Was macht die Kulturtechnik 'Schwimmen' so besonders, dass sie in der Öffentlichkeit häufig thematisiert wird? Vielfach wird die Meinung vertreten, dass im Schwimmunterricht nur gebadet wird. Entspricht das wirklich der Realität? Welche Inhalte und Kompetenzen werden denn tatsächlich im Schwimmunterricht vermittelt? Welche sind laut Lehrplan vorgegeben? Stehen den Schulen überhaupt ausreichende Schwimmbadkapazitäten zur Verfügung?
Wieviel Schwimmunterricht tatsächlich an hessischen Gymnasien erteilt wird, soll im Rahmen dieser Examensarbeit untersucht werden.
Die zwei zentralen Fragen der Arbeit lauten: Wie sieht die Realität bezüglich des Schwimmunterrichts an hessischen Gymnasien aus? und: Welche Optimierungen gibt es? Bezüglich der Realität werden vorwiegend die Rahmenbedingungen, zum Beispiel Schwimmbadhallenzeiten, erfasst und analysiert. Im Blickfeld der Optimierung stehen Rahmenbedingungen, Fort- und Weiterbildungen sowie Unterrichtsinhalte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Genaue Beschreibung der Probleme und Zielstellungen
1.2 Forschungsstand
1.3 Hinweis zu Aufbau und Erläuterung der Arbeitsweise
2 Schwimmunterricht an hessischen Gymnasien
2.1 Legitimation des Schulschwimmens
2.2 Anspruch und Wirklichkeit
2.3 Geforderte Qualifikationen und Kompetenzen
3 EMPIRISCHER TEIL
4 Konzeption der Untersuchung
4.1 Befragungsgruppe
4.2 Fragebögen
4.3 Testlauf und Realisierung
4.4 Probleme bei der Datenerhebung
4.5 Auswertungsmethode und Ergebnisdarstellung
5 Ergebnisse der Befragung
6 Folgerungen für den Schwimmunterricht
6.1 Notwendigkeit von Fort- und Weiterbildungen
6.2 Einbindung neuer Schwimmlernkonzepte am Beispiel SwimStars
7 Zusammenfassung
7.1 Fazit
7.2 Schlussfolgerungen
7.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, eine aktuelle Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen und der inhaltlichen Ausgestaltung des Schwimmunterrichts an hessischen Gymnasien in der Sekundarstufe I zu liefern. Basierend auf einer empirischen Untersuchung unter Sportlehrkräften soll analysiert werden, wie die Realität vor Ort aussieht und welche Optimierungsmöglichkeiten bestehen, um den Schwimmunterricht effizienter und attraktiver zu gestalten.
- Analyse der organisatorischen Rahmenbedingungen (Schwimmbadverfügbarkeit, Wasserzeiten, Anfahrtswege).
- Erhebung des Ausbildungsstandes der Schülerinnen und Schüler sowie der Qualifikationen der Lehrkräfte.
- Untersuchung der Unterrichtsinhalte, der Kompetenzvermittlung und des Umgangs mit heterogenen Lerngruppen.
- Evaluation der Kenntnis und potenziellen Einbindung moderner Schwimmlernkonzepte wie "SwimStars".
- Aufzeigen von Strategien zur Professionalisierung und zur Verbesserung der Unterrichtsqualität.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Hieroglyphen belegen, dass bereits im alten Ägypten Menschen, vorwiegend Adelige und Kinder der Pharaonen, das Schwimmen erlernten. Aufgrund der Überlebensnotwendigkeit ist aber durchaus davon auszugehen, dass das Schwimmenlernen so alt wie die Menschheit selbst ist. Schwimmenkönnen gehört in Deutschland spätestens seit den 1960er Jahren zu den sogenannten Kulturtechniken. Heutzutage ist es hier selbstverständlich, dass es in der Schule vermittelt wird. Legitimation findet der Schwimmunterricht durch Verankerung des Sportunterrichts in den Lehrplänen.
Was macht das Schwimmen aber so besonders, dass es oft in der Öffentlichkeit thematisiert wird?
Das Beherrschen des Schwimmens ermöglicht eine breite Teilhabe an Kultur- und Freizeitmöglichkeiten. Ohne Schwimmen zu können, wird man sich beispielsweise kaum ein Kajak im Urlaub leihen und auf Entdeckungstour gehen. Man wird auch nicht mit Freunden zusammen in einem See toben oder mit ihnen ein Freizeitbad besuchen können. Urlaube am Meer wären dann eher Urlaube am Strand. Der Zugang zu unzähligen Wassersportarten, auch Trendsportarten wie Kitesurfen oder Unterwasserfrisbee, wäre versperrt. Das Element Wasser bietet einen einzigartigen Bewegungsraum, weil es nur in diesem möglich ist sich nahezu schwerelos zu fühlen und zu schweben. Sofern man also die oben beschriebenen Aktivitäten ausüben möchte, muss man Schwimmen können, um sich falls nötig retten zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und gesellschaftliche Bedeutung des Schwimmens als Kulturtechnik und leitet zur Fragestellung der Arbeit über, welche die aktuelle Situation des Schwimmunterrichts an hessischen Gymnasien untersucht.
2 Schwimmunterricht an hessischen Gymnasien: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen und curricularen Grundlagen des Schwimmens, den Doppelauftrag des Schulsports sowie die geforderten Qualifikationen der Lehrkräfte.
3 EMPIRISCHER TEIL: Kurze Hinführung zum methodischen Vorgehen der Untersuchung, inklusive Design und Konzeption.
4 Konzeption der Untersuchung: Detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise bei der Befragung, der Konstruktion der Fragebögen, des Testlaufs und der Auswertungsmethodik.
5 Ergebnisse der Befragung: Darstellung und Diskussion der erhobenen Daten zu den Rahmenbedingungen, der Schwimmfähigkeit der Schüler und der inhaltlichen Organisation des Unterrichts.
6 Folgerungen für den Schwimmunterricht: Erläuterung notwendiger Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte und Diskussion zur Implementierung innovativer Konzepte wie SwimStars.
7 Zusammenfassung: Abschluss der Arbeit mit einem Fazit zur Untersuchung, Schlussfolgerungen aus den Daten und einem Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Schwimmunterricht, Hessen, Gymnasien, Schulsport, Lehrplan, Wasserzeit, Schwimmfähigkeit, Rahmenbedingungen, SwimStars, Sportlehrkräfte, Didaktik, Schwimmausbildung, Unterrichtsqualität, Sekundarstufe I, empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die aktuelle Situation des Schwimmunterrichts an hessischen Gymnasien in der Sekundarstufe I, insbesondere im Hinblick auf die vorhandenen Ressourcen und Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die organisatorischen Rahmenbedingungen (wie Schwimmbadverfügbarkeit und Wasserzeit), die inhaltliche Gestaltung des Unterrichts, die Qualifikation der Lehrkräfte sowie Ansätze zur Optimierung durch moderne Schwimmlernkonzepte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die primären Forschungsfragen lauten: Wie sieht die Realität bezüglich des Schwimmunterrichts an hessischen Gymnasien aus und welche Optimierungsmöglichkeiten gibt es für diesen Bereich?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Untersuchung, bei der mittels eines Online-Fragebogens Daten von hessischen Gymnasialsportlehrkräften erhoben und anschließend statistisch sowie qualitativ ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der Befragung in Bezug auf Organisation, Schwimmfähigkeit, Unterrichtsinhalte und materielle Ausstattung und leitet daraus notwendige Folgerungen für die Zukunft ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schwimmunterricht, Rahmenbedingungen, Sportlehrkräfte, Schwimmfähigkeit und Didaktik charakterisiert.
Wie bewerten die befragten Lehrkräfte die Bedeutung des Konzepts "SwimStars"?
Das Konzept ist laut der Umfrage dem Großteil der Lehrkräfte (95 %) unbekannt, bietet jedoch laut Autor Potenzial zur Motivationssteigerung und Differenzierung im Unterricht.
Welche Hauptursache wird für den Ausfall von Schwimmunterricht oder die Unzufriedenheit mit dessen Organisation genannt?
Als wesentliche Faktoren werden von den Lehrkräften die zu geringe Wasserzeit, die mangelnde Verankerung im Lehrplan sowie die hohen Schülerzahlen pro Lehrkraft genannt.
- Arbeit zitieren
- Marc Schneidereit (Autor:in), 2016, Ressourcen des gymnasialen Schwimmunterrichts in der Sekundarstufe I. Empirsche Untersuchung des Schwimmunterrichts an hessischen Gymnasien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373798