KEP-Dienste im E-Commerce. Chancen und Herausforderungen


Diplomarbeit, 2017
48 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung
2.1 E-Commerce
2.2 KEP-Dienste

3. E-Commerce-Entwicklung
3.1 Entwicklung in Deutschland
3.2 Entwicklung in Europa
3.3 Entwicklung weltweit

4. E-Procurement
4.1 Grundlagen des E-Procurement
4.2 Strategischer und operativer Beschaffungsprozess
4.3 E-Supply Chain Management (eSCM)
4.3.1 Bestandteile von E-Supply Chain Management-Systemen
4.3.2 Kommunikationstechnologien

5. Herausforderungen in der Supply Chain
5.1 Internationalisierung
5.2 Strategische Analysen (Ressourcen- und Prozesskettenanalysen)
5.3 Länderübergreifende Timingstrategien

6. Chancen im E-Commerce für KEP-Dienste
6.1 Vorteile durch Vernetzung der Supply Chain
6.2 Kundenbindung durch eService
6.3 Synergieeffekte

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Abgrenzung eCommerce & eBusiness (Josef Eul Verlag, 2001)

Abbildung 2: Sendungsvolumen - Entwicklung 2015 und Ausblick 2016 im Vergleich (Essner & Kurte, 2016, p. 8)

Abbildung 3: Umsatz durch E-Commerce (B2C) in Deutschland in den Jahren 1999 bis 2015 sowie eine Prognose für 2016 (in Milliarden Euro) (Statista, 2017)

Abbildung 4: Anlehnung an Volumina nach Warengruppen & Geschlecht: 2015 vs. 2016 - Umsatz in Mio. Euro (bevh, 2016)

Abbildung 5: B2C-E-Commerce-Umsatz in Europa in den Jahren 2012 und 2013 sowie eine Prognose bis 2018 (in Milliarden US-Dollar) (Statista, 2017)

Abbildung 6: E-Commerce-Umsatz im Einzelhandel weltweit in den Jahren 2012 bis 2015 sowie eine Prognose bis 2020 (in Milliarden US-Dollar) (Statista, 2016)

Abbildung 7: Die Top 10 eCommerce Länder 2013 (Statista, 2013)

Abbildung 8: eProcurement in der Wertschöpfungskette und deren unterstützende Prozesse (Meier & Stormer, 2012, p. 69)

Abbildung 9: Strategieportfolio im eProcurement (Wannenwetsch, 2005, p. 114)

Abbildung 10: Schritte beim Beschaffungsprozess (Meier & Stormer, 2012, p. 71)

Abbildung 11: Aufgabenbereiche eSupply Chain Management (Wannenwetsch, 2005, p. 64)

Abbildung 12: Gateway-Prinzip - eigene Darstellung (Steinmetz, et al., 2005, p. 152)

Abbildung 13: Eine Ressourcen-basierter Ansatz zur strategischen Analyse – In Anlehnung an Grant (Stallmann & Wegner, 2015, p. 126)

Abbildung 14: Typische Beispiele für Synergien - eigene Darstellung (Gründerlexikon, 2017)

Abbildung 15: Wissensbasierte Unternehmen erfordern eine Weiterentwicklung der Organisationsstruktur (Weyrich, 2005, p. 540)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Zusammenfassung Produkte, Merkmale und Segmente des KEP-Marktes (Essner & Kurte, 2016, p. 9)

Tabelle 2: DSL-Anschlüsse an allen stationären Breitbandanschlüssen in Ländern der EU im Juni 2016 - eigene Darstellung (Statista, 2016)

Tabelle 3: Worldwide Retail E-Commerce Sales im Vergleich 2014 vs. 2015 / Eigene Darstellung (eMarketer, 2016, p. 4)

Tabelle 4: Anlehnung an Artikelgruppen im eProcurement (Wannenwetsch, 2005, p. 113)

Tabelle 5: Anlehnung an ERP-und SCM-Systemen im Vergleich (Wannenwetsch, 2005, p. 62)

Tabelle 6: Vergleich ausgewählter Kommunikationsmedien (Meier & Stormer, 2012)

Tabelle 7: Risiken des Auslandsgeschäft über das Internet (Eixelsbergerger, et al., 2016, p. 2)

Tabelle 8: Nutzung der Synergien - eigene Darstellung (Gründerlexikon, 2017)

1. Einleitung

„Wissen war immer schon ein wesentlicher Faktor der Menschheitsentwicklung, so dass man sich zu Recht fragen mag, weshalb der Begriff Wissen gerade mit Blick die Zukunft eine so herausragende Rolle spielen soll.“ (Weyrich, 2005, p. 548)

Die Bedeutung elektronischer Netze, mit ihren Dienstleistern, hat in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. Das hat auch die Logistik beeinflusst. Alle Prozesse und Funktionen haben durch das Internet und den E-Commerce neue Definitionen erhalten. (Vgl. Wegner & Wegner, 2017) Das Thema E-Commerce polarisiert und kommt in renommierten Fachzeitschriften, auf zahlreichen Internetseiten, sowie in der Fachliteratur zur Sprache.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Frage, welche Chancen und Herausforderungen an die KEP-Dienste, im E-Commerce, bestehen Es werden vorhandene Quellen und Statistiken verwendet. Neben den Erklärungen, wird im ersten Teil die Entwicklung des E-Commerce beschrieben. Zusätzlich geht diese Arbeit auf die Voraussetzungen für den E-Commerce ein. Darauf baut sich das E-Procurement auf. Hier werden die Grundlagen, sowie die strategische und operative Beschaffung beschrieben.

„Logistik ist die Industrie der Bewegung.“ (Schroven, 2015, p. V)

Des Weiteren werden das E-Supply Chain Management vorgestellt und dessen Bestandteile. In den letzten beiden Abschnitten werden die Herausforderungen und die Chancen aufgezeigt. Im anschließenden Fazit folgt ein Ausblick in eine mögliche Zukunft.

2. Begriffserklärung

2.1 E-Commerce

Durch die rasante Entwicklung und Verbreitung der Internettechnologie und deren Anwendungsmöglichkeiten ist die Anzahl der Begrifflichkeiten exponentiell stark gestiegen. Das Internet ist nur eine von vielen Möglichkeiten, Geschäftsprozesse mit Einsatz von Elektronik effizienter zu gestalten.

„Beim Internet handelt es sich also strenggenommen um eine Teilmenge dieser elektronischen Austauschmöglichkeiten, weshalb der Begriff E-Commerce, mit dem in der Praxis im Allgemeinen der Handel von Waren und Dienstleistungen zwischen verschiedenen Akteuren über das Internet bezeichnet wird, nicht korrekt ist.“ (Stallmann & Wegner, 2015, p. 3) Die Bezeichnungen Internet-Commerce (I-Commerce) oder Web-Commerce wären die korrekten Beschreibungen. Der Begriff „E-Commerce“ hat sich in der Theorie und in der Praxis durchgesetzt. Der E-Commerce ist lediglich ein Teilbereich des E-Business. Der Begriff E-Business wird heute vor allem als Oberbegriff für unterschiedliche Formen computergestützter Transaktionen, innerhalb von Netzwerken, verwendet. Die Transaktionen werden in der Regel über das weitverbreitete und moderne Medium Internet abgewickelt.

„E-Commerce ist die Summe aller digitalen Anbahnungs-, Aushandlungs-, und/oder Abwicklungsprozesse kommerzieller Transaktionen zwischen Wirtschaftssubjekten, die über das Internet abgewickelte werden. Der Kauf und Verkauf von Gütern und Dienstleistungen steht dabei im Fokus.“ (Stallmann & Wegner, 2015, p. 6)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Abgrenzung eCommerce & eBusiness (Josef Eul Verlag, 2001)

Die obere Abbildung zeigt den Unterschied zwischen E-Business und E-Commerce und deren Akteure auf.

Beim E-Business geht es nicht nur um die marktbezogenen Transaktionsprozesse, sondern auch um die elektronisch unterstützten unternehmensinternen Wertschöpfungsprozesse.

E-Commerce ist jegliche Form von geschäftlicher Information, Kommunikation oder Transaktion im Absatzbereich von Unternehmen, mittels elektronischer Medien. Es werden zwei Bereiche unterschieden. Business-to-Business (à B2B) bezeichnet Geschäfte, die Unternehmen untereinander abwickeln. Geschäfte zwischen Unternehmen und Endverbrauchern (z. B. Onlineshops etc.) werden Business-to-Customer (à B2C) genannt. (Vgl. Brüne, 2009)

2.2 KEP-Dienste

Der Begriff KEP-Dienste setzt sich aus Kurier-, Express- und Paketdiensten zusammen.

Bei KEP-Unternehmen unterscheiden sich die Dienstleisterangebote in der Art und im Gewicht der Sendungen. Auch in der Preisstruktur und Laufzeit des Transportes gibt es Unterschiede. Diese zeichnen sich durch Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, individuellen Kundenservice und Schnelligkeit aus. Der KEP-Markt zeigt in Deutschland eine steigende Umsatzentwicklung. (Vgl. Arnold, et al., 2007)

„Wir können auf ein höchst erfolgreiches Jahr 2015 zurückblicken. In Deutschland wurden mehr als 2,9 Milliarden Kurier-, Express- und Paketsendungen (KEP) verschickt. Das waren 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr, und mehr als noch zum Jahresende 2015 erwartet.“ (Gerster, 2016, p. 5)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Sendungsvolumen - Entwicklung 2015 und Ausblick 2016 im Vergleich (Essner & Kurte, 2016, p. 8)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Zusammenfassung Produkte, Merkmale und Segmente des KEP-Marktes (Essner & Kurte, 2016, p. 9)

Das Kurierdienstleistungsangebot umfasst die Zustellung von Dokumenten und Kleinsendungen, sowie den individuell begleiteten Transport mit einem Gewicht von bis zu 3 kg. Für den Transport werden verschiedene Verkehrsträger im Stückgutsegment genutzt. Die Zeit des Transportes, vom Versender zum Empfänger, wird auf ein Minimum begrenzt und verspricht eine hohe Zuverlässigkeit. Um diesen Service zu gewährleisten, wird bei den verschiedenen Verkehrsträgern eine EDV-gestützte Sendungsverfolgung genutzt. Kurierdienstleister gehen auf die jeweiligen Bedürfnisse des Kunden ein und passen ihre Logistik entsprechend an. Ein Beispiel ist die Zustellgarantie zu einem vorbestimmten Zeitpunkt.

Kurierdienstleistungsunternehmen lassen sich in regional, national und international einteilen.

Zu regionalen Kurierdienstleistern zählen zum Beispiel Stadtkuriere, die Sendungen bedarfsorientiert vom Absender zum Empfänger transportieren.

Nationale Kurierdienstleister bestehen entweder aus bundesweit tätigen Unternehmen mit eigenen Regionalniederlassungen und eigenem Transportnetz. Es werden die Transporte nach Transportplänen, zwischen den Knoten des Netzes, organisiert und befördert. Zusammenschlüssen von regionalen Kurierdienste ist eine weitere Möglichkeit.

Bei den internationalen Kurierdiensten wird der internationale Markt von sogenannten Integrators beherrscht. Integrators sind weltweit tätige Transportdienstleister. Sie verfügen über ein weltumspannendes Niederlassungsnetz, häufig mit einer Flugzeugflotte und eigenem Fuhrpark. Die Kerndienstleistung dieser Unternehmen ist der Haus-zu-Haus Transport von Paketen und Dokumenten mit einem Gewicht von bis zu 31,5 kg.

Expressdienste sind Unternehmen die Transportgüter, grundsätzlich ohne Maß- und Gewichtsbeschränkungen, in einem zeitgeführten, schnellen System von Haus zu Haus transportieren. In der Regel werden die Expressgüter auf der Straße transportiert. Die Zustellung zu einer bestimmten Uhrzeit ist ein Serviceversprechen von Expressdiensten.

Die Paketdienstleister umfassen ein Leistungsspektrum von volumenmäßig beschränkten Kleingütern bis zu 31,5 kg und Abmessungen von 1,2 x 0,6 x 0,6 m (Norm der Deutschen Post AG).

In der KEP-Branche wird die Unterscheidung der Teilmärkte anhand des Sendungsgewichtes unschärfer. Zudem wird durch die Liberalisierung des Postgesetzes die Differenzierung von Brief- und Paketpost zunehmend schwieriger. Die Beförderung von Briefsendungen und Paketen mit einem Einzelgewicht von bis zu 20 kg ist gesetzlich als Postdienstleistung definiert. (Vgl. Arnold, et al., 2007)

3. E-Commerce-Entwicklung

In den letzten Jahren haben die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien fundamentale Veränderungen bewirkt. Die Bedeutung der wirtschaftlichen als auch die sozialen Beziehungen haben weltweit zugewonnen. Mitte der 1990er Jahre entstanden die ersten E-Commerce-Unternehmen. Das Onlineshopping ist innerhalb kürzester Zeit fest im Alltag etabliert und die Anzahl der Internetnutzer ist zunehmend. (Stallmann & Wegner, 2015)

Die teilweise Verlagerung des klassischen Einzelhandels auf internetgestützte Vertriebswege, verändert die Anforderungen an die Verkehrs- und Distributionslogistik. Durch die steigenden Kundenerwartungen werden Logistikprozesse sowie der technische Fortschritt unumgänglich und komplexer. Eine vernetze Koordination aller Beteiligten der kompletten Supply Chain ist wichtig. (Wannenwetsch, 2005)

In Zukunft wird das E-Commerce ein wesentlicher Einfluss auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Länder nehmen. Durch die rasante Entwicklung im technologischen Bereich, sinkt die Skepsis bei den Endkonsumenten. Der Kauf von Produkten über das Internet wird durch die Vorteile immer attraktiver. Die flächendeckende Verfügbarkeit, Gewährleistung sicheren Zahlungsverkehr, Schnelligkeit und optimierter Logistikstrukturen verändern zunehmend die Wahrnehmung des Onlinehandels der Kunden. Die enorme Steigerung des Umsatzes der B2C E-Commerce-Branche des letzten Jahrzehnts, attestieren etablierte Unternehmen mit eigenen Geschäftstätigkeiten sowie auch Newcomer mit innovativen Geschäftsmodellen.

Mögliche Einflussfaktoren auf das Entwicklungspotenzial dienen als Ausgangspunkt für die Marktanalyse innerhalb eines Internationalisierungsprozess. (Stallmann & Wegner, 2015)

„Grundlage des Wachstums war erneut eine sehr dynamische Entwicklung in europäischen Kernmärkten wie Großbritannien (plus 13,2 Prozent), Frankreich (plus 10,8 Prozent), Spanien (plus 10 Prozent) und Deutschland (plus 7,8 Prozent). Das Transportvolumen stieg um 9,4 Prozent auf 1,1 Mrd. Pakete. Mit 21,8 Prozent war das Volumenwachstum im B2C-Segment besonders hoch, so schnell wächst in diesem Bereich kein anderer Paketdienst in Europa.“ (DPD, 2017)

3.1 Entwicklung in Deutschland

Der deutsche E-Commerce-Markt weißt trotz bereits hohen Entwicklungsniveaus noch erhebliche Wachstumspotenziale auf. Unternehmen können nur erfolgreich am Markt existieren, wenn sie gezielt auf die Kundenanforderungen eingehen und bedienen. (Stallmann & Wegner, 2015)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Umsatz durch E-Commerce (B2C) in Deutschland in den Jahren 1999 bis 2015 sowie eine Prognose für 2016 (in Milliarden Euro) (Statista, 2017)

In der oben gezeigten Statistik werden die Entwicklung vom B2C-E-Commerce-Umsätzes in den Jahren von 1999 bis 2015 sowie die Prognose für das Jahr 2016 angegeben. Im Jahr 2016 wurde der Umsatz auf 44 Milliarden prognostiziert. (Statista, 2017)

Das Sendungsvolumen im Jahr 2015 wuchs in Deutschland um 5,9 % an. Es wurden 2.950 Mio. Sendungen im KEP-Bereich transportiert. Das Wachstumstempo im B2C-E-Commerce hat eine langfristige positive Entwicklung gezeigt. Im Jahr 2000 wurden 1.690 Mio. Sendungen transportiert. 10 Jahre später waren es bereits 2.180 Mio. Sendungen. Das Sendungsvolumen hat auf 2.950 Mio. Sendungen im Jahr 2015 erhöht. Prognosen rechnen mit einen Anstieg von 3.780 Mio. Sendungen im Jahr 2020. Der steigende Anteil der Paketsendungen liegt vor allem an den deutlich steigenden Wachstumsraten aus dem Online-Handel im B2C- sowie B2B-Segment. (Essner & Kurte, 2016)

Mit einem E-Commerce Umsatz in Höhe von 7.790,60 Milliarden Euro hat Amazone den ersten Platz im Ranging der größten Online-Shops in Deutschland belegt. Auf Platz zwei ist Otto mit 2.300,00 Mrd. Euro. Danach folgen Zalando mit 1.031,80 Mid. Euro, Notebooksbilliger mit 610,00 Mrd. Euro und Cyberport mit 491,30 Mrd. Euro. (Statista, 2016)

Diese Zahlen zeigen das enorme Bedeutungswachstum der E-Commerce-Branche für die Wirtschaft in Deutschland. Zusätzlich zeigen sie den Stellenwert, den der Verkauf von Dienstleistungen und Produkten über das Internet im Gegensatz zu anderen Verkaufskanälen eingenommen hat. Der beträchtliche Einfluss des Onlinehandels auf die Entwicklung des Einzelhandels nicht leugnen. Der Kauf von Produkten über das Internet ist für die deutsche Bevölkerung längst alltägliches Geschäft geworden. Diese Schlussfolgerung lässt sich auf Basis der Daten annehmen. Die Zahl der deutschen Onlineshopper 2012 belief sich bereits auf 41,2 Mio. und damit knapp 79 % der 52 Mio. Internet-Nutzer in Deutschland. (Stallmann & Wegner, 2015)

Die Gesamtbestellhäufigkeit der deutschen Konsumenten von 2015 bis Ende 2016 nahm zu. Im Jahr 2015 lag die Bestellhäufigkeit von Waren im E-Commerce bei einem Durchschnitt von 7,194 %. Der Versandhandel konnte 2016 einen Anstieg von 0,399 % generieren. Die Häufigkeit des Einkaufens im Internet ist auf 7,593 % angestiegen. (bevh, 2016)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Anlehnung an Volumina nach Warengruppen & Geschlecht: 2015 vs. 2016 - Umsatz in Mio. Euro (bevh, 2016)

Die prozentuale Veränderung von 2015 zu 2016 ist enorm. Das weibliche Geschlecht hat in 2015 einen Umsatz von 23.673 Mio. Euro generiert. Zum Ende des Jahres 2016 war ein Anstieg von 8,4 % zu verzeichnen. Frauen haben einen Umsatz von 25.654 Euro bei den oben gezeigten Warengruppen ausgemacht. Das männliche Geschlecht hat sogar einen prozentualen Anstieg von 16,6 %. Der Umsatz in 2015 betrug 23.228 Mio. Euro und stieg im Jahr 2016 auf 27.086 Mio. Euro an. (bevh, 2016)

„Die Potenziale für Unternehmen, die bereits im deutschen B2C E-Commerce-Handel tätig sind oder diesen Absatzkanal für ihre Geschäftstätigkeit erschließen möchten, sind dementsprechend groß.“ (Stallmann & Wegner, 2015, p. 76)

Der deutsche E-Commerce-Markt hat trotz des hohen Entwicklungsniveaus noch enorme Wachstumspotenziale. Das Wachstum der E-Commerce-Branche schützt nicht vor unternehmerischen Fehlschlägen und Insolvenzen. Das Geschäftsmodell darf nicht an den Bedürfnissen der E-Commerce-Nutzer vorbeigehen. Zwangsläufig müssen die E-Commerce-Händler sich mit den zukünftigen Trends auseinandersetzen. Um erfolgreich am Markt zu bestehen, muss gezielt auf die Kundenanforderungen eingegangen und diese bedient werden. (Stallmann & Wegner, 2015)

3.2 Entwicklung in Europa

Der E-Commerce-Markt baut seinem Wachstum in ganz Europa aus. Im Vergleich zum stationären Handel und Einzelhandel nimmt der E-Commerce immer mehr Relevanz an. (Stallmann & Wegner, 2015) Diese bestätigt eine aktuelle Studie von Statista. Der E-Commerce-Umsatz in Europa 2012 betrug noch 276,82 Milliarden US-Dollar und das das darauf folgende Jahr 2013 waren es schon 325,40 Milliarden US-Dollar. Die Prognosen bis 2018 zeigen einen stetigen Anstieg. Im Jahr 2018 werden 534,90 Milliarden US-Dollar prognostiziert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: B2C-E-Commerce-Umsatz in Europa in den Jahren 2012 und 2013 sowie eine Prognose bis 2018 (in Milliarden US-Dollar) (Statista, 2017)

Nach den Analysen der Entwicklungen des deutschen E-Commerce Marktes kann man nicht automatisch auf andere europäische Staaten schließen. Die europäischen Staaten, die gegenüber den europäischen Durchschnitt in der Entwicklung liegen, werden deutlich an Umsatzstärke zunehmen. Der E-Commerce hat sich in Südeuropa erst vor kurzen etabliert. Für die Zukunft rechnet man mit einer deutlichen Umsatzsteigerung.

Irland, Island, Großbritannien, die Benelux-Länder, die DACH-Staaten und die skandinavischen Länder zählen zu Nordwest-Europa. Diese Staaten sind als relevanter Einkaufskanal des Einzelhandels. Sie sind am weitesten im Hinblick auf deren Internetpenetration und Etablierung entwickelt. Für knapp 80 bis zum über 95 % der erwachsenen Bevölkerung ist die Internetnutzung ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens. Im Jahr 2012 haben 40 bis sogar über 60 % der Gesamtbevölkerung Waren und Dienstleistungen für private Zwecke ausgemacht. Ein Grund für dieses Wachstum ist der verbreitet Breitband-Internet-Zugang. Der entscheidende Einfluss, dass das Internet als Einkaufskanal sich durchgesetzt hat, war die Datenübertragungsgeschwindigkeit. (Stallmann & Wegner, 2015)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: DSL-Anschlüsse an allen stationären Breitbandanschlüssen in Ländern der EU im Juni 2016 - eigene Darstellung (Statista, 2016)

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Nordwest-Europäer, zum Beispiel Griechenland mit 99,7 Prozent, einen sehr hohen DSL-Anschluss mit stationären Breitbandanschlüssen besitzen. Durch diesen verbreiteten Anschluss ist eine E-Commerce-Nutzung gewährleistet.

Die Verbreitung von Kreditkarten, neben der Verfügbarkeit von Breitband-Internet, spielt eine wichtige Rolle im B2C E-Commerce. Die Zahlungsart war in den Anfangsphasen der E-Commerce-Entwicklung stark begrenzt. Das Online Payment-System steckte noch in den Anfängen. Die automatisierten Abläufe und die relative hohe Sicherheit der Kreditkartenzahlung ist ein hoher Stellenwert im Onlinehandel aus Kunden- und Unternehmenssicht. Kreditkarten sind weit verbreitet und haben sich als Zahlungsart etabliert. Primär ist diese Zahlungsart in den nordwestlichen Ländern angesiedelt. Die osteuropäischen Länder haben noch deutlich Aufholbedarf. Dennoch selbst Länder mit ähnlichen Internetentwicklungen, weisen unterschiedliche Shoppinggewohnheiten auf. Daraus lässt schließen, dass auch offensichtliche Rahmenbedingungen wie etwa Kultur eines Landes Einfluss auf die E-Commerce-Entwicklung nehmen kann. Die Kultur jedes Landes hat das Kaufverhalten und somit den Einkaufskanal deren Bevölkerung individuell geprägt. (Stallmann & Wegner, 2015)

3.3 Entwicklung weltweit

Die Entwicklung des B2C E-Commerce-Umsatzes weltweit in den Jahren 2012 bis 2015 zeigt einen enormen Anstieg. Im Jahr 2013 lag der globale Umsatz im Online-Einzelhandel bei 1.077 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz ist im Jahr 2015 auf 1.548 Milliarden US-Dollar gestiegen. Eine Prognose für das Jahr 2020 rechnet mit einem weltweiten Umsatz von 4.058 Milliarden US-Dollar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: E-Commerce-Umsatz im Einzelhandel weltweit in den Jahren 2012 bis 2015 sowie eine Prognose bis 2020 (in Milliarden US-Dollar) (Statista, 2016)

Die rasante Entwicklung im weltweiten B2C E-Commerce Markt liegt im asiatisch-pazifischen sowie MENA-Raum begründet. Die Wachstumszahlen von Nordamerika und Europa liegen vergleichsweise auf einem hohen Niveau. In den kommenden Jahren werden für deutsche E-Commerce-Unternehmen vor allem die Länder außerhalb der nordwestlichen Staaten für internationale Entwicklungsmöglichkeiten eine erhöhte Bedeutung annehmen. Im Gegensatz zu Europa, sind wesentliche Merkmale der Regionen, dass die E-Commerce-Penetration sowie auch die allgemeine Internetnutzung in vergleichbarer Weise nicht so stark entwickelt sind. In Zukunft wird aufgrund der Vormachtstellung einiger Staaten wie zum Beispiel China, Brasilien und Indien damit gerechnet, dass das Ungleichgewicht in den Regionen ansteigen wird. Der Weltmarktanteil wird erhebliche Verschiebungen im weltweiten Vergleich der jeweiligen Regionen ausmachen. Das ist wiederum mit der Vormachtstellung einiger Länder zu begründen. China ist ein offensichtliches Beispiel. Im gesamten asiatisch-pazifischen E-Commerce Markt wird damit gerechnet, dass China von 2011 bis 2016 ein Wachstum von 21,8 auf 56,6 % annimmt. In dieser Region wird im Jahr 2016 voraussichtlich über die Hälfte des B2C E-Commerce-Umsatzes allein von China generiert. (Stallmann & Wegner, 2015)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Worldwide Retail E-Commerce Sales im Vergleich 2014 vs. 2015 / Eigene Darstellung (eMarketer, 2016, p. 4)

In der Tabelle sind die weltweiten Regionen des Einzelhandels im E-Commerce Verkauf im Vergleich der Jahre 2014 und 2015 aufgezeigt. Der Anstieg des Umsatzes von 2014 auf 2015 ist deutlich zu erkennen.

Der Vergleich zeigt sehr deutlich, dass der asiatisch-pazifische Raum bis 2015 den höchsten Anteil am B2C E-Commerce-Weltmarkt ausmacht. Der erhebliche Wachstum und das bislang kaum absehbare Potenzial des chinesischen Marktes bieten enorme Möglichkeiten. Die Regionen Latein Amerika, Mitteleuropa und Afrika werden das zukünftige Marktgeschehen stark mit prägen. Hingegen Nordamerika wird seine Position am Weltmarkt im B2C E-Commerce verlieren. Nordamerika hat bereits ein hohes Marktniveau erreicht, sodass eine Wachstumssteigerung begrenzt sein wird. Der nordamerikanische Markt ähnelt sehr dem westeuropäischen Markt in seiner Entwicklungsstufe. (Stallmann & Wegner, 2015)

In den kommenden Jahren gehen die Analysten von weitersteigenden Wachstumsraten aus. In der folgenden Abbildung werden die Top 10 E-Commerce-Nationen von 2013 gezeigt. Die USA führte mit einem E-Commerce-Umsatz von 395,3 Milliarden US-Dollar die Spitze aller Länder an. Auf Platz zwei folgte China (ohne Hong Kong) mit 181,6 Milliarden US-Dollar. Auf die Top drei der E-Commerce-Nationen kommt Japan mit 118,6 Milliarden US-Dollar. Mit 53 Milliarden folgt Deutschland auf Platz fünf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Die Top 10 eCommerce Länder 2013 (Statista, 2013)

Die Analysten prognostizieren, dass ab 2016, am weltweiten E-Commerce-Markt, nur noch ein jährlicher Anstieg im einstelligen Prozentbereich liegen wird.

4. E-Procurement

Ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil des Supply Chain Management ist das Electronic Procurement, auch internetgestützte Beschaffungsprozesse genannt. Durch die Transparenz und ablauforganisatorische Effizienz ist die Internettechnologie in der Lage die Beschaffungsprozesse zu steigern. Die Beschaffungsfunktion übernimmt immer mehr die Funktion eines Schnittstellenmanagement an. eProcurement kann in hohem Maße dazu führen, die Lieferanten, Vorlieferanten, Unternehmen, Abnehmer und eine unternehmensübergreifende Wertschöpfungskette umfasst in die unternehmerische Praxis umzusetzen. (Wannenwetsch, 2005)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: eProcurement in der Wertschöpfungskette und deren unterstützende Prozesse (Meier & Stormer, 2012, p. 69)

4.1 Grundlagen des E-Procurement

In den 70er Jahren findet eProcurement seine Ursprünge in existenten EDI-Verbindungen. Als traditionell zu bezeichnenden Formen der elektronischen Zusammenarbeit ist eProcurement weit hinaus. Insbesondere bei modernen Informations- und Kommunikationstechnologien. Vor allem die E-Mail-Technik und das World Wide Web (www) als Teil der Internettechnologie haben das Entstehen von eProcurement im Wesentlichen die Entwicklungssprünge im Rahmen des eSupply Chain Management ermöglicht. Aus diesem Grund wird eProcurement als die Nutzung der Internettechnologie und zur Unterstützung beschaffungsbezogener Aktivitäten definiert. In der Unternehmenspraxis ist die Bedeutung der elektronischen Beschaffung bereits sehr hoch und wird noch weiter zunehmen. Das Online-Beschaffungsvolumen, in der globalen Betrachtung, erreicht für einzelne Unternehmen eine beachtliche Höhe. Der elektronische Handel in Deutschland verzeichnet vor allem im Bereich Elektronik und Logistik enormes Wachstum. Folgende Elemente sind wichtige Bestandteile von eProcurement.

[...]

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Details

Titel
KEP-Dienste im E-Commerce. Chancen und Herausforderungen
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Essen  (Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Essen Studienzentrum Hamburg)
Veranstaltung
Abschlussarbeit zur Erlangung des Abschlusses Betriebswirtin (VWA)
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
48
Katalognummer
V374255
ISBN (eBook)
9783668517226
ISBN (Buch)
9783668517233
Dateigröße
1816 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Logistik, E-Commerce, KEP-Dienste, KEP, E-Supply, Chain-Management, Elektronik, Internet, E-Procurement
Arbeit zitieren
Ricarda Berdzinski (Autor), 2017, KEP-Dienste im E-Commerce. Chancen und Herausforderungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374255

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