Vor- und Nachteile der Ganztagsschule für die Bildung aus Sicht von Lehrern und Schülern in Deutschland


Essay, 2016

11 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ganztagsschule
2.1. Die Ganztagsschule in NRW
2.2. Die positiven Aspekte einer Ganztagsschule
2.3. Die negativen Aspekte einer Ganztagsschule

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Ausgangspunkt des Konzeptes der Ganztagsschule wird im Oktober 2003 von der deutschen Kultusministerkonferenz neu festgelegt. Unter der Führung von Gerhard Schröder, als Kanzler, beschließt die Konferenz, dass eine Ganztagsschule im Gegen- satz zu den normalen Schulen des Primar- und Sekundarbereiches I den Unterricht über den Vormittag hinweg, an mindestens drei Nachmittagen, ausführen muss. Somit soll das Ganztagsangebot insgesamt pro Tag mindestens sieben Stunden umfassen (vgl. Holzappels 2006, S.6f.).

Durch die Entwicklung zu einer Ganztagsschule sollen die Schülerinnen und Schüler nun das Angebot wahrnehmen können, eine Mahlzeit zu Mittag zu verspeisen, sowie neben dem Unterricht ebenfalls die Möglichkeit geboten bekommen, die Freizeitaktiv- itäten und ihre Interessen, durch Angebote, verfolgen zu können (vgl. Engelrein 2008, S.18f.) Ausgangspunkt dieses Wandels sind zu dem Zeitpunkt die schlechten Ergeb- nisse Deutschlands bei den PISA-Studien, weshalb man sich die Spitzenreiter, Skandi- navien, und ihre Schulbildung als Vorbild nimmt. Durch die vielen Befürworter des Konzeptes steigt die Anzahl der Ganztagsschulen auf 6400, unter anderem in Nor- drhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und in Berlin, an (vgl. Sandkötter 2010, S.122 ).

Zu Beginn dieser Arbeit soll zuerst einmal der Entstehungskontext der Ganztagsschule vorgestellt werden, um einen Eindruck zu gewinnen, wie die Ganztagsschule aufgebaut ist und unter welchen Voraussetzungen der Ganztagesbetrieb funktioniert. In einer spez- ifischeren Form wird hierfür auch die Situation in Nordrhein-Westfalen erklärt. Um die Darstellung zu vervollständigen werden die positiven und negativen Aspekte des Konzeptes beschrieben, um zu sehen, welche Folgen bei den Schülern, aber auch Lehrern, hervorgerufen werden. Abschließend wird in einem Fazit die Möglichkeit der Ganztagsschule erläutert und ob sie wirklich eine Chancengleichheit bietet.

2. Die Ganztagsschule

In Deutschland gibt es eine Unterscheidung zwischen der gebundenen und der geschlossenen Form bei dem Konzept der Ganztagsschule. Bei den gebundenen Schulen besteht eine Anwesenheitspflicht für das gesamte Schulangebot, wohingegen bei den offenen Einrichtungen keine Teilnahmepflicht für die Arbeitsgemeinschaften im Nachmittagsangebot existiert (vgl. Holzappels 2006, S.6f.). Dies bedeutet, dass bei den geschlossenen Schulen sich der Unterricht übern den Mittag hinweg erstreckt und zur Bewertung hinzuzählt, wohingegen der ‚wichtige‘ Teil bei der offenen Schule im mor- gendlichen Bereich stattfindet.

Nicht nur bei den Formen einer Ganztagsschule sind Unterschiede vorhanden, denn auch die Art, wie das Schulkonzept finanziert wird, wie zum Beispiel, ob sie von privater Trägerschaft oder vom Staat gefördert wird, ist bedeutend. Gerade die privaten Ganztagsschulen versuchen durch ihren besonderen pädagogischen Konzepte die Eltern zu überzeugen. Grundlegende Unterschiede sind, dass die meiste Zeit der Unterricht auf einer Fremdsprache stattfindet oder andere autonome Lernformen im Lehrprogramm stehen (vgl. Kolbe et al. 2008, S.41f.)

Das Konzept der Ganztagsschule soll somit dafür dienen, dass langfristig die Schule, eine Art von ‚Haus des Lebens‘ verkörpert, da Unterricht und außerschulische Aktivitäten unter einem Dach stattfinden sollen (vgl. Hirschfeld n.a., S.1). Die außerschulischen Aktivitäten finden durch die eigene Schule oder Kooperationen mit verschiedenen Einrichtungen statt, weshalb das Angebot ein viel größeres Spektrum umfassen kann und somit verschiedenste Interessen umfasst.

2.1. Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen

Der Primarbereich in Nordrhein-Westfalen ist eine offene Ganztagsschule, das heißt, wie bereits beschrieben, dass die Kinder und deren Erziehungsberechtigten selbst entscheiden dürfen, ob sie am Nachmittag an den Aktivitäten teilnehmen wollen. Die Angebote werden von freien beziehungsweise von ausserschulischen Trägern, wie zum Beispiel der Jugendhilfe oder der Sport- und Jugendkultur, konzipiert. Im Primarbereich findet somit eine Kollaboration zwischen dem standardisierten Unterricht und den außerschulischen Angeboten statt. Dies hat zur Folge, dass Kinder kostengünstig im Nachmittagsreich Aktivitäten ausüben können, die sie interessieren und können sich weiterentwickeln.

Im Sekundarbereich waren vor den Änderungen die Gesamtschulen im Ganztagesbe- trieb tätig, weshalb für viele berufstätige Erziehungsberechtigten diese Schulform sehr attraktiv war. Durch die Änderungen der gymnasialen Schulform, insbesondere dem Beschluss, dass das Abitur nach der 12 Jahrgangsstufe erworben wird, sind die Unter- richtszeiten an Gymnasien erhöht und ein Ganztagesbetrieb wird als Konsequenz eingeführt. Da die Gymnasien nun ebenfalls Ganztagsschulen sind, befürchten Gesamtschulen einen steigenden Niveauverlust. Statistiken bestätigen diese Befürch- tung. 2002 haben sich noch ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler, die eine Gymnasialempfehlung erhalten haben, für die Gesamtschule entschieden. 2015 hinge- gen haben sich deutlich weniger mit einer Gymnasialempfehlung für die Gesamtschule entschieden (vgl. Frieling 2003, S.6f.) Somit ist zu unterstreichen, dass die Gesamtschulen einen Prestigeverlust durch diese Änderungen erleiden müssen und folgend gezwungen sind, jeden Schüler zu akzeptieren, den die Schule ursprünglich abgelehnt hätte. Hinzu kommt folgend, dass das Bildungsniveau der Gesamtschulen an Verlust verliert und nicht mehr mit den Gymnasien mithalten kann (vgl. Frieling 2003, S. 6f.)

2.2 Die positiven Aspekte einer Ganztagsschule

Die Untersuchungen des Bundesministeriums für Bildung heben hervor, dass eine in- tensive Kooperation zwischen den Lehrern und den Schülern durch die Einführung der Ganztagsschule stattfindet. Beide Seiten können sich durch die Erweiterung der Schulzeit besser kennenlernen, weshalb Schülerinnen und Schüler unter besseren Vo- raussetzungen lernen können, da nicht nur die Unterrichtsthemen im Mittelpunkt stehen, sondern auch für jeden einzelnen Zeit vorhanden ist, um von der Lehrperson individuell Hilfe zu bekommen. Zusätzlich kommt hinzu, dass die Lehrperson verschiedene Aspek- te, wie Charakter und soziale Faktoren der Schülerinnen und Schüler viel intensiver beobachten kann und kennenlernen kann (vgl. Buhr 2004, S.12).

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Vor- und Nachteile der Ganztagsschule für die Bildung aus Sicht von Lehrern und Schülern in Deutschland
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Erziehungswissenschaft)
Note
1.0
Autor
Jahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V374923
ISBN (eBook)
9783668546561
ISBN (Buch)
9783668546578
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ganztagsschule, PISA, Chancengleichheit, Schulbildung, Bildung, Lehrer, Schüler, Deutschland, Nordrhein-Westfalen
Arbeit zitieren
Diren Teper (Autor:in), 2016, Vor- und Nachteile der Ganztagsschule für die Bildung aus Sicht von Lehrern und Schülern in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374923

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