Anhand eines konkreten Fallbeispieles wird hier eine Analyse und Bewertung von Hilfen vorgestellt. Im Zentrum der Beobachtung steht ein 11-jähriger Junge mit diagnostizierten Entwicklungs-, Artikulations- und Interaktionsstörungen. Dessen Umgebung, vom evangelischen Kinderheim bis zu externen Hilfen und Schule, wird im Rahmen dieser Arbeit vernetzt betrachtet.
Zu Beginn des Berichts wird eine kurze Anamnese des Klienten erstellt und die medizinischen Diagnosen erfasst. Es folgt eine gezielte Hilfeplanung unter Berücksichtigung der Wünsche des Klienten. Bereits eingesetzte Hilfen werden analysiert, und das Hilfesystem der Einrichtung aufgelistet und in Kontext zur Wohngruppe gesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. KOORDINIERUNG VON HILFEN
2.1 Personenzentrierte Hilfeplanung
2.1.1 Kurzvorstellung des Klienten
2.1.2 Diagnosen der Kinderklinik
2.2 Anlegung der Hilfeplanung
2.2.1 Hilfeplanung Florian K.
2.2.2 Ressourcen des Klienten
2.3 Strukturierung der Hilfen
2.3.1 Aktivierbare Hilfen
2.3.2 Bündelung der Hilfen
2.3.3 Zeitbedarf und personelle Kontinuität
2.2.4 Evaluation der Hilfeleistung
2.4 Sozialpsychiatrische Netzwerkarbeit
2.4.1 Psychiatrische Versorgungslandschaft
2.4.2 Vernetzung innerhalb des ev. Kinderheims
2.4.3 Netzwerk des Klienten
3. FAZIT
3.1 Nachwort Vanessa Greef
3.2 Nachwort Michael Lüder
Zielsetzung & Themen
Der Bericht verfolgt das Ziel, die koordinierte Hilfeplanung für einen spezifischen Klienten innerhalb einer sozialpsychiatrischen Wohngruppe zu analysieren, wobei die individuelle Anamnese, die Einbindung in das soziale Hilfesystem sowie die Wirksamkeit der Netzwerkstrukturen im Mittelpunkt stehen.
- Personenzentrierte Hilfeplanung und Diagnoseerfassung
- Strukturierung und Bündelung von Hilfsangeboten
- Ressourcenorientierte Analyse in der Sozialen Arbeit
- Sozialpsychiatrische Netzwerkarbeit und Interdisziplinarität
- Evaluation von Hilfeleistungen und Kontinuität im pädagogischen Setting
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Ressourcen des Klienten
Ressourcenorientierung in der Sozialen Arbeit beinhalten laut Schmid H. (2011):
• Die Verstärkung der vorhandenen Ressourcen des Klienten
• Ressourcen werden aufrecht erhalten
• Fördert unentdeckte Ressourcen oder diese die nur selten genutzt werden
• Regt dazu an „brach liegende“ Ressourcen wieder auf zu nehmen und zu nutzen
• Neue Ressourcen können neu aufgebaut werden
Persönliche Ressourcen:
- Intelligenz (+++)
- Hohe Auffassungsgabe(++)
- Interessen an wissenschaftlichen Themen (Vulkan, Insekten)(++)
Netzwerkbezogene Ressourcen:
- Professionelle Helfer: SPFH (8Std. /W), Therapeut) (+)
- großer Bruder(+-)
- guten Kontakt zur Mutter(+-)
- Therapiemöglichkeiten (+++)
Materielle Ressourcen:
- wenig Geld(--)
- Mutter hat kein Fahrzeug(---)
- Seine Katze(++)
Sozialraum Ressourcen:
- Sportangebote, insbesondere Fußballvereine (+-)
- Jugendzentrum (+-)
- Gute Anbindung an öffentlichen Nahverkehr (Tickets sind aber sehr teuer) (+-)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Hier wird der Untersuchungsgegenstand definiert: Die spezifische Hilfeplanung eines Klienten inklusive Anamnese, Diagnoseerfassung und Analyse des Hilfesystems.
2. KOORDINIERUNG VON HILFEN: Dieses Kapitel erläutert die personenzentrierte Hilfeplanung, die Ressourcenanalyse sowie die Netzwerkarbeit und die Bündelung verschiedener unterstützender Instanzen.
3. FAZIT: Die Autoren reflektieren ihre Arbeit, die Anwendung der Diagnoseinstrumente sowie die Bedeutung strukturierter Arbeitsprozesse für die Praxis der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Hilfeplanung, Sozialpsychiatrie, Ressourcenorientierung, Netzwerkanalyse, Jugendhilfe, Diagnose, Fallarbeit, Soziale Arbeit, Klientenzentrierung, Wohngruppe, Vernetzung, Case Management, Unterstützungsbedarf, Diagnostik, Pädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Koordinierung von Hilfen für einen Klienten in einer stationären sozialpsychiatrischen Einrichtung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Bereiche Hilfeplanung, Netzwerkanalyse, Ressourcenorientierung und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen professionellen Akteuren ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung und Analyse einer prozesshaften Hilfeplanung, um individuelle Förderbedarfe effektiv und zukunftsorientiert im Sozialraum abzubilden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Methoden der Sozialen Diagnostik, der Netzwerkanalyse nach Pantucek sowie Konzepte des Case Managements eingesetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Lebenssituation des Klienten Florian K., dessen Ressourcen, die Struktur des Unterstützungssystems und die Notwendigkeit einer verbesserten interdisziplinären Zusammenarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hilfeplanung, Netzwerkarbeit, Sozialpsychiatrie, Ressourcenorientierung und Diagnostik.
Wie wurde die Netzwerkdichte bei Florian K. berechnet?
Die Dichte wurde mittels der Formel n:(N(N-1)):2 ermittelt, um das Verhältnis von realisierten zu möglichen Kontakten im Netzwerk des Klienten zu analysieren.
Warum wird die Koordination der Hilfen im Fall als verbesserungswürdig angesehen?
Die Autoren bemängeln einen fehlenden strukturierten Austausch zwischen den ständig aktivierten Hilfen (Wohngruppe und Schule) und fordern mehr Verbindlichkeit in der Planung durch den ASD.
Welche Rolle spielt die Klinik für den Klienten?
Die Klinik diente der einmaligen Diagnostik und lieferte Handlungsempfehlungen, wie die Aufarbeitung der Vergangenheit mittels Therapie, die nun in den Hilfeplan integriert werden sollen.
- Quote paper
- Vanessa Greef (Author), Michael Lüder (Author), 2013, Hilfeplanung für einen Jungen mit Entwicklungs-, Artikulations- und Interaktionsstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374845