Die Grundlagen und Handlungsbereiche zeitgemäßer Klassenführung und Unterrichtsgestaltung. Das „Classroom-Management“


Seminararbeit, 2015
20 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeines
2.1 Bedeutung
2.2 Die Wichtigkeit des Classroom-Managements

3 Grundlagen der Klassenführung
3.1 Die ersten Schritte
3.1.1 Schulbeginn
3.1.2 Das Klassenzimmer
3.1.3 Gutes Klima schaffen
3.2 Beziehungen
3.2.1 Beziehung zu den Schülern herstellen
3.2.2 Kooperation zwischen Schule und Eltern
3.2.3 Das Kollegium
3.3 Unterricht
3.3.1 Guten Unterricht ermöglichen
3.3.2 Guten Unterricht gestalten
3.3.3 Motivation
3.3.4 Noten
3.4 Konflikte
3.4.1 Regeln aufstellen
3.4.2 Strafen und Folgen bei Missachten der Regeln

4 Neue Handlungsbereiche der Klassenführung
4.1 Das inklusive Klassenzimmer
4.1.1 Eine neue Aufgabe
4.1.2 Die Inklusionsschüler/Inklusionsschülerinnen
4.1.3 Integration
4.2 Medialer Einsatz in der Grundschule
4.2.1 Computereinsatz
4.2.2 Offener Unterricht am Computer

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Ich habe mich für das zukunftsorientierte Thema „Classroom – Management: Grundlagen und Handlungsbereiche zeitgemäßer Klassenführung“ entschieden, weil diese Angelegenheit, meines Erachtens nach, das Fundament eines erfolgreichen Systems Schule ist. Ohne funktionierende Kooperationen mit den Schülern/Schülerinnen, den Lehrer/Lehrerinnen, den Eltern, anderen Mitwirkenden und unter Nichtbeachtung genereller Grundlagen wird kein Lernerfolg garantiert. Aufgrund der heterogenen Bevölkerung mit Kindern aus den verschiedensten Herkunftsländern und der wachsenden Anzahl an Kindern mit psychischen Krankheiten/Störungen müssen neue Maßnahmen ergriffen werden, um all diese Schüler/Schülerinnen gemeinsam unterrichten zu können und diese Klasse zeitgemäß zu führen. Die Tatsache, dass es immer mehr „inklusive Schulen“ geben wird, ist eine neue Herausforderung für das Bildungssystem und die Lehrer/innen, die dafür verantwortlich sind, dass ihre Schüler/Schülerinnen Lernfortschritte machen und die Klasse zu managen.

Nun stellt sich die Frage, wie ein reibungsloser Unterricht in einer Klasse mit unterschiedlichen Kindern stattfinden kann – funktioniert das überhaupt? Außerdem, welche Aufgaben hat ein Lehrer/eine Lehrerin noch? Die organisatorische Faktoren, die zu beachten sind, die Unterrichtsvorbereitung, die jedes Mal kreativ und mit viel Abwechslung angefertigt werden muss, die Kooperationen, die aufrecht erhalten werde müssen oder Absprachen im Lehrerzimmer, die getätigt werden müssen. Diese und viele weitere Aufgaben sind Teilkriterien eines Unterrichts mit Profit für alle Beteiligten. Classroom - Management hat weitaus mehr Facetten, als man vorerst denkt – unendlich viele Punkte müssen beachtet werden, dass man den jungen Menschen eine Zukunft garantieren kann.

2 Allgemeines

2.1 Bedeutung

„Effektives Classroom - Management gilt als Hauptqualitätsmerkmal guten Unterrichts.“ (Prof. Dr. Helmke Andreas, 2003)

Als Lehrer/Lehrerin, wird man tagtäglich mit Aufgaben konfrontiert, die nicht immer einfach zu meistern sind. In Klassen findet man keine heterogenen Kinder vor, das bedeutet, dass man als Lehrkraft die Verantwortung trägt, all diese Schüler/ Schülerinnen zu einer Gemeinschaft zu vereinen und jedem Einzelnen/jeder Einzelnen etwas beizubringen. Man kann außerdem nicht davon ausgehen, dass alle Kinder dieselbe(n) Voraussetzungen, Einstellungen oder Motivation mitbringen. Diese vielfältigen und umfangreichen Aufgaben zu bewältigen, benötigt ein gewisses Knowhow an Management. Wenn dies nicht gegeben ist, dann ist der Lehrer/die Lehrerin chancenlos und wird von den Kindern nicht ernst genommen. (vgl. Eichhorn 2015, S. 11f)

Um den Sinn des Classroom – Managements zu verdeutlichen, führt Toman zusätzlich Verhaltensmerkmale der Lehrer/Lehrerinnen, die die Ziele des Classroom – Managements verfolgen, an. Typische Verhaltensweisen sind zum Beispiel das Managen der Aktivitäten, sodass der Unterricht fließend abläuft, das gleichzeitige Verfolgen von mehreren Zielen, oder das fokussieren der Gruppe, um alle zu aktivieren.

2.2 Die Wichtigkeit des Classroom-Managements

„Es kommt auf den Lehrer an. Wie der Lehrer seine Klasse führt, entscheidet letztlich, ob und wie viel seine Schüler lernen.“ (Harry K. und Rosemary T. Wong; 2004)

Aufgrund Studien kann man bestimmt von sich geben, dass Classroom - Management der entscheidende Punkt für den Wissensfortschritt der Kinder ist. Diese beiden Komponenten des Systems Schule, also das Classroom – Management und der Wissensfortschritt, kann man nicht trennen, denn sie sind voneinander abhängig. Eine Klasse zu führen bedeutet auch, einen Lebensraum für die Schüler/Schülerinnen zu schaffen. Für Kinder ist es sehr bedeutsam, in einem guten Umfeld aufzuwachsen, sich geborgen, verstanden und akzeptiert zu fühlen. Die Schule sollte als Lebensraum wahrgenommen werden, in dem ein gutes Miteinander herrscht.

Disziplin ist ein weiteres Schlagwort, das den Lehrpersonen besonders viel Kraft und Nerven kosten. Viele Dispute zwischen den Lehrkräften und den Kindern entstehen aufgrund mangelnder Disziplin. Diese Dispute haben oft mehr Auswirkungen als man denkt. Einerseits haben sie Einfluss auf das Miteinander im Klassenzimmer, andererseits werden die Eltern gestresst reagieren und darüber hinaus können solche Konflikte die entscheidende, einflussreiche Öffentlichkeitsarbeit einer Schule beeinflussen. Eine gefährliche Auswirkung von mangelnder Disziplin und den entsprechenden Folgen sind Gewalt. Kein gutes Klassenklima und keine guten Beziehungen zwischen allen Beteiligten, sprich den Lehrpersonen, den Schüler/Schülerinnen und den Eltern sind genau die richtigen Voraussetzung für aggressives Verhalten der Kinder.

Ganz besonders wichtig ist Classroom – Management für Kinder, die zum Beispiel Zuhause keinen Rückhalt bekommen, die vernachlässigt werden, die nicht wahrgenommen werden oder die nicht einmal richtig bemerkt werden. Für diese Kinder verkörpert die Lehrperson eine ganz wichtige Rolle. (vgl. Eichhorn 2015, S. 14ff)

3 Grundlagen der Klassenführung

3.1 Die ersten Schritte

3.1.1 Schulbeginn

Um sich auf ein erfolgreiches Schuljahr freuen zu können, muss eine Lehrkraft mit den Vorbereitungen schon in der schulfreien Zeit beginnen. Es gilt zu bedenken, dass der erste Tag in der Schule ein besonderer eines jeden Kindes ist. Hilfreich sind die Informationen, die von dem Lehrer/ der Lehrerin, der/die diese Klasse zuvor unterrichtet hat, geholt werden können. Wenn der Vorlehrer den Eindruck hatte, dass die Eltern bestimmter Kinder nicht sehr kooperativ waren, kann hier angesetzt werden und einen Neustart gewagt werden.

(vgl. Eichhorn 2015, S. 17)

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind zum Beispiel Krankheiten, von denen Kinder in der Klasse betroffen sind. Über diese Defizite Bescheid zu wissen kann für das Unterrichten Vorteile haben. Generell ist es nötig, einen Überblick über die Wissensstände der Kinder zu haben, damit klar ist, wo der Unterricht fortgesetzt werden muss. Interessant sind auch Fakten, die für die Klasse oder manche Kinder zutreffend sind: Aggressivität, auffälliges Verhalten, kein guter Zusammenhalt, Kinder mit Migrationshintergrund oder Schüler/Schülerinnen, die nicht akzeptiert werden, wären Beispiele dafür. Die Lehrkraft sollte diese Informationen sinnvoll nutzen. Das bedeutet, dass zum Beispiel ein Kind mit einem Defizit in der Nähe der Lehrperson sitzen sollte, sodass das Kind nicht weit zum Lehrerpult hat und die Lehrperson sich immer vergewissern kann, ob das Kind weiß, wie es die Arbeitsaufträge auszuführen hat. Möglich wäre auch ein Kleingruppenplatz, an dem der Lehrer/die Lehrerin alle schwachen oder kranken Kinder zusammensetzt.

(vgl. Eichhorn 2015, S. 18f)

Neben dem Anfangsunterricht, der für Wohlbefinden, Sicherheit, Unterstützung und Förderung kindlicher Kompetenzen steht, führt Eichhorn zusätzlich den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule an. Das Verhalten der Kindergärtner/Kindergärtnerinnen und der Lehrkräfte ist in der Schnittstelle besonders wichtig. Die Erzieher/Erzieherinnen und Lehrpersonen müssen besonders aufmerksam sein und auf einen reibungslosen, gemeinsamen Anschluss hinarbeiten, um Übergangsprobleme zu vermeiden.

3.1.2 Das Klassenzimmer

Die Sitzordnung ist ein entscheidender Punkt, denn die Kinder müssen sich in der Klasse wohlfühlen können. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die Tische anzuordnen. Eine klassische Anordnung wäre die U-Form, bei der die Lehrperson einen Überblick über alle Kinder hat und bei jedem Kind schnell sein kann. Diese Form bietet sich an, wenn alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Ein Platz für einen Sesselkreis würde bei der U Form entstehen, die für offenen Unterricht steht. Wenn jedoch eine Lehrkraft Gruppenarbeiten bevorzugt, sind Tischgruppen sinnvoll, da somit Kleingruppen entstehen und die Kinder Blickkontakt haben können. Immer zu beachten sind die obig genannten Informationen über Kinder. In jeder Klasse muss es möglich sein, dass die Lehrkraft schnellstmöglich alle Kinder erreichen kann, das bedeutet, dass die Schultaschen nicht im Weg liegen sollten. Plätze, an denen wichtige und häufig genutzte Materialien gelagert werden, sollten weit voneinander entfernt befinden, sodass keine Staus entstehen. (vgl. Eichhorn 2015, S. 21)

Die Stellung des Lehrerpults ist bedeutend, denn der Abstand zu den Lernenden sollte minimiert werden, sodass Störungen reduziert werden. Die Lehrkraft kann dadurch schneller bei den Kindern sein. Pinnwände sind dazu da, dass die Kinder Bilder und andere hilfreiche Materialien zum Lernen aufhängen können. Diese Pinnwände sollten aber nicht überfüllt sein, sonst überfordern sie die Kinder.

(vgl. Eichhorn 2015, S. 22)

Ergänzend dazu, führt Toman die Notwendigkeit der Plätze für „ruhige Ecken“, in denen gelesen, geschrieben, experimentiert oder gemalt werden kann, an. Diese Ecken sollten sich flexibel verändern lassen. Eine gute Raumeinteilung sorgt dafür, dass sich die Kinder selbst einen Platz aussuchen können, an dem sie sich unter Anweisungen frei entfalten können.

3.1.3 Gutes Klima schaffen

Ein gutes Klassenklima steht in enger Verbundenheit mit dem Classroom – Management. Ein tolles Miteinander ist unverzichtbar, denn die Kinder müssen sich in der Schule richtig wohlfühlen können – nur somit können sie auch lernen und arbeiten. Das Unterrichtsklima ist von vielen Aspekten abhängig, die die Kinder beeinflussen. Das soziale Umfeld ist der größte Faktor. Werte und Normen, Familienstrukturenumbrüche, die Gesellschaft, Medien sowie das Verhalten gegenüber anderen und die zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflussen die Kinder und wirken sich auf das Klassenklima aus.

Um dies zu minimieren, sind die sozialen Kompetenzen der Schüler/Schülerinnen sehr bedeutend. Eine schulische Sozialisation, die für Traditionen einer Gesellschaft steht, ist notwendig. Diese Sozialisation bedeutet aber nicht nur Anpassung, sondern auch Vorbereitung auf das Berufsleben durch Beibringen von Fach- und Sachkompetenzen, Sozialkompetenzen, das Ziel einer Selektion in Hinsicht auf Abschlussniveaus zu erreichen und die Integration von Menschen aus verschiedenen Kulturen zu akzeptieren. (vgl. Eichhorn 2015, S. 83f)

Zusammenfassend ist Toman davon überzeugt, dass Schüler/Schülerinnen wissen, dass jeder Einzelne für das Klassenklima Mitverantwortung trägt und soziale Kompetenz unerlässlich ist. Besonders hervorgehoben wird das Aufwachsen in einer Gruppe von Kindern im selben Alter aufzuwachsen, denn im Umgang mit Gleichaltrigen lernen sie, tolerant zu sein, andere zu akzeptieren, ihre Persönlichkeit zu stärken und Freundschaften aufzubauen. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe sorgt für „Wichtigkeit“ jedes Schülers/jeder Schülerin und lässt die Bindung zueinander steigen. Die Gruppe, die sich in der Schule bildet, wird im Gegensatz zu den Geflechten, die entstanden sind, nicht sehr lange bestehen bleiben.

3.2 Beziehungen

3.2.1 Beziehung zu den Schülern herstellen

„Schüler lernen besser, wenn ihre Beziehung zum Lehrer stimmt.“ (Spritzer 2003, Spritzer & Bertram 2007)

Es gibt einige Faktoren, die für eine gute Beziehung zu den Schülern/Schülerinnen stehen. Es ist einfacher, eine Klasse zu führen, wenn gut miteinander ausgekommen werden kann. Die Lehrkraft, sowie die Kinder, starten viel lieber in den Tag, wenn die Chemie zwischen ihnen stimmt. Die Kooperation mit den Eltern gelingt außerdem auch besser, wenn die Lehrperson ein gutes Verhältnis zu den Schülern/ Schülerinnen hat.

Da sich Kinder täglich mit vielen Aufträgen und Anforderungen abfinden müssen, sind diese für sie einfacher zu erfüllen und zu folgen, wenn sie die Lehrperson gern haben.

(vgl. Eichhorn 2015, S. 91f)

Um ein gutes Verhältnis aufzubauen, ist es notwendig, dass die Schüler den Lehrer/die Lehrerin gut kennen.

Eine Vorstellrunde eignet sich hierfür sehr gut, denn so lernen sich auch die Kinder untereinander besser kennen und jeder erfährt zum Beispiel die Hobbys der anderen. Einem Lehrer/einer Lehrerin gelingt nur dann ein guter Unterricht, wenn er/sie es geschafft hat, dass die Kinder positiv über ihn/sie selbst und die Schule denken. Lehrkräfte müssen Interesse an den Kindern zeigen, damit sie authentisch wirken. Die Kinder müssen beim Namen genannt werde, sie müssen gelobt und ernst genommen werden und die Höflichkeit, die den Kindern entgegen gebracht werden muss, ist ein weiterer wichtiger Faktor, um ein gutes Verhältnis aufzubauen. In den Pausen kann über Lieblingsthemen der Kinder gesprochen und gemeinsam gelacht werden. (vgl. Eichhorn 2015, S. 94f)

Ergänzend dazu wird in „Die Grundschule“ (Ausgabe 4/2015) angeführt, dass zum einen ein „gleiches oder „gemeinsames“ Lernen in der heutigen Zeit nicht mehr möglich ist - ein individuelles Fördern und Fordern ist nötig. Um diese Veränderungsprozesse zu erreichen, muss eine gute Beziehung zwischen allen Betroffenen einer Schule herrschen. Zum anderen benötigen besonders Menschen im Grundschulalter benötigen eine gute Beziehung zu den Lehrpersonen, denn ihre Leistung und ihr Wohlbefinden sind davon abhängig.

„Rund sechs Prozent aller Lehrer – Schüler – Interaktionen können als sehr verletzend, das heißt, vermutlich als psychisch gewaltförmig, eingestuft werden (…) Wichtig ist der grundlegende Befund, dass sich die einzelnen Lehrpersonen erheblich voneinander unterscheiden.“ (Prengel 2015, S. 6)

3.2.2 Kooperation zwischen Schule und Eltern

Aufgrund der rechtlichen Situation haben Eltern, die Funktionen in der Elternvertretung oder der Elternversammlungen haben, das Recht, mitzubestimmen, was den Unterricht anbelangt. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist sehr wichtig, denn sie spielen eine große Rolle. Die Eltern sind nämlich wichtige Partner der Schulen in Bezug auf Weiterentwicklung der Schule oder den Unterricht selbst. Die vielen Vorurteile, die Eltern gegenüber Lehrern/Lehrerinnen haben, machen die Zusammenarbeit nicht immer einfach: Sie sehen Lehrkräfte als Halbtagsjobber, sie finden die Beurteilung ihres Kindes nicht gerechtfertigt, Eltern meinen, dass ihnen Lehrkräfte distanziert gegenüber treten und so weiter. Deshalb ist es wichtig, die Eltern kennenzulernen – zum Beispiel in einem Gespräch bei den jeweiligen Kindern zuhause oder beim ersten Elternabend. Der erste Elternabend sollte daher gut geplant und organisiert werden, das heißt, dass persönliche Einladungen verschickt werden sollten und die Vorstellrunde vor Ort sollte in einer angenehmen Atmosphäre stattfinden sollte.

Diese Gespräche sollen zum Informationsaustausch dienen und den Eltern einen Überblick über die grundlegenden Regeln in der Schule schaffen und ihnen Informationen über den Unterricht geben. Wenn die Eltern von der Lehrkraft überzeugt wurden, dann werden diese auch bei verschiedenen Veranstaltungen oder Aktivitäten mithelfen.(vgl. Toman 2014, S. 154f)

Eichhorn ist ebenfalls davon überzeugt, dass Lehrkräfte mit vielen Vorurteilen zu kämpfen haben und es daher umso wichtiger ist, dass die Zusammenarbeit funktioniert, denn nur so ist am Ende jeder zufrieden und die Kinder erfolgreich.

3.2.3 Das Kollegium

Das Arbeiten im Team gewinnt immer mehr an Bedeutung, denn eine Schule kann davon sehr profitieren. Schulen werden immer mit neuen Aufgaben konfrontiert, sodass man als Einzelkämpfer keine Chance mehr hat, denn der Rat vieler Personen (zum Beispiel die Eltern, die Kollegen, die Sekretärin oder Spezialisten) ist gefragter denn je. Teamfähigkeit bedeutet den anderen zuzuhören, sie zu akzeptieren und ihnen gegenüber Respekt zu zeigen. In einem guten Team wird jedem Einzelnen/jeder Einzelnen das Gefühl gegeben, einen wichtigen Status einzunehmen. Für Lehrpersonen heißt das, dass es nicht ausreicht, sich auszutauschen. Es ist erforderlich, gemeinsame Entscheidungen zu treffen, Hilfen anzubieten und anzunehmen und sich gegenseitig zu ergänzen. Das Ziel ist es, ein „Wir“ zu schaffen. Die Lehrer/Lehrerinnen sollten nicht von seiner/ihrer Klasse sprechen, sondern von seiner/ihrer Schule. Die Schulleitung sollte öfters einen „gemeinsamen Tag“ planen, um den Unterricht und die Schule als gemeinsame Organisation zu verbessern und das Arbeiten im Team zu fördern. Um ein ideales Team zu schaffen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel die professionelle Unterstützung eines Coaches. (vgl. Toman 2014, S. 161f)

3.3 Unterricht

3.3.1 Guten Unterricht ermöglichen

Um einen guten Unterricht zu gewähren, sind bestimmte Abläufe notwendig. Das bedeutet, dass die Kinder wissen sollten, was zu tun ist, wenn der Lehrer ein Zeichen für Ruhe gibt. Für sie muss klar sein, was zu tun ist, wenn sie zum Beispiel etwas missverstanden haben. Ein ganz allgemeiner Ablauf wäre das Betreten und Verlassen der Klasse, was ohne Komplikationen und ohne steigenden Lärmpegel durchführbar sein sollte.

Die Schüler/Schülerinnen müssen wissen, wo sie ihre Malsachen, ihre Turnsachen, oder ihre Handarbeitssachen verstaut haben, damit diese Abläufe bei der Aufforderung eines Lehrers/einer Lehrerin schnell klappen. Wenn sich die Schüler/Schülerinnen an diese einfachen Abmachungen, beziehungsweise Abläufe halten, wird ein Durcheinander vermieden und der Unterricht kann schnell fortgesetzt werden und ohne Komplikationen ablaufen. Dies soll aber nicht heißen, dass die Kinder streng behandelt werden oder keine Freiräume haben, nein, nur somit können Unterbrechungen oder Streitereien sicher vermieden werden. (vgl. Eichhorn 2015, S. 132f)

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Grundlagen und Handlungsbereiche zeitgemäßer Klassenführung und Unterrichtsgestaltung. Das „Classroom-Management“
Hochschule
Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien / Krems
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V374394
ISBN (eBook)
9783668515383
ISBN (Buch)
9783668515390
Dateigröße
598 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundlagen, handlungsbereiche, klassenführung, unterrichtsgestaltung, classroom-management
Arbeit zitieren
Helene Schwarzbauer (Autor), 2015, Die Grundlagen und Handlungsbereiche zeitgemäßer Klassenführung und Unterrichtsgestaltung. Das „Classroom-Management“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374394

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