Amelia Earhart. Pionierin der Lüfte


Essay, 2015
9 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Amelia Earhart gilt als eine der legendärsten Fliegerinnen Amerikas und ist bis heute noch Vorbild für viele emanzipierte Frauen. Sie gilt als der erste Mensch der zweimal einen Atlantikflug unternommen hat. Einmal als Passagierin und das zweite Mal flog sie selbst. Besonderer Fokus dieser Arbeit wird auf ihre vielen Rekorde gelegt, die sie im Laufe ihrer Karriere als Pilotin aufgestellt hat.

Amelia Mary Earhart wurde am 24. Juli 1897 in Atchinson, Kansas geboren. Sie war die erstgeborene Tochter des deutsch- amerikanischen Juristen Samuel „Edwin“ Stanton Earhart (1865-1930) und seiner Frau Amelia „Amy“ Otis (1869-1962). Zusammen mit ihrer kleinen Schwester Grace Muriel Earhart (1899-1998) lebte sie in ihrer Kindheit im Haus ihrer Großeltern, da ihr Vater ein Alkoholproblem hatte. Im Alter von elf Jahren musste sie mit ihrer Familie in eine kleine Wohnung nach Moines, Iowa umziehen. Später schrieb Amelia in einem Brief an ihre Schwester, dass der Verlust des Wohlstandes zu dem langsamen Zerfall der Familie geführt hatte.[1]

Schon als Kind zeigte sich, dass Amelia anders als andere Mädchen in ihrem Alter war. Sie interessierte sich nie für Puppen, wollte lieber auf Bäume klettern, Football spielen oder ein Baumhaus bauen. Schon in jungen Jahren sehnte sie sich nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, auch interessierte sie sich für Frauen in Männerberufen und sammelte Artikel darüber aus der Zeitung. Sie war gegen das allgemeine Frauenbild, das Frauen als schwach und abhängig von einem Mann darstellte. 1916 schloss sie die High-School in Chicago mit Auszeichnung ab. Anschließend arbeitete sie als Militärkrankenschwester in Toronto und als Sozialarbeiterin in Boston. Zwei Jahre nach ihrem High-School Abschluss begann sie ein Medizinstudium an der Columbia University in New York City, welches sie allerdings nach einem halben Jahr wieder abbrach.[2]

Im Jahr 1920 durfte Amelia das erste Mal in einem Flugzeug mitfliegen. Von diesem Moment an, hatte sie den Wunsch selber fliegen zu lernen. Mit 1.000 Dollar pro Stunde war der Flugunterricht sehr teuer und ihre Eltern weigerten sich dafür zu bezahlen. Um sich ihren Wunsch erfüllen zu können arbeitete sie im darauf folgenden Jahr sehr hart und hatte die verschiedensten Arbeitsstellen, von der Telefonistin bis zur Würstchenverkäuferin auf einem Jahrmarkt. 1921 hatte sie ihre erste Flugstunde bei der Pilotin Anita „Neta“ Snook (1896–1991), diese war die erste Frau, die Besitzerin einer eigenen Flugschule war.[3] Amelia war jetzt eine von nur 16 Frauen weltweit die eine Fluglizenz noch im selben Jahr besaß. Schon nach einem halben Jahr kaufte sie sich ihr eigenes Flugzeug das sie mithilfe des Ersparten aus ihren Jobs und mit geliehenem Geld ihrer Mutter kaufte. Eine gebrauchte Kinner Airster mit dem Namen „The Canary“, ein Zweisitzer der von der Firma Kinner Airplane & Motor Corporation hergestellt worden war.[4] Mit diesem Flugzeug, stellte sie ihren ersten Höhen-Weltrekord mit 4.267 Meter für Frauen auf. In den nächsten Jahren verbrachte sie jede Minute ihrer Freizeit auf dem Flugplatz.

Im Juni 1928 gelangte Amelia zu internationaler Berühmtheit. Zusammen mit dem Piloten Wilmer Stultz und dem Co- Piloten und Mechaniker Louis „Slim“ Gordon, trat sie als erste Frau in der Geschichte einen 20 stündigen Transatlantikflug an. Zu ihrem Leidwesen nur als Passagierin und nicht als Pilotin selbst. Unter einer Transatlantiküberquerung versteht man Überquerung des Atlantischen Ozeans von Europa oder Afrika bis nach Amerika oder umgekehrt. Dies kann per Schiff, Flugzeug oder mit einem Luftschiff geschehen. Ein Jahr vor Amelias Flug, schaffte der US- Amerikaner Charles Lindbergh den ersten triumphalen Nonstop- Flug von New York City nach Paris. Der bis dahin unbekannte Flugzeughersteller Ryan Airlines, baute in nur zwei Monaten extra für dieses Vorhaben die Maschine „Spirit of St. Louis“, einen Schulterdecker. Dies bezeichnet ein Flugzeug mit einer über dem Rumpf angeordneten Tragfläche, diese Konstruktion liegt zwischen einem Mitteldecker und einem Hochdecker Flugzeug.[5] Für die Strecke von 6.437 Kilometern brauchte Lindenbergh 33 Stunden und 29 Minuten.[6]

Das Flugzeug bei Amelias Überquerung 1928 war die „Friendship“, ein Fokker F.Vll Trimotor. Ein als Hochdecker ausgelegtes Passagierflugzeug, das Platz für zwei Piloten und acht bis zehn Passagiere bietet. Auch wenn Amelia nur als Passagierin an Bord war, war sie für das Logbuch verantwortlich. Die Friendship startete am 17. Juni in Neufundland und landete nach 20 Stunden und 40 Minuten am darauf folgenden Tag bei Burry Port in der Nähe von Llanelli in Wales, Großbritannien.[7] Während des Flugs war durch die Sicht dichte Wolken, ausgesprochen schlecht und der Pilot nach 19 Stunden schon komplett übermüdet. Kurz vor Ende verloren sie die Orientierung und konnten auch mit unterliegenden Schiffen keinen Kontakt mehr aufnehmen. Fast schon durch einen Zufall endeckten sie Boote und dadurch die Küste. Ihr ursprüngliches Ziel war eigentlich die Küste von Irland gewesen. Nach diesem Flug sagte Amelia in einem Interview, dass sie den Wunsch verspürte eines Tages selbst einmal solch einen Flug zu wagen.

Bei ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten wurde sie als Heldin der Nation gefeiert und auch zur „Frau des Jahres 1928“ gewählt. Sie wurde zu einem Symbol für viele junge amerikanische Frauen und zu Vorträgen sowie Interviews eingeladen. Bei diesen nutzte sie die Gelegenheit um über ihre Ideale zu sprechen und Frauen die Möglichkeit zu zeigen aus dem Käfig ihres Geschlechts auszubrechen. Frauen sollten nicht mit anderen Maßstäben gemessen werden wie Männer und ihr Geschlecht sei kein Grund für Ausflüchte.

Im August des darauffolgenden Jahres nahm Amelia als eine von 20 Pilotinnen am ersten „Cleveland Women’s Air Derby“ teil, bei dem sie als Dritte ins Ziel kam. Unter den Teilnehmerinnen war auch die deutsche Pilotin Thea Rasche (1899–1971). Dieser Überlandflug- Wettkampf der vom 19. bis zum 26. August 1929 stattfand gilt als erster Frauen- Luftwettkampf in der Geschichte. Das Derby das später von der Presse als Puderquastenrennen oder auch Lippenstiftderby bezeichnet wurde, ging über eine Strecke von 4.500 Kilometern von Santa Monica in Kalifornien bis nach Cleveland in Ohio. Die Strecke wurde in Tagesetappen von jeweils 500 Kilometern eingeteilt und die Teilnehmerinnen mussten neben einem Flugschein, mindestens 100 Stunden Flugerfahrung mitbringen. Die männlichen Journalisten, die über das Rennen berichteten forderten, dass man es absagen sollte, da Frauen sich ja nur gegenseitig die Haare ausreißen würden und nicht ein Rennen über mehrere Tage fliegen könnten. Dieses Vorurteil sahen sie als bestätigt als die Amerikanerin Marvel Crosson (1904–1929) bei dem Derby Abstürze und dabei tödlich verunglückte.[8]

[...]


[1] Vgl. Ernst Probst (2010): Amelia Earhart- Die erste Frau die, zwei Mal über den Atlantik flog. München: GRIN Verlag, http://www.grin.com/de/e-book/145882/amelia-earhart-die-erste-frau-die-zwei-mal-ueber-den-atlantik-flog (Stand 05.09.2015)

[2] Vgl. Marion Hof (1989): Amelia Earhart : als erste Frau über den Atlantik ; das ungewöhnliche Leben einer Pionierfliegerin. Trier: Verl. Kleine Schritte, S. 5-10

[3] Vgl. Patti Marschall (2007): in Aviation History magazine, URL: http://www.historynet.com/anita-neta-snook.htm (Stand: 05.09.2015)

[4] Vgl. aerofilesconCast (o.D.): http://aerofiles.com/_kinner.html (Stand 06.09.2015)

[5] Vgl. (o.D.) http://www.mbg-pizsol.ch/SiteAssets/tipps-tricks/diverses/Flugzeugarten_Flugzeugtypen.pdf (Stand 10.09.2015)

[6] Brigitte Beier (2007): Neue Chronik der Weltgeschichte. Gütersloh; München: Chronik. Verlag S. 606

[7] Vgl. Bella Hinke (o.D.): http://www.kaiserin.de/biographien/amelia-earhart.htm (Stand 10.09.2015)

[8] Vgl. Ernst Probst (2010): Amelia Earhart- Die erste Frau die, zwei Mal über den Atlantik flog. München: GRIN Verlag, http://www.grin.com/de/e-book/145882/amelia-earhart-die-erste-frau-die-zwei-mal-ueber-den-atlantik-flog (Stand 10.09.2015)

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Details

Titel
Amelia Earhart. Pionierin der Lüfte
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  (Geschichte)
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
9
Katalognummer
V374526
ISBN (eBook)
9783668521032
ISBN (Buch)
9783668521049
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Flugzeug, Geschichte, Pionier, Amelia Earhart, Mobilität, Biografie
Arbeit zitieren
Jessica Weber (Autor), 2015, Amelia Earhart. Pionierin der Lüfte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374526

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