Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation

Selbstverwirklichung und Beruf. Ein Bedingungsverhältnis?

Titel: Selbstverwirklichung und Beruf. Ein Bedingungsverhältnis?

Hausarbeit , 2016 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marco Hauptmann (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das traditionelle Rollenbild der Familie sieht eine klare Trennung der beiden Elternteile vor: Der Mann geht arbeiten, die Frau der Hausfrauentätigkeit und Erziehung nach. Dieses Denkmuster gilt jedoch immer mehr als obsolet. Immer mehr Frauen und auch Mütter drängen auf den Arbeitsmarkt. Schlagwort dieses Wandels ist der Wunsch nach Selbstverwirklichung. Aber ist dazu der Beruf zwingend notwendig? Kein Beruf, keine Selbstverwirklichung? Provokative Fragen, welche sich diese Hausarbeit stellt und Antworten zu geben sucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Alltagsverständnis des Selbstverwirklichungsbegriffs

2.1 Peter Paulus (1994): Begriff der Selbstverwirklichung im Alltagsverständnis

2.2 Interpretation der Ergebnisse

3 Die Rolle des Berufs

3.1 Die Eigenschaften des Berufs

3.2 Die Tatbestände der Selbstverwirklichung am Beruf

3.2.1 Verwirklichung von Dispositionen (0,58)

3.2.2 Autonomie (0,44)

3.2.3 Selbstakzeptanz (0,42)

3.2.4 Selbsterkenntnis (0,34)

3.2.5 Mitmenschlichkeit (0,32)

3.2.6 Offenheit, Flexibilität, Integrität (0,24)

3.2.7 Selbstbehauptung (0,21)

3.2.8 Entwicklung in Bezogenheit (0,16)

3.2.9 Norm-, Wert-, Sinnfindung (0,13)

4 Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die weit verbreitete Annahme, dass der Beruf eine zwingende Voraussetzung für die Selbstverwirklichung von Müttern darstellt, indem sie psychologische Konzepte mit der Realität der Arbeitswelt abgleicht.

  • Analyse des Alltagsverständnisses von Selbstverwirklichung
  • Untersuchung der psychologischen Funktionen des Berufs
  • Kritische Reflexion des Teilzeitmodells bei Müttern
  • Abgleich von Wunschvorstellungen und realen Arbeitsbedingungen
  • Evaluation des Bedingungsverhältnisses zwischen Erwerbstätigkeit und Selbstverwirklichung

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Verwirklichung von Dispositionen (0,58)

Als Disposition verstanden wird hier die individuelle Veranlagung und genbedingte Empfänglichkeit für die Ausprägung bestimmter Fähigkeiten. Die Erfüllung dieses Tatbestands ist sehr vom Beruf abhängig. Es kann gesagt werden, dass jede Tätigkeit, also auch der Beruf, eine gewisse Anforderung darstellt, die eine Wachstums- bzw. Anpassungsleistung des Organismus erfordert, wobei zwangsläufig ein Teil der individuellen Dispositionen angesprochen und entfaltet wird. Ob es aber zur höchstmöglichen Entfaltung einer Disposition kommt (Ausschöpfung der Talente) und ob mehrere Dispositionen ausgenutzt werden (keine personale Tunnelentwicklung), hängt von Facettenreichtum und den Anforderungen des Berufs ab. Hier tun sich zwei Probleme auf. Zum einen haben viele Berufe ein festes Tätigkeitenset, einen Aufgabenbereich, welcher vom Beruf erfasst wird. Innerhalb dieses Aufgabenbereichs mag es diverse Tätigkeiten geben, aber ihre Zahl ist dennoch begrenzt, man kann schließlich auf der Arbeit nicht tun was man will, sondern hat bestimmte Vorgaben, welche den Handlungsrahmen und das Tätigkeitenset festlegen. Zwangsläufig wird man dieses Tätigkeitenset irgendwann ausgereizt haben, dies ist der Punkt an dem die Arbeit zur Routine wird, der Organismus perfekt angepasst ist, die nötigen Dispositionen entfaltet sind.

Ist die Selbstverwirklichung damit abgeschlossen? Ist man nun selbstverwirklicht? Manch einer mag das vielleicht sogar so sehen, wenn er nach langen Jahren die Kunst seines Berufs z.B. im Handwerk, gemeistert hat. Der Laufbandarbeiter dagegen mag in der Lage sein mit geschärftem Blick und beeindruckendem Tempo imperfekte Schokopralinés zu erkennen und auszusortieren, aber ob er sich deswegen als selbstverwirklicht sieht ist fraglich. Wie gesagt, macht die Wahl des Berufs hier einiges aus. Ist er vielseitig, fordernd und abwechslungsreich, Traumbedingungen, denen, auch aufgrund der Spezialisierungsbestrebungen in Betrieben, wohl nur eine Minderheit von Berufen gerecht wird, kann man eher von einer Selbstverwirklichung durch Entfaltung der eigenen Dispositionen sprechen. Ist er dagegen monoton und anspruchslos, dann weniger.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Rollenbilder in der Familie und die steigende Erwerbstätigkeit von Müttern, um die Forschungsfrage nach der Notwendigkeit des Berufs für die Selbstverwirklichung zu begründen.

2 Alltagsverständnis des Selbstverwirklichungsbegriffs: Dieses Kapitel definiert Selbstverwirklichung anhand einer Studie von Peter Paulus, um ein valides psychologisches Fundament für die weitere Analyse zu schaffen.

2.1 Peter Paulus (1994): Begriff der Selbstverwirklichung im Alltagsverständnis: Hier werden die Ergebnisse der Befragung von Studenten zu den verschiedenen Facetten der Selbstverwirklichung wie Dispositionen und Autonomie detailliert aufgeführt.

2.2 Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden interpretiert und verdeutlichen eine betont individuelle Ausrichtung des Begriffs, bei der externe Einflüsse eine eher untergeordnete Rolle spielen.

3 Die Rolle des Berufs: Das Kapitel untersucht kritisch, welche Funktionen der Beruf erfüllt und ob er tatsächlich als notwendige Bedingung für die Selbstverwirklichung fungieren kann.

3.1 Die Eigenschaften des Berufs: Hier werden die positiven und negativen Aspekte des Berufslebens beleuchtet, einschließlich der modernen Sinnstiftung durch Arbeit und der Stigmatisierung bei Arbeitslosigkeit.

3.2 Die Tatbestände der Selbstverwirklichung am Beruf: Dieses Unterkapitel leitet den Abgleich zwischen den in 2.1 identifizierten Tatbeständen und der beruflichen Realität ein.

3.2.1 Verwirklichung von Dispositionen (0,58): Die Analyse zeigt, dass die Entfaltung persönlicher Talente stark von der Vielseitigkeit des Berufsbildes abhängt.

3.2.2 Autonomie (0,44): Es wird diskutiert, ob finanzielle Unabhängigkeit durch den Beruf im Einklang mit wirklicher Autonomie steht oder lediglich neue Abhängigkeitsverhältnisse schafft.

3.2.3 Selbstakzeptanz (0,42): Das Kapitel beleuchtet, wie der Beruf das Selbstwertgefühl steigert, insbesondere bei Müttern in Teilzeitmodellen.

3.2.4 Selbsterkenntnis (0,34): Die Untersuchung erörtert, inwiefern feste Berufsstrukturen der Selbsterkenntnis eher entgegenstehen als sie zu fördern.

3.2.5 Mitmenschlichkeit (0,32): Der soziale Aspekt des Berufs wird als eine Bedingung gewertet, die den Austausch mit anderen Menschen ermöglicht.

3.2.6 Offenheit, Flexibilität, Integrität (0,24): Es wird analysiert, ob berufliche Routine die Offenheit für neue Erfahrungen eher einschränkt.

3.2.7 Selbstbehauptung (0,21): Die Eignung des Berufs als Plattform zur Durchsetzung eigener Interessen wird im Kontext von Erzieherberufen hinterfragt.

3.2.8 Entwicklung in Bezogenheit (0,16): Dieser Tatbestand wird als erfüllt betrachtet, da der Beruf soziale Kontaktmöglichkeiten bietet.

3.2.9 Norm-, Wert-, Sinnfindung (0,13): Aufgrund der Komplexität und der gesellschaftlichen Prägung wird dieser Punkt aus der quantitativen Auswertung herausgenommen.

4 Konklusion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Beruf keine zwingende Voraussetzung für die Selbstverwirklichung von Müttern ist.

Schlüsselwörter

Selbstverwirklichung, Beruf, Mütter, Teilzeitarbeit, Alltagsverständnis, Dispositionen, Autonomie, Selbstakzeptanz, Arbeitsmarkt, Rollenkonflikt, Identität, Erwerbstätigkeit, Psychologie, Gesellschaft, Sinnstiftung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht kritisch den Zusammenhang zwischen der Erwerbstätigkeit von Müttern und ihrem individuellen Streben nach Selbstverwirklichung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Thematisiert werden das Alltagsverständnis von Selbstverwirklichung, die psychologischen Funktionen des Berufslebens und die spezifische Situation von Müttern in Teilzeitarbeitsverhältnissen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die weit verbreitete Annahme zu prüfen, ob der Beruf tatsächlich eine notwendige Bedingung für Selbstverwirklichung ist oder ob dies ein gesellschaftliches Konstrukt darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie einen qualitativen Abgleich von psychologischen Tatbeständen der Selbstverwirklichung mit den typischen Merkmalen von Berufen, die von Frauen überwiegend ausgeübt werden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Dimensionen der Selbstverwirklichung – wie Autonomie, Selbstakzeptanz und die Entfaltung von Dispositionen – einzeln auf ihre Erfüllbarkeit im beruflichen Kontext geprüft.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Konzepte sind Selbstverwirklichung, der Rollenkonflikt zwischen Mutter- und Berufsrolle, sowie die kritische Hinterfragung des modernen Arbeitsideals.

Warum wird für die Analyse des Selbstverwirklichungsbegriffs auf Studenten zurückgegriffen?

Da keine spezifische Studie zum Alltagsverständnis von Müttern vorlag, wurden die Daten von Studierenden als Indikator für den kollektiven gesellschaftlichen Wissensschatz herangezogen.

Zu welchem Fazit kommt der Autor bezüglich der Teilzeitarbeit?

Der Autor stellt fest, dass Teilzeitarbeit zwar positiv zur Selbstakzeptanz und Zufriedenheit beitragen kann, der Beruf aber insgesamt keine zwingende Voraussetzung für Selbstverwirklichung darstellt.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Selbstverwirklichung und Beruf. Ein Bedingungsverhältnis?
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,7
Autor
Marco Hauptmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V374950
ISBN (eBook)
9783668529595
ISBN (Buch)
9783668529601
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beruf Rollenbild Selbstverwirklichung Arbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marco Hauptmann (Autor:in), 2016, Selbstverwirklichung und Beruf. Ein Bedingungsverhältnis?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374950
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  15  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum