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Die Bedeutung des Judentums für Georges-Arthur Goldschmidt und sein Verhältnis zu Deutschland und Frankreich

Title: Die Bedeutung des Judentums für Georges-Arthur Goldschmidt und sein Verhältnis zu Deutschland und Frankreich

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julia Hansens (Author)

French Studies - Literature
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Einleitung

Im Anschluß an das Seminar „Schreiben nach dem Holocaust“, möchte ich anlehnend an mein Referat einen Punkt herausgreifen und diesen analysieren.

In meiner Arbeit „Die Bedeutung des Judentums für Georges-Arthur Goldschmidt und die Frage der Identität“ wird es darum gehen, die Bedeutung des Judentums für Georges-Arthur Goldschmidt festzumachen. Ferner wird untersucht, inwiefern seine Erfahrungen mit dem Judentum seine Identität mit Deutschland und Frankreich bzw. mit der deutschen und der französischen Sprache beeinflußt haben. Zur Klärung dieser Problematik werden besonders seine größtenteils autobiographische Schrift, „Über die Flüsse“ (2001) (Original: La traversée des fleuves, 1999), und die Erzählungen „Die Absonderung“ (1991) und „Der unterbrochene Wald“ (1992) (Original.: La Forêt interrompue“, 1991) Beachtung finden; denn zum Werk Goldschmidts liegen abgesehen von den Werken Asholts keine übergreifenden Studien vor. Darüber hinaus werden Interviews mit Georges-Arthur Goldschmidt und Schriften aus seiner Hand zur Erreichung eines höchstmöglichen Grades an Authentizität hinzugezogen.

Zu Beginn der Arbeit werden ein paar Angaben zur Person Georges-Arthur Goldschmidts gemacht. Im Anschluß daran wird die Bedeutung des Judentums für die Familie Goldschmidt herausgearbeitet. Der Umgang der Eltern Goldschmidts und deren Vorfahren mit dem Judentum vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sowie das Verhältnis von dem Kind Georges-Arthur zu dem jüdischen Glauben werden hier dargestellt. Anschließend wird die Bedeutung des Judentums für die Überlebenden des Holocaust erläutert und insbesondere das Verhältnis Georges-Arthur Goldschmidts zum Glauben und zu Gott dargestellt. Ferner möchte ich das Verhältnis Georges-Arthur Goldschmidts zu Deutschland und zu Frankreich darstellen, da dieses mit seinem Glauben und den sich daraus während des Zweiten Weltkrieges ergebenden Konsequenzen zu erklären ist. Hierbei wird besonders sein Verhältnis zu der deutschen und der französischen Sprache eine Rolle spielen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Zur Person Georges-Arthur Goldschmidts

2. Das Judentum

2.1. Das Judentum im Elternhaus und den Generationen zuvor

2.2. Die Erfahrungen Georges-Arthur Goldschmidts mit dem Judentum während des Krieges

2.3. Die Bedeutung des Judentums nach dem Krieg

3. Verhältnis zu Deutschland und Frankreich und die Frage der Identität

4. Verhältnis zur deutschen und zur französischen Sprache

5. Goldschmidts Verhältnis zu Gott und zum Glauben

6. Schlußwort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Judentums für den Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt und analysiert, inwiefern seine traumatischen Erfahrungen mit dem Judentum während des Nationalsozialismus seine Identitätsbildung sowie sein Verhältnis zu Deutschland, Frankreich und den jeweiligen Sprachen prägten.

  • Die familiäre Prägung und der Umgang mit jüdischer Herkunft im vorhinein nationalsozialistischen Deutschland.
  • Die Auswirkungen der Verfolgung und des Exils auf die kindliche Identitätsentwicklung.
  • Das Spannungsfeld zwischen der deutschen Muttersprache als "Sprache der Täter" und der französischen Sprache als Sprache des Exils und Überlebens.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem Gottesbegriff vor dem Hintergrund der Holocaust-Erfahrung.
  • Die bewusste Entscheidung für eine deutsch-französische Identität im Erwachsenenalter.

Auszug aus dem Buch

Die Erfahrungen Georges-Arthurs mit dem Judentum während des Krieges

Erst im Alter von fünfzehn Jahren erfuhr er von einer Heimleiterin, daß er Jude ist. Was das jedoch genau bedeutete, unterlag seiner eigenen Interpretation und er machte sich seine eigenen Vorstellungen vom Judentum. Für Georges-Arthur Goldschmidt bedeutete das Jüdischsein, etwas Verbotenes zu tun. Besonders seine häufige sexuelle Befriedigung hielt er für das entscheidende Merkmal, das ihn zum Juden machte. Ebenso gehörte dazu das Kofferpacken, das ständige Weggehen und Flüchten ins Ausland und die Notwendigkeit sich zu verstecken, um der Strafe zu entgehen. Er selbst fühlte sich schuldig für das, was er war und folgerte daraus, daß er weggeschafft gehörte (vgl. Asholt, Grenzgänge der Erinnerung, 30 und Goldschmidt, Die Absonderung, 15). Davon spricht er in seiner Jugend sehr häufig.

In seinen jungen Jahren machen sich das Judentum und das Jüdische für Georges-Arthur Goldschmidt als Kind als aufkommende Angst bemerkbar. Dies geschieht immer dann, wenn es sich schuldig fühlt und von den Erzieherinnen Schimpfwörter wie „ekelhafter Bengel, kleine Drecksau, du kleiner ... kleiner Dreckjude“ zu hören bekommt (Asholt, Grenzgänge der Erinnerung, 44). Er verband demnach nur Negatives mit dem Judentum. Das Jüdischsein ist folglich etwas, das verschwiegen werden muß, etwas, worüber man nicht sprechen darf. Es galt als das Gegenteil des Deutschen, des Positiven (vgl. Grenzgänge der Erinnerung, 94).

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus der Analyse auf den Zusammenhang zwischen Goldschmidts Judentum, seiner traumatischen Kindheit und seiner Identität mit Bezug auf Deutschland und Frankreich.

1. Zur Person Georges-Arthur Goldschmidts: Dieses Kapitel skizziert die Biografie von der Herkunft aus einem wohlhabenden, assimilierten Elternhaus bis hin zur Flucht vor den Nationalsozialisten und dem Internatsleben im Exil.

2. Das Judentum: Hier wird die Entwicklung Goldschmidts vom unbewussten Kind bis zur bewussten Auseinandersetzung mit seiner jüdischen Herkunft nach dem Krieg in drei zeitlichen Phasen dargestellt.

3. Verhältnis zu Deutschland und Frankreich und die Frage der Identität: Dieses Kapitel untersucht den Abnabelungsprozess von Deutschland und die bewusste Integration in Frankreich, die in eine deutsch-französische Identität mündet.

4. Verhältnis zur deutschen und zur französischen Sprache: Die Analyse zeigt den Sprachkonflikt auf, in dem das Deutsche zunächst als Sprache des Verbrechens abgelehnt und später durch die Literatur wieder angeeignet wird.

5. Goldschmidts Verhältnis zu Gott und zum Glauben: Dieses Kapitel beleuchtet den Verlust des Gottesglaubens durch die Grausamkeiten des Holocaust und die Neudefinition des Glaubens als Anerkennung des eigenen Lebens.

6. Schlußwort: Das Schlusswort resümiert die heutige Situation Goldschmidts als Schriftsteller, der trotz seiner Entwurzelung eine versöhnte, duale Identität gefunden hat.

Schlüsselwörter

Georges-Arthur Goldschmidt, Holocaust, Identität, Judentum, Exil, Deutschland, Frankreich, Muttersprache, Deportation, Trauma, Assimilation, Gottesabwesenheit, Autobiographie, Zweisprachigkeit, Verdrängung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die tiefgreifende Bedeutung des Judentums für die Identitätsfindung und das Werk von Georges-Arthur Goldschmidt vor dem Hintergrund seiner Verfolgungsgeschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Assimilation und das Scheitern derselben während des Nationalsozialismus, das Exil, die Zerrissenheit zwischen deutscher und französischer Sprache sowie die radikale Abkehr vom traditionellen Gottesglauben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, inwiefern Goldschmidts traumatische Erfahrungen mit dem Judentum seine Identifikation mit Deutschland und Frankreich sowie seine spezifische Nutzung der beiden Sprachen beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf Goldschmidts autobiografischen Schriften wie "Über die Flüsse" und "Die Absonderung" basiert, ergänzt durch Sekundärliteratur und Interviews.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der jüdischen Herkunft, das Verhältnis zu den beiden Nationen, die komplexe Beziehung zu den Sprachen Deutsch und Französisch sowie die philosophische Auseinandersetzung mit dem Glauben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Identität, Exil, Trauma, Assimilation und Zweisprachigkeit zusammenfassen.

Wie prägte das Internat in den Savoyen das Identitätsverständnis des Autors?

Das Internat war ein Ort, der ihm das Überleben sicherte, ihn aber auch durch Isolation und Züchtigung dazu zwang, seine Identität und seinen Körper durch Schmerz und Flucht zu definieren.

Warum betrachtet Goldschmidt das Französische als seine Lebenssprache?

Das Französische ist für ihn die Sprache der Freiheit und der Aufklärung, während er das Deutsche durch die NS-Verbrechen zunächst als "Sprache des Mordens" diskreditiert sah und erst spät wieder rehabilitierte.

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Details

Title
Die Bedeutung des Judentums für Georges-Arthur Goldschmidt und sein Verhältnis zu Deutschland und Frankreich
College
University of Potsdam  (Institut für Romanistik)
Course
Schreiben nach dem Holocaust
Grade
2,0
Author
Julia Hansens (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V37404
ISBN (eBook)
9783638367554
Language
German
Tags
Bedeutung Judentums Georges-Arthur Goldschmidt Verhältnis Deutschland Frankreich Schreiben Holocaust
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Hansens (Author), 2004, Die Bedeutung des Judentums für Georges-Arthur Goldschmidt und sein Verhältnis zu Deutschland und Frankreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37404
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