In dieser Arbeit wird versucht zu skizzieren, wie es gelingen kann, Migranten in die Pflege zu integrieren, sowohl als Pflegekräfte als auch als zu Behandelnde. Dabei dient als Beispiel ein ambulanter Pflegedienst und eine Pflegekraft syrischer Herkunft. Diskutiert werden fachliche und rechtliche Aspekte; verschiedene konkrete Maßnahmen werden als Vorschläge gegeben.
Die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland werden immer älter und leben deutlich länger als die Bevölkerung vorangegangener Generationen. Dieser Anstieg von Menschen im höheren Alter lässt auch den Pflegebedarf ansteigen.
Gleichzeitig wird auch für die Gruppe der älteren Migranten in den nächsten Jahren mit einem erhöhten Pflegebedarf gerechnet. Der erwartete höhere Pflegebedarf wird zum einen mit der rein demographisch bedingten Zunahme der Menschen in dieser Gruppe und zum anderen mit den gesundheitlichen Belastungen, die diese Gruppe in ihrem Arbeitsleben ausgesetzt war, begründet. Die Vorstellungen der älteren Migranten über ihre pflegerische Versorgung im Alter unterscheiden sich nur unwesentlich von den Vorstellungen älterer Menschen ohne Migrationshintergrund. Ältere Menschen mit Migrationshintergrund erwarten überwiegend Hilfe von ihren Verwandten und Kindern. Es ist aber zunehmend zu beobachten, dass nicht alle älteren Migranten Verwandte in Deutschland haben, die diese Aufgabe übernehmen können und auch wollen. Insgesamt sind ambulante und stationäre Angebote der Pflege bei älteren Migranten wenig bekannt. Gründe hierfür sind vor allem Sprachprobleme, Vorbehalte gegenüber Pflegeinstitutionen, das Vertrauen auf Pflege durch Kinder und Verwandte, die Unübersichtlichkeit des Pflegesystems sowie das Aufschieben einer möglichen Rückkehroption.
Die Migration wirkt dabei beidseitig: Einerseits beeinflusst die Migration die Gruppe der Pflegebedürftigen, andererseits ist es auch im Pflegesektor, insbesondere beim Pflegepersonal mit teilweise erheblichen Veränderungen verbunden. Bei der Beurteilung des Personals ist der Parameter „mit Migrationshintergrund“ sicherlich der sinnvollste, denn er ist denkbar weit gefasst und berücksichtigt sämtliche Merkmale, wie zum Beispiel die Muttersprache, den Geburtsort, die Ethnie und kulturelle Eigenschaften der Person. Etwa zwei Drittel der in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund ist im Ausland geboren und selbst nach Deutschland migriert. Sie haben mithin die Einwanderung in ein fremdes Land persönlich erfahren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einführung
1.2 Das Unternehmen
1.3. Die Pflegekraft - F
1.4.Begründung der Themenwahl
2. Theorie
2.1. Fachliche Aspekte
2.2 Rechtliche Aspekte – Drittstaatsangehörigkeit
2.3 Anerkennung ausländischer Abschlüsse
3. Beispiel
3.1 Beispiel aus der Praxis
3.2 Ausgangssituation
3.3 Ressourcen
3.4 Was kann F?
4. Was muss F lernen? Ziel
5. Maßnahmenplan
5.1. Konkrete Maßnahmen (Beispiele)
1. Ruhiger sprechen
5.2. Gemeinsame Lösungsfindung
5.3. Nonverbale Kommunikation
5.4. Zuhören
6. Ergebnis
7. Fazit
7.1 Was habe ich gelernt.
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Lösungsstrategien bei der Integration einer Pflegehelferin mit syrischem Migrationshintergrund in einen ambulanten Pflegedienst, um angesichts des wachsenden Fachkräftemangels eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung sicherzustellen.
- Demografischer Wandel und Fachkräftemangel im Pflegesektor
- Rechtliche Rahmenbedingungen für die Anstellung von Drittstaatsangehörigen
- Herausforderungen der interkulturellen Kommunikation und Integration
- Praktische Maßnahmen zur Einarbeitung und Unterstützung ausländischer Pflegekräfte
- Transkulturelle Kompetenz in der Pflege
Auszug aus dem Buch
1.3. Die Pflegekraft - F
F ist 34 Jahre alt und kommt ursprünglich aus einem syrischen Ort wenige Kilometer entfernt von der Hauptstadt Damaskus. Sie ist muslimischen Glaubens und war in ihrer Heimat Syrien als ausgebildete Kranken- und Gesundheitspflegerin tätig.
Im Oktober 2015 floh F vor dem Krieg in Syrien nach Deutschland. Hier lebt sie mittlerweile mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern. F besuchte seit Anfang 2016 mit ihrer Familie zahlreiche Deutschkurse und hat mittlerweile ein gutes Sprachniveau. Sie lebt nur wenige Minuten entfernt von unserer Zentrale und hat eine gute Bleibeperspektive in Deutschland.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den demografischen Wandel und den wachsenden Fachkräftemangel, der die Integration von Migranten in den Pflegesektor notwendig macht.
2. Theorie: Analysiert die statistische Lage sowie die rechtlichen Voraussetzungen und Anerkennungsverfahren für ausländische Pflegekräfte.
3. Beispiel: Reflektiert die konkrete Ausgangssituation und die persönlichen Kompetenzen der Pflegerin F im Kontext des Pflegedienstes.
4. Was muss F lernen? Ziel: Identifiziert die deutsche Sprache und das Verständnis der hiesigen Kultur als zentrale Integrationsschritte.
5. Maßnahmenplan: Stellt konkrete Strategien vor, um durch Mentoring und Kommunikation die Integration am Arbeitsplatz erfolgreich zu gestalten.
6. Ergebnis: Fasst die Erkenntnisse zusammen, dass strukturelle Maßnahmen und interkulturelle Sensibilität Schlüssel für eine erfolgreiche Integration sind.
7. Fazit: Zieht Bilanz über die Notwendigkeit transkultureller Kompetenz und die zukünftige Bedeutung dieses Feldes in der Ausbildung.
Schlüsselwörter
Pflege, Migration, Fachkräftemangel, Integration, ambulanter Pflegedienst, Drittstaatsangehörige, transkulturelle Kompetenz, Sprachbarrieren, Mentoring, Altenpflege, Arbeitsmarkt, Anerkennungsgesetz, Kultursensibilität, Patientenversorgung, Syrien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Integration einer syrischen Pflegehelferin in einen deutschen ambulanten Pflegedienst und die damit verbundenen Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind der demografische Wandel, der Fachkräftemangel in der Pflege, rechtliche Aspekte der Beschäftigung von Migranten sowie Strategien zur interkulturellen Einarbeitung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, praxisnahe Lösungsansätze aufzuzeigen, wie ausländische Pflegekräfte fachlich und kulturell erfolgreich in ein deutsches Pflegeteam integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine praxisbezogene Fallstudie, die theoretische Grundlagen mit eigenen Erfahrungen aus dem Pflegealltag verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst theoretische Analysen zur Pflegestatistik, rechtliche Hürden bei der Anerkennung von Abschlüssen sowie konkrete Maßnahmenpläne für die Einarbeitung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Pflege, Integration, Fachkräftemangel, transkulturelle Kompetenz und Kultursensibilität charakterisiert.
Warum ist das Erlernen der deutschen Kultur schwieriger als die Sprache?
Die Arbeit argumentiert, dass tief verwurzelte Werte, hierarchische Vorstellungen und kulturelle Weltbilder auch nach Sprachunterricht in der Persönlichkeit stark verankert bleiben.
Welche Rolle spielen Mentoren bei der Integration?
Mentoren übernehmen neben ihrer regulären Arbeit die Aufgabe, die Pflegekraft in den Betrieb, die Sprache und die bürokratischen Abläufe einzuführen.
- Arbeit zitieren
- Baser Wasiqi (Autor:in), 2017, Integration von Migranten in den Pflegealltag. Wie eine Pflegehelferin mit syrischem Migrationshintergrund in den ambulanten Pflegedienst eingegliedert werden kann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374435