Istkostenrechnung, Normalkostenrechnung und Plankostenrechnung. Gemeinsamkeiten und Unterschiede


Hausarbeit, 2016

25 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Aufgabenstellung und Vorgehensweise

1. Einleitung

2. Kosten- und Leistungsrechnungssysteme

3. Ist-, Normal- und Plankostenrechnung
3.1 Istkostenrechnung
3.1.1 Kostenartenrechnung
3.1.2 Kostenstellenrechnung
3.1.3 Kostenträgerrechnung
3.2 Normalkostenrechnung
3.3 Plankostenrechnung

3. Analogien und Differenzen der Rechnungssysteme

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grundaufbau der Kostenrechnung

Abbildung 2: Plankostenrechnungsmethoden

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Aufteilung der Gesamtkosten für Grünarbeiten

Tabelle 2: Ermittlung der Über- und Unterdeckung

Tabelle 3: Kostenplanung diverser Ausgaben

Vorgehensweise

Einführend werden Vollkosten- von Teilkostenrechnungen differenziert um darauf aufbauend die verschiedenen Kosten- und Leistungsrechnungssysteme zu erläu- tern. Insbesondere die Istkostenrechnung wird durch ihre Untergliederung in Kos- tenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung präzisiert. Im Fortgang wer- den die Anwendungen der Rechnungssysteme veranschaulicht und mit Praxis- beispielen der Baugenossenschaft des Eisenbahnpersonals Nürnberg und Um- gebung eG (BdE) unterlegt. Abschließend werden Differenzen und Analogien der genannten Kosten- und Leistungsrechnungssysteme aufgezeigt.

1. Einleitung

Das Rechnungswesen, als Segment der Betriebswirtschaftslehre, dient der zah- lenmäßigen Registrierung, Kontrolle und Auswertung des Unternehmensgesche- hens. Hierbei wird in internes und externes Rechnungswesen unterschieden. Externes Rechnungswesen dient der finanziellen Außendarstellung des Unter- nehmens unter Zuhilfenahme der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Hauptaufgabe des internen Rechnungswesens ist es, mithilfe von Instrumentari- en wie der Kosten- und Leistungsrechnung die Wirtschaftlichkeit der eigenen unternehmerischen Leistungserstellung zu ermitteln. Differierende Zielsetzungen bedingen dabei eine Unterscheidung der Kosten- und Leistungsrechnungssys- teme. Insbesondere die Istkosten-, Normalkosten- und Plankostenrechnung gel- ten in Unternehmen als gängige Methoden zur Kostenzuordnung bzw. Kosten- kontrolle und bilden zeitgleich ein Instrumentarium zur strategischen Planung. Je nach Kostenrechnungssystem unterscheiden sich die zu ermittelnden Daten und die Basis aufgrund derer die zu ermittelnden Daten erhoben werden. Trotz der Vielzahl an Differenzen sind dennoch gewissen Analogien zwischen den ver- schiedenen Methoden zu erkennen. Die Anwendungsmöglichkeiten der Kosten- und Leistungsrechnungssysteme in Unternehmen sind vielfältig. Sie reichen von einfacher Kostenermittlung und -zuordnung bis hin zur Grundlagenbildung für die Planung strategischer Vorgehensweisen.

Um die Mannigfaltigkeit der Methoden darzustellen, werden diese in den nachfolgenden Kapiteln erläutert.

2. Kosten- und Leistungsrechnungssysteme

Kostenrechnungen basieren auf differierenden Zielsetzungen. Eine Unterscheidung erfolgt in zeitbezogene Kostenrechnungssysteme umfangbezogene Kostenrechnungssysteme neuere Kostenrechnungskonzepte.1

Zu den Kostenrechnungssystemen, welche auf unterschiedlichem Zeitbezug ba- sieren, zählen die Istkostenrechnung, Normalkostenrechnung sowie die Plankos- tenrechnung. Diese werden im KAPITEL 3 näher betrachtet. Werden Kosten auf- grund deren unterschiedlichen Umfangs systematisiert, kann eine Differenzierung in Voll- und Teilkostenrechnung durchgeführt werden. „In Vollkostenrechnun- gen werden die gesamten Kosten einer Periode auf die Bezugsobjekte verrech- net.“2 Als Bezugsobjekt wird das „Endprodukt“ eines Unternehmens verstanden. Die Herstellung eines solchen verursacht Kosten. Bei der Kostenaufteilung findet eine Differenzierung in variable und fixe Kosten, statt. Als fix werden Kosten er- fasst, die unabhängig vom Bestehen eines Bezugsobjektes anfallen. Variable Kosten dagegen entstehen einzig durch das Bezugsobjekt. Übertragen auf ein Immobilienunternehmen kann als Bezugsobjekt beispielsweise ein Neubau her- angezogen werden.

Als Beispiele für Vollkostenrechnungen zählen die Istkostenrechnung mit Vollkosten Normalkostenrechnung mit Vollkosten Plankostenrechnung mit Vollkosten.3

„Bei Anwendung von Teilkostenrechnungen werden hingegen speziell den ab- satzbestimmten Kostenträgern nur Teile der insgesamt entstandenen Kosten zugerechnet.“4 Als zurechenbare Kosten zählen zum einen die variablen und zum anderen deren Einzelkosten. Die Höhe der variablen Kosten ist abhängig von deren Einsatz und der produzierten Stückzahl während Einzelkosten dem Bezugsobjekt direkt zugerechnet werden können.5 Die Grenzplankostenrechnung und die ein- sowie mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung gehören zur Spezies der Teilkostenrechnungen.

Neben den genannten Kostenrechnungssystemen gibt es sogenannte neuere Kostenrechnungskonzepte. Zu diesen zählen die Prozesskostenrechnung und die Zielkostenrechnung, welche ein wirkungsvolles Kostenmanagement ermögli- chen sollen.6

Nachdem das Grundprinzip und die Unterschiedlichkeiten der Kostenrechnungen erläutert wurden, werden die Ist-, Normal- und Plankostenrechnung nachfolgend detailliert beschreiben, da diese integrale Bestandteile der Leistungsverrechnung einer Unternehmung bilden.

3. Ist-, Normal- und Plankostenrechnung

In den nachfolgenden Kapiteln werden diverse Kostenrechnungssysteme darge- stellt und konkretisiert. Hierbei findet eine Untergliederung und Erläuterung der Ist-, Normal- und Plankostenrechnung statt. Die verschiedenen Kostenrech- nungssysteme werden partiell durch praktische Beispiele verdeutlicht und veran- schaulicht.

3.1 Istkostenrechnung

„Ziel der Istkostenrechnung ist allgemein die Ermittlung der auf die Produktein- heiten entfallenden Istkosten im Rahmen der Nachkalkulation.“7 Sie ermöglicht als einziges Kostenrechnungssystem alle tatsächlichen Kosten zu erfassen und auszuwerten.8 Hierbei kann sie in Vollkosten- und Teilkostenrechnung differen- ziert werden.9 Grundsätzlich suggeriert dies eine Kontrollfunktion und Grundlage für unternehmerisches Handeln, was jedoch aufgrund fehlender methodisch er- mittelter Kostenvorgaben nur bedingt als Grundlage für strategische Planung dienen sollte.10 Zu Beginn werden anfallende Kosten kategorisiert und in Einzel- oder Gemeinkosten segmentiert. Im Fortgang werden die entstandenen Gemein- kosten mengen- und wertmäßig erfasst und gewichtet und darauffolgend den einzelnen Kostenstellen zugeordnet. Als Kostenstelle wird der Ort der Entstehung der Kosten bezeichnet, welcher aufgrund mannigfaltiger Kriterien wie beispiels- weise räumlicher oder funktionaler Aspekte aufgegliedert werden kann. Ab- schließend werden die gewichteten Werte sowie die Einzelkosten dem Kosten- träger zugeordnet. Als Kostenträger wird das „Endprodukt“ bzw. die Dienstleis- tung des Unternehmens bezeichnet. Resultierend aus der Kostenverteilung durch die Aufgliederung in Kostenart, Kostenstelle und Kostenträger, werden die Kosten des einzelnen Kostenträgers erkenntlich. Spezifiziert wird dieser Ablauf in den KAPITELN 3.1.1. BIS 3.1.3. Der Prozess der Ermittlung und Verteilung der Istkosten, kann wie in nachfolgend angefügter ABBILDUNG 1 ersichtlich, dargestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABBILDUNG 1: GRUNDAUFBAU DER KOSTENRECHNUNG EIGENE DARSTELLUNG IN ANLEHNUNG AN JÓRASZ, 2008, S. 107

Wird dieses Beispiel auf die Wohnungswirtschaft projiziert, simplifiziert und mit praktischen Faktoren komplettiert, ergibt sich der nachfolgende Prozess:

Für das Erstellen eines Neubaus entstehen in einer Periode direkt zure- chenbare Kosten (25.000,00 Euro) sowie Gemeinkosten (100.000,00 Euro). Direkt zurechenbare Kosten werden dem Kostenträ- ger, also dem Neubau/dem Objekt, direkt zugerechnet. Die Kosten der technischen Abteilung werden exemplarisch selektiert. Die Aufteilung der Kosten gem äß der Kostenstellenrechnung erfolgt dergestalt, dass in der vergangenen Periode 100.000 Euro Kosten in der Technik entstan- den sind. Durch den Neubau entstand dem Techniker ein täglicher Auf- wand von zwei Stunden. Gemessen an der Anzahl der Arbeitstage (220 Stück) entspricht dies einem Gesamtstundenaufwand von 440 Stunden. Der Arbeitstag ist bei einer 37 Stunden Woche mit 7,4 Stunden ange- setzt. Somit ergibt sich eine Gesamtarbeitsdauer von 1.628 Stunden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Durch die Anwendung des einfachen Dreisatzes wird X ermittelt. X ent- spricht gem äß der oben aufgezeigten Rechnung ca. 27 %. Gemessen

[...]


1 VGL. OLFERT, 2013, S. 77

2 FRIEDL, 2004, S. 68

3 VGL. OLFERT, 2013, S. 79

4 KLOOCK ET AL., 2005, S. 74

5 VGL. FRIEDL, 2004, S. 68; VGL. OLFERT, 2013, S. 55

6 VGL. OLFERT, 2013, S. 80

7 OLFERT, 2013, S. 242

8 VGL. GRÜNSTÄUDL, 2013, S. 35

9 SIEHE KAPITEL 2

10 VGL. OLFERT, 2013, S. 78

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Istkostenrechnung, Normalkostenrechnung und Plankostenrechnung. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Autor
Jahr
2016
Seiten
25
Katalognummer
V373773
ISBN (eBook)
9783668514638
ISBN (Buch)
9783668514645
Dateigröße
885 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
istkostenrechnung, normalkostenrechnung, plankostenrechnung, gemeinsamkeiten, unterschiede
Arbeit zitieren
Kevin Dieter (Autor), 2016, Istkostenrechnung, Normalkostenrechnung und Plankostenrechnung. Gemeinsamkeiten und Unterschiede, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373773

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