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Die UN als Akteur der Friedenssicherung? Eine Betrachtung des Genozids in Ruanda vor dem Hintergrund der Nicht-Intervention der Vereinten Nationen

Titel: Die UN als Akteur der Friedenssicherung? Eine Betrachtung des Genozids in Ruanda vor dem Hintergrund der Nicht-Intervention der Vereinten Nationen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 20 Seiten , Note: 1,2

Autor:in: Daniel Schmäh (Autor:in)

Politik - Region: Afrika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hauptaugenmerk dieser Ausarbeitung soll sich auf die Rolle der Katastrophe in Ruanda richten, dem Genozid im April und Mai 1994 und die Umstände, sowie die Entscheidungen, welche zum völligen Versagen jener Organisation im Zuge der UNAMIR führten. Dazu werden zuerst einige grundlegende Aspekte der Charta der Vereinten Nationen vorgestellt, sowie die Legitimierung einer solchen Friedensmission beleuchtet. Der Hauptteil dieser Arbeit befasst sich chronologisch mit dem eigentlichen Versagen der UN, welcher sich in drei Abschnitte gliedern lässt, sowie mit den im Zuge des Brahimi-Reports gezogenen Lehren, um final in der Schlussbetrachtung den Fragen aktueller Herausforderungen – insbesondere bezogen auf die Friedenssicherung der Vereinten Nationen – nachzukommen. Abgesehen von den UN-eigenen Papieren zur Charta und den jeweiligen Resolutionen, waren die Hauptwerke zum Thema Völkermord in Ruanda u.a.: Understanding Peacekeeping von BELLAMY/ WILLIAMS/ GRIFFIN, sowie Eyewitness to a genocide von BARNETT, als auch Peacemaking in Rwanda von JONES, dem Thema dieser Arbeit sehr dienlich.

Die Rahmenbedingungen und rechtlichen Grundlagen einer Friedensmission bildet allen voran die Charta der Vereinten Nationen. Sie besteht aus der Präambel und 111 Artikeln, welche in 19 Kapitel gegliedert sind. Ein weiterer Bestandteil ist das Statut des Internationalen Gerichtshofes, der nach dem Artikel 92 das Hauptsprechungsorgan der UN ist. Bis zur Gegenwart finden sich nur marginale Änderungen der Charta, wie die Erhöhung der Anzahl der nichtständigen Mitglieder im Sicherheitsrat von ursprünglich sechs auf zehn. Dennoch bietet die UN-Charta Raum für faktische Revisionen, zum Beispiel aufgrund neuer Interpretationen. Maßgeblich spiegeln sich in der Charta die Bestimmungen des Gründungsvertrages wider; So sei das oberste Gut die Aufrechterhaltung von Frieden und Sicherheit, zu diesem Zwecke gilt es wirksame kollektive Maßnahmen zur Verhütung und Beseitigung von Bedrohungen für den Frieden zu ergreifen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlage und Theorie

2.1 Die Charta der Vereinten Nationen

2.2 Legitimierung der UN-Friedensmissionen

3. Das Versagen der Vereinten Nationen in Ruanda und die daraus gezogenen Lehren

3.1 Historischer Rückblick

3.2 Die UNAMIR im Sinne des Kapitel VI der UN-Charta

3.2.1 1. Abschnitt: Die Unterstützung im Friedensprozess

3.2.2 2. Abschnitt: Verstrickung der UN im Genozid

3.2.3 3. Abschnitt: Der Sieg der RPF und die UNAMIR II

3.3 Die Lehren aus dem Versagen

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Versagen der Vereinten Nationen (UN) während des Genozids in Ruanda und analysiert die politischen sowie strukturellen Entscheidungsmechanismen der Friedensmission UNAMIR. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie es trotz einer Mandatierung durch die UN zu einem katastrophalen Scheitern der Friedenssicherung kommen konnte und welche Lehren daraus für künftige internationale Einsätze gezogen wurden.

  • Strukturelle und rechtliche Grundlagen der UN-Charta und UN-Friedensmissionen
  • Historische Konfliktursachen zwischen Hutu und Tutsi
  • Chronologische Analyse der UNAMIR-Mission und der UN-Interventionspolitik
  • Kritische Aufarbeitung der Entscheidungsfindung im Sicherheitsrat
  • Reflexion der gewonnenen Lehren für zukünftige Präventionsmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

3.2.2 2. Abschnitt: Verstrickung der UN im Genozid

Am 6. April 1994 wurde Juvénal Habyarimana in seiner Präsidentenmaschine abgeschossen und gilt seither als Fanal für den Beginn des Völkermordes. Jedoch muss betont werden, dass neue Erkenntnisse des Attentates zu dem Schluss führen, dass Habyarimana von Leuten aus dem eigenen Lager abgeschossen wurde. Das Ziel der UNAMIR war es, in den ersten Tagen gemäßigte ruandische Politiker, sowie diverse Gruppen ruandischer Zivilisten zu beschützen. Auf ihren Fahrten durch Kigali und deren nähren Umgebung wurden die Blauhelmsoldaten immer wieder durch Straßensperren von ruandischen Milizen, welche unter der Kontrolle der ruandischen Armee waren, an der Weiterfahrt gehindert. Die Soldaten der UN waren ohne jede Mittel, da sie auf – wie im vergangenen Kapitel erwähnt – jedwede Gewalt verzichten mussten, sodass ihnen nur der Rückzug oder die Verhandlung als Option geboten war. Genau dieser Punkt sollte den belgischen Blauhelmsoldaten am Morgen des 7. Aprils zum Verhängnis werden; Ihnen wurde befohlen der Premierministerin Agathe Uwilingiyiamana Personenschutz zu gewähren, als diese jedoch durch Soldaten sowie ruandische Milizen gestellt wurden und in der Folge verlangt wurde, dass sie ihre Waffen ablegen sollen, kam die Fehlentscheidung des Gewalt- und Waffenverbotes zu einem tragischen Ende. Das Missionshauptquartier der UNAMIR folgte der Entscheidung aus New York und entschied nach Rücksprache mit den Blauhelmsoldaten, welche samt Premierministerin in diese Bedrohungslage gerieten, dass sie den Forderungen nachkommen sollten. Noch am Abend waren alle zehn belgische Blauhelmsoldaten, einschließlich Agathe Uwilingiyiamana, ermordet worden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des UN-Versagens während des Ruanda-Genozids ein und begründet die Relevanz der Untersuchung im Kontext der Friedenssicherung.

2. Grundlage und Theorie: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen der UN-Charta und die Legitimierung von Friedensmissionen als theoretische Basis für die Analyse erläutert.

3. Das Versagen der Vereinten Nationen in Ruanda und die daraus gezogenen Lehren: Dieser Hauptteil analysiert chronologisch den Verlauf der UNAMIR, die Verstrickung der UN in den Genozid und die daraus resultierenden Erkenntnisse und Reformbemühungen.

4. Schlussbetrachtung: Das Kapitel reflektiert das Scheitern der UN, stellt die kritische Verbindung zu aktuellen internationalen Krisen her und hinterfragt die Lernfähigkeit der Weltgemeinschaft.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, UNAMIR, Ruanda, Genozid, Friedenssicherung, UN-Charta, Sicherheitsrat, Hutu, Tutsi, Friedensmission, Mandat, Konfliktprävention, Völkerrecht, Blauhelmsoldaten, Internationale Intervention

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Handeln der Vereinten Nationen während des Völkermordes in Ruanda 1994 und bewertet die Effektivität der UNAMIR-Friedensmission.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die rechtliche Struktur der UN-Friedenssicherung, die historische Genese des Konflikts in Ruanda und die Analyse der politischen Entscheidungsfindung innerhalb der UN.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung der Umstände, die zum Versagen der UN in Ruanda führten, und die Frage zu beantworten, inwiefern die UN als Akteur der Friedenssicherung ihre Mandate erfüllen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine chronologische Analyse sowie eine Aufarbeitung durch Literatur- und Dokumentenstudien, basierend auf UN-Berichten und wissenschaftlichen Analysen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, die Analyse der UNAMIR in drei Abschnitten (Friedensprozess, Genozid-Verstrickung, UNAMIR II) sowie eine Reflexion der aus dem Versagen gezogenen Lehren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ruanda, UNAMIR, Genozid, Sicherheitsrat und Friedenssicherung geprägt.

Warum war das "Genocide-Fax" so bedeutend?

Das Fax von General Dallaire vom 11. Januar 1994 war ein Symbol für das UN-Versagen, da es frühzeitig vor den geplanten Massakern warnte, das UN-Hauptquartier jedoch die Handlungsspielräume des Kommandeurs stark einschränkte.

Welche Rolle spielte das Mandat bei dem Scheitern der Mission?

Das Mandat war auf eine naive Friedensprämisse aufgebaut, verfügte über zu geringe Ressourcen und verbot den Blauhelmen den Waffengebrauch zur aktiven Intervention, was sie in einer lebensbedrohlichen Situation handlungsunfähig machte.

Wurde nach dem Völkermord in Ruanda tatsächlich gelernt?

Obwohl reformorientierte Berichte wie der Brahimi-Report entstanden, stellt der Autor fest, dass der Sicherheitsrat in darauffolgenden Krisen wie Syrien oder auf der Krim weiterhin oft an Entschlossenheit zur Krisenprävention mangelt.

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Details

Titel
Die UN als Akteur der Friedenssicherung? Eine Betrachtung des Genozids in Ruanda vor dem Hintergrund der Nicht-Intervention der Vereinten Nationen
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Veranstaltung
Internationale Organisationen
Note
1,2
Autor
Daniel Schmäh (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V374557
ISBN (eBook)
9783668517608
ISBN (Buch)
9783668517615
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ruanda
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Schmäh (Autor:in), 2017, Die UN als Akteur der Friedenssicherung? Eine Betrachtung des Genozids in Ruanda vor dem Hintergrund der Nicht-Intervention der Vereinten Nationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374557
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Leseprobe aus  20  Seiten
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