In dieser Ausarbeitung beschäftige ich mich mit den Schulpraktischen Übungen, die ich im Fach Latein an der Universität Potsdam belegt habe. Im Rahmen des Praktikums habe ich mit meinen Kommilitoninnen in ausgewählten Klassen eines Brandenburger Gymnasiums hospitiert und selbst unterrichtet. Der selbst gehaltene Unterricht ist Gegenstand dieser Arbeit. In dieser benenne ich u. a. die konkreten Unterrichtsvoraussetzungen und lege meine methodisch-didaktische Aufbereitung der Stunde dar. Im Anhang sind ferner die von mir ausgearbeiteten Unterrichtsmaterialien zu finden.
Ich selbst unterrichtete eine mir vorher unbekannte achte Klasse am 24.02.2016 im ersten Teil des Blocks, wonach eine Kommilitonin den zweiten Teil übernahm. Hierbei entschieden wir uns dazu, dass ich eine kurze Vokabelwiederholung sowie eine Übersetzung des Lehrbuchtextes übernehme und die Kommilitonin daran mit einer größeren Wiederholung zum Passiv anschließt, um eine Abwechslung für die Schüler zu gewährleisten.
Im Folgenden werde ich nun die von mir gehaltene Stunde ausgiebig erörtern. Als ers-tes möchte ich kurz herausarbeiten, welche Voraussetzungen für meinen Unterricht gegeben sind, bevor ich die Stunde fachlich aufbereite. Anschließend lege ich das Lern-ziel für die Unterrichtsstunde dar und erläutere mein didaktisch-methodisches Vorge-hen in der Stunde. Zum Schluss werde ich den Unterricht unter gewissen Gesichtspunkten analysieren und bewerten, inwiefern mein Lernziel von den Schülerinnen und Schülern erreicht worden ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unterrichtsvoraussetzungen
3. Inhaltliche Aufbereitung der Stunde
4. Lernziel der Stunde
5. Didaktisch-methodische Aufbereitung der Stunde
6. Reflexion der Stunde
7. Anhang
7.1. Tabellarischer Unterrichtsentwurf
7.2. Arbeitsblatt „Vokabeltandem“
7.3. Arbeitsblätter für die Gruppenarbeit
7.4. Verwendete Literatur
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Ausarbeitung ist die Reflexion und Analyse einer gehaltenen Lateinstunde an einem Brandenburger Gymnasium, wobei der Fokus auf der Erprobung didaktischer Methoden zur sprachlichen Erschließung und Übersetzung lateinischer Texte liegt.
- Reflexion der Unterrichtsplanung und -durchführung
- Einsatz des Lehr-Lern-Modells nach Leisen im Lateinunterricht
- Methodische Vorentlastung durch Vokabeltraining
- Förderung der Sprachkompetenz und Übersetzungssicherheit
- Umgang mit grammatikalischen Phänomenen wie dem Passiv
Auszug aus dem Buch
3. Inhaltliche Aufbereitung der Stunde
Da das Hauptaugenmerk der Stunde auf der Übersetzung liegt, werde ich hier einige grammatikalische Phänomene, die im Text vorherrschend sind, anreißen. Insbesondere das Passiv des Präsens und deren Erkennung stehen dabei an vorderster Stelle.
Wie im Deutschen, so gibt es auch im Lateinischen zwei Genera verbi, den Aktiv und das Passiv. Daneben findet sich das Medium, welches im Griechischen noch erhalten ist, entweder in passivischen Formen oder in reflexiven Verben wieder. Ein vollständiges Passiv ist allerdings nur bei transitiven Verben zu finden, intransitive Verben stehen dagegen mit unpersönlichem Passiv in der 3. Person Singular. Während beim Aktiv das Subjekt der Handlungsträger und das Akkusativobjekt das Ziel der Handlung ist, so ist im persönlichen Passiv das Subjekt das Ziel der Handlung. Der Urheber wird im persönlichen Passiv durch den Ablativ mit a bzw. ab, die Ursache durch den reinen Ablativ ausgedrückt.
Das Passiv hat dieselben Tempus- und Modusmorpheme wie das Aktiv und gibt durch das Suffix die jeweilige Person an. So wird die 1. Person Singular mit dem Suffix –or gebildet, die 2. Person Singular mit –ris, die 3. Person Singular mit –tur, die 1. Person Plural mit –mur, die 2. Person Plural mit –mini und die 3. Person Plural mit –ntur bzw. mit Themavokal –untur. Das Passiv kann unterschiedlich übersetzt werden, was sich am besten an folgendem Beispiel zeigen lässt: „Non terremur.“ Eine wörtliche Übersetzung dieses Satzes lautet: „Wir werden nicht erschreckt.“ Dagegen lässt sich dieser ebenso mit dem Indefinitpronomen man übersetzen: „Man erschreckt uns nicht.“ Eine weitere Möglichkeit ist die mediale Übersetzung: „Wir erschrecken uns nicht.“ Außerdem ist es noch denkbar, diesen Satz mit sich lassen zu übersetzen: „Wir lassen uns nicht erschrecken.“ Bei anderen Sätzen ist auch eine Wiedergabe durch ein Aktiv möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung des Praktikumskontextes an einem Brandenburger Gymnasium und Einordnung der gehaltenen Unterrichtsstunde.
2. Unterrichtsvoraussetzungen: Analyse der Lerngruppe, der Atmosphäre und der lernbiografischen Grundlagen der achten Klasse.
3. Inhaltliche Aufbereitung der Stunde: Erläuterung der für den Lektionstext relevanten grammatikalischen Strukturen, insbesondere des Passivs und des Genitivus possessivus.
4. Lernziel der Stunde: Definition des Ziels zur Förderung der Sprachkompetenz durch die Erschließung adaptierter lateinischer Texte.
5. Didaktisch-methodische Aufbereitung der Stunde: Beschreibung des Unterrichtsverlaufs basierend auf dem Lehr-Lern-Modell von Leisen mit Fokus auf Vokabelvorentlastung und Partnerarbeit.
6. Reflexion der Stunde: Kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Lehrerverhalten, der Interaktion mit den Schülern und der Planungseffizienz.
7. Anhang: Bereitstellung ergänzender Materialien wie Unterrichtsentwurf, Arbeitsblätter und Literaturverzeichnis.
Schlüsselwörter
Lateinunterricht, Fachpraktikum, Sprachkompetenz, Passiv, Übersetzung, Brandenburger Gymnasium, Unterrichtsplanung, Vokabeltraining, Didaktik, Leisen-Modell, Sprachbewusstsein, Genitivus possessivus, Gruppenarbeit, Unterrichtsreflexion, Lektionstext.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert eine schulpraktische Übung im Fach Latein an einem Brandenburger Gymnasium.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die methodische Unterrichtsplanung, die Übersetzung lateinischer Texte sowie die Analyse des Lehrer-Schüler-Verhältnisses.
Was ist das primäre Lernziel der Unterrichtsstunde?
Die Schüler sollen in die Lage versetzt werden, einen adaptierten lateinischen Textausschnitt sprachlich zu erschließen und diesen angemessen ins Deutsche zu übertragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Didaktik verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf das Lehr-Lern-Modell von Leisen, insbesondere zur methodischen Gestaltung von Einstiegs- und Erarbeitungsphasen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die inhaltliche und didaktische Aufbereitung, die Lernziele sowie eine tiefgehende Reflexion der gehaltenen Stunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Lateinunterricht, Sprachkompetenz, Passiv, Übersetzung, Didaktik und Unterrichtsplanung sind die zentralen Begriffe.
Wie wurde das Vokabeltraining in der Klasse umgesetzt?
Es wurde ein sogenanntes Vokabeltandem eingesetzt, bei dem sich die Schüler in Partnerarbeit gegenseitig abfragten, um eine Vorentlastung für den Übersetzungstext zu schaffen.
Warum wird die Reflexion als so wichtig erachtet?
Die Reflexion dient der Identifikation eigener Stärken und Schwächen, wie etwa der Strenge gegenüber Schülern, um die professionelle Entwicklung als Lehrperson zu fördern.
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- Marwin-Domingo Gorczak (Author), 2016, Handel im Römischen Reich. Unterrichtsstunde im Fach Latein in einer 8. Klasse eines Gymnasiums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374679