Diese Arbeit beschäftigt sich aufgrund des steigenden Bedarfs und der erhöhten Relevanz im Zuge der Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland mit der Kommunikation in der Pflege mit Patienten mit Migrationshintergrund. Diese Entwicklungen stellen den Staatsapparat und die gesamte Gesellschaft in der Bundesrepublik und damit auch den Pflegebereich vor Aufgaben, Problemen und großen Herausforderungen.
Das Thema wird durch die Erfahrungen des Autors mit einem betroffenen Patienten, der im vergangenen Jahr 2015 aus Syrien nach Deutschlang kam, praxisorientiert dargestellt. Zunächst wird die Ausgangssituation und die verschiedenen gängigen theoretischen Ansätze und Modelle hinsichtlich der Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Patienten erörtert. Danach werden die praktischen Probleme am Fall des bereits erwähnten Patienten dargestellt. Im Anschluss werden Lösungsansätze und einen Maßnahmenplan zur optimalen Kommunikation mit dem Patienten mit Migrationshintergrund präsentiert und abschließend werden die Erkenntnisse und Ergebnisse zusammengefasst,
Die Kommunikation zwischen Ärzten bzw. Pflegekräften und Patienten ist ein bedeutsamer nicht hinweg zu denkender Bestandteil der Pflege. Der Grundstein für eine vertrauensvolle Arzt- bzw. Pflegepersonal-Patient-Beziehung wird durch die kommunikative Verständigung gelegt. Nur durch diesen kommunikativen Akt, wie auch immer dieser gelagert sein sollte, ist die konstruktive Arbeit für und am Patienten möglich. Oftmals lassen sich nur so Krankheiten vollumfänglich erfassen und Schmerzen des Patienten hinreichen ermitteln. Eine Behandlung ohne Kommunikation mit dem Patienten bringt enorme Hürden mit sich. Im Folgenden möchte sich der Autor daher mit dem Fall befassen, dass die Kommunikation durch sprachliche Barrieren stark eingeschränkt ist und Lösungsansätze geben wie man diesem Problem in der Praxis begegnen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Begründung der Themenwahl
2. Die Ausgangssituation. Der Patient und der Pflegedienst
2.1. Der Patient und Problemstellung
2.2. Der Pflegedienst
2.3. Das Pflegeziel
3. Die Kommunikation
3.1. Kommunikationsebenen
3.2. Theoretische Ansätze zur Pflegekommunikation
4. Lösungsansätze und Maßnahmeplan
4.1. Kommunikation im Sinne des NURSE-Modells
4.2. Die migrationsspezifische Anamnese
4.3. Leitgedanke der Kulturelle Sensibilität
4.4. Weitere Maßnahmen
5. Fazit und Aussicht
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Kommunikation in der ambulanten Pflege zwischen Fachpersonal und Patienten mit Migrationshintergrund zu optimieren, indem sprachliche und kulturelle Barrieren durch gezielte Lösungsansätze und einen strukturierten Maßnahmeplan abgebaut werden.
- Analyse der Bedeutung von Kommunikation in der pflegerischen Versorgung
- Untersuchung von Kommunikationsebenen und theoretischen Modellen der Pflegekommunikation
- Anwendung des NURSE-Modells zur emotionalen Unterstützung
- Erarbeitung einer migrationsspezifischen Anamnese zur besseren Erfassung individueller Patientendaten
- Implementierung kultureller Sensibilität als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Patientenbetreuung
Auszug aus dem Buch
4.1. Kommunikation im Sinne des NURSE-Modells
Hinter diesem Akronym NURSE verbergen sich fünf Kommunikationstechniken, die im Umgang mit emotionalen Äußerungen eines Patienten hilfreich sind:
Naming: Emotionen benennen
Understanding: wenn möglich Verständnis für die Emotionen ausdrücken
Respecting: Respekt oder Anerkennung für den Patienten artikulieren
Supporting: dem Patienten Unterstützung anbieten
Exploring: weitere Aspekte zur Emotion herausfinden
Zunächst muss die Emotion benannt werden (Naming). Hierbei sollte das Pflegepersonal gemeinsam mit dem Patienten einen Begriff ermitteln, der die Emotion des Patienten prägsam beschreibt. Dabei sollten Begriffe auch seitens des Pflegepersonals vorgeschlagen, aber keinesfalls aufoktroyiert werden. Ist der Patient selbst nicht in der Lage seine Emotionen zu artikulieren, so muss das Pflegepersonal die wahrgenommene Stimmung des Patienten benennen. Hat der Patient sein Gefühl bereits kundgetan ist ein erneutes Benennen durch das Pflegepersonal in der Regel überflüssig. Nicht jedoch, wenn ernsthaft Zweifel an der wahrheitsgemäßen oder bewussten Äußerung bestehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die fundamentale Rolle der Kommunikation in der Pflege und thematisiert die Herausforderungen, die durch sprachliche Barrieren bei Patienten mit Migrationshintergrund entstehen.
2. Die Ausgangssituation. Der Patient und der Pflegedienst: Dieses Kapitel stellt einen konkreten Fallbericht dar, der die Problematik am Beispiel eines syrischen Patienten erläutert und den Rahmen des Pflegedienstes beschreibt.
3. Die Kommunikation: Hier werden die theoretischen Grundlagen der zwischenmenschlichen Kommunikation sowie verschiedene Ebenen und wissenschaftliche Modelle zur Pflegekommunikation detailliert aufbereitet.
4. Lösungsansätze und Maßnahmeplan: Das Kapitel bietet konkrete praktische Instrumente wie das NURSE-Modell, die migrationsspezifische Anamnese und den Leitgedanken der kulturellen Sensibilität zur Verbesserung der Versorgung.
5. Fazit und Aussicht: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit transkultureller Kompetenzen in der Pflegeausbildung und betont, dass eine verbesserte Pflegekommunikation unerlässlich für eine effiziente Versorgung ist.
Schlüsselwörter
Ambulante Pflege, Patienten mit Migrationshintergrund, Pflegekommunikation, Sprachbarrieren, NURSE-Modell, Migrationsspezifische Anamnese, Kulturelle Sensibilität, Pflegequalität, Gesundheitswesen, Patientenversorgung, Transkulturelle Kompetenz, Arzt-Patienten-Beziehung, Demenz, Pflegepraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung der Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Patienten mit Migrationshintergrund, um eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Kommunikation, die Identifikation von Barrieren, kulturelle Sensibilität und praktische Modelle für den Pflegealltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erarbeitung von Lösungsansätzen und einem konkreten Maßnahmenplan, um sprachliche und kulturelle Hindernisse in der ambulanten Pflege zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine praxisbezogene Fallstudie sowie die Analyse gängiger theoretischer Modelle und relevanter Fachliteratur zur interkulturellen Pflege.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des konkreten Falles (Herr A.), die theoretische Fundierung der Kommunikationsebenen sowie die Anwendung praktischer Methoden wie des NURSE-Modells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Migrationshintergrund, Pflegekommunikation, kulturelle Sensibilität, NURSE-Modell und transkulturelle Kompetenz.
Wie trägt das NURSE-Modell zur Verbesserung der Pflege bei?
Das Modell unterstützt Pflegekräfte dabei, auf die emotionalen Bedürfnisse der Patienten strukturiert einzugehen, was besonders bei Sprachbarrieren die Beziehungsqualität verbessert.
Welche Rolle spielt die "migrationsspezifische Anamnese"?
Sie ermöglicht eine tiefergehende Erfassung der Patientengeschichte, inklusive Herkunft und Migrationserfahrungen, um die Behandlung besser an die individuellen Hintergründe anzupassen.
- Arbeit zitieren
- Baser Wasiqi (Autor:in), 2017, Patienten mit Migrationshintergrund und die Kommunikation mit dem Pflegedienst. Die Probleme, Lösungsansätze und der Maßnahmeplan anhand eines Fallbeispiels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374434