Das hier vorgestellte Unterrichtsvorhaben behandelt eine Unterrichtsreihe zu dem Thema „Ethik – vernünftig und frei handeln“. Die Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen ist für das Fach Katholische Theologie ein fester Bestandteil des Lehrplans Sek II NRW im Inhaltsfeld 5 Verantwortliches Handeln aus christlicher Motivation zum inhaltlichen Schwerpunkt „Charakteristika christlicher Ethik“.
Das schulinterne Curriculum verordnet das Thema als Teil der Inhaltsfelder „Der Mensch in christlicher Perspektive“ (IF 1) und „Verantwortliches Handeln aus christlicher Motivation“ (IF 5) mit den dazugehörigen inhaltlichen Schwerpunkten „Der Mensch als Geschöpf und Ebenbild Gottes“ und „Charakteristika christlicher Ethik“. Der Schwerpunkt liegt im schulinternen Curriculum auf der Handlungs- und der Urteilskompetenz.
Indem die Schülerinnen und Schüler anhand des Dilemmas „Liebe und Moral“ ihre Gefühlsintuitionen zur Frage nach einem „moralischen“ Verhalten skizzieren (AFB I) und ihre Intuitionen mit den erarbeiteten Ansichten klassischer und moderner Philosophen vergleichen (AFB II), können sie Kriterien für eine „moralische“ Entscheidung erörtern (AFB III). Auf diese Weise erweitern die SuS ihre Urteilskompetenz.
Inhaltsverzeichnis
1. Längerfristiges Unterrichtsvorhaben – Unterrichtskontext
1.1 Darlegung und Begründung des längerfristigen Unterrichtsvorhabens
1.1.1 Curriculare Verordnungen
1.1.2 Unterrichtskontext
1.2 Synopse des Unterrichtsvorhabens
2. Kompetenzbezogene Zielsetzung
2.1 Schwerpunktziel
2.2 Kompetenzorientierte Zielsetzungen
3. Didaktisch-methodische Entscheidungen
3.1 Didaktische Reduktion: Potenzial und Relevanz des Themas und des Gegenstands
3.2 Methodische Entscheidungen
4. Verlaufsplan
5. Literatur
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieses Unterrichtsvorhabens ist die Förderung der ethischen Urteilskompetenz der Schülerinnen und Schüler im Fach Katholische Religion, indem sie ihre intuitiven moralischen Vorstellungen durch die Auseinandersetzung mit philosophischen und christlichen Positionen kritisch reflektieren und weiterentwickeln. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie Lernende befähigt werden können, verantwortlich zu handeln und ihre persönlichen Wertvorstellungen im Kontext christlicher Ethik zu begründen.
- Kompetenzorientierung und didaktischer Perspektivenwechsel
- Einsatz moralischer Dilemmata zur Förderung der Urteilsfähigkeit
- Verknüpfung von Schülerintuitionen mit klassischen und modernen Ethiktheorien
- Vernetzung von Wissen und Können durch lebensweltliche Anwendungsbezüge
- Reflexion des christlichen Menschenbildes als Grundlage für ethische Entscheidungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Didaktische Reduktion: Potenzial und Relevanz des Themas und des Gegenstands
Was muss ich tun? Was sollen wir tun? Was soll gelten? Beim ethischen Lernen der vorliegenden Reihe „Ethik – vernünftig und frei handeln“ beschäftigen sich die Schülerinnen mit Fragen rund um Werte und Normen. Inhalt ethischen Lernens sind die Wertvorstellungen, die persönlich, kirchlich und gesellschaftlich vertreten werden. Ziel ethischen Lernens ist die Fähigkeit, praktische Wertdiskurse zu führen und ein Urteilsvermögen zu entwickeln, das zu verantworteten Entscheidungen befähigt.
Um ethisch beurteilen zu können, verwenden Christen (wie andere auch) ihre Vernunft, gebrauchen diese allerdings im Horizont der biblisch-christlichen Überlieferung. Daraus ergibt sich eine zweifache Aufgabe an die ethischen Lernprozesse im Religionsunterricht: Die Schülerinnen sollen sowohl ihre ethische Urteilskompetenz entwickeln als auch lernen, ihre Wertvorstellungen im Lichte der christlichen Botschaft begründen zu können. Die vorliegende kompetenzorientierte Reihe zielt darauf ab, diese zweifache Aufgabe auf dem Modell der Werteentwicklung zu verfolgen. Dieses Modell interessiert sich vor allem für die Erhöhung der ethischen Urteilskompetenz Jugendlicher. Der Hauptvertreter Lawrence Kohlberg hat in diesem Zusammenhang eine Reihe von moralischen Dilemma-Geschichten entwickelt, mittels derer Jugendliche Entscheidungen diskutieren sollen, welches Handeln in den vorgestellten Situationen anzustreben sei. Mit so genannten „moralischen Dilemmata“ untersuchte Kohlberg die moralische Entwicklung des Menschen. Den Probanden wurden zehn hypothetische Dilemmata vorgelegt. Durch diese fiktiven Geschichten wurden sie mit moralischen Problemstellungen konfrontiert, zum Beispiel geraten die Protagonisten in einen inneren Konflikt mit Normen und Gesetzen, wenn die Forderung einer Autorität im Widerspruch zum Wohlergehen anderer Personen steht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Längerfristiges Unterrichtsvorhaben – Unterrichtskontext: Dieses Kapitel verortet die Unterrichtsreihe im Lehrplan der Sekundarstufe II und erläutert die didaktischen Prinzipien der Kompetenzorientierung, Schülerorientierung und Korrelation.
2. Kompetenzbezogene Zielsetzung: Hier werden die angestrebten Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenzen definiert, die auf die Entwicklung einer reflektierten ethischen Urteilsfähigkeit abzielen.
3. Didaktisch-methodische Entscheidungen: Dieser Abschnitt begründet die Wahl des Modells der Werteentwicklung und des Arbeitens mit Dilemmata, um Schülerinnen zur kritischen Reflexion ihrer Intuitionen zu befähigen.
4. Verlaufsplan: Der Verlaufsplan bietet eine detaillierte tabellarische Übersicht über die einzelnen Unterrichtsphasen, Sozialformen, Medien und methodischen Kommentare.
5. Literatur: Das Kapitel listet die verwendeten religionspädagogischen und philosophischen Fachquellen auf, die dem Unterrichtsvorhaben zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Ethik, Kompetenzorientierung, Religionsunterricht, Werteentwicklung, Moralische Dilemmata, Urteilskompetenz, Christliche Ethik, Unterrichtsvorhaben, Lebenswelt, Anthropologie, Handlungsfähigkeit, Diagnostik, Metakognition, Vernetzung, Didaktische Reduktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Verlaufsplan für einen Unterrichtsbesuch im Fach Katholische Religion zum Thema „Ethik – vernünftig und frei handeln“ vor.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der ethischen Urteilskompetenz, der Reflexion über christliche Ethik sowie der Bearbeitung moralischer Dilemmata.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist, Schülerinnen durch einen kompetenzorientierten Ansatz zu befähigen, ihre eigenen moralischen Intuitionen zu hinterfragen, wissenschaftlich zu begründen und ethisch verantwortet zu handeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird auf das Modell der Werteentwicklung nach Lawrence Kohlberg sowie auf die didaktischen Prinzipien der Schülerorientierung, Elementarisierung und Korrelation zurückgegriffen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die curriculare Einordnung, die kompetenzorientierte Zielsetzung, didaktisch-methodische Überlegungen zur Arbeit mit Dilemmata sowie den konkreten Verlaufsplan der Stunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Ethik, Kompetenzorientierung, Urteilskompetenz, moralische Dilemmata und christliche Perspektive.
Wie gehen die Schülerinnen mit dem Dilemma „Liebe und Moral“ um?
Sie skizzieren zunächst ihre persönlichen Gefühlsintuitionen, vergleichen diese anschließend mit philosophischen Positionen und gelangen so zu einer reflektierten Urteilsbildung.
Welche Rolle spielt die Metakognition in dieser Reihe?
Die Metakognition dient dazu, dass Schülerinnen ihre eigenen Stärken und Schwächen bewusst einschätzen und Lernprozesse aktiv steuern, etwa durch Reflexionsmethoden wie Mind-Maps.
- Arbeit zitieren
- Peter Hubertus Erdmann (Autor:in), 2016, Liebe und Moral. Das Thema Ethik im Unterrichtsfach Katholische Religion für die 10. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374479