Filme ohne die Mitwirkung von Musik sind heutzutage sehr selten, sollte es sie überhaupt noch geben. Die Musik übernimmt im Film verschiedene Aufgaben, die den Film unterstützen. Emotionen können durch eine musikalische Untermalung einer Szene viel besser vermittelt und bei dem Zuschauer geweckt werden, jedoch passiert dies nicht immer bewusst. Die Musik beeinflusst den Menschen unterbewusst. Während Musik im Film bestimmte Funktionen übernimmt, kann man sich daraus folgend nun auch die Frage stellen, ob der Titelsong eines Films auch eine bestimme Funktion hat.
Der Zuschauer hört schon vor Erscheinen des Filmes den dazugehörigen Titelsong und baut dadurch eine Verbindung zu dem Film auf. Doch geschieht dies bewusst? Und verwenden Titelsongs bestimmte musikalische und psychologische Werkzeuge, die diese entstandene Bindung verstärken oder erst herstellen? Vor allem bei einer Filmserie wie James Bond, welche 24 in sich abgeschlossene Filme beinhaltet, sollte man meinen, dass es eine Verbindung zwischen den einzelnen Filmen geben sollte. Könnte eine dieser Verbindungen die Musik sein? Und welche Funktion nehmen Titelsongs überhaupt ein?
Mit genau diesen Fragen rund um die Funktion von Titelsongs wird sich diese Arbeit beschäftigen. Als Beispiel werden zwei Filme aus der James Bond Filmreihe dienen, anhand denen die Funktion deutlich gemacht werden soll. Um eine Grundlage für jene Untersuchen schaffen zu können, werden im ersten Teil der Arbeit die unterschiedlichen Funktionen von Filmmusik erwähnt und ein Zusammenhang zwischen dieser Filmmusik und den Titelsongs hergestellt. Der zweite Teil beschäftigt sich dann gezielt mit den Titelsongs von zwei ausgewählten James Bond Filmen, nämlich Stirb an einem anderen Tag und Skyfall.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Funktion von Filmmusik
2.1 Metafunktion
2.1.1 Rezeptionspsychologische Metafunktion
2.2.2 Ökonomische Metafunktion
2.2 Funktionen im engeren Sinn
2.2.1 Dramaturgische Funktion
2.2.2 Epische Funktion
2.2.3 Strukturelle Funktion
2.2.4 Persuasive Funktion
3. Anwendung auf die James Bond Titelsongs
3.1 Die Another Day
3.2 Skyfall
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Funktionen, die Titelsongs in Spielfilmen einnehmen. Am Beispiel der James Bond-Reihe wird analysiert, wie diese Musikstücke nicht nur als dramaturgisches und narratives Werkzeug dienen, sondern auch eine zentrale Rolle in der Vermarktungsstrategie und der Schaffung einer langfristigen Bindung zum Zuschauer spielen.
- Grundlagen und Kategorisierung von Filmmusik-Funktionen
- Die ökonomische Bedeutung von Titelsongs (US-Deal)
- Die rezeptionspsychologische Wirkung von Filmmusik
- Analyse des Titelsongs "Die Another Day" im Kontext der Reihe
- Analyse des Titelsongs "Skyfall" als kontrastierendes Beispiel
Auszug aus dem Buch
3. Anwendung auf die James Bond Titelsongs
Wie in dem ersten Teil der Arbeit hervorgeht, übernimmt Musik im Film eine große Rolle und erfüllt verschiedene Aufgaben zur Wahrnehmung eines Films. Doch schon die Titelmusik ist für den Film und dessen Erfolg von großer Bedeutung, weshalb man viele Funktionen auf die Titelmusik übertragen kann. Die größte Funktion, welche dem Titellied zukommt, ist die ökonomische Metafunktion. Wie schon unter dem Punkt 2.2.2 erwähnt, wurde der US-Deal zu einem wichtigen Punkt in der Vermarktung eines Films. Der Titelsong soll den Film ankündigen und auf ihn aufmerksam machen, indem er schon vor Erscheinen dessen im Radio und Fernsehen gespielt und von Publizisten bewertet wird.
Bei Filmserien wie James Bond übernimmt die Titelmusik noch eine weitere Rolle. Sie soll den neu erschienen Film mit den alten verbinden und ein Wiedererkennungswert, wie in der persuasiven Funktion erwähnt, muss geschaffen werden. Dabei kann das Titellied entweder texturiert oder instrumental sein und schon auf bestimmte Umstände im Film hinweisen. Doch es gibt auch Fälle, in denen das Titellied keinerlei Zusammenhang mit dem Film hat. Sollte das Lied jedoch bestimmte Motive aufweisen, können diese während des Films durch bestimmte Takte und Rhythmen wieder aufgezeigt werden.
Bei den Titelsongs der James Bond-Filme, welche von unterschiedlichen Komponisten geschrieben werden, fällt auf, dass ein bestimmtes Konzept hinter den Liedern steckt.
Jeff Smith beschreibt es in seinem Buch The Sound of Commerce wie folgt: „This formula contains, among other things, exotic locations, beautiful women, larger-than-life villains, hulking henchmen, elaborate stuntwork, clever gadgetry, Maurice Binder’s iconic gun-barrel opening, a spectacular predict sequence, and an erotic main title featuring a memorable theme. Music has also been a significant, if less noted, ingredient in Bond’s recipe for success.”
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Fragestellung ein, welche Funktionen Filmmusik allgemein und Titelsongs im Speziellen in der James Bond-Reihe einnehmen.
2. Funktion von Filmmusik: Hier werden die theoretischen Grundlagen nach Claudia Bullerjahn erörtert, unterteilt in Metafunktionen sowie Funktionen im engeren Sinne wie dramaturgische, epische, strukturelle und persuasive Aufgaben.
3. Anwendung auf die James Bond Titelsongs: Dieses Kapitel überträgt die Theorie auf die Praxis der Bond-Reihe und analysiert spezifisch die Titellieder von "Die Another Day" und "Skyfall".
4. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, dass Titelsongs durch ein bewussteres Konzept maßgeblich zur Vermarktung und zum Wiedererkennungswert der Filmreihe beitragen.
Schlüsselwörter
Filmmusik, James Bond, Titelsong, Metafunktion, Dramaturgie, Filmmusikfunktion, Filmmusiktheorie, Die Another Day, Skyfall, Filmvermarktung, US-Deal, Musikpsychologie, Wiedererkennungswert, Filmmusikanalyse, Soundtrack.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den vielfältigen Funktionen, die Filmmusik im Allgemeinen und Titelsongs im Speziellen innerhalb der James Bond-Filmreihe erfüllen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen die rezeptionspsychologischen und ökonomischen Metafunktionen sowie spezifische dramaturgische, epische, strukturelle und persuasive Funktionen der Filmmusik.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob und wie Titelsongs durch spezifische musikalische Werkzeuge eine Bindung zwischen Zuschauer und Film herstellen oder verstärken.
Welche wissenschaftliche Methodik wird für die Untersuchung angewandt?
Die Autorin verwendet eine literaturbasierte Analyse (u.a. von Claudia Bullerjahn und Jeff Smith), um Funktionen zu kategorisieren und diese anschließend auf zwei konkrete Fallbeispiele der James Bond-Reihe anzuwenden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Filmmusik-Wirkungsweisen und eine anschließende praktische Anwendung auf die Filme "Die Another Day" und "Skyfall".
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Metafunktion, US-Deal, Wiedererkennungswert, dramaturgische Funktion sowie die spezielle "Rezeptur" des James Bond-Sounds.
Warum unterscheidet sich die Wirkung des Titelsongs von "Die Another Day" von "Skyfall"?
Während "Skyfall" klassische Bond-Merkmale und eine inhaltliche Verknüpfung zum Film aufweist, bricht "Die Another Day" durch den elektronischen Stil mit der Tradition und erfüllt die dramaturgischen Funktionen nur unzureichend.
Was besagt das Konzept des sogenannten "US-Deal" in dieser Arbeit?
Der US-Deal beschreibt eine Vermarktungsstrategie, bei der Filmsequenzen freigehalten werden, um Songs von Künstlern prominent zu platzieren, wodurch sich Film und Musik gegenseitig vermarkten.
Welche Rolle spielt die Platzierung des Titelsongs im Film?
Die Arbeit stellt fest, dass Bond-Filme den Titelsong meist erst nach einer Einleitungsszene einblenden, um das Lied durch diese strategische Platzierung besser im Gedächtnis des Zuschauers zu verankern.
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- Manuela Hans (Author), 2016, Die Funktion von Titelsongs in Filmen anhand der James Bond Filmreihe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373791