele wie dem Endowment-Effekt, dem Versicherungswesen und dem Dispositionseffekt wird die Erklärungskraft der Theorie demonstriert.

6. Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Stärken sowie die verbleibenden Herausforderungen, insbesondere bezüglich der variablen Bestimmung von Referenzpunkten.

Schlüsselwörter

Prospect Theorie, Erwartungsnutzentheorie, Risikoeinstellungen, Verlustaversion, Referenzpunkt, Wahrscheinlichkeitsgewichtung, viergeteiltes Muster, Endowment-Effekt, Dispositionseffekt, Save More Tomorrow, Entscheidungspsychologie, kumulative Prospect Theorie, Framing, Abnehmende Sensitivität, Ökonomische Implikationen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit?

Die Arbeit analysiert die Prospect Theorie als wichtigstes deskriptives Modell für Entscheidungen unter Unsicherheit und vergleicht diese mit der klassischen Erwartungsnutzentheorie.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Entscheidung unter Risiko, die Entwicklung von der ursprünglichen zur kumulativen Prospect Theorie sowie diverse ökonomische Anwendungsbeispiele ab.

Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?

Ziel ist es, die Wandlung der Prospect Theorie über die Jahrzehnte darzustellen und aufzuzeigen, wie sie psychologische Phänomene in ökonomische Modelle integriert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse und Literaturstudie, um mathematische Modelle der Entscheidungstheorie zu vergleichen und deren empirische Relevanz zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Herleitung der Modelle (1979/1992), die Diskussion theoretischer Kritikpunkte und die Anwendung der Theorie auf Finanzmärkte und Versicherungsentscheidungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die Verlustaversion, der Referenzpunkt, die Wahrscheinlichkeitsgewichtung und das sogenannte viergeteilte Muster.

Wie erklärt die Prospect Theorie den Endowment-Effekt?

Der Effekt wird durch die Verlustaversion erklärt: Menschen bewerten den Verlust eines Guts, das sie bereits besitzen, stärker als den Gewinn desselben Guts, wenn sie es noch nicht besitzen.

Warum spielt die Bestimmung des Referenzpunkts eine so große Rolle?

Da die Prospect Theorie Verluste und Gewinne relativ zu diesem Punkt definiert, entscheidet dessen Wahl über die korrekte Modellierung – was jedoch in der Praxis oft schwierig und vage bleibt.

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Entscheidungen unter Unsicherheit, Prospect Theory und ökonomische Implikationen
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2,0
Autor
Claudius Hini (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
53
Katalognummer
V373518
ISBN (eBook)
9783668508934
ISBN (Buch)
9783668508941
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prospect Theorie Prospect Theory Decision Theory Cumulative Prospect Theory Kumulative Prospect Theorie Erwartungsnutzentheorie Entscheidungen unter Unsicherheit Kaheman Tversky Wahrscheinlichkeitsgewichtung Kahneman Schnelles Denken Langsames Denken
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Claudius Hini (Autor:in), 2017, Entscheidungen unter Unsicherheit, Prospect Theory und ökonomische Implikationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373518
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Leseprobe aus  53  Seiten
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