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Der illegale Drogenmarkt und die Rolle der organisierten Kriminalität

Title: Der illegale Drogenmarkt und die Rolle der organisierten Kriminalität

Master's Thesis , 2017 , 85 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Walter Rott (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit untersucht den illegalen Drogenmarkt und die Rolle der organisierten Kriminalität. Wer ist der eigentliche "Gegner" im Krieg gegen die Drogen und warum entsteht ein illegaler Markt? Was sind die Besonderheiten des illegalen Markts für Drogen? Entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung einer Gefahr ist es, ein Verständnis für die Ursachen zu gewinnen und die Effekte, die durch die Bekämpfung auftreten, zu analysieren.

Deshalb beschäftigt sich die Arbeit in Teil I mit der Marktförmigkeit des Austausches, seinen Strukturen und seiner Funktionsweise, sowie den Teilnehmern des illegalen Markts. Ein Vergleich mit legalen Märkten, soll dazu dienen den illegalen Markt zu entmystifizieren. Viele der Prinzipien, die im legalen Geschäftsleben gelten, sind auch für Akteure der Angebotsseite des illegalen Markts für Drogen handlungsleitend. Die Arbeit versucht die verschiedenen Einzelstudien, die zumeist auf ein bestimmtes Marktsegment spezialisiert sind, zusammenzufassen und die Erkenntnisse, die zu jeder Stufe des Markts vorhanden sind, abzubilden.

Die Erkenntnisse der Studien werden in Teil I der Arbeit unter der Annahme zusammengefasst und erweitert, dass es Akteure im illegalen Drogenmarkt gibt, die zu keinem Zeitpunkt in Kontakt mit den Strafverfolgungsbehörden oder der Justiz gekommen sind und sich anders verhalten, als die Teilnehmer am Markt, die durch die Behörden aus dem Verkehr gezogen werden konnten. Die Arbeit soll ein ausführliches Beispiel über einen illegalen Markt in seinen verschiedenen Stufen sein, den man auch zu einem Vergleich mit anderen illegalen Märkten heranziehen kann. In Teil II stellt sich die Frage, was denn in Wirklichkeit die Rolle der Organisierten Kriminalität (OK) im illegalen Markt für Drogen und wie groß die Gefahr, die von der OK ausgeht, ist. Dafür ist es nötig, eine gemeinsame Grundlage davon zu haben, was überhaupt unter OK zu verstehen ist. Die in Teil I gewonnenen Erkenntnisse über den illegalen Markt können dann dabei genutzt werden die Frage nach der Rolle der OK im Drogenmarkt differenziert zu beantworten. Danach wird, auf Grundlage der vorhergegangenen Analyse, in Teil III dieser Arbeit, eine Bewertung der aktuellen Politik vorgenommen. Anschließend werden alternative drogenpolitische Möglichkeiten und Strategien gegen den illegalen Markt erörtert. Am Ende der Arbeit soll eine kurze Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse vorgenommen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Der illegale Drogenmarkt und die Rolle der Organisierten Kriminalität

I. Der illegale Drogenmarkt

1. Konzept des illegalen Marktes

2. Teilnehmer am illegalen Drogenmarkt

2.a) Konsumenten

2.b) Anbieter am illegalen Drogenmarkt, kriminaltheoretische Erörterung

2. ba) Der Rational Choice Ansatz

2. bb) Learning- und Opportunitytheorien

2. bc) Anomietheorie

3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen einem legalen und illegalen Markt

3. a) Suchtpotential von illegalen Betäubungsmitteln

3. b) Straftatbestand und Verfolgungsdruck

3. c) Vertrauen und Glaubwürdigkeit

3. d) Gewalt(potential)

3. e) Angestellte

3. f) Probleme Unternehmen zu vergrößern

3. g) Notwendige Korruption

3. h) Niedrige Einstiegsanforderungen

3. i) Verfügbarkeit & Regionaler Markt

3. j) Werbung

4. Marktdifferenzierung und Distributionsketten im illegalen Drogenmarkt

4. a) Produzenten

4. b) High-Level Markt

4. c) Mid-Level Markt

4. d) Low-Level Markt

II. Organisierte Kriminalität (OK) im Drogenmarkt

1. Probleme bei der Definition des Begriffs OK

2. Arbeitsdefinition von OK im Markt für illegale Drogen

3. Rolle der OK im illegalen Drogenmarkt

3. a) Keine OK-Gruppe beherrscht die gesamte Distributionskette

3. b) Betätigung von OK-Gruppen in bestimmten Marktsegmenten

3. c) „Disorganized Crime“ im unteren Marktsektor erwünscht

4. Gefahren durch OK im illegalen Drogenmarkt

4. a) OK und das Mittel der Gewalt

4. b) Fallbeispiel Mexiko

4. c) Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

III. Implikationen der Marktanalyse für Politik und Strafverfolgung

1. Bewertung der Prohibition

1. a) Nachfrage und Angebot stabil

1. b) Probleme der repressiven Strategie

1. ba) Möglichkeit großer Gewinne erst durch Strafverfolgung möglich

1. bb) „Unerschöpflicher“ Ersatz im Angebotssektor

1. bc) Schwierigkeiten die Distributionskette nachhaltig zu behindern

2. Legalisierung

2. a) Mögliche Vor- und Nachteile eines unsicheren Szenarios

2. b) Chancen durch die Monopolisierung des Angebots durch den Staat

2. c) Steuereinnahmen und Schwächung der OK

3. Präventionsideen unter Beibehaltung der Prohibition

3. a) Bargeldverbot

3. b) Anwerbung von Teilnehmern des illegalen Markts

C. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein tiefergehendes Verständnis für die Strukturen, Akteure und Funktionsweisen des illegalen Drogenmarktes zu entwickeln, um zu erklären, warum bisherige drogenpolitische Strategien (insb. der "War on Drugs") weitgehend erfolglos geblieben sind und welche Rolle die Organisierte Kriminalität in diesem komplexen Marktgefüge tatsächlich spielt.

  • Strukturelle Analyse und Marktförmigkeit des illegalen Drogenhandels.
  • Kriminologische Untersuchung der Motivationen von Akteuren auf der Angebotsseite.
  • Differenzierung der Distributionsketten (Produzenten, High-, Mid- und Low-Level Markt).
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rolle und dem Gefahrenpotenzial der Organisierten Kriminalität.
  • Bewertung von Prohibitionsstrategien und Analyse alternativer Lösungsansätze wie Legalisierung oder bargeldloser Zahlungsverkehr.

Auszug aus dem Buch

3. d) Gewalt(potential)

Die Gewalt oder deren Androhung wird als Mittel zur Konfliktlösung in den allermeisten Fällen in der legalen Wirtschaft keine Rolle mehr spielen, wobei auch hier Ausnahmen die Regel bestätigen. In der illegalen Wirtschaft ist es auch nicht so, als ob alle Probleme mit dem Einsatz von Gewalt geregelt werden könnten und werden. Der Einsatz von Gewalt bringt enorme Probleme und ist schlecht für das Geschäft. Strafverfolgungsbehörden werden durch ein hohes Level an Gewalt aufmerksam auf die dahinterstehenden Geschäfte. Deswegen versucht der rationale illegale Unternehmer, wenn möglich keine Gewalt, im Sinne von bspw. Mord oder Körperverletzung, anzuwenden. Die Strafverfolgungsbehörden müssen auf ein hohes Level von Gewalteinsatz reagieren. Die höhere Präsenz und Aufmerksamkeit der Polizei gegenüber denjenigen Unternehmungen, die ein hohes Level an Gewalt anwenden (müssen), ist für die Geschäftstätigkeit dieser illegalen Unternehmen eindeutig von Nachteil. Das Problem, dass sich dem illegalen Unternehmer stellt, ist, dass er ab und an zur Gewalt greifen muss, um seine eigene Glaubwürdigkeit, gegenüber Kunden und Geschäftspartnern zu untermauern. Häufig führt das dazu, dass Gewalt sogar höchst unverhältnismäßig eingesetzt wird und die Taten möglichen Partner vor Augen geführt werden, um erstens eine abschreckende Wirkung zu erzeugen und zweitens beim nächsten Konflikt auf frühere Gewalttaten verweisen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

Konzept des illegalen Marktes: Einführung in das ökonomische Marktmodell und dessen Anwendung auf illegale Aktivitäten, wobei die Notwendigkeit der Abgrenzung zu legalen Märkten erläutert wird.

Teilnehmer am illegalen Drogenmarkt: Analyse der Konsumenten und Anbieter, unter Einbeziehung kriminologischer Theorien zur Erklärung des Markteintritts.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen einem legalen und illegalen Markt: Vergleich der Marktmechanismen und Identifikation der durch Illegalität erzwungenen Modifikationen.

Marktdifferenzierung und Distributionsketten im illegalen Drogenmarkt: Systematisierung des Marktes in vier funktionale Stufen zur besseren Analysierbarkeit der Handelsstrukturen.

Organisierte Kriminalität (OK) im Drogenmarkt: Theoretische Herleitung einer Arbeitsdefinition für OK und Untersuchung ihrer tatsächlichen Rolle und Einflussnahme.

Gefahren durch OK im illegalen Drogenmarkt: Evaluation der tatsächlichen Bedrohungslage durch OK-Gruppen unter besonderer Berücksichtigung des Gewaltpotenzials und systemischer Risiken.

Implikationen der Marktanalyse für Politik und Strafverfolgung: Bewertung der bisherigen repressiven Strategien und Diskussion alternativer drogenpolitischer Optionen.

Schlüsselwörter

Drogenmarkt, illegale Drogen, Organisierte Kriminalität, War on Drugs, Marktanalyse, Distribution, Risikominimierung, Prohibition, Legalisierung, Korruption, Gewaltpotenzial, Drogenpolitik, Konsumenten, Kriminologische Theorien, Schwarzmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die strukturellen Gegebenheiten und die Funktionsweise des illegalen Drogenmarktes unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Organisierten Kriminalität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen legalen und illegalen Märkten, die kriminologische Fundierung des Markteintritts von Akteuren sowie die Wirksamkeit aktueller drogenpolitischer Strategien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die ökonomischen und sozialen Dynamiken illegaler Drogenmärkte zu schaffen, um die Gründe für das Scheitern repressiver Strategien aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse auf Basis bestehender kriminologischer Fachliteratur durchgeführt, ergänzt um die Anwendung ökonomischer Marktmodelle zur Modellierung des Drogenhandels.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Akteure, die Segmentierung des Marktes in verschiedene Stufen, die Rolle der OK hinsichtlich Korruption und Gewalt sowie die ökonomischen Folgen der Drogenprohibition.

Welche Schlüsselbegriffe definieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Marktsegmentierung, Risikominimierung, Prohibitionsfolgen, OK-Arbeitsdefinition und die ökonomische Logik des illegalen Handels charakterisiert.

Wie bewertet der Autor das Gefahrenpotenzial von OK im Drogenmarkt?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Gefahr durch OK-Gruppen im Drogenmarkt in Konsumentenländern zumeist überschätzt wird, da der Markt strukturell desorganisiert bleibt und OK-Gruppen ihn nicht vollständig kontrollieren.

Warum wird das Fallbeispiel Mexiko als besonders relevant erachtet?

Mexiko dient als Beispiel für einen "schwachen Staat", in dem das Gewaltpotenzial von OK-Gruppen voll zur Entfaltung kommt, was die fatale Wirkung einer unkontrollierten Gewaltspirale bei fehlender staatlicher Garantiemacht verdeutlicht.

Welche alternativen drogenpolitischen Ideen werden diskutiert?

Neben der Legalisierung werden konkrete Präventionsvorschläge wie ein Bargeldverbot und die gezielte Anwerbung von Akteuren aus dem illegalen Markt zur Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden erörtert.

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Details

Title
Der illegale Drogenmarkt und die Rolle der organisierten Kriminalität
College
University of Regensburg
Grade
2,0
Author
Walter Rott (Author)
Publication Year
2017
Pages
85
Catalog Number
V373964
ISBN (eBook)
9783668536814
ISBN (Book)
9783668536821
Language
German
Tags
Illegale Markt Drogen Organisierte Kriminalität Kriminologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Walter Rott (Author), 2017, Der illegale Drogenmarkt und die Rolle der organisierten Kriminalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373964
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