Liebe und Moral. Das Thema Ethik im Unterrichtsfach Katholische Religion für die 10. Klasse


Unterrichtsentwurf, 2016
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
1. Längerfristiges Unterrichtsvorhaben ­ Unterrichtskontext ...3
1.1 Darlegung und Begründung des längerfristigen Unterrichtsvorhabens...3
1.1.1 Curriculare Verordnungen...3
1.1.2 Unterrichtskontext...3
1.2 Synopse des Unterrichtsvorhabens...6
2. Kompetenzbezogene Zielsetzung...7
2.1 Schwerpunktziel ...7
2.2 Kompetenzorientierte Zielsetzungen...7
3. Didaktisch-methodische Entscheidungen...8
3.1 Didaktische Reduktion: Potenzial und Relevanz des Themas und des Gegenstands ...8
3.2 Methodische Entscheidungen...9
4. Verlaufsplan ...11
5. Literatur ...13

1. Längerfristiges Unterrichtsvorhaben ­ Unterrichtskontext
1.1 Darlegung und Begründung des längerfristigen Unterrichtsvorhabens
1.1.1 Curriculare Verordnungen
Das hier vorgestellte Unterrichtsvorhaben behandelt eine Unterrichtsreihe zu dem Thema
,,Ethik ­ vernünftig und frei handeln". Die Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen
ist für das Fach Katholische Theologie ein fester Bestandteil des Lehrplans Sek II. NRW im
Inhaltsfeld 5 Verantwortliches Handeln aus christlicher Motivation zum inhaltlichen
Schwerpunkt ,,Charakteristika christlicher Ethik"
1
. Das schulinterne Curriculum verordnet das
Thema als Teil der Inhaltsfelder Der Mensch in christlicher Perspektive (IF 1) und
Verantwortliches Handeln aus christlicher Motivation (IF 5) mit den dazugehörigen
inhaltlichen Schwerpunkten ,,Der Mensch als Geschöpf und Ebenbild Gottes" und
,,Charakteristika christlicher Ethik". Der Schwerpunkt liegt im schulinternen Curriculum auf
der Handlungs- und der Urteilskompetenz.
1.1.2 Unterrichtskontext
Im Sinne des didaktischen Perspektivenwechsels von der Inhaltsorientierung (Input-
Orientierung) zur Kompetenzorientierung (Output-Orientierung)
2
soll bei der vorliegenden
kompetenzorientierten Unterrichtsreihe das Lernen der Schülerinnen in den Mittelpunkt
gestellt werden, so dass die Reihe insgesamt darauf abzielt, Andreas Feindts und René
Herbigs sechs Merkmale eines kompetenzorientierten Unterrichts umzusetzen
3
und neben der
Kompetenzorientierung mit den Prinzipien der Schülerorientierung
4
, der Elementarisierung
5
und der Korrelation
6
einher zu gehen.
Die einführende Sequenz greift das Thema ,,Ethik" anhand von einer Bewegungsübung zu
schwierigen Situationen aus dem Schülerinnenalltag auf: Die Schülerinnen werden gebeten,
sich entsprechend im Raum aufzustellen, wenn sie in bestimmten Situationen eine Lüge für
gerechtfertigt (linke Raumecke) bzw. ungerechtfertigt (rechte) halten. Der korrelative Einstieg
1 MINISTERIUM FÜR SCHULE UND WEITERBILDUNG:
http://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/upload/klp_SII/kr/KLP_GOSt_Religionslehre_ka.pdf
(S.12)
(vom 11.7.15).
2 MICHALKE, LEICHT, Wolfgang (Hg.): ,,Kompetenzorientiert unterrichten. Das Praxisbuch für den
Religionsunterricht"; München 2011, S. 10f.
3 FEINDT, Andreas/ HERBIG, René: ,,Hosentaschen-Skript zum kompetenzorientierten Religionsunterricht";
Bonn ­ Bad Godesheim 2009, S. 2.
4 ZIEBERTZ, Hans-Georg: ,,Ethisches Lernen"; in: HILGER, Georg (hg.) (u.a.): Religionsdidaktik ­ ein
Leitfaden für Studium, Ausbildung und Beruf" (4. Aufl.); München 2007, S. 153ff.
5 NIPKOW, Karl Ernst: ,,Elementarisierung"; in: BITTER, Gottfried/ ENGLERT, Rudolf (Hg.) (u.a.): ,,Neues
Handbuch religionspädagogischer Grundbegriffe" (2. Aufl.), München 2006, S. 451-454.
6 Ebd. S. 319ff.
3

über Anwendungssituationen aus der Lebenswelt der Schülerinnen macht den
Lebensweltbezug der Reihe deutlich (Lebensweltliche Anwendung) und ermöglicht
gleichzeitig dem Unterrichtenden eine erste Einschätzung der Ausgangsvoraussetzungen der
Schülerinnen, welche sich auf die Schwerpunktsetzung und Vertiefung der weiteren Elemente
der Reihe auswirken können (Diagnose). Das Grundanliegen war die konsequente
Verknüpfung der wissenschaftspropädeutischen Auseinandersetzung mit den in der Reihe
behandelten Gegenständen mit den Fragen der Schülerinnen. Die Schülerinnen sollen dabei
stärker in ihrem individuellen Lernprozess wahrgenommen und begleitet werden
(Individuelle Lernbegleitung): Hierzu gehören die bewusste Wahrnehmung der
Lernausgangslage (Vorwissen, Kompetenzen, persönlicher Bezug zur Thematik, subjektive
Theorien) und passende, individuelle Lernangebote sowie die sorgfältige Beobachtung jeder
einzelnen Schülerin im Laufe des Lernprozesses. Im zweiten Teil der 1. Sequenz (,,Love
makes blind?)" werden Schülerintuitionen zur Verwendung der Begriffe ,,Moral" bzw.
,,moralisch" ermittelt und klassischen (Kant) sowie modernen (Singer, Nagel) Positionen
gegenübergestellt. Neben der Diagnostik geht es um eine Annäherung an den Begriff der
Moral anhand eines Dilemmas, bei dem sich ein Mädchen fragt, ob es mit dem Partner einer
abwesenden Freundin flirten darf.
In der zweiten Sequenz werden zentrale Begriffe der Ethik (z.B. ,,Handlung", ,,Norm")
geklärt, (u.a) anhand des Kurzfilmes ,,Sommersonntag" (der Tatort-Schauspieler Axel Prahl
steht vor dem Trolley-Problem) und anhand des Mercedesspots ,,ADOLF" (ein Mercedes
überfährt bewusst Hitler als Kind). Neben der Sachkenntnis um die Begriffe wird die
Urteilskompetenz geschult. Wie vom schulinternen Lehrplan zu den methodischen Akzenten
des Vorhabens erklärt, sollen die Schritte ethischer Urteilsfindung aus der Auseinandersetzung
mit Dilemmata bestehen. Die Auseinandersetzung mit Dilemmata dient ebenfalls der Übung/
Überarbeitung: Unterrichtsstoff (in dem Fall die urteilsförderliche Methode der
Dilemmaanalyse) wird nicht einmal behandelt, sondern regelmäßig geübt und Ergebnisse aus
dem Unterricht ­ z.B. in späteren Sequenzen ­ überarbeitet und vertieft.
Mithilfe der dritten Sequenz werden drei bedeutende Positionen der Ethik erarbeitet ­ die
deontologische, teleologische und die hermeneutische Argumentation. Der Fokus liegt dabei
auf der Anwendung der Theorien, weniger auf der theoretischen Grundlegung. Geleitet
werden die Schülerinnen dabei einerseits von Erkenntnissen aus der Auseinandersetzung mit
4

biblischen und theologischen Texten, sollen aber auch ihre eigenen Ideen und Standpunkte
einbringen. Diese Sequenz akzentuiert im Prozess der Urteilsbildung insbesondere Positionen
christlicher Ethik in katholischer Perspektive. Es beleuchtet Konsequenzen, die sich für ein
Leben aus dem christlichen Glauben ergeben.
7
An dieser Stelle ist eine Zwischenüberprüfung
zur Metakognition in Form einer Collage oder einer Mind-Map zu einem aktuellen Problem
geplant: Die Metakognition, also die bewusste Wahrnehmung und Reflexion des eigenen
Lernprozesses, ist ein wesentliches Element eines selbst gesteuerten, individuellen
Lernprozesses. Die Schülerinnen und Schüler üben sich darin, ihre eigenen Stärken und
Schwächen bewusst einzuschätzen und Lernschritte zur Verbesserung ihrer Kompetenzen zu
planen.
In der vierten Sequenz vertiefen die Schülerinnen ihre Urteils- und Dialogkompetenz, indem
sie sich anhand von Dilemmasituationen mit philosophischen und christlichen Modellen der
ethischen Urteilsfindung auseinandersetzen. Hier kann eine Vernetzung stattfinden: Über die
Schuljahre hinweg erfolgt ein systematischer Aufbau von Wissen und Können (vertikale
Vernetzung). Ferner wird erworbenes Wissen immer auch auf andere Kontexte übertragen
(horizontale Vernetzung). Diese Sequenz dient ebenfalls der kognitive Aktivierung: Er
aktiviert immer bereits vorhandenes Wissen und bereits vorhandene Kompetenzen und
verlangt ihren Transfer und ihre Verwendung in einer neuen Anforderungssituation.
Auch hier sollen die erworbenen Kompetenzen am Ende der Reihe helfen, eine
Anforderungssituation zu meistern, die gleichzeitig zur Kompetenzüberprüfung der gesamten
Reihe dient. Gegen Ende der Sequenz sollen die Lerner in der Lage sein, mit ihren im
Unterricht erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten eine problemhaltige lebensweltliche
Anforderungssituation zu bewältigen. In dieser sollen sie ihr Wissen und Können beweisen
(Performanz).
8
Dazu benötigen sie die in der Lernausgangslage beschriebenen Sach- und
Urteilskompetenzen
9
. Aus diesem Grund erstellen die Schülerinnen am Ende in einer
ganzheitlichen Projektarbeit entweder ein Portfolio mit einer selbstständig ausgewählten
ethischen Fragestellung aus dem Bereich des Umgangs mit Leben oder bearbeiten schriftlich
und eigenständig eine Dilemmageschichte als Evaluation des Lernfortschritts. Die
Lernergebnisse der Reihe könnten anschließend anhand eines Evaluationsbogens von den
Schülerinnen evaluiert werden.
7 MINISTERIUM FÜR SCHULE UND WEITERBILDUNG (S. 19) (vom 11.7.15).
8 GNANDT, Michael; in:
http://www.erzbistum-koeln.de/export/sites/erzbistum/schule-
hochschule/religionspaedagogik/steinfeld/vortraege/2010/gnandt/GNANDT_Kompetenzorientierter_RU.pdf
(vom 12.7.15).
9 Ebd.
5
Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Liebe und Moral. Das Thema Ethik im Unterrichtsfach Katholische Religion für die 10. Klasse
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V374479
ISBN (eBook)
9783668531840
ISBN (Buch)
9783668531857
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
liebe, moral, thema, ethik, unterrichtsfach, katholische, religion, klasse
Arbeit zitieren
Peter Hubertus Erdmann (Autor), 2016, Liebe und Moral. Das Thema Ethik im Unterrichtsfach Katholische Religion für die 10. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374479

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