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Die italienische Gesellschaft der Moderne

Title: Die italienische Gesellschaft der Moderne

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Juliane Hack (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Überlegungen zur italienischen Gesellschaft

Mailänder Modeschau oder Palermos Mafiastrukturen, Tourismuszentren an der italienischen Adria oder historisch anmutender Latifundienanbau in Kalabrien. Nur einige der Schlagworte wie diese lassen ein sehr facettenreiches Bild des heutigen Italiens vor dem geistigen Auge erscheinen. Starke Gegensätze zwischen dem hochentwickelten, industrialisierten Norden, der sich im „Speckgürtel“ Europas befindet, und dem Mezzogiorno, den Regionen des Südens mit hoher Arbeitslosigkeit und Rückständigkeit in weiten Bereichen, sind offensichtlich.
Lässt diese weit verbreitete Schwarz-Weiß-Vorstellung auf eine uneinheitliche Gesamtgesellschaft schließen? Oder existiert in Italien möglicherweise gar nicht „die“ Gesellschaft? Muss man die italienische Bevölkerung vielmehr als mehrere Gesellschaften in einem Land betrachten?
Die folgende Arbeit versucht Antworten auf diese Fragen zu finden, in dem sie verschiedene sozialwissenschaftliche Sichtweisen der italienischen Gesellschaft gegenüberstellt.
Im ersten Teil werden dazu grundlegende Begriffe der Sozialstrukturanalyse definiert, „Klasse“, „Schicht“ und „Stand“ als elementare Bereiche der Betrachtung werden aus dem Blickwinkel verschiedener Theoretiker beleuchtet. „Klasse“ unterlag im Laufe der Geschichte von Marx bis zur modernen Soziologie einem tiefgreifenden begrifflichen Wandel. Auch die späteren Schichtungsansätze und deren Definition variieren deutlich untereinander.
Anschließend an diese begrifflichen Klärungen werden empirische Daten zur italienischen Sozialstruktur präsentiert. Vor allem jüngste Veränderungen in Klassen und Schichten zwischen dem miracolo economico und der heutigen Situation sollen berücksichtigt werden. An diese Darstellung soziostruktureller Daten schließen sich Überlegungen zu den Eingangsfragen an. Verschiedene Gesellschaftsmodelle werden im Bezug auf die Situation Italiens diskutiert. Die Konzepte „Polarisierte Klassengesellschaft“ der Neomarxisten, Schelskys „nivellierte Mittelstandsgesellschaft“ und „segmentierte Teilgesellschaften“ nutzen verschiedene Annahmen, um ihre Gesellschaftsideen zu untermauern. Den Schluss der Arbeit sollen einige Anmerkungen zum europäischen Gedanken bringen. Italien, als ein Gründungsmitglied der EU (EG), ist seit einem halben Jahrhundert in den Prozess der europäischen Integration eingebunden. Färben diese politischen Bemühungen auch auf die Gesellschaft ab?...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Überlegungen zur italienischen Gesellschaft

2. Die Sozialstruktur Italiens

2.1 Einige Definitionen der Begriffe „Klasse“, „Schicht“ und „Stand“

2.2. Veränderungen und Konstanten im soziostrukturellen Aufbau Italiens

2.2.1 Industrielle Revolution und miracolo economico als Einschnitte in die italienische Sozialstruktur

2.2.2 Italiens soziale Klassen und Schichten

2.3 Theorien zur heutigen Gesellschaft

2.3.1 Die polarisierte Klassengesellschaft

2.3.2 Die nivellierte Mittelstandsgesellschaft

2.3.3 Die Gesamtgesellschaft aus segmentierten Teilgesellschaften

3. Italien als europäische Gesellschaft

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe Sozialstruktur Italiens und hinterfragt, ob angesichts starker regionaler Disparitäten und soziostruktureller Unterschiede überhaupt von einer einheitlichen italienischen Gesamtgesellschaft gesprochen werden kann. Dabei werden verschiedene sozialwissenschaftliche Gesellschaftsmodelle analysiert und auf ihre Anwendbarkeit im heutigen europäischen Kontext geprüft.

  • Grundlegende Begriffsbestimmungen von Klasse, Schicht und Stand
  • Analyse der soziostrukturellen Auswirkungen des italienischen Wirtschaftswunders (miracolo economico)
  • Gegenüberstellung theoretischer Gesellschaftsentwürfe (Neomarxismus, nivellierte Mittelstandsgesellschaft, Segmentierungstheorie)
  • Untersuchung der Nord-Süd-Disparitäten und ihrer sozialen Folgen
  • Diskussion der Transformation Italiens hin zu einer europäischen Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Industrielle Revolution und miracolo economico als Einschnitte in die italienische Sozialstruktur

Wie seine europäischen Nachbarn wurde die italienische Wirtschaft und Gesellschaft im 19. Jahrhundert von großen Veränderungen ergriffen. Die im Vergleich zum europäischen Ausland relativ spät einsetzende industrielle Revolution betraf hauptsächlich den Norden des Landes. Aufgrund der günstigen geografischen Lage und klimatischen Bedingungen siedelten sich Großunternehmen vor allem im Raum Mailand, Genua und Turin an. Neben dem starken Abschmelzen von Beschäftigung im Agrarsektor in allen Teilen des Landes führte dies vor allem zu einer Abwanderungsbewegung aus südlichen Regionen in den Norden Italiens (sowie ins europäische und außereuropäische Ausland), der bis heute, wenn auch in reduzierter Größenordnung, anhält.

Nach dem zweiten Weltkrieg verstärkten sich die Entwicklungen im wirtschaftlichen Bereich noch einmal. Während des miracolo economico, dem italienischen Wirtschaftswunder, sank die Anzahl der Arbeitsplätze im ersten Sektor des Nordens weiterhin rapide, gleichzeitig entstanden mehr und mehr Arbeitsplätze in Industrie und ab den 60ern im Dienstleistungssektor. So vollzog sich der Wandel vom „Schwellenland zur modernen Industriegesellschaft“ (Trautmann 1997, S.106) innerhalb weniger Jahrzehnte. Davon war der Süden jedoch weitgehend entkoppelt. Dort behielt der Agrarsektor große Bedeutung, Industrieansiedelungen gelangen nur in wenigen Großräumen unter staatlicher Unterstützung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Überlegungen zur italienischen Gesellschaft: Das Kapitel führt in die Thematik der italienischen Sozialstruktur ein und stellt die zentrale Frage, ob Italien als einheitliche oder als Ansammlung mehrerer Gesellschaften zu betrachten ist.

2. Die Sozialstruktur Italiens: Dieser Teil definiert die soziologischen Fachbegriffe für die Analyse, untersucht historische sowie ökonomische Entwicklungen wie das Wirtschaftswunder und diskutiert verschiedene theoretische Ansätze zur Gesellschaftsstruktur.

3. Italien als europäische Gesellschaft: Das Fazit ordnet die nationalstaatliche Analyse in den Prozess der europäischen Integration ein und reflektiert die Relevanz der Segmentierungstheorie im europäischen Rahmen.

Schlüsselwörter

Sozialstruktur, Italien, Schichtungsanalyse, Klasse, Mittelstand, Mezzogiorno, Nord-Süd-Gefälle, Industrielle Revolution, Miracolo economico, Segmentierungstheorie, Europäische Gesellschaft, Soziostruktur, Wirtschaftsgeschichte, Gesellschaftsmodelle, Beschäftigungsstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit einer soziostrukturellen Analyse der modernen italienischen Gesellschaft unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen und regionaler Unterschiede.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Definition sozialer Kategorien wie Klasse und Schicht, die Auswirkungen der Industrialisierung, die Rolle des Wirtschaftswunders und die Debatte um die nationale Einheit versus regionale Segmentierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch den Vergleich verschiedener sozialwissenschaftlicher Theorien zu prüfen, ob das Modell einer einheitlichen italienischen Gesamtgesellschaft angesichts der massiven strukturellen Unterschiede zwischen Nord- und Süditalien haltbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Autorin verwendet eine deskriptive und vergleichende Analyse, bei der verschiedene sozialwissenschaftliche Theorien – etwa neomarxistische Ansätze oder die Segmentierungstheorie – mit empirischen Wirtschafts- und Sozialdaten gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Einführung, eine Darstellung der historischen und ökonomischen Entwicklungslinien Italiens sowie eine detaillierte Diskussion konkurrierender Gesellschaftsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sozialstruktur, Mezzogiorno, Mittelstand, Klassenbildung, Segmentierung und europäische Integration.

Welche Bedeutung hat das „miracolo economico“ für die italienische Sozialstruktur?

Es fungiert als zentraler Einschnitt, der den schnellen Wandel zur modernen Industriegesellschaft im Norden beschleunigte, den Süden jedoch wirtschaftlich entkoppelte und somit die regionale Schichtungsdifferenzierung dauerhaft prägte.

Was besagt Gallinos Theorie der segmentierten Teilgesellschaften?

Gallino argumentiert, dass aufgrund der tiefgreifenden Unterschiede in der wirtschaftlichen und kulturellen Formation in Italien nicht von einer, sondern von mehreren „Gesellschaften in einer“ gesprochen werden muss.

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Details

Title
Die italienische Gesellschaft der Moderne
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Course
Vergleichende europäische Landeskunde
Grade
1,7
Author
Juliane Hack (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V37466
ISBN (eBook)
9783638367998
Language
German
Tags
Gesellschaft Moderne Vergleichende Landeskunde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Hack (Author), 2005, Die italienische Gesellschaft der Moderne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37466
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