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Die Japan-Krise und die amerikanische Subprime-Krise

Ein Vergleich der Ursachen beider Finanzkrisen

Titel: Die Japan-Krise und die amerikanische Subprime-Krise

Hausarbeit , 2017 , 33 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Hendrik Wolters (Autor:in)

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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Japan-Krise ist ein exemplarisches Beispiel für Blasen-Wirtschaft. Durch das Plaza-Abkommen 1985 und einer expansiven Geldpolitik kam es zu einer enormen Vermögenswertinflation. Das Platzen dieser Blase stürzte Japan in eine Rezession sowie einer Folgekrise. Es folgten Jahrzehnte der wirtschaftlichen Stagnation, sodass von den zwei verlorenen Dekaden gesprochen wird. In Amerika wurde die Schaffung von Wohneigentum durch verschiedene Maßnahmen Jahrzehnte lang gefördert. Jeder Amerikaner sollte die Chance auf ein eigenes Haus erhalten. Nach dem Platzen der New Economy Blase wurde zur Belebung der Wirtschaft auch in Amerika eine expansive Geldpolitik verfolgt. Es kam zu einem Boom am Hypothekenmarkt, denn nicht nur einkommensstarke Amerikaner wollten sich den Traum der eigenen vier Wände ermöglichen. Durch die Verbriefung der Hypothekenkredite, war es möglich aus ihnen Anleihen und Finanzprodukte zu entwickeln, die zu einer Nachfrage nicht nur in Amerika, sondern in der ganzen Welt führten. Als die expansive Geldpolitik aufgehoben wurde, stellte sich heraus, dass viele der Kredite an Menschen vergeben wurden, die sich diese nicht leisten konnten. Es folgte eine Krise. Die Immobilienpreise fielen und mit ihnen die Anleihen, die sich im Besitz von Finanzinstituten auf der ganzen Welt befanden. In der ersten Betrachtung weisen beiden Krisen erhebliche Unterschiede auf.

Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, die Ursachen der beiden Krisen herauszuarbeiten. Wo liegen die Gemeinsamkeiten und in welchen Punkten unterscheiden sie sich? Ist es möglich aus den Erkenntnissen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen? Die These, die sich aus diesen Fragen ableiten lässt, lautet: Die Japan Krise und die amerikanische Subprimekrise sind beides Resultate expansiver Geldpolitik der Zentralbanken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

2. Definitionen

3. Einleitung

4. Die Japan-Krise

4.1. Hintergrund und Wirtschaftsstruktur

4.2. Beginn der japanischen Vermögensinflation

4.3. Ausmaß und Platzen der Blase

4.4. Ursachen der Krise und Folgekrisen

5. Die amerikanische Subprime-Krise

5.1.Grundlagen zur Entwicklung der Subprime-Krise

5.2.Die Verbriefung v. Hypothekenkrediten, die Rolle der GSEs

5.3.Ursachen für die Entwicklung zur Subprime-Krise

5.4.Das Platzen der Immobilienblase

6. Vergleich der japanischen „Bubble“ mit der Subprime-Krise in Amerika

7.Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit verfolgt das Ziel, die Ursachen der japanischen Finanzkrise der 1990er Jahre und der amerikanischen Subprime-Krise zu analysieren und kritisch miteinander zu vergleichen, um Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in den Krisenverläufen zu identifizieren.

  • Analyse der japanischen Wirtschaftsstruktur und der Entstehung der Vermögensblase.
  • Untersuchung der politischen Rahmenbedingungen und der Verbriefungspraxis in den USA.
  • Vergleich der geldpolitischen Strategien der Zentralbanken in beiden Krisenfällen.
  • Identifikation von Moral-Hazard-Problematiken im Bankensektor.
  • Ableitung von Erkenntnissen aus den Krisenverläufen für zukünftige Stabilitätsstrategien.

Auszug aus dem Buch

4.2 Beginn der japanischen Vermögensinflation

Die japanische Vermögensinflation wird auch als Baburu Keiki, zu deutsch „Blasen-Hochkonjunktur“ bezeichnet (Hommerich,2009, S.272). Der genaue Beginn ist nicht definiert, doch ab 1982 werteten die Vermögenspreise auf und stiegen bis 1985/1986 stärker an. Dieser Anstieg wurde vorerst durch die Konsequenzen des Plaza-Abkommens gebremst. Die führenden Industrienationen (G5) – zu der damaligen Zeit USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Japan – beschlossen im New Yorker Plaza Hotel im September 1985 den Yen um 10 bis 12 Prozent aufzuwerten (vgl. Schmitz 2005 S.10f). Schnabl (2016) die Folgen des Plaza-Abkommens folgendermaßen zusammen:

„Mit dem Plaza Abkommen wurde Japan von den USA gezwungen, eine starke Aufwertung des japanischen Yen anzukündigen. Dies löste starke Kapitalzuflüsse nach Japan aus, die auf Aufwertungsgewinne spekulierten. Zwischen Sept. 1985 und Sept. 1987 wertete der Yen um 50% gegenüber dem Dollar auf. Das exportabhängige Japan stürzte in eine tiefe Krise. Die Bank of Japan senkte die Zinsen stark, was den Schmerz linderte. Doch die geldpolitische Krisentherapie schuf auch den Nährboden für Blasen auf den Aktien- und Immobilienmärkten“ (Schnabl, 2016)

Nach dem Senken der Zinsen und der Aufwertung des Yens kam es zu einem rapiden Anstieg der Aktien- und Immobilienpreise. Während der Konsumentenpreisindex kaum prozentualer Veränderung erfuhr und damit Stabilität aussandte, nahmen die Aktien und Immobilienpreise immer mehr Fahrt auf (vgl. Schmitz, 2005 S. 11ff). Der Nikkei erreichte seinen Höchststand am Ende des Jahres 1989 mit 38.915 Punkten und damit mehr als den dreifachen Wert seit dem Plaza-Abkommen. Doch schon im August des Jahres 1992 hatte der japanische Index sich mehr als halbiert und lag an seinem vorläufigen Tiefpunkt bei 14.309 Punkten.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Definitionen: Erläuterung wichtiger Fachbegriffe wie Moral Hazard, Emission, Nikkei 225, Commercial Banks, Investment Banks und Thrift Institutions für das Verständnis der Arbeit.

3. Einleitung: Darstellung der Problemstellung, Zielsetzung der Arbeit sowie Formulierung der zentralen These zur Rolle der expansiven Geldpolitik.

4. Die Japan-Krise: Analyse des historischen Hintergrunds, des Beginns der Vermögensinflation, des Platzens der Blase und der spezifischen Ursachen im japanischen Finanzsystem.

5. Die amerikanische Subprime-Krise: Untersuchung der Grundlagen, der Verbriefung von Hypothekenkrediten, der Rolle der GSEs sowie der Ursachenentwicklung und des Platzens der US-Immobilienblase.

6. Vergleich der japanischen „Bubble“ mit der Subprime-Krise in Amerika: Kritische Gegenüberstellung der Krisen unter Berücksichtigung von Gemeinsamkeiten in der Geldpolitik und den Kreditvergabepraktiken.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Thesen und Reflexion über die Bedeutung der Geldpolitik sowie Lehren aus den betrachteten Krisen.

Schlüsselwörter

Finanzkrise, Subprime-Krise, Japan-Krise, Geldpolitik, Immobilienblase, Verbriefung, Hypothekenkredite, Moral Hazard, Zentralbank, Vermögensinflation, Plaza-Abkommen, Bankensystem, Wirtschaftsstagnation, Risikomanagement, Finanzstabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Entstehung und den Verlauf der japanischen Finanzkrise der 1990er Jahre mit der amerikanischen Subprime-Krise, um strukturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Rolle der Geldpolitik, die Kreditvergabepraktiken der Banken, die Auswirkungen staatlicher Förderprogramme (wie der CRA in den USA oder die Keiretsu-Struktur in Japan) und das Phänomen der Vermögenspreisblasen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, inwieweit die Krisen Resultate expansiver Geldpolitik der Zentralbanken waren und welche Lehren daraus für die Zukunft gezogen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die auf existierenden Wirtschaftsdaten, Studien und Fachliteratur basiert, um die Ursachen der Krisen gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der japanischen Krise (Hintergrund, Entstehung, Platzen der Blase) und der amerikanischen Subprime-Krise (Verbriefungsprozesse, Rolle von GSEs, Fehlentwicklungen), gefolgt von einem direkten Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Finanzkrise, Subprime-Krise, Geldpolitik, Immobilienblase, Verbriefung und Moral Hazard.

Welche Rolle spielt die Keiretsu-Struktur in der japanischen Krise?

Die Keiretsu-Struktur führte zu engen Verflechtungen zwischen Unternehmen und Banken, was eine effektive Marktdisziplin erschwerte und zu einer gegenseitigen Abhängigkeit beitrug, die in der Krise als strukturelle Schwäche fungierte.

Wie beeinflussten die Government-Sponsored Enterprises (GSEs) die US-Krise?

GSEs wie Fannie Mae und Freddie Mac förderten durch den Ankauf von Hypotheken die Verbriefungspraxis, was den Immobilienmarkt zwar belebte, aber durch staatliche Garantien und politische Zielvorgaben auch das Risiko für das gesamte Finanzsystem erhöhte.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Japan-Krise und die amerikanische Subprime-Krise
Untertitel
Ein Vergleich der Ursachen beider Finanzkrisen
Hochschule
SRH Hochschule Berlin (früher OTA)
Note
1,3
Autor
Hendrik Wolters (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
33
Katalognummer
V373947
ISBN (eBook)
9783668512092
ISBN (Buch)
9783668512108
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Japan-Krise japanische Bubble Subprime-Krise Finanzkrise 2007 Zaibatsu Amerika Geld Kapital Japan Finanzen Geldpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hendrik Wolters (Autor:in), 2017, Die Japan-Krise und die amerikanische Subprime-Krise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373947
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  33  Seiten
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