Das Ziel der Stunde besteht darin, dass die Schülerinnen sich ihrer Verwendung des Begriffs „moralisch“ bewusst werden und Eigenschaften überlegen, anhand derer eine Handlungsweise als „moralisch“ anerkannt werden kann.
Als Einstieg erhalten die Schülerinnen per Powerpoint die Situation „Der Sprengstoffanschlag“ angezeigt, bei der sie im Rahmen einer Spontanphase intuitiv per Hochhalten von farbigen Karten anzeigen sollen, inwiefern die beteiligten Personen ihrer Meinung nach (un-)moralisch gehandelt haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Längerfristiges Unterrichtsvorhaben – Unterrichtskontext
1.1 Darlegung und Begründung des längerfristigen Unterrichtsvorhabens
1.1.1 Curriculare Verordnungen
1.1.2 Unterrichtskontext
1.2 Synopse des Unterrichtsvorhabens
2. Kompetenzbezogene Zielsetzung
2.1 Schwerpunktziel
2.2 Kompetenzorientierte Zielsetzungen
3. Didaktisch-methodische Entscheidungen
3.1 Didaktische Reduktion: Potenzial und Relevanz des Themas und des Gegenstands
3.2 Methodische Entscheidungen
4. Verlaufsplan
5. Literatur
6. Anhang
6.1 Impulsfall „Der Sprengstoffanschlag“ (M1)
6.2 Impulsbogen mit verschiedenen Fällen (M2)
6.3 Arbeitsblatt „Was bedeutet ´moralisch`?“ (M3)
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtsreihe ist die Förderung der ethischen Urteilskompetenz von Schülerinnen und Schülern durch die gezielte Auseinandersetzung mit moralischen Dilemmata und ethischen Grundbegriffen. Die Arbeit fokussiert darauf, wie Jugendliche von intuitiven Spontanurteilen zu einer reflektierten, prinzipiengeleiteten Urteilsbildung gelangen können, wobei christliche Perspektiven sowie philosophische Argumentationsmuster integriert werden.
- Kompetenzorientierung im Religionsunterricht
- Ethische Urteilsbildung und Dilemmaanalyse
- Verknüpfung von Intuition, Vernunft und christlicher Ethik
- Lebensweltbezogene Anwendung ethischer Prinzipien
Auszug aus dem Buch
3.1 Didaktische Reduktion: Potenzial und Relevanz des Themas und des Gegenstands
Was muss ich tun? Was sollen wir tun? Was soll gelten? Beim ethischen Lernen der vorliegenden Reihe „Ethik – vernünftig und frei handeln“ beschäftigen sich die Schülerinnen mit Fragen rund um Werte und Normen. Inhalt ethischen Lernens sind die Wertvorstellungen, die persönlich, kirchlich und gesellschaftlich vertreten werden. Ziel ethischen Lernens ist die Fähigkeit, praktische Wertdiskurse zu führen und ein Urteilsvermögen zu entwickeln, das zu verantworteten Entscheidungen befähigt.
Um ethisch beurteilen zu können, verwenden Christen (wie andere auch) ihre Vernunft, gebrauchen diese allerdings im Horizont der biblisch-christlichen Überlieferung. Daraus ergibt sich eine zweifache Aufgabe an die ethischen Lernprozesse im Religionsunterricht: Die Schülerinnen sollen sowohl ihre ethische Urteilskompetenz entwickeln als auch lernen, ihre Wertvorstellungen im Lichte der christlichen Botschaft begründen zu können. Die vorliegende kompetenzorientierte Reihe zielt darauf ab, diese zweifache Aufgabe auf dem Modell der Werteentwicklung zu verfolgen. Dieses Modell interessiert sich vor allem für die Erhöhung der ethischen Urteilskompetenz Jugendlicher. Der Hauptvertreter Lawrence Kohlberg hat in diesem Zusammenhang eine Reihe von moralischen Dilemma-Geschichten entwickelt, mittels derer Jugendliche Entscheidungen diskutieren sollen, welches Handeln in den vorgestellten Situationen anzustreben sei. Mit sogenannten „moralischen Dilemmata“ untersuchte Kohlberg die moralische Entwicklung des Menschen. Den Probanden wurden zehn hypothetische Dilemmata vorgelegt. Durch diese fiktiven Geschichten wurden sie mit moralischen Problemstellungen konfrontiert, zum Beispiel geraten die Protagonisten in einen inneren Konflikt mit Normen und Gesetzen, wenn die Forderung einer Autorität im Widerspruch zum Wohlergehen anderer Personen steht. Die Zielstellung der Werteentwicklung kann wie folgt zusammengefasst werden: Jugendliche sollen ihre moralische Urteilsfähigkeit stufenweise erweitern und über die Arbeit an Dilemmata zu einem prinzipiengeleiteten moralischen Urteil befähigt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Längerfristiges Unterrichtsvorhaben – Unterrichtskontext: Dieser Abschnitt verortet die Unterrichtsreihe im Lehrplan der Sekundarstufe II und erläutert die didaktischen Prinzipien der Kompetenzorientierung.
2. Kompetenzbezogene Zielsetzung: Hier werden die angestrebten Lernziele definiert, unterteilt in Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenz für das Thema „Orientierung finden“.
3. Didaktisch-methodische Entscheidungen: Dieses Kapitel begründet die pädagogische Herangehensweise und erläutert die Bedeutung der moralischen Dilemmata für die Entwicklung der Urteilsfähigkeit.
4. Verlaufsplan: Ein detaillierter tabellarischer Überblick über den Ablauf der Unterrichtsstunde inklusive Sozialformen und Medieneinsatz.
5. Literatur: Eine Zusammenstellung der verwendeten fachdidaktischen und philosophischen Quellen.
6. Anhang: Enthält die für den Unterricht entwickelten Arbeitsmaterialien, darunter Impulsfälle und Fragebögen zur moralischen Reflexion.
Schlüsselwörter
Ethische Urteilsbildung, Religionsunterricht, Moral, Dilemmaanalyse, Kompetenzorientierung, Werteentwicklung, Christliche Ethik, Urteilskompetenz, Lebensweltbezug, Didaktische Reduktion, Metakognition, Fallanalyse, Handlungsfähigkeit, Sekundarstufe II, Wertediskurs.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt ein Unterrichtskonzept für das Fach Katholische Religion vor, das darauf ausgerichtet ist, ethisches Lernen methodisch strukturiert in der Sekundarstufe II zu implementieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die ethische Urteilsbildung, der Umgang mit Werten und Normen sowie die Frage nach verantwortlichem Handeln aus christlicher Motivation.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsreihe?
Das Hauptziel ist die Entwicklung der ethischen Urteilskompetenz der Schülerinnen und Schüler, damit diese komplexe Konfliktsituationen reflektiert bewerten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Modell der werteorientierten Dilemmaanalyse nach Lawrence Kohlberg sowie ein kompetenzorientierter Ansatz verfolgt, der intuitive Spontanurteile durch theoretische Reflexion präzisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der didaktische Kontext, die Lernzieldefinitionen sowie die methodische Planung einer Sequenz zur ethischen Urteilsfindung detailliert ausgearbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ethische Urteilsbildung, Dilemmaanalyse, Kompetenzorientierung, christliche Ethik und Moral.
Warum spielt das Fallbeispiel „Der Sprengstoffanschlag“ eine zentrale Rolle?
Der Fall dient als aktivierender Einstieg, um erste intuitive moralische Vorstellungen der Schülerinnen sichtbar zu machen, bevor diese durch weitere Analysen verfeinert werden.
Welche Rolle spielt die Metakognition in diesem Konzept?
Die Metakognition ermöglicht es den Schülern, ihren eigenen Lern- und Urteilsprozess bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren, um Stärken und Schwächen im Bereich der Kompetenzentwicklung zu identifizieren.
- Arbeit zitieren
- Dr. (theol.) (Dipl. theol.) Peter Hubertus Erdmann (Autor:in), 2016, Was ist moralisches Handeln? Ein Sprengstoffanschlag und weitere Fälle für mutmaßlich unmoralisches Verhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374477