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Das Interkulturelle Gedächtnis und der Begriff der Erinnerungskultur nach Jan und Aleida Assmann

Titel: Das Interkulturelle Gedächtnis und der Begriff der Erinnerungskultur nach Jan und Aleida Assmann

Essay , 2017 , 6 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ivonne Wüsthof (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Essay bezieht sich auf die die Kulturwissenschaftler Jan und Aleida Assmann, die in den letzten Jahren den Begriff des Kulturellen Gedächtnisses geprägt haben. Mit einem kurzen Blick auf das kulturelle Gedächtnis, wird der Transfer auf ein interkulturelles Gedächtnis vollzogen.

Hierzu wird ein praktisches und aktuelles Beispiel der deutsch-französischen Beziehungen, die seit Jahrhunderten immer wieder durch Konflikte geprägt ist, hinzugezogen werden. Nach einer kurzen Thematisierung des kulturellen Gedächtnisses im Assmann’schen Sinne soll eine Weiterführung des kulturellen Gedächtnisses auf ein interkulturelles Gedächtnis stattfinden.

Der Begriff „Erinnerungskultur“ nimmt seit einigen Jahren eine stetig größer werdende Rolle innerhalb politischer, historischer und auch gesellschaftlicher Diskurse sein. Besonderen Gebrauch erfährt in den Diskursen der Erinnerungskultur der Begriff des kulturellen Gedächtnisses. .Aleida Assmann nimmt in ihrer „Einführung in die Kulturwissenschaft“ (2011) eine wichtige terminologische Unterscheidung zwischen den Ausdrücken „Erinnerung“ und „Gedächtnis“ vor. Die semantischen Differenzen zeigen sich schon in den dazugehörigen Verben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Das Interkulturelle Gedächtnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, den kulturwissenschaftlichen Begriff des "kulturellen Gedächtnisses" nach Jan und Aleida Assmann zu erläutern und diesen theoretischen Rahmen auf die Entstehung und Entwicklung eines "interkulturellen Gedächtnisses" zu erweitern, wobei die Städtepartnerschaft zwischen Verden und Saumur als praktisches Fallbeispiel dient.

  • Grundlagen der Begriffe "Erinnerung" und "Gedächtnis"
  • Differenzierung von Gedächtnisformen (Ich-, Mich-, episodisches, semantisches und prozedurales Gedächtnis)
  • Konzepte des Speicher- und Funktionsgedächtnisses
  • Definition und Herleitung des interkulturellen Gedächtnisses
  • Analyse der deutsch-französischen Städtepartnerschaft als interkulturelles Erinnerungsprojekt

Auszug aus dem Buch

Das Interkulturelle Gedächtnis

Ein wichtiges Merkmal, dass Erinnerungen besitzen, ist ihre Instabilität: „[…] sie verändern sich im Laufe der Zeit durch immer neue Rekonstruktionen, die die Erinnerungen an das Selbstbild der jeweiligen Gegenwart anpassen.“ (2011: 183). Diese immer wieder durchlaufende Rekonstruktion von Erinnerungen ist in einigen Zusammenhängen besonders problematisch. Hierzu zählt besonders die Geschichtswissenschaft, die in vielerlei Hinsicht ihre Erkenntnisse aus den Erinnerungen von Zeitzeugen entnimmt. Verändert sich die Erinnerung des Zeitzeugen, ändert sich auch die Quellenlage für den/die Historikerin. Denn die Erinnerung ist keine exakte Abbildung des Vergangenen. Daher ist es in derartigen Kontexten absolut notwendig, dass sich diese Instabilität von Erinnerungen stets bewusstgemacht wird.

Eine der vielen Unterscheidungen von Gedächtnissen, zeigt sich laut Assmann bereits an dieser Stelle. Sie unterscheidet zwischen dem „Ich-Gedächtnis“ und dem „Mich-Gedächtnis“ (2011: 184). Ersteres zeichnet sich durch seine Bewusstheit, Intentionalität und Zugriff auf die Vergangenheit aus, während hingegen das „Mich-Gedächtnis“ nicht bewusst steuerbar und voll zugänglich ist. Es wird durch äußere Reize aktiviert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Interkulturelle Gedächtnis: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Gedächtnisbegriffs nach Assmann erläutert und das Konzept des interkulturellen Gedächtnisses anhand der deutsch-französischen Städtepartnerschaft zwischen Verden und Saumur praktisch veranschaulicht.

Schlüsselwörter

Kulturelles Gedächtnis, Interkulturelles Gedächtnis, Erinnerungskultur, Aleida Assmann, Jan Assmann, Städtepartnerschaft, Verden, Saumur, Identität, Kollektives Gedächtnis, Erbfeindschaft, Geschichtsbewusstsein, Gedächtnisformen, Wir-Gruppe, Kulturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kulturwissenschaftlichen Definition des kulturellen Gedächtnisses und untersucht, wie sich dieses Konzept auf interkulturelle Kontexte übertragen lässt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Unterscheidung zwischen Gedächtnis und Erinnerung, die verschiedenen Speichersysteme des menschlichen Gedächtnisses sowie die Bedeutung von kollektiven Identitäten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, eine Brücke zwischen der Theorie des kulturellen Gedächtnisses nach Assmann und dem praktischen Phänomen des interkulturellen Gedächtnisses zu schlagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, der theoretische Begriffsanalysen mit einer Fallstudie (Städtepartnerschaft Verden-Saumur) kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Gedächtnismodelle und deren Anwendung auf das Beispiel der deutsch-französischen Aussöhnung durch kommunale Partnerschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe kulturelles Gedächtnis, Identitätsbildung, Interkulturalität und Erinnerungskultur.

Warum ist das Beispiel Verden und Saumur für die Arbeit wichtig?

Es dient als konkreter Beleg dafür, wie aus einer historischen "Erbfeindschaft" durch jahrelangen persönlichen Austausch ein lebendiges interkulturelles Gedächtnis entstehen kann.

Was unterscheidet das Speichergedächtnis vom Funktionsgedächtnis?

Während das Speichergedächtnis als passives Archiv historischer Quellen dient, wirkt das Funktionsgedächtnis aktiv identitätsstiftend durch die Pflege von Traditionen und Bräuchen.

Was bedeutet die "Instabilität" der Erinnerung für die Geschichtswissenschaft?

Da Erinnerungen bei jeder Rekonstruktion leicht verändert werden, müssen Historiker bei Zeitzeugenberichten kritisch hinterfragen, inwieweit das Selbstbild der Gegenwart das Abbild der Vergangenheit beeinflusst hat.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Interkulturelle Gedächtnis und der Begriff der Erinnerungskultur nach Jan und Aleida Assmann
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,0
Autor
Ivonne Wüsthof (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
6
Katalognummer
V374254
ISBN (eBook)
9783668515932
ISBN (Buch)
9783668515949
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kulturelles Gedächtnis Erinnerung Interkulturelles Gedächtnis Assmann Kulturwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ivonne Wüsthof (Autor:in), 2017, Das Interkulturelle Gedächtnis und der Begriff der Erinnerungskultur nach Jan und Aleida Assmann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374254
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  6  Seiten
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