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Das Witwenleben in der Frühen Neuzeit. Berufliche Aussichten und Einschränkungen im Witwenstand

Title: Das Witwenleben in der Frühen Neuzeit. Berufliche Aussichten und Einschränkungen im Witwenstand

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jeanine Hartmann (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit befasst sich mit dem historischen Forschungsgut der Witwenschaft in der Frühen Neuzeit. Hierbei soll gezeigt werden, dass der Fall der Witwenschaft keinem stringent homogenen Muster folgt, sondern dass die historische Forschung des Witwenstandes durch Einzelfälle geprägt und gekennzeichnet wird. Aspekte, die hierbei betrachtet werden, sind zu aller erst die verschiedenen Anforderungen an eine Witwe.

Diese Anforderungen lassen sich kategorisch in verschiedene Bereiche einteilen. Zum einen gibt es die gesellschaftlichen Ansprüche, welche sich wiederum in eine kirchliche und in eine soziale Sichtweise bezüglich der Ansprüche an Witwen gliedern. Zum anderen folgen die juristischen und ökonomischen Ansprüche, die in diesem Kapitel kurz angeschnitten und im darauffolgenden Kapitel „Witwen als heterogenes Bild“ weiter im Detail vertieft werden. Besonders in Bezug auf die Handwerkswitwe und die Witwe im Adelsstand werden die juristischen und ökonomischen Ansprüche an eine Witwe deutlich gemacht. Im Kapitel wird anhand von verschiedenen Witwenarten der Handlungsspielraum mitsamt seiner Freiheiten, Regelungen, Grenzen und Konflikte dargestellt. Dabei muss beachtet werden, dass keine einheitlichen Regelungen von Handlungsmöglichkeiten, die auf jede Witwe passen, aus den folgenden Erarbeitungen geschlossen werden können. Von Stadt zu Stadt, Stand zu Stand und Jahr zu Jahr konnte die neue Ausgangslage für die Witwe anders aussehen. Zum Schluss wird das Thema der Wiederheirat angesprochen.

Vorangetragen wird diese Arbeit von einigen wichtigen Autoren. Besonders hervorgehoben werden folgende Geschichtswissenschaftler und Geschichtswissenschaftlerinnen. Zum einen gelten die Werke von Olwen Hufton und Heide Wunder als gute Einführungen in die Literatur der Witwenschaft in der Frühen Neuzeit. Zum anderen ist das Werk von Siegrid Westphal, Inken Schmidt- Voges und Anette Baumann ein gutes Hilfsmittel um die Normen einer Witwe heraus zustellen und zugleich die Konflikte, die durch diese Normen entstanden sind, zu untersuchen. Besonders hervorzuheben ist, dass dieses Werk nicht nur eine Witwenart im Fokus hat, sondern mehrere Witwenarten bezüglich ihrer Normen und Konflikte darstellt, um somit einen Vergleich zu ziehen. Des Weiteren wird in dieser Arbeit auf das Werk „Witwen in der Frühen Neuzeit“ von Gesa Ingendahl zurückgegriffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Witwenleben in der Frühen Neuzeit – Berufliche Aussichten und Einschränkungen im Witwenstand

2.1. Anforderungen an eine Witwe

2.1.1. Gesellschaftliche Anforderungen

2.1.2. Juristische und ökonomische Anforderungen

2.2. Witwen als heterogenes Bild

2.2.1. Bäuerliche Witwe

2.2.2. Handwerkswitwe

2.2.3. Pfarrerswitwe

2.2.4. Witwe aus dem Adel und Hochadel bzw. herrschenden Kreisen

2.3. Wiederheirat

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Forschungsgut zur Witwenschaft in der Frühen Neuzeit mit dem Ziel aufzuzeigen, dass der Witwenstand keinem homogenen Muster folgte, sondern durch individuelle Einzelfälle und vielfältige Handlungsspielräume geprägt war.

  • Gesellschaftliche, kirchliche und juristische Anforderungen an Witwen
  • Vergleichende Analyse verschiedener Standesgruppen (Bäuerinnen, Handwerkswitwen, Pfarrerswitwen, Adel)
  • Regelungen und Konfliktpotenziale hinsichtlich Erbschaft, Vormundschaft und Betriebsnachfolge
  • Die Rolle der Wiederheirat als soziale und ökonomische Strategie
  • Die Bedeutung von Tugendkatalogen und normativen Erwartungen der Kirche

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Bäuerliche Witwe

Das errungene Wissen über die Normen von Witwen im bäuerlichen Verhältnis wurde mithilfe des Kontextes zu den Heiratsverträgen in der Frühen Neuzeit des österreichischen Gebiets entnommen. Besonders in der bäuerlichen Schicht wird deutlich erkennbar, dass nicht der Stand und das Geschlecht im Bauernstand für die Witwenschaft wichtig waren, sondern der Reichtum an Gütern von Seiten des Ehemannes.

Im bäuerlichen Stand war die Mitgift somit ein zentraler Punkt in der Witwenschaft. Maßgeblich hierbei war es, dass die Töchter von bäuerlichen Familien vorzeitig für ihre Ansprüche auf das väterliche Erbe abgefunden wurden.

Die Mitgift für die Töchter des verstorbenen Mannes bestand zum größten Teil aus einem bestimmten Geldbetrag. Die Mitgift bei wiederheiratenden Witwen umschloss Immobilien. Eine sogenannte Widerlage, welche in Verbindung mit der Mitgift zu sehen ist, wurde nur wirksam, wenn der Ehemann in frühen Jahren verstarb.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Forschungsthema der Witwenschaft in der Frühen Neuzeit ein und legt den Fokus auf die heterogene Ausgestaltung des Witwenlebens sowie die methodische Herangehensweise.

2. Das Witwenleben in der Frühen Neuzeit – Berufliche Aussichten und Einschränkungen im Witwenstand: Das Kapitel behandelt die verschiedenen Anforderungen an Witwen, unterteilt in gesellschaftliche, juristische und ökonomische Aspekte.

2.1. Anforderungen an eine Witwe: Hier werden die gesellschaftlichen Normen sowie die kirchenrechtlichen und sozialen Ansprüche an den Lebenswandel einer Witwe beleuchtet.

2.1.1. Gesellschaftliche Anforderungen: Dieses Unterkapitel fokussiert auf die kirchliche und soziale Prägung des Witwenbildes sowie die Rolle des Tugendkatalogs.

2.1.2. Juristische und ökonomische Anforderungen: Der Abschnitt erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen und finanziellen Ansprüche, insbesondere im Kontext von Zunftsystemen und Erbschaftsfragen.

2.2. Witwen als heterogenes Bild: Hier wird der Grundstein für die Analyse verschiedener Witwenarten gelegt, wobei Freiheiten und Konflikte im Mittelpunkt stehen.

2.2.1. Bäuerliche Witwe: Dieser Teil beschreibt die Bedeutung von Mitgift, Widerlage und die Möglichkeiten der Hofweiterführung im bäuerlichen Umfeld.

2.2.2. Handwerkswitwe: Das Kapitel analysiert die Rolle von Zünften und die Handlungsspielräume von Handwerkswitwen, unter anderem am Beispiel der Stadt Ravensburg.

2.2.3. Pfarrerswitwe: Hier wird die besondere soziale Lage der Pfarrersfrau nach dem Tod des Ehemannes und die Entstehung von Witwenversorgungen diskutiert.

2.2.4. Witwe aus dem Adel und Hochadel bzw. herrschenden Kreisen: Dieses Unterkapitel untersucht die politische Bedeutung adliger Witwen, ihre Vormundschaftsrechte und die rechtliche Absicherung durch Eheverträge.

2.3. Wiederheirat: Der Abschnitt thematisiert die kirchliche und gesellschaftliche Sicht auf die Wiederheirat als notwendige, aber oft kritisch betrachtete Strategie.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Witwenschaft ein temporär begrenzter Status war, der trotz gesellschaftlicher Argwohn stark durch individuelle, ständespezifische Handlungsspielräume geprägt blieb.

Schlüsselwörter

Witwenschaft, Frühe Neuzeit, Tugendkatalog, Handwerkswitwe, Pfarrerswitwe, Adelsstand, Mitgift, Wiederheirat, Zunftwesen, Witwenversorgung, Sozialgeschichte, Rechtsgeschichte, Vormundschaft, Geschlechterrollen, Heiratsvertrag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Situation und den Lebensumständen von Witwen in der Frühen Neuzeit und zeigt auf, dass es kein einheitliches Lebensmuster für diesen Stand gab.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen gesellschaftliche und religiöse Normen, rechtliche Rahmenbedingungen wie Eheverträge, ökonomische Aspekte der Witwenversorgung und die ständespezifischen Unterschiede.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Heterogenität des Witwenstandes zu belegen und zu verdeutlichen, dass das Handeln von Witwen stark von ihrem jeweiligen sozialen Status und den spezifischen Bedingungen vor Ort abhing.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturhistorische und sozialgeschichtliche Analyse, wobei sie auf vorhandene Fachliteratur und Quellen zu Heiratsverträgen und Ständegesellschaften zurückgreift.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Anforderungen an Witwen und eine detaillierte Differenzierung nach Ständen, von der Bäuerin bis zur hochadeligen Regentin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Witwenschaft, Frühe Neuzeit, Handwerkswitwe, Adelsstand, Mitgift und Wiederheirat.

Welche Rolle spielten die Zünfte für Handwerkswitwen?

Die Zünfte hatten ambivalente Einstellungen; sie konnten einerseits Witwen durch Zunftvorteile absichern, andererseits den Betrieb einer Witwe durch strenge Qualitätsnormen oder die Verweigerung von Arbeitsrechten behindern.

Warum war die Wiederheirat für Witwen ein so heikles Thema?

Während die Wiederheirat ökonomisch oft überlebenswichtig war, wurde sie von der Kirche aufgrund theologischer Bedenken hinsichtlich der Eheidealvorstellungen und der gesellschaftlichen Ordnung kritisch beäugt.

Welche Bedeutung hatte der Tugendkatalog für Witwen?

Der Tugendkatalog fungierte als normatives Regelwerk, das Witwen zur Frömmigkeit, Sittenhaftigkeit und Gottgefälligkeit anhielt, um ihren Status in der patriarchalen Gesellschaft zu legitimieren.

Was macht das Beispiel der Stadt Ravensburg für die Forschung so aussagekräftig?

Ravensburg dient als konkretes Fallbeispiel, an dem sich die Unterschiede in den Zunftordnungen und die rechtlichen Spielräume von Witwen im Handwerk besonders detailliert nachvollziehen lassen.

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Details

Title
Das Witwenleben in der Frühen Neuzeit. Berufliche Aussichten und Einschränkungen im Witwenstand
College
Ruhr-University of Bochum  (Historisches Institut)
Course
Frauen in der Frühen Neuzeit
Grade
2,0
Author
Jeanine Hartmann (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V374264
ISBN (eBook)
9783668515826
ISBN (Book)
9783668515833
Language
German
Tags
Frauen Neuzeit Witwe# Frühe Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jeanine Hartmann (Author), 2015, Das Witwenleben in der Frühen Neuzeit. Berufliche Aussichten und Einschränkungen im Witwenstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374264
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