Ziel der vorliegenden Studie war es, an der erhobenen Stichprobe von Studierenden unterschiedlicher Hochschulen aus dem deutschsprachigen Raum zu prüfen, als wie Stressintensiv diese die Prüfungssituationen empfinden und welche Bewältigungsstrategien sie zum Umgang mit dem entstehenden Stress wählen und welcher wissenschaftlich nachgewiesene Zusammenhang zu demografischen Daten, wie Alter und Geschlecht bestätigt werden kann.
Die Studie ergab, dass es Stress in Prüfungssituationen gibt und vor allem von Frauen stark wahrgenommen wird, aber auch Männer in geringerem Maße darunter leiden, das Geschlecht also eine Rolle spielt. Die Hintergründe hierfür liegen laut Forschung in den unterschiedlichen biochemischen Abläufen im Gehirn (Bangasser, et al., 2010), aber auch darin, dass Frauen über eine ausgeprägte Selbstwahrnehmung verfügen (Schulz, Schlotz, Wolf, & & Wüst, 2002) und bei gleichem Stressniveau dies häufiger zum Ausdruck bringen.
Was anhand der Datensätze mit einer linearen Regressionsanalyse nicht bestätigt werden konnte ist, dass Prüfungsstress mit den steigenden Lebensjahren weniger stark empfunden wird. Hier konnte keine signifikante Abhängigkeit zwischen Alter und Prüfungsstress nachgewiesen werden. Die Vermutung, es läge an der homogenen Altersstruktur der Studienteilnehmer konnte durch die durchgeführte Kontrollprüfung entkräftet werden. Durch diese Kontrollprüfung, wie sich das allgemeine Stressniveau abhängig vom Alter verhält konnte jedoch die wissenschaftliche Theorie (z. B. Aldwin, Sutton, Chiara & Spiro, 1996) bestätigt werden, der Stress nehme mit zunehmendem Alter ab. Es kann also festgehalten werden, dass sich der Prüfungsstress, entgegen der Erwartungen, unabhängig zum Alter verhält, das allgemeine Stressniveau der selben Studierenden jedoch altersbedingt abnimmt.
Von Interesse in dieser Studie waren auch die Bewältigungsstrategien der Studierenden in Hinblick auf Prüfungsstress. Die aufgestellte Hypothese, dass die Befragten nach dem Modell von Lazarus (1981) drei Dimensionen von Coping Strategien haben, wurde mit Hilfe einer explorativen Faktorenanalyse mit Varimax Rotation geprüft. Anhand dieser Faktorenanalyse haben sich vier Dimensionen ergeben, von denen sich jedoch die größten drei nach dem Modell von Lazarus dem emotionalen, kognitiven und behavioristischen Coping zuordnen lassen. Am wichtigsten sind in der Stichprobe die behavioristischen Bewältigungsstrategien.
Inhaltsverzeichnis
- Abstrakt
- Abstrakt (deutsch)
- Abstract (english)
- Theoretischer Teil
- Einleitung
- Stand der aktuellen Forschung
- Stressforschung
- Bewältigungsstrategien in Prüfungssituationen
- Ansätze der empirischen Forschung
- Forschungsanliegen und Hypothesen
- Empirischer Teil
- Erhebungsmethode und Messinstrumente
- Überblick über die gewählte Methode
- Messinstrumente
- Stichprobe
- Untersuchungsdesign und -vorgehen
- Ergebnisse der Forschung
- Datenaufbereitung
- Ergebnisse zur Hypothese 1
- Ergebnisse zur Hypothese 2
- Ergebnisse zur Hypothese 3
- Ergebnisse zur Hypothese 4
- Diskussion
- Interpretation der Ergebnisse
- Diskursive Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Forschung
- Methodenkritische Betrachtung
- Literaturverzeichnis
- Anhänge
- Onlineumfrage
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Studie befasst sich mit dem Thema Prüfungsstress und den von Studierenden gewählten Bewältigungsstrategien. Sie untersucht, wie intensiv Studierende die Prüfungssituation wahrnehmen und welche Faktoren wie Alter und Geschlecht einen Einfluss auf die Stresswahrnehmung haben. Des Weiteren wird untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Stresslevel und den gewählten Coping-Strategien gibt.
- Stresswahrnehmung in Prüfungssituationen
- Einfluss von demografischen Faktoren (z.B. Alter, Geschlecht)
- Bewältigungsstrategien im Umgang mit Prüfungsstress
- Zusammenhang zwischen Stresslevel und Coping-Strategien
- Anwendung des transaktionalen Stressmodells von Lazarus
Zusammenfassung der Kapitel
- Abstrakt: Die Studie untersucht die Stresswahrnehmung von Studierenden in Prüfungssituationen und die Einflussfaktoren wie Alter und Geschlecht sowie die verwendeten Coping-Strategien.
- Theoretischer Teil: Dieses Kapitel beinhaltet eine Einleitung zum Thema Prüfungsstress sowie einen Überblick über die aktuelle Forschungslage. Dabei werden verschiedene Theorien und Studien zu Stressforschung, Bewältigungsstrategien und empirischen Forschungsansätzen vorgestellt.
- Empirischer Teil: Dieses Kapitel erläutert die gewählte Erhebungsmethode, die verwendeten Messinstrumente sowie die Stichprobe. Außerdem wird das Untersuchungsdesign und die Vorgehensweise der Studie beschrieben.
- Ergebnisse der Forschung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Datenanalyse. Es werden die Ergebnisse zu den einzelnen Hypothesen aufgezeigt und interpretiert.
- Diskussion: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse der Studie zusammen, interpretiert sie im Kontext der bestehenden Forschung und diskutiert die methodischen Einschränkungen der Studie.
Schlüsselwörter
Prüfungsstress, Coping-Strategien, Stressforschung, Bewältigungsmechanismen, empirische Forschung, Studierende, transaktionales Stressmodell, Lazarus, demografische Daten, Alter, Geschlecht, Faktorenanalyse, lineare Regressionsanalyse.
- Arbeit zitieren
- Glorinda Matrone (Autor:in), 2017, Stress und Coping-Strategien in Prüfungssituationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374911