Mozarts Streichquartett KV 387 G-Dur (Haydn-Quartette)


Hausarbeit, 2001
15 Seiten, Note: keine Benotung (bestanden)

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Entstehungsgeschichte

2. KV 387 G-Dur
2.1 Der Kopfsatz „Allegro vivace assai“
2.2 Der 2. Satz „Menuetto Allegretto / Trio“
2.3 Der 3. Satz „ Andante cantabile“
2.4 Das Finale „Molto Allegro“

3. Bezug zu Joseph Haydns op. 33

4. Zusammenfassende Bemerkungen

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die „Frucht einer langen und mühevollen Anstrengung“, so nennt W.A. Mozart selbst seine ‚Haydn-Quartette’. Auslöser für das Komponieren der Quartette war nach seiner Schaffenskrise das Erscheinen von Joseph Haydns ‚Russischen Quartetten’, der ebenfalls eine schöpferische Pause überwunden hatte. Nach den ‚Wiener Quartetten’ brauchte Mozart nach einer fast 10jährigen Pause die Zeit zwischen 1782 und 1785, um die Reihe der Streichquartette zu vervollständigen. Das Ergebnis ist eine Reihe von Stücken, die Mozart später seinem Vorbild Haydn widmete. Der Zyklus besteht aus KV 387 G-Dur, KV 421 d-moll, 428 Es-Dur, 458 B-Dur (‚Jagdquartett’), 464 A-Dur und 465 C-Dur, dem ‚Dissonanzenquartett’.

Das erste der Quartette, KV 387 G-Dur, entsprach nicht mehr dem, was Hörer gewohnt waren. Es ist von extremer Modernität geprägt, die aus der Verwendung bestimmter musikalischer Mittel resultiert. Mozart hat aus dem Quartett ein Experimentierfeld für seine neuen Ideen gemacht und dadurch einen Geniestreich geschaffen.

Unter welchen Umständen das Stück entstand und wie es genau gestaltet ist, soll näher betrachtet werden. Dabei wird auch die Frage berücksichtigt, welche Rolle Joseph Haydn in diesem Zusammenhang spielt. Speziell die neuen Elemente, die Mozart eingebaut hat, sollen Satz für Satz beleuchtet werden, um den Leitgedanken sichtbar zu machen, der über dem ganzen Stück steht. Dabei soll Sekundärliteratur unterstützend wirken.

1. Entstehungsgeschichte

Im Folgenden soll beschrieben werden, unter welchen Umständen Mozarts Haydn-Quartette entstanden sind.

1781 hat Joseph Haydn seine Schaffenskrise überwunden und beendete seine „Russischen Quartette“, op. 33. Er hatte eine musikalische Sensation geschaffen, denn das Werk beinhaltet innovative Gedanken für die Zeit[1]. Möglicherweise haben die Quartette Mozart dazu bewegt, auch seine Schaffenskrise zu überwinden, die er zu diesem Zeitpunkt erlitt. Klein spricht sogar von einem Schock, der bei Mozart ausgelöst wurde, so dass sein kompositorischer Ehrgeiz ihn wieder schreiben ließ, um sich ebenfalls eine neue Technik anzueignen[2]. Mozart eiferte also seinem Vorbild Haydn nach, versuchte womöglich sogar, ihn zu übertreffen, indem auch er es in Angriff nahm, Quartette zu schreiben. Melodisch-motivische Ähnlichkeiten zwischen Haydns und Mozarts Quartetten weisen darauf hin, dass tatsächlich Haydns op.33 die Inspiration für Mozart war[3]. Jedoch fällt auf, dass in Mozarts Quartetten die Verschiedenheit der einzelnen Werke, nicht ein einzelner musikalischer Typ überwiegt und den Hörer besticht. Die musikalisch-technischen Voraussetzungen haben sich während dieser Schaffensphase deutlich geändert, so dass die Quartette wie die unterschiedlichen Stationen einer kontinuierlich fortschreitenden Entwicklung scheinen[4].

Die Aufführung der Haydn-Quartette fanden am 15. Januar 1785 statt. Das letzte der Quartette hatte Mozart erst am Vortag der Aufführung fertiggestellt[5]. Haydn selbst war bei der Aufführung zugegen und muss sehr beeindruckt gewesen sein. Das beweist, was er am 12. Februar des Jahres in Wien zu Leopold Mozart gesagt haben soll: „ Ich sage ihnen vor gott, als ein ehrlicher Mann, ihr Sohn ist der größte Componist, den ich von Person und den Nahmen nach kenne: er hat geschmack und über das die größte Compositionswissenschaft“[6]. Haydn spricht bewusst von der „Compositionswissenschaft“, was zeigt, wie neuartig und modern Mozarts Quartette gewirkt haben müssen.

Während Haydn und auch Beethoven wie vermutlich auch weitere Musiker beeindruckt waren von Mozarts Werk, hatte es auf die Allgemeinheit wohl eine andere Wirkung: die „starke Verdichtung, gequälte Chromatik und extreme Modernität [...] erschreckt viele“[7]. Noch 1787 schreibt Cramers ‚Magazin der Musik’ über die Quartette: „seine [Mozarts] neuen Quartetten für zwei Violin, Viole und Baß [...] sind doch wohl zu stark gewürzt.“[8]

Innovation, Modernität und eine beeindruckende musikalische Technik scheinen Mozarts Quartette auszumachen. Dass er nach einer Schaffenskrise solche Äußerungen und Wirkungen hervorruft, muss Mozart von seinen Fähigkeiten als Musiker überzeugt und mit Stolz erfüllt haben. Doch muss es auch ein mühevoller Weg bis zur Beendigung seines Werks gewesen sein, was sowohl die lange Erstellungsdauer beweist, als auch die Tatsache, dass die Quartette die Niederschriften von Mozart sind, in denen er am meisten korrigiert hat[9]. Das ist höchst ungewöhnlich für ihn, denn Mozart hat selten korrigiert; vielmehr war das Stück vor seinem inneren Auge eigentlich schon fertiggestellt, wenn er es danach notierte. Die Probleme, die ihm seine Quartette bereitet haben, lassen sich in dem Text erkennen, den er am 1. September 1785 verfasste. Es ist der Widmungstext an Joseph Haydn, der die Mühen bei der Erstellung der Quartette anspricht, aber auch zeigt, dass Mozart sich bewusst war, wem er die Überwindung seiner Krise zu verdanken hatte. Die große Freundschaft und Bewunderung Haydns wird zum Ausdruck gebracht: „Sie hier, [...]meine sechs Kinder. Sie sind [...] die Frucht einer langen und mühsamen Arbeit [...].[...] trete ich Dir meine Rechte über sie ab, bitte Dich aber, mit Nachsicht die Fehler zu betrachten[...] Dein aufrichtigster Freund.“[10]

[...]


[1] Finscher (1974), S. 239

[2] Klein (1977), S.17

[3] Küster (1990), S. 212

[4] Küster (1990), S. 215

[5] Küster (1990), S. 210

[6] Klein (1977), S. 18

[7] Robbins Landon (1990), S. 144

[8] Seiffert (1992), S. 273

[9] Klein (1977), S. 17

[10] Robbins Landon (1990), S. 130

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Mozarts Streichquartett KV 387 G-Dur (Haydn-Quartette)
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Seminar für Musikwissenschaft)
Veranstaltung
Mozarts Streichquartette
Note
keine Benotung (bestanden)
Autor
Jahr
2001
Seiten
15
Katalognummer
V37429
ISBN (eBook)
9783638367745
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mozarts, Streichquartett, G-Dur, Streichquartette
Arbeit zitieren
Andrea Bernhardt (Autor), 2001, Mozarts Streichquartett KV 387 G-Dur (Haydn-Quartette), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37429

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