In der heutigen Zeit wird der Generationsbegriff immer mehr zum Modebegriff. In der Generierung von Generationen durch die Medien geht es weniger um die von Mannheim definierte Generationenabfolgen, sondern um die Zuschreibung bestimmter gemeinsamer Merkmale einer sozialen Gruppe. In welchem Maße diese Merkmale mit einem generationsspezifischen Zusammenhang übereinstimmen, muss einzeln beurteilt werden.
Zu Beginn dieser Arbeit soll der Generationsbegriff soziologisch erläutert werden, um eine wissenschaftliche Basis für die spätere Auseinandersetzung mit der Thematik zu erhalten. Im Anschluss daran sollen, durch eine Charakterisierung der Generation Techno, die wesentlichen Merkmale und Identifikationsfaktoren erfasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Generationsbegriff
2.1 Versuch einer Defnition
2.2 Familiäre Generation
2.3 Gesellschaftliche Generation
3. Generation Techno
3.1 Charakterisierung der Generation Techno
3.1.1 Zusammengehörigkeitsgefühl / Unity
3.1.2 Distinktion
3.1.3 Politik, Autonomie und die Love Parade
3.1.4 Realitätsflucht und Hedonismus oder Botschaft
4. Analyse der Romanvorlage
4.1 Narrative Strategien
4.1.1 Ein sinnstiftender Endpunkt
4.1.2 Die Einengung auf relevante Ereignisse
4.1.3 Die narrative Ordnung der Ereignisse
4.1.4 Die Herstellung von Kausalverbindungen
4.2 Generation Techno oder Jugendkultur Techno?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die Techno-Bewegung soziologisch und literaturwissenschaftlich zu untersuchen, um zu reflektieren, ob sie als eigenständige Generation betrachtet werden kann oder lediglich eine Jugendkultur darstellt, die primär durch gemeinsamen Musikgeschmack verbunden ist.
- Soziologische Einordnung des Generationsbegriffs nach Karl Mannheim
- Charakterisierung der „Generation Techno“ anhand von Werten wie Unity, Distinktion und Autonomie
- Analyse der Rolle von Politik und Love Parade als identitätsstiftende Momente
- Untersuchung der narrativen Strategien in der Romanvorlage „Generation XTC“
- Abgrenzung zwischen Jugendkultur und generationeller Zugehörigkeit
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Distinktion
„[…] Distinktion: die Unterscheidung des Subjekts von den anderen.“ Individuen innerhalb der Techno-Generation zeigen während einer Veranstaltung eine emotionale Zugehörigkeit. Sie wollen nichts mit dem „Mainstream“ zu tun haben und bewerten alles Kommerzielle als eher negativ. Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern und sozialen Schichten kommen zusammen, um gemeinsam Spaß zu haben. Wie in 3.1 schon erwähnt, wird ein spezifisches Sozialverhalten mit Aggressivität, hohem Alkoholkonsum und „Anmachen“ als negativ empfunden und von den meisten als „nicht passend“ oder „nicht dazugehörig“ bewertet. Auf einer Veranstaltung teilen alle ambivalent die Freude an der Musik und am Zusammensein bei gleichzeitiger Unterscheidung von anderen. „Der Unterschied liegt in der Kommerzialität. […] In Clubs gibt’s immer irgendwas Gemeinsames, also was Verbindendes. […] Diskotheken Publikum sind mehr so Normalverbraucher. Der kommt in ganz normalen Klamotten an.“ Distinktion innerhalb der Club-Kultur kann als Form eines subkulturellen Kapitals angesehen werden, mit dem der eigene soziale Status ausgehandelt und gesichert wird (durch Fremd- und Selbstwahrnehmung).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Generationsbestimmung ein und stellt die Forschungsfrage, ob Techno eine bloße Jugendkultur oder eine wirkliche Generation ist.
2. Der Generationsbegriff: Dieses Kapitel erläutert soziologische Grundlagen des Generationsbegriffs, insbesondere basierend auf den Theorien von Karl Mannheim.
3. Generation Techno: Hier werden die Identitätsmerkmale der Technobewegung, wie Unity, Distinktion und ihre politische Dimension, ausführlich charakterisiert.
4. Analyse der Romanvorlage: Dieses Kapitel analysiert das Werk „Generation XTC“ hinsichtlich seiner narrativen Strategien und seiner Darstellung der Technokultur.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Technobewegung durchaus als Generation definiert werden kann, die sich zwischen anderen Generationen positioniert.
Schlüsselwörter
Techno, Generation XTC, Generationsbegriff, Jugendkultur, Unity, Distinktion, Love Parade, Hedonismus, Soziologie, Subkultur, Identität, Rave-Community, Politische Demonstration, Lifestyle, Musik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die Technobewegung der 90er Jahre als eigenständige Generation oder lediglich als Jugendkultur einzustufen ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen soziologische Generationentheorien, die Charakterisierung der „Generation Techno“ und die literaturwissenschaftliche Analyse von Identitätskonstruktionen in der Literatur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, ob die Bindung innerhalb der Technoszene über den bloßen Musikgeschmack hinausgeht und generationelle Merkmale aufweist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt soziologische Theorien zur Generationsbestimmung und kombiniert diese mit einer literaturwissenschaftlichen Analyse der Romanvorlage „Generation XTC“.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Fundierung des Generationsbegriffs, eine detaillierte Charakterisierung der Techno-Szene und eine Untersuchung narrativer Strategien im Roman.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Techno, Generation XTC, Identität, Soziologie, Unity, Distinktion und Jugendkultur.
Wie bewertet die Arbeit die politische Bedeutung der Love Parade?
Die Love Parade wird als politisches Statement und Demonstration für Völkerverständigung und Autonomie interpretiert, auch wenn sie von Behörden teils nicht als solche anerkannt wurde.
Welche Rolle spielt der Roman „Generation XTC“ für die Analyse?
Er dient als primäre literarische Quelle, anhand derer die Autoren die Lebenswelt der Techno-Generation durch Interviews und Zeitberichte nachvollziehbar machen.
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- Fabian Kann (Author), 2017, Techno. Jugendkultur oder generationeller Zusammenhang, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374706