Konflikte und Konflikteskalation. Definition, Arten, Lösungsansätze


Hausarbeit, 2004

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffsbestimmung und Abgrenzung

2. Konfliktarten
2.1 Unterscheidung nach der Anzahl der Beteiligten
2.2 Unterscheidung nach Inhalten
2.3 Unterscheidung nach Erscheinungsformen

3. Konfliktentwicklung

4. Lösungsansätze
4.1 Formen der Konfliktbewältigung
4.2 Konfliktbehandlung durch eine Drittpartei
4.3 Mediation

5. Schlußbetrachtung

Literatur- und Quellenverzeichnis

Einleitung

Das Wort „Konflikt“ wird im heutigen Sprachgebrauch immer öfter für die unterschiedlichsten Situationen verwendet. Da wird vom Ehekonflikt gesprochen, vom Generationenkonflikt und vom Irak-Konflikt, Nahost-Konflikt, Nordirland-Konflikt etc. Viele dieser Konflikte beruhen auf Meinungsverschiedenheiten, manche auf militärischen Auseinandersetzungen. Es kommt fast schon zu einer Konflikt-„Inflation“.

In dieser Arbeit wird zunächst der Begriff „Konflikt“ geklärt und von verwandten Begriffen wie „Meinungsverschiedenheit“ und „Aggression“ abgegrenzt, da diese Begriffe oft synonym verwendet werden.

In Punkt zwei wird auf die Typologie der Konflikte eingegangen, wobei hier Konflikte nach unterschiedlichen Merkmalen in verschiedene Konfliktarten differenziert werden. Die Vielzahl der in der Literatur vorhandenen Konfliktarten führt hier zu einer notwendigen Eingrenzung auf ausgewählte Konflikttypen, um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen.

Anschließend wird erläutert, wodurch ein Konflikt entsteht und wie er sich entwickelt. Dabei wird auf das Phasenmodell der Konflikteskalation eingegangen, das aus neun Eskalationsstufen besteht.

Zum Abschluss sollen Lösungsansätze zur Beseitigung von Konflikten vorgestellt werden. Einerseits werden mögliche Formen der Konfliktbewältigung durch die Konfliktparteien selbst erklärt, andererseits Strategien der Konfliktbehandlung durch eine Drittpartei. Als Beispiel für eine Konfliktlösung durch Vermittlung wird das Mediationsverfahren herausgegriffen und näher erläutert.

1. Begriffsbestimmung und Abgrenzung

Das Substantiv „Konflikt“ leitet sich vom lateinischen Verb „confligere“ ab, das mit „zusammenstoßen, kämpfen“ übersetzt werden kann. Oft werden Konflikte aggressiv ausgetragen. Doch muß zwischen reiner Aggression (die beabsichtigte körperliche oder seelische Schädigung einer Person) und Konflikt unterschieden werden, da bei Aggressionen wesentliche Merkmale eines Konflikts fehlen.1)

Konflikte machen vorhandene Unterschiede deutlich.2) Trotzdem ist nicht jede Situation zwischen Menschen mit unterschiedlichen Meinungen auch gleich ein Konflikt.3) Heute werden viele Meinungsverschiedenheiten mit dem Wort Konflikt bezeichnet, beispielsweise der Streit zwischen Eheleuten als Ehekonflikt oder die unterschiedlichen Auffassungen in der Familie als Generationenkonflikt. Diese Situationen, in denen Ereignisse lediglich unterschiedlich wahrgenommen werden, sind jedoch noch keine Konflikte. Erst wenn dieser Eindruck einer Unvereinbarkeit ein entsprechendes Handeln nach sich zieht sind die Voraussetzungen für einen Konflikt gegeben.

Ein Konflikt liegt dann vor, wenn diese Handlungen eine Seite beeinträchtigen, wenn z. B. im Versuch, den anderen zu überzeugen, Druck ausgeübt wird oder Drohungen ausgesprochen werden. Konflikte entstehen auch dadurch, dass jede Seite versucht, ihre Ansichten, ihre Interessen und ihr Vorgehen gegen die andere Seite durchzusetzen. Als Voraussetzung für einen Konflikt müssen diese Menschen oder Gruppen außerdem in einer Beziehung zueinander stehen, d. h. sie müssen aufeinander angewiesen sein.4)

Für das Entstehen eines Konfliktes ist das Verhalten der betreffenden Parteien verantwortlich. Es kommt zum Konflikt, wenn Ziele und Interessen unvereinbar scheinen und die Parteien sich entsprechend verhalten. Die Ziele können dabei objektiv vereinbar sein. Doch wenn eine der Parteien subjektiv davon ausgeht, mit der anderen in einem Interessengegensatz zu sein und dementsprechend handelt, kann ein Konflikt entstehen.5)

In der Literatur existiert eine Vielzahl an Definitionen für Konflikte. Exemplarisch sollen hier zwei Definitionen herausgegriffen werden.

Rüttinger definiert Konflikte als „Spannungssituationen, in denen mehrere Parteien, die voneinander abhängig sind, mit Nachdruck versuchen, unvereinbare Handlungspläne zu verwirklichen und sich dabei ihrer Gegnerschaft bewusst sind“.1)

Bei Glasl wird diese Definition auf der Ebene des Empfindens abgeändert:

„Sozialer Konflikt ist eine Interaktion

- zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen, etc.)
- wobei wenigstens ein Aktor
- Unvereinbarkeiten

im Denken/Vorstellen/Wahrnehmen

und/oder Fühlen

und/oder Wollen

- mit dem anderen Aktor (anderen Aktoren) in der Art erlebt,
- dass im Realisieren eine Beeinträchtigung
- durch einen anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolge.“2)

Konflikte laufen auf verschiedenen Ebenen ab. Sie werden bestimmt durch den Sachinhalt (die Inhaltsebene) und die Beziehungsebene (Personen- oder Verhaltensebene der Konfliktparteien). Außerdem müssen Abläufe und Steuerungsprozesse sowie Rahmenbedingungen beachtet werden.3)

Bei Schwarz treten Konflikte auf dreierlei Dimensionen auf: der rationalen Dimension (hier geht es um ein bestimmtes Problem), der emotionalen Dimension (es geht um die asymetrische Identifizierung der Beteiligten mit gegensätzlichen Interessen) und der sozialen Dimension (gesellschaftlicher Bereich).4)

2. Konfliktarten

Bei der Einteilung der Konflikte nach Arten gibt es unterschiedliche Ansätze.

2.1 Unterscheidung nach der Anzahl der Beteiligten

Hier wird zwischen intrapersonellen (seelischen oder inneren) Konflikten und interpersonellen (sozialen oder äußeren) Konflikten unterschieden.

Der intrapersonelle Konflikt beruht auf verschiedenen Interessen innerhalb der selben Person. Hier liegt das Problem oder ein Teil des Problems in der eigenen Person. Dabei können drei Konflikttypen entstehen:1)

- Annäherungs-Annäherungs-Konflikt (Appetenz-Appetenz-Konflikt)

Die Person steht zwischen zwei Zielen, die sie für gleich wertvoll hält, aber nicht gleichzeitig anstreben oder erreichen kann.

- Vermeidungs-Vermeidungs-Konflikt (Aversions-Aversions-Konflikt)

Die Person muss zwischen zwei Gegebenheiten entscheiden, die sie beide als Übel ansieht.

- Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt (Appetenz-Aversions-Konflikt)

Die Person steht vor einer Entscheidung, die ihr sowohl Wertvolles wie Übles bringt.

Ein interpersonelle (zwischenmenschliche) Konflikt besteht aus unterschiedlichen Strebungen zweier oder mehrerer Personen.2)

Intrapersoneller und interpersoneller Konflikt sind voneinander abhängig. Nach Berkel kann ein Konflikt sowohl im Inneren der Beteiligen als auch in der Beziehung zwischen ihnen entstehen. Jeder Konflikt hat eine Innenseite (seelische Ebene) und eine Außenseite (zwischenmenschliche Ebene), die sich gegenseitig beeinflussen. Alles, was auf der zwischenmenschlichen Ebene passiert, wird innerlich verarbeitet.3)

[...]


1) Vgl. Rüttinger/Sauer (2000), S. 14

2) Vgl. Schwarz (1995), S. 15

3) Vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert (2002), S. 38

4) Vgl. Höher/Höher (2000), S. 47

5) Vgl. ebd., S. 48

1) Rüttinger/Sauer (2000), S. 7

2) Glasl (2002), S. 14

3) Vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert (2002), S. 39

4) Vgl. Schwarz (1995), S. 44ff

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Konflikte und Konflikteskalation. Definition, Arten, Lösungsansätze
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Neu-Ulm; früher Fachhochschule Neu-Ulm
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V37359
ISBN (eBook)
9783638367325
ISBN (Buch)
9783640139415
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konflikte, Definition, Arten, Lösungsansätze
Arbeit zitieren
Alexandra Kölbl (Autor), 2004, Konflikte und Konflikteskalation. Definition, Arten, Lösungsansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37359

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