Einführung in Kants Maximenethik


Essay, 2017
12 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.Einleitung zur Kants Transzendalphilosophie

2. Der kategorische Imperativ

3. Antithesen der Motivation
3.1 material-formal
3.2 subjektiv-objektiv:
3.3 hypothetisch-kategorisch
3.4 autonomie- heteronom

4. Konkretisierung des Moralprinzips
4.1 Warum ist die Maximethik nicht konkretisierbar?

5. Gut und Böse

6. Die moralisch relevante Freiheit

7. Moralvergleich: Kant und Nietzsche

8. Persönliche Überlegungen zum Schluss

1.Einleitung zur Kants Transzendalphilosophie

Kants Philosophie nennt man „Transzendalphilosophie“, da sie aus einem System der Prinzipien der reinen Vernunft besteht. Damit möchte Kant zeigen, dass der Empirismus als philosophische Position nicht haltbar ist. Er meint, dass viel mehr Empirisches notwendigerweise Nicht-Empirisches voraussetzt. Dafür nennt er die transzenalde Differenz die anhand eines Beispiels. Dabei unterscheidet er zwischen dem erfahrenden Subjekt und all dem, was diesem Subjekt in der Erfahrung objektiv gegeben und insofern Gegenstand der Erfahrung ist. Obwohl Subjekt und Objektiv zu unterscheiden sind, sind sie dennoch aufeinander bezogen.

Wittgenstein vergleicht dieses Phänomen in seinem Werk „Tractatus logico-philosophicus“ mit dem Bild von Auge und Gesichtsfeld.

Dabei wird gezeigt, dass das Auge Bedingung und Voraussetzung für das Gesichtsfeld ist, denn gäbe es ohne das sehende Auge, auch kein Gesichtsfeld. So ist das Auge die Bedingung der Möglichkeit des Gesichtsfeldes, obwohl das Auge nie im Gesichtsfeld vorkommt und kein Gegenstand davon ist. Dieses Bild des sehendes Augen kann man mit dem Begriff der „Transzendale Differenz“ vergleichen, denn so ähnlich wie das Auge Bedingung und Voraussetzung des Gesichtsfeldes ist, ist das erfahrende Subjekt bei Kant Bedingung und Voraussetzung des Inbegriffs dessen, was ihm in der Erfahrung gegeben ist, also aller Erfahrungsobjekte unserer gesamten Erkenntnis. Das bedeutet, dass der Mensch gleichzeitig Bedingung und Voraussetzung der objektiven Erfahrungswelt ist.

Somit ergibt sich für Kant eine Theorie, dass Menschen die Dinge nicht an sich erkennen, sondern nur wie sie uns erscheinen. Somit stellt Kant den subjektiven Menschen in den Vordergrund und meint, dass der Mensch mit seinem Verstand Dinge „beleuchtet und daraus seine Erkenntnis bildet. Er nennt dieses „Phänomen“ „apriori“, das bedeutet, dass Erkenntnisse vor den Dingen bzw. unabhängig von den Dingen liegen können. Dies schließt Kant aus der Mathematik, bei der es auch „apriori“ Erkenntnisse gibt. Laut Kant hat, also jeder Mensch, die gleichen Strukturen bzw. apriorischen Kategorien in der reinen Vernunft, weshalb jeder Mensch die gleichen Erkenntnismöglichkeiten besitzt. Deshalb kann nur der Verstand des Menschen zu Erkenntnissen „a priori“ kommen.

2. Der kategorische Imperativ

Der kategorische Imperativ besagt: „Handle nur nach Grundsätzen von denen du wollen kannst, dass sie weltweit ein allgemeines Gesetz werden.“

Diese Grundsätze werden von Kant Maxime genannt, und müssen immer ohne Einschränkung gelten. Diese Maxime dienen als „Richtlinien des Handelns“, somit subjektive praktische Grundsätze.

Eine Maxime muss für Kant uneingeschränkt angewendet werden muss, was wiederum bedeutet, dass sie allgemeingültig sein muss und einen Zweck haben muss, den jeder wollen kann. So würde für Kant zum Beispiel die Handlung „Ich lerne etwas“ nicht den Zweck für jedermann erfüllen, weshalb sie auch nicht allgemeingültig sein kann. „Ich darf nicht lügen“ dagegen wäre eine Maxime nach Kants Vorstellungen, da kein Mensch angelogen werden möchte, woraus sich ergibt, dass kein Mensch das „Lügen an sich“ unterstützen würde.

Zudem muss laut Kant eine Maxime aus Pflicht und frei von persönlichen Neigungen angewendet werden. Daraus ergibt sich, dass laut Kant nicht aus eigenem Vorteil oder persönlichen Neigungen gehandelt werden darf, da das nicht dem Moralprinzip entspricht. An folgenden Beispielen wird deutlich was Kant damit meint:

Beispiel1:

„Helfe ich einem Obdachlosen mit Geld, um meine Freunde damit zu beindrücken, handle ich aus eigenem Vorteil, und nicht moralisch richtig. Die Handlung wäre dann als moralisch böse zu behandeln.

Beispiel2:

„Helfe ich einem Obdachlosen aus Vernunft und Pflicht, frei von persönlichen Neigungen, weil ich denke, dass jeder so handeln müsste und sollte und es so richtig ist, ist die Handlung als moralisch gut einzustufen.

Zusätzlich dürfen andere Menschen nie als Mittel für etwas verwendet werden, sondern immer als Zweck. Bei dem ersten Beispiel würde der Obdachlose als Mittel dafür verwendet werden, um bei anderen anzukommen, während das Beispiel 2 zeigt, dass der Obdachlose als Zweck angesehen wird, weil ihm aus Vernunft geholfen werden würde. Daraus ergibt sich: wird ein Mensch als Mittel verwendet, wird die moralische Handlung als böse bewertet, während den Menschen als Zweck zu behandeln als gut eingestuft wird.

Zudem zielt der kategorische Imperativ darauf ab, dass aus reiner Vernunft gehandelt wird und frei von Lust-Unlust Motivation. Das bedeutet, dass ein Mensch immer aus Vernunft und Pflicht handeln muss, anstatt aus Lust-Unlust Motivation. Zusätzlich vertritt Kant, dass sich diese Vernunftsmotive auf unsere konkrete, lebensweltlich eingebettete Praxis beziehen müssen.

Dabei nennt Kant den Vierten und endgültigen Kategorische Imperativ als Moralprinzip. Das nennt Kant das „Reich der Zwecke“. Das „Reich der Zwecke“ ist Kants moralisches Ideal einer Gemeinschaft, in der alle vernünftigen Wesen unter dem Gesetz stehen, sich selbst und andere niemals nur als Mittel, sondern jederzeit zugleich als Zweck zu behandeln (jeder in der Gesellschaft).

„Wenn jede Person als Zweck an sich, autonom, also der Selbstgesetzgebung fähig ist dann soll die Gemeinschaft der Personen auf allgemeinen Gesetzen beruhen, die sich die Personen in Autonomie selbst geben, indem sie sich als Zwecke an sich selbst erkennen.

Somit spricht Kant von einer Idee einer moralischen Gesellschaft und meint das folgende Dinge für dieses Zusammenleben ausschlaggebend ist:

- Maximen müssen allgemein gültig sein uneingeschränkt und in jeder Situation)
- Einen Zweck haben, den jeder wollen kann und aus reiner Vernunft zustimmen würde
- Aus Pflicht und frei von persönlichen Neigungen
- Andere Menschen immer auch als Zweck ansehen, nicht als Mittel (Gesetze die nur als Mittel gebraucht werden sind als praktische Gesetze unmöglich)

Dieses Reich der Zwecke stellt ein Ideal dar, dass den Menschen bei der Überprüfung der Maximen leiten soll. Deshalb erhält der kategorische Imperativ ein Gerechtigkeitsprinzip. Aufgrund von Autonomie und Selbstzweckhafigkeit ergibt sich die Idee der moralischen Gesellschaft. Moralische Gesetzte müssen also so sein, das sie die Interessen aller Menschen berücksichtigen. Wir dürfen also nur nach solchen Maximen handeln, die sich in der Überprüfung an der Idee des Reichs des Zweckes als gerecht erwiesen haben.

Berücksichtigt man jetzt das Reich der Zwecke müsste der kategorische Imperativ so aussehen:

Jedes vernünftige Wesen muss so handeln, als ob es durch seine Maximen jederzeit ein gesetzgebende Glied im allgemeinen Reich der Zwecke wäre. Das formale Prinzip dieser Maxime ist: handle so, als ob deine Maxime zugleich zum allgemeinen Gesetze als vernünftiges Wesen dienen sollte.

Somit ist für Kant mit dieser Vermittlung folgendes geleistet:

- Handlung entsteht immer aus reiner Vernunft/nicht aus Lust-Unlustprinzip (Selbstmord ist daher nicht erlaubt)
- Die Bedeutung des moralischen wurde begrifflich und präzise ausgearbeitet
- Moralprinzip ist zugleich Gerechtigkeitsprinzip: Dabei muss man wissen, dass der kategorische Imperativ angibt wie die Maximen überprüft werden müssen, damit sie moralische Gesetze erhalten. Er bedeutet also nicht dass Maximen und Regeln abgeleitet werden können.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Handlungen eines Menschen mittels Maximen überprüft werden und als Idee der allgemeinen Gesetzgebung dienen.

3. Antithesen der Motivation

3.1 material-formal

Formal bedeutet hierbei, was sich auf den Verstand bezieht und material bezieht sich auf ein Objekt der Erkenntnis. Wie oben erwähnt muss die Motivation einer Handlung immer die reine Vernunft sein, anstatt die Lust bzw. Unlustgewinnung. Die Handlung „Ich stehle nicht, weil ich Angst habe erwischt zu werden“ folgt aus Unlustgewinnung oder die Handlung „Ich stehle nicht, weil es falsch ist zu stehlen (Vernunftsmotivation) ergibt zwar dieselbe Folge, allerdings ist nur die Motivation aus Vernunft moralisch richtig.

3.2 subjektiv-objektiv:

Bei subjektiver Motivation geht es immer um das eigene Glück, wie persönliche Wünsche, Bedürfnisse, Interessen. Diese Art der Motivation kann für Kant nie moralisch richtig sein. Denn in der moralischen Motivation geht es um den Gesichtspunkt der objektiven Notwendigkeit mit der Form des allgemeinen Gesetzes.

3.3 hypothetisch-kategorisch

Hypothetisch bedeutet, dass man eine Handlung nur aus einem gewissen Zweck vollzieht, während kategorisch heißt, eine Handlung, ohne Bezug auf einen Zweck durchführet . Nur diese Art von Motivation ist gut und richtig!

3.4 autonomie- heteronom

Heternom bedeutet aus Unlust-Lust Motivation zu handeln, was zwar zu einer richtigen Folge führen kann, aber laut Kant moralisch falsch ist. Laut ihm muss autonom gehandelt werden, dass bedeutet selbstbestimmt aus eigener Vernunft heraus.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Einführung in Kants Maximenethik
Hochschule
Universität Wien
Veranstaltung
Einführung in die Religionsethik
Autor
Jahr
2017
Seiten
12
Katalognummer
V373898
ISBN (eBook)
9783668518766
ISBN (Buch)
9783668518773
Dateigröße
1176 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Immanuel Kant, Ethik, Maximenethik, Philosophie, Reich der Zwecke, Moralphilosophie
Arbeit zitieren
Olivia Mazur (Autor), 2017, Einführung in Kants Maximenethik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373898

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