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Was ist "Raum"? Theorien des Raums erläutert am Beispiel des Bildungsraum der Bibliothek

Titel: Was ist "Raum"? Theorien des Raums erläutert am Beispiel des Bildungsraum der Bibliothek

Hausarbeit , 2017 , 15 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Caroline Thon (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Arbeit umfasst die Bibliothek als offenen Bildungsraum sowohl unter dem Aspekt des phänomenologischen Raumverständnisses als auch der Raumsoziologie, die im Anschluss zum näheren Verständnis kurz definiert und erläutert werden. Die Anwendung der Raumtheorien auf den gewählten Bildungsraum stützen sich insbesondere auf die Texte "Der offene Raum". Handlungs-Räume in Kunst und Kunstvermittlung von Bill Masuch sowie "Raumsoziologie" von Martina Löw, welche die Basis und das Grundkonzept stellen, auf dem weitergehend eigene Ideen entwickelt und erläutert werden sollen. Es soll unter anderem auch der Frage nachgegangen werden, was Raum eigentlich ist, wie die Menschen ihn heutzutage wahrnehmen und versuchen zu definieren, ob es so etwas wie ein allgemeines Raumverständnis überhaupt gibt und ob nicht Raum sogar ein menschengemachtes Korrelat zur Einheit Zeit ist.

Wenn wir uns heute, ohne uns näher mit dem Raum in der Physik, Raumtheorien oder einem weiterführenden Raumbegriff beschäftigt zu haben, fragen, was Raum eigentlich ist, haben wir meist konkrete dreidimensionale Modelle von Innenraum in unseren Köpfen, die einem rechteckigen Kasten mit sich darin befindlichen Objekten sehr ähnlich sehen. In seiner einfachsten Form ist dieser Kasten vergleichbar mit einem Zimmer, in seinen komplexeren Darstellungsweisen bildet er die Basis, Objekte und Subjekte die miteinander in Relation stehen, zu verbinden. Es gibt wie bei der Zeit kein konkretes Ende oder einen konkreten Anfang, sondern lediglich Abschnitte, welche von Menschen festgelegt wurden.

Das Verständnis von Raum hat sich in der heutigen Zeit gewandelt. Während man früher den Raum noch als etwas Rechteckiges, in sich geschlossenes wahrnahm - also folglich einer Art Behältnis für jene Dinge, die er umgibt - wird heutzutage mehr von einem „relativistischen Raumverhältnis“ ausgegangen, welches eine Beziehungsstruktur zwischen konstant bewegten Körpern umreißt. Es haben sich eine Vielzahl an Raumtheorien entwickelt und verbreitet, von denen die Raumsoziologie ebenso wie die phänomenologische Raumtheorie nur zwei aus einer ganzen Reihe von Sichtweisen repräsentieren und somit auch nur ein abgegrenztes Spektrum der Möglichkeiten abdecken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Der weitergeführte Raumbegriff

II. Begriffe

II.1. Raumsoziologie

II.2. Die phänomenologische Raumtheorie

III. Formale Beschreibung des gewählten Bildungsraumes

III.1. Die Bibliothek als öffentlicher Raum

IV. Moderne Raumtheorien auf den öffentlichen Raum angewandt

V. Der veränderte Raum

V. 1. Der geschlossene Raum

V. 2. Der geöffnete Raum

VI. Fazit: Der unendliche Raum

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wesen von Raum und dessen Wahrnehmung im Kontext von Bildungsräumen, wobei die Bibliothek der Universität Oldenburg als Fallbeispiel dient. Ziel ist es, mithilfe raumsoziologischer und phänomenologischer Theorien zu analysieren, wie architektonische und soziale Strukturen das Verhalten von Individuen steuern und wie Räume theoretisch in einen „geöffneten“ Zustand überführt werden könnten.

  • Raumsoziologische Perspektiven nach Martina Löw
  • Phänomenologische Raumtheorie und leibliche Bezogenheit
  • Die Bibliothek als institutionell geprägter Bildungsraum
  • Einfluss von Raumkonditionierung auf Nutzerverhalten
  • Spekulative Entwürfe für einen geöffneten Raum

Auszug aus dem Buch

III.1. Die Bibliothek als öffentlicher Raum

Bei dem gewählten Bildungsraum handelt es sich um das Bibliotheksfoyer der Universität Oldenburg, dementsprechend also um einen offenen Raum. Es ist ein weitläufiger Raum mit hohen Decken und einem angegliederten Eingangsbereich. Eine säulenartig angeordnete Glasfront trennt die Kopierstube vom Foyer ab, während die hintere Wand durch rötliche Backsteine eingefasst ist. Entsprechend der Glasfront sind auch die hohen weißen Säulen, welche die Decke abzustützen scheinen, von rechteckigem Format. Der Boden besteht aus hellem Laminat, dessen Farbton – je nach Intensität des Lichteinfalls – von sandfarben bis leicht orange reicht. Letzteres kennzeichnet insbesondere den Eingangsbereich. Die Decke ist ebenfalls hellbeige sandfarben und weist eine Struktur mit gleich großen Rechtecken auf. Halogenröhren, die in regelmäßigen Abständen angeordnet sind, erhellen das Geschehen.

Die allesumschließende Backsteinfront, die sich auch außerhalb der Bibliothek fortsetzt, wird nur von einzelnen Glasfronten bzw. Fenstern und Treppenaufstiegen, welche in höhere Stockwerke oder auf eine kleine Empore links neben dem Eingangsbereich führen, unterbrochen. Ein gaubraun-beige gestreifter Teppich säumt das hintere Dreiviertel der bogenförmigen, eckigen Erdgeschossetage, deren einzelne Bereiche fließend ineinander übergehen. Ein durchgehend verwendeter Dunkelrotton, der nur wenige Farbnuancen und Abweichungen zeigt, findet sich in regelmäßigen Abständen wieder: Eine zentral gelegene Telefonzelle, hölzerne Schiebpulte, Broschürenständer, PC-Stellplätze, tiefergelegte Beratungstresen für das Personal, Hinweisschilder, Stühle und Tragekörbe.

Bücherbereiche finden sich sowohl – vom Eingangsbereich ausgehend – links auf der leicht erhöhten Empore, von der aus man auf den Raum hinuntersehen kann als auch im hinteren rechten Drittel des Stockwerks, das – scheinbar zufällig – durch eine mittig im Raum stehende, nicht an die Seitenwände anschließende Trennwand, von der übrigen Fläche abgesondert wird. Mittig in dieser Trennwand befindet sich ein kreisförmiges Loch, welches um einige Male größer zu sein scheint, als der zentral auf einem Stein stehende Globus vor dem Treppenaufgang ins erste Stockwerk.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Der weitergeführte Raumbegriff: Es wird die Entwicklung des modernen Raumverständnisses von einem statischen Behältnis hin zu einem relationalen Beziehungsgefüge skizziert.

II. Begriffe: Die theoretischen Grundlagen der Raumsoziologie nach Löw und der phänomenologischen Raumtheorie nach Masuch werden eingeführt.

III. Formale Beschreibung des gewählten Bildungsraumes: Eine detaillierte architektonische und atmosphärische Bestandsaufnahme des Bibliotheksfoyers der Universität Oldenburg wird vorgenommen.

IV. Moderne Raumtheorien auf den öffentlichen Raum angewandt: Es wird untersucht, wie institutionelle Strukturen und Raumkonditionierungen das Verhalten der Nutzer innerhalb der Bibliothek steuern.

V. Der veränderte Raum: Es erfolgt eine spekulative Analyse, wie sich die Raumwahrnehmung durch eine extreme Verengung (geschlossener Raum) oder eine bewusste Öffnung (geöffneter Raum) verändern würde.

VI. Fazit: Der unendliche Raum: Die Arbeit fasst zusammen, dass Raum durch die Interaktion von Subjekten konstruiert wird und plädiert für ein Verständnis, das Raum als menschengemachte Struktur innerhalb einer unendlichen Weite begreift.

Schlüsselwörter

Raumsoziologie, Phänomenologie, Bildungsraum, Bibliothek, Raumkonditionierung, Architektur, Öffentlicher Raum, Raumwahrnehmung, Subjekt, Interaktion, Raumtheorie, Institution, Raumöffnung, Handlungsraum, Nutzerverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wesen des Raumes und wie Menschen diesen in Bildungseinrichtungen, speziell in einer Universitätsbibliothek, wahrnehmen und gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Raumtheorien (Soziologie und Phänomenologie), die physische Gestaltung von Lernumgebungen und die soziale Interaktion der Nutzer mit ihrem räumlichen Umfeld.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, was Raum eigentlich ist, ob es ein allgemeines Raumverständnis gibt und wie Architektur das menschliche Verhalten sowie soziale Autoritätsstrukturen beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Kombination aus einer formalen Raumanalyse und der Anwendung bestehender Raumtheorien von Martina Löw und Bill Masuch auf ein konkretes Praxisbeispiel gewählt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die aktuelle räumliche Struktur der Bibliothek in Oldenburg und entwirft spekulative Szenarien für einen „geschlossenen“ sowie einen „geöffneten“ Raum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Raumsoziologie, phänomenologische Raumtheorie, Bildungsraum und Raumkonditionierung charakterisiert.

Wie unterscheidet der Autor zwischen offenem und geöffnetem Raum?

Während ein offener Raum oft durch das Fehlen von Hierarchien gekennzeichnet ist, beschreibt der geöffnete Raum eine bewusst institutionell intendierte Öffnung zur Außenwelt hin.

Warum wird die Universitätsbibliothek als „halboffener“ Raum klassifiziert?

Die Bibliothek wird so eingestuft, da sie zwar durch Kontrollschranken vom restlichen Universitätsgebäude abgegrenzt ist, aber während der Öffnungszeiten einen freien und regen Besucherstrom ermöglicht.

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Details

Titel
Was ist "Raum"? Theorien des Raums erläutert am Beispiel des Bildungsraum der Bibliothek
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Fakultät III - Sprach- und Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Kunst, Medien und ihre Vermittlung
Note
2,3
Autor
Caroline Thon (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V373747
ISBN (eBook)
9783668511392
ISBN (Buch)
9783668511408
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Raumtheorien phänomenologische Raumtheorie der offene Raum Bill Masuch Raumsoziologie Martina Löw Merleau-Ponty
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Caroline Thon (Autor:in), 2017, Was ist "Raum"? Theorien des Raums erläutert am Beispiel des Bildungsraum der Bibliothek, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373747
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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