Internet für alle. Probleme, Herausforderungen, Chancen, Risiken


Hausarbeit, 2016
48 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

Kurzfassung

Abstract

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Aktuelle Situation
1.2 Hinführung zur Forschungsfrage

2 Das Internet
2.1 Entstehung des Internets
2.2 Entwicklung des Internets
2.3 Relevanz des Internets

3 Infrastrukturen
3.1 Arten von Infrastruktur
3.1.1 Materielle Infrastruktur
3.1.2 Personelle Infrastruktur
3.1.3 Institutionelle Infrastruktur
3.2 Probleme der Infrastruktur in Afrika

4 Zugänglichkeit
4.1 Internetzugang
4.2 Internet Zugänglichkeit im Weltweiten vergleich

5 Konzepte
5.1 Project Loon
5.2 SpaceX

6 Auswirkungen
6.1 Bildung
6.2 Wirtschaft
6.3 Umwelt
6.4 Notwendigkeit von Internet in Afrika

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Kurzfassung

Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit Konzepten, welche Internet in alle Teilen der Welt zugänglich machen sollen. Es stehen neben möglichen Konzeptionen, auch grundlegende Probleme der Infrastrukturen und sozialen Herausforderungen, aber auch sich ergebende Chancen im Fokus. Dazu werden zunächst grundsätzliche Begriffe wie Internet, Infrastruktur und Zugänglichkeit definiert, da diese die Grundlage bilden um im Schwerpunkt der Arbeit die gewählten Umsetzungsmöglichkeiten nachvollziehen zu können. Dabei werden auch Konsequenzen und Risiken der Expansion des Internets thematisiert. Zusätzlich werden Rückschlüsse gezogen, ob andere Maßnahmen vorrangig vollzogen werden sollten, da ein besonderes Augenmerk auf den Vergleich zwischen Europa und Afrika gelegt wird. Diese Regionen sind repräsentativ für Entwicklungsländer und Industriestaaten anzusehen und sollen auch als Indikatoren für die Relevanz des Internets gelten.

Schlagworte:

Entwicklungsländer Industriestaaten Infrastruktur Internet

Konzept

Zugänglichkeit

Abstract

This seminar paper deals with the idea of making the internet accessible in every region on this planet. Therefore, implantation models, problems in terms of infrastructure and social aspects are the main concerns. To get a basic understanding for this paper, conceptualities like Internet, infrastructure and accessibility are defined. The main part of this paper focuses on current concepts like project loon by google or the plan to create a Satellite based Internet connection by SpaceX. Furthermore, its necessary to take a look at consequences, chances and risks that this accessibility could promote. Lastly, the question will rise, whether or not some areas in the world could actually benefit of the internet. This paper is comparing Europe and Africa in certain aspects since they are representative for developing- and industrial countries.

Keywords:

Accessibility Concept

Implantation models Infrastructures

Internet

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Internetanschlüsse weltweit

Abbildung 2: Anteil der Internetnutzer weltweit

Abbildung 3: Produziertes Datenvolumen pro Jahr

Abbildung 4: Anzahl der weltweiten Internetnutzer

Abbildung 5: Die Bedeutung technischer Infrastruktur

Abbildung 6: Anzahl der Internetnutzer in afrikanischen Ländern

Abbildung 7: Anzahl der Internetnutzer in Deutschland

Abbildung 8: Vergleich der Breitbandanschlüsse

Abbildung 9: Durchschnittliche Internetkosten in Teilen Afrikas

Abbildung 10: Modell der Satelliten Konstellation

Abbildung 11: UN Sustainable Development Goals

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

Das Internet spielt im Jahr 2016 für viele Menschen auf der Welt eine beträchtliche Rolle. Sei es dabei der Routinecheck der aktuellen Facebook Neuigkeiten, das Lesen von Nachrichten aus aller Welt oder das Ausführen einer Transaktion mittels Onlinebanking. Das World Wide Web ist allgegenwertig und aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken, jedoch ist die ausgeglichene Verteilung dieser wichtigen Ressource weltweit nicht gegeben, da viele Länder oder abgelegene Regionen nicht oder kaum mit Internet versorgt sind. Daher ist es im Rahmen dieser Seminararbeit von Bedeutung, dieses Defizit genauer zu untersuchen und Konzepte zu präsentieren, die bei diesem Problem Abhilfe schaffen könnte. Dabei ist zu erwähnen, dass diese Arbeit in Ihren Ausführungen besonders auf den afrikanischen Kontinent eingeht, da dieser repräsentativ für die mangelnde Versorgung in vielen Regionen der Welt ist. Speziell in Entwicklungs- oder Schwellenländer untersucht dieses Arbeit das Internet auch als Möglichkeit der Entwicklungshilfe.

1.1 Aktuelle Situation

Laut einer Studie von Internet Live Stats nutzen, im Jahr 2016, etwa 3.425 Milliarden Menschen weltweit das Internet. (vgl. Statista, 2016a) Dabei leben im Dezember 2016 etwa 7.3 bis 7.4 Milliarden Menschen auf der Erde. (vgl. Umrechnung.org, 2016) Das heißt, das selbst im heutigen Zeitalter, in dem das Internet für die Bevölkerungen in Industrienationen, wie z.B. Deutschland, ein fester Bestandteil des Alltags geworden ist, nicht einmal die Hälfte der Menschen weltweit einen Zugang zum Internet haben und somit die Vorteile und Möglichkeiten dieses Netzwerks nicht nutzen können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Internetanschlüsse weltweit Quelle: Initiative D21 (2010)

Abbildung eins zeigt, wie viele Internetanschlüsse 2010 in den unterschiedlichsten Ländern der Erde auf 10.000 Personen zur Verfügung standen. Insbesondere in den Regionen Nordamerika, Europa und Australien kommen mit 40-2.000 Anschlüssen die meisten Anschlüsse auf je 10.000 Personen. In anderen Ländern oder Regionen -repräsentativ für Entwicklungsländern- wie Zentralafrika und Südostasien sind gerade einmal null bis vier Anschlüsse pro 10.000 Menschen vorhanden. Hiermit wird deutlich gemacht, dass eine so selbstverständliche und alltägliche Nutzung, wie sie heutzutage in den industrialisierten Ländern der Welt auftritt, nicht auf der ganzen Welt möglich ist.

Zurückzuführen ist dieser Umstand unter anderem auf die, weltweit auftretende, ungleiche Einkommensverteilung. Während in Industrienationen wie beispielsweise Deutschland, den USA oder Australien, ein jährliches Durchschnittseinkommen von umgerechnet 41.271 bis 54.142 Euro erwirtschaftet wird, sind es unter anderem Länder in Nord- und Zentralafrika die ein niedriges Lohnniveau aufweisen. Die Elfenbeinküste weist mit etwa 1.271 Euro ebenso wie der Kongo mit 370 Euro pro Jahr auf diesen erschreckenden Umstand hin (vgl. Länderdaten.info, 2015). Bedenkt man nun, dass 500 Megabyte Internet, im Jahr 2012, in Deutschland umgerechnet gerade mal 12,40 und in manchen Teilen Afrikas jedoch teilweise über 80 US-Dollar kosten (vgl. Weck, 2013), so können rückblickend auf das jährliche Durchschnittseinkommen, Schlüsse darüber gezogen werden, warum das Internet in den Entwicklungsländern dieser Welt nicht so genutzt werden kann, wie es z.B. in Deutschland üblich ist. Natürlich spielen auch andere Faktoren wie Bildung, Politik oder Infrastruktur eine entscheidende Rolle, doch darauf wird in den folgenden Kapiteln noch genauer eingegangen.

Zentral ist hier der Begriff Digital Divide, welcher ausdrückt, dass „[...] trotz einer allgemeinen Zunahme der Zugangsmöglichkeiten zum Internet bzw. der Internetnutzung das Wachstum eher in privilegierten als in weniger privilegierten soziodemographischen Bevölkerungsgruppen stattfindet und diese Kluft sich im Zeitablauf vergrößert statt verringert.“ (Riehm und Krings, 2014, S.75)

Riehm und Krings verwenden den Begriff der digitalen Spaltung zwar eigentlich nur in Bezug auf die deutsche Bevölkerung, jedoch lässt sich dieses Phänomen gerade in der heutigen Zeit durchaus auch auf die gesamte Weltbevölkerung übertragen. Prognosen zufolge, sollen im Jahr 2020 etwa 4.17 Milliarden Menschen mit dem Internet vernetzt sein, was einem Zuwachs von 21.75% entspricht. (vgl. Statista, 2016b). Wie in Abbildung zwei zu erkennen ist, steigt in allen Weltregionen die Zahl der Internetnutzer weiter an. Zu sehen ist auch, dass die Zunahme in Afrika ähnlich hoch ist, wie in Europa oder Amerika. Dennoch ist Afrika im Vergleich der Weltregionen weit zurück und wird dieses Defizit voraussichtlich auch nicht in absehbarer ausgleichen können. Erneut ist klar zu erkenne, dass der Anteil der Internetnutzer in z.B. Europa mit fast 80% am höchsten ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anteil der Internetnutzer weltweit Quelle: Statista (2016c)

1.2 Hinführung zur Forschungsfrage

Betrachtet man die aktuelle Situation, so stellt man fest, dass die weltweite Verteilung des Internet noch lange nicht so ausgereift ist, wie man annehmen könnte. Um dieses Problem anzugreifen, haben es sich einige der weltgrößten Unternehmen zur Aufgabe gemacht, ein weltumfassendes, stabiles Internetnetz aus- bzw. aufzubauen und auch die Regionen mit Internet zu versorgen, in welchen die alltägliche Nutzung bis heute nicht ohne weiteres möglich ist. Im Folgenden werden zunächst Grundliegenden Begriffsklärungen sowie Konzepte für dieses Vorhaben vorgestellt. Da der Schritt zur weltumfassenden Internetabdeckungen nicht nur Chancen, sondern auch eine Reihe positiv und negativ Konsequenzen mit sich bringt, beschäftigt sich diese Seminararbeit mit der folgenden Forschungsfrage:

Welche Konzepte ermöglichen es, Internet weltweit verfügbar zu machen und was sind mögliche Chancen und Konsequenzen?

Darauf liegt das Hauptaugenmerk dieser Arbeit, in welcher versucht wird diese Frage möglichst ausführlich zu beantworten. Im Zuge dessen werden in den folgenden Kapiteln die verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten, aber auch Probleme, Herausforderungen, Chancen und Risiken ausgearbeitet.

2 Das Internet

Der größte Teil dieser Seminararbeit beschäftigt sich mit der mangelnden Internetzugänglichkeit bzw. Abdeckung in vielen Regionen der Welt. Daher ist es von Bedeutung, Umsetzungsmöglichkeiten im Umgang mit diesem Problem zu erschließen und darzustellen welche Auswirkungen diese haben könnten. Zuvor sollten aber, grundlegende Begriffe aus dem Bereich des Internets geklärt sein. Daher beschäftigt sich das folgende Kapitel zur Vollständigkeit mit der Entstehung, Entwicklung und Bedeutung des Internets. Dabei liegt der primäre Fokus auf der Relevanz des Internets in der heutigen Zeit. Außerdem ist es von Bedeutung, eine Momentaufnahme der weltweiten Internetnutzung zu erarbeiten und dokumentieren, um die ungleiche Verteilung dieser Ressource zu dokumentieren. Letztlich lassen sich Vorteile und Chancen, sowie Nutzungsbereiche ausarbeiten.

2.1 Entstehung des Internets

Das Internet beschreibt die weltweite Verbindung von Computern mithilfe eines dezentralen Computernetz. Dieses Netz ermöglichen Datenaustausch in Echtzeit, sowie die zuverlässige Übermittlung großer Datenmengen. Der Begriff Internet, ist die Kurzform des Fachbegriffs Internetwork, welcher sich in den 1970er und 1980er Jahren, bei der Entwicklung kleiner Rechnernetze, erstmals Verwendung fand und sich als Eigenname etablierte. Diese Netzwerke basieren auf Grundlagen wie dem Internet Protocol (IP) oder dem Transmission Control Protocol (TCP), welche eine Steuerungs- und Kontrollfunktion einnehmen, aber nur einen kleinen Teil der Funktionalität ausmachen. „[Diese Umsetzungsart] ist die Ursache dafür, dass sich dieses Netzwerk seit Beginn der achtziger Jahre bis heute praktisch ohne zentrale Steuerung und Planung mit rasender Geschwindigkeit ausbreitet.“ (Kyas, 1994, S.29) Da die ausführliche Technische Umsetzung nicht Teil dieser Arbeit ist und in etlichen Fachbüchern thematisiert wird, verzichtet diese Arbeit auf eine genauere Beschreibung der Funktionsweise.

Es ist anzumerken, dass das Internet nicht exklusiv nur das World Wide Web umfasst. „Der Begriff Internet umfasst vielmehr viele unterschiedliche Funktionen.“ (von der Helm, o.J.) Das Internet umfasst, neben dem World Wide Web, viele weitere Applikationen wie unter anderem den E-Mail Dienst.

„A key concept of the Internet is that it was not designed for just one application, but as a general infrastructure on which new applications could be conceived, as illustrated later by the emergence of the World Wide Web.” (Internetsociety, O.J.)

Der Vorläufer des Internets ist das sogenannte ARPANET, welches 1969 aus einem Projekt des US-Verteidigungsministeriums hervorgegangen war. Nachdem 1957 die Sowjetunion den ersten Satelliten in die Erdumlaufbahn brachte, sah sich die USA gezwungen, im Militär- technologischen Bereich wieder in eine Führungsposition zu kommen. (vgl. Kyas, 1994, S.30) Dazu wurden Institutionen wie die ARPA gegründet, um die Anforderungen der Regierung zu erreichen.

Ziel war es unter anderem, ein Kommando- und Überwachungsnetzwerk mit zuverlässiger und leistungsfähiger Datenübertragung zu entwickeln, welches durch seine dezentrale Infrastruktur auch nach einem Atomschlag funktionsfähig seien sollte. Durch die rasante Ausbreitung sowie den Erfolg des ARPANETs, wurde schon 1983 eine Auftrennung in militärisches und ziviles bzw. Forschungsnetz veranlasst. Dadurch war die Entwicklung zum BITNET möglich, welches von Universitäten und Forschungseinrichtungen zur Vernetzung verwendet wurde, um ressourcenschonend agieren zu können. Dieses verhalten war oftmals nötig, da Rechenkapazitäten zurzeit sehr teuer waren und oft nur in zentralen Rechenwerken zur Verfügung standen und somit schwer zugänglich waren. Aus diesen Netzen entwickelte sich zuletzt das allgemein zugängliche Internet welches nicht mehr exklusiv für Militär oder Forschung verwendet wird.

2.2 Entwicklung des Internets

Um die Bedeutung des Internets in der modernen Welt zu verstehen, ist es zunächst wichtig die Entwicklung des Internets zu kennen. Das Internet entwickelte sich von einer Informationsquelle zum sogenannten Web 2.0. Zunächst galten, nach der weltweiten Ausweitung des Internets, die Normen des Web 1.0. Dieses hatte die Aufgabe, Informationen zu präsentieren. Der Nutzer konnte ausschließlich Websites aufgerufen, die Texte oder Bilder beinhalteten oder auf andere Websites verwiesen und war somit sehr passiv. Die Informationsbeschaffung war also lange Zeit im Fokus des Internets und setzte das Web 1.0 in einen sehr passiven Rahmen.

Im Gegensatz dazu steht das Web 2.0. Der Begriff Web 2.0 wurde zwischen 2003 und 2005 durch verschiedene Experten wie u.a. Tim O’Reilly und Eric Knorr geprägt. (vgl. Alby, 2007, S. 15) Anzumerken ist hierbei, dass das Web 2.0 das Web 1.0 nicht verdrängt hat, vielmehr ist eine Mischform entstanden. (vgl. Müller, 2013)

Das Web 2.0 ermöglicht dem User, aktiv das Netz zu gestalten. Nutzer des Webs können u.a. durch User- generated-content und Social Networks aktiv im Netz agieren und tragen maßstäblich zur Gestaltung des selbiges bei. Verbunden mit der Entwicklung zum Web 2.0 ist auch die Ausweitung der Möglichkeiten, die das Internet bietet. Die Entstehung des Internet of things und dem Cloud-Computing stellen die nächste Entwicklungsstufe des Internets dar.

„Smart devices in the Internet of Things not only use the internet, but speak to each other via machine-to-machine communication (M2M) to accomplish tasks without the need for human input.” (vgl. Morrow, 2014)

Das Internet der Dinge ermöglichte es, dass digitale Geräte, mithilfe des Internets, untereinander kommunizieren und Aufgaben automatisch bearbeiten. Dadurch sind aktuelle Themen wie smart grids, smart homes und Industrie 4.0 erst umsetzbar geworden. In diesen Fällen profitiert man davon, dass Maschinen und digitale Geräte Informationen über Prozessfortschritte oder Probleme austauschen und selbständig, ohne schwerwiegende menschliche Eingriffe arbeiten.

Auch die generelle starke Vernetzung, die in nahezu allen Bereichen des Lebens auftritt, ist auf die Weiterentwicklung des Internets zurückzuführen.

Das schon angesprochene Cloud-Computing spielt bei der Ressourcen- nutzung eine wichtige Rolle. Es ermöglicht die Vergabe, von Hard- und Software Ressourcen an externe Nutzer. Diese können diese Ressourcen nutzen, um Kosten und Aufwand durch Eigenbeschaffung zu sparen. Durch die Kombination dieser Entwicklungen, gewinnt das Internet unaufhörlich an Relevanz und potentiellen Möglichkeiten. Diese Relevanz spiegelt sich nicht nur Privatleben, durch Internetmessanger, Streamingdiensten und sozialen Netzwerken ab.

Auch für Unternehmen spielt das Internet eine immer zentralere Rolle und eröffnet durch Automatisierung und Datenintegration im Internet of things neue Chancen zur Steigerung von Produktivität und Effektivität. In Verbindung mit der Relevanz und Entwicklung des Internets, wird oft von der Digitalisierung oder dem digitalen Wandel gesprochen.

Natürlich entstanden auch neue Herausforderungen, da durch ansteigende Nutzung des Internets, sich das produzierte Datenvolumen stetig vergrößert, wie in Abbildung drei zu sehen ist. Verarbeitung, Analyse, Speicherung und Schutz dieser Datenmengen wird somit immer anspruchsvoller. Andererseits ist es auch als mögliche Chance anzusehen, Lösungsmöglichkeiten für diese Probleme entwickelt werden müssen. Oft fällt in Verbindung dazu der Begriff Big Data.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Produziertes Datenvolumen pro Jahr Quelle: Statista, 2016d

2.3 Relevanz des Internets

Da nun Entstehung und Entwicklung des Internets geklärt sind und aktuelle Errungenschaften des Webs klar sind, stellt sich noch die Frage nach der Relevanz. Diese wird klar, wenn man den Anstieg der weltweiten Internetnutzer der letzten Jahre, in der folgenden Abbildung, betrachtet.

Abbildung 4: Anzahl der weltweiten Internetnutzer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statista (2016a)

Wie zu sehen ist, steigt die Nutzerzahl stetig an. Dies liegt wohl zum einen an der Allgegenwärtigkeit des Internets, den Nutzungsmöglichkeiten und auch dem demografischen Faktor. Denn auch wenn im Jahr 2015 schon „Immerhin 38 Prozent der Senioren [in Deutschland aktiv im Netz sind,]“ (Taskiran, 2015) liegen sie weit unter dem Durchschnitt von 78% der Gesamtbevölkerung.

Die Tatsache aber, dass das Internet auch für das höhere Alter attraktiv wird, trägt zur steigenden Nutzerzahl bei und unterstreicht erneut die Relevanz des Internets, bei der anscheinend auch die Barriere des Alters von abnehmender Bedeutung ist.

Es gilt auch zu erwähnen, dass der Bundesgerichtshof im Jahre 2013 das Internet als Grundbedürfnis angesehen hat. „Der überwiegende Teil der Einwohner Deutschlands bedient sich täglich des Internets. Damit hat es sich zu einem die Lebensgestaltung eines Großteils der Bevölkerung entscheidend mitprägenden Medium entwickelt, dessen Ausfall sich signifikant im Alltag bemerkbar macht." (Wünsch, 2013)

Von dieser Entwicklung können auch Unternehmen profitieren, da das Nutzungs- und Konsumerhalten im Internet dazu führen, dass der Umsatz im E-Commerce ansteigt. Alleine in Deutschland wird sich der Gewinn im Bereich des E-Commerce 2016, auf rund 44 Milliarden Euro belaufen. (vgl. Statista, 2016e) Daran ist noch einmal zu erkennen, dass das Internet auch im wirtschaftlichen Bereich einen sehr hohen Stellenwert erlangt hat. Es steigert Effektivität und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, sei es durch das E-Commerce Geschäft oder die Nutzung des schon angesprochenen Internet of things. Des Weiteren ist zu erkennen, dass das Internet als Innovator für Geschäftsmodelle und Vernetzungstechniken vorausgeht.

Da nun die Relevanz des Internets geklärt ist, stellt sich natürlich die Frage, wie man rund 4,4 Milliarden, die im Jahre 2015 keinen Internetzugang haben, Internet bieten kann. (vgl. Spiegel Online, 2014) Deshalb ist es wichtig herauszufinden, wie man diesen Menschen helfen kann und welche Infrastrukturen nötig sind, um das Internet weltweit zugänglich zu machen.

3 Infrastrukturen

Nachdem das vorherige Kapitel die Relevanz und Entwicklung des Internets, dem heutzutage größten Kommunikationsnetzwerk der Welt, beschäftigte ist es unter diesem Gesichtspunkt auch wichtig den Aspekt der Infrastruktur zu klären. Dabei ist das Internet in Form eines Kommunikationsnetzwerkes auch eine Art von Infrastruktur, welche in diesem Fall den Austausch von Daten und Informationen ermöglich. In diesem Kapitel soll allgemein untersucht werden, welche Probleme der Infrastruktur oftmals auftreten und wie diese einer globalen Internetabdeckung entgegenwirken.

Infrastruktur wie es im heutigen Sprachgebrauch verwendet wird, kann viele verschiedene Ausprägungen annehmen, deswegen soll die folgende Definition dazu beitragen sich im Sinne dieser Seminararbeit auf einen Standpunkt zu beschränken.

Infrastruktur [von lat. Infra „unterhalb“ und structura „Zusammenführung“] beschreibt alle langlebigen Verbindungsarten und Wege, die eine Volkswirtschaft unterstützen. Dabei ist egal ob sie materieller, personeller oder institutioneller Art ist. Auch die Unterscheidung zwischen staatlich- und privatgeschaffener Infrastruktur spielt hierbei keine Rolle (vgl. Henning, 2015)

Klassische Beispiele für Infrastruktur sind:

- Energieversorgungsnetzwerke
- Verkehrsnetzwerke
- Gesundheitssystem
- Bildungssystem
- Internet

Im folgenden Abschnitt soll näher auf die verschiedenen Ausprägungen der Infrastruktur eingegangen werden. Zusätzlich wird der eigentliche Begriff näher definiert und eine Abgrenzung zum umgangssprachlichen gebrauch geschaffen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Internet für alle. Probleme, Herausforderungen, Chancen, Risiken
Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Note
2,0
Autoren
Jahr
2016
Seiten
48
Katalognummer
V374430
ISBN (eBook)
9783668523272
Dateigröße
1512 KB
Sprache
Deutsch
Reihe
Aus der Reihe: e-fellows.net stipendiaten-wissen
Schlagworte
Internet, Chancen, Risiken, Herausforderungen, Google, Facebook, dritte Welt
Arbeit zitieren
Nils Kaper (Autor)Robert Kresin (Autor)Miro Göttler (Autor)Leonard Schwenk (Autor)Fabian Hupfeld (Autor), 2016, Internet für alle. Probleme, Herausforderungen, Chancen, Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374430

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