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Das Kontextualisierungskonzepts nach Auer vor dem Hintergrund der Indexikalität

Title: Das Kontextualisierungskonzepts nach Auer vor dem Hintergrund der Indexikalität

Term Paper , 2014 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Fabiana Piacentini (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Erörterung des Kontextualisierungskonzepts nach Auer vor dem Hintergrund der Indexikalität, als einer wesentlichen Eigenschaft von Sprache.
Zu Beginn der Arbeit werden zunächst diejenigen Voraussetzungen der mündlich realisierten Sprache in ihren Grundzügen dargelegt, die das Phänomen des gegenseitigen Verstehens der Gesprächspartner prägen und dem Kontextualisierungsansatz von Auer zugrunde liegen. Wesentliches Augenmerk wird bei diesen Ausführungen auf die verbalen und nonverbalen Verhaltensweisen insofern gerichtet, als diese es uns ermöglichen, sprachliche Äußerungen so zu produzieren, dass verstehbar ist, was gesagt wird, aber vor allem auch erkennbar wird, was gemeint ist. Somit stellt die Erläuterung der interaktionsorganisatorischen Aspekte von Gesprächen die Bedingung für ein besseres Verständnis der Analyse diverser Ausschnitte eines authentischen Alltagsgesprächs dar. In den folgenden Unterkapiteln werden diejenigen Kontextualisierungshinweise und –Konventionen erläutert, welche das schnelle und unkomplizierte Interagieren bestimmen und das Kontextualisierungskonzept von Auer letztendlich konstituieren. In dem abschließenden Kapitel der Analyse soll es darum gehen, die angedeuteten organisatorischen und strukturellen Aspekte des Miteinander-Sprechens anhand verschiedener Transkriptionspassagen genauer darzulegen und auszudifferenzieren, wo dies relevant und möglich ist, sowie die Bezüge aufzudecken, die zwischen den einzelnen kontextualisierten Schematypen bestehen. Nach Möglichkeit sollen auch die Zusammenhänge zwischen organisatorischen und inhaltlichen Einheiten bzw. Strukturen herausgestellt werden.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die meist unbewussten Regeln und Automatismen aufzuzeigen, die es den Interagierenden ermöglichen, sprachliche Äußerungen in einer bestimmten Situation partnergerichtet zu produzieren und zu verstehen, um schließlich eine differenziertere Betrachtungsweise der gesprochenen Sprache zu ermöglichen und das ,Gespräch‘ als Untersuchungsgegenstand fassbar zu machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in Auers Theorie der Kontextualisierung

3 Das Kontextualisierungskonzept von Auer

3.1 Kontextualisierungsverfahren, Kontextualisierungshinweise und kontextualisierte Schemata

3.2 Kontextualisierungskonventionen

4 Korpus-Analyse: Kontextualisierungen in der mündlichen Kommunikation

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Kontextualisierungskonzept nach Peter Auer im Kontext der Indexikalität von Sprache, um aufzuzeigen, wie Sprecher durch verbale und nonverbale Signale Kontexte interaktiv gestalten und somit gegenseitiges Verständnis in alltäglichen Gesprächen ermöglichen.

  • Theoretische Grundlagen der Kontextualisierung nach Gumperz und Auer
  • Funktionsweise von Kontextualisierungshinweisen als Indikatoren für Interpretationsprozesse
  • Analyse von interaktionsorganisatorischen Schemata (turn-taking, Handlungs- und Beziehungsschemata)
  • Empirische Untersuchung mittels Transkriptanalysen (FOLK-Korpus)
  • Die Rolle von Indexikalität für die Kohärenzbildung in der mündlichen Kommunikation

Auszug aus dem Buch

3.1 Kontextualisierungsverfahren, Kontextualisierungshinweise und kontextualisierte Schemata

Laut Auer seien Kontextualisierungsverfahren „dadurch bestimmt, daß in ihnen bestimmte Kontextualisierungshinweise auf eine bestimmte Art eingesetzt werden, um Schemata aus dem Hintergrundwissen verfügbar zu machen“ (Auer 1986: 24). Hieraus ist zu schließen, dass diese Schemata den Interagierenden dazu verhelfen, einen gemeinsamen Interpretationsrahmen auszuhandeln.5 Zur Konstituierung von Kontext stellen die Interagierenden folglich eine Beziehung zwischen zwei Bereichen her: einem empirisch gegebenen Datum, das dem Kontextualisierungshinweis entspricht und von dem kontextualisierenden Interaktionsteilnehmer aus einem Zeicheninventar sprachlicher oder nichtsprachlicher Art ausgewählt wird sowie einer Komponente des Hintergrundwissens, welches in Form von Schemata organisiert ist (Vgl. ebd.). Demgemäß ist die Verknüpfung der drei eingeführten Begriffe Schema, Kontextualisierungshinweis und Kontextualisierungsverfahren dahingehend zu verstehen, als „durch Kontextualisierungsverfahren […] Kontextualisierungshinweise und Schemata aufeinander bezogen“ (ebd. 26) werden. Das indexikalisch wirksame Datum wird dabei mit Gumperz contextualization cue, dt. „Kontextualisierungshinweis“ genannt. Folglich sind Kontextualisierungshinweise als bestimmte empirisch erfassbare, hinweisende Zeichen zu begreifen, die gewisse Aspekte des Hintergrundwissens relevant machen und somit von den Interagierenden zur Gestaltung des Kontexts verwendet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Konzept der Kontextualisierung nach Auer ein und definiert das Ziel, die unbewussten Regeln mündlicher Kommunikation anhand von authentischen Gesprächsausschnitten zu ergründen.

2 Einführung in Auers Theorie der Kontextualisierung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Kontextbegriffs und die Verbindung zur Arbeit von Gumperz, wobei Kontext als dynamisches, interaktiv produziertes Konstrukt definiert wird.

3 Das Kontextualisierungskonzept von Auer: Das zentrale Kapitel analysiert die methodischen Grundlagen der Kontextualisierung, unterteilt in die Mechanismen der Informationsverarbeitung (Schemata) und die organisatorischen Leistungen der Sprecher (Konventionen).

3.1 Kontextualisierungsverfahren, Kontextualisierungshinweise und kontextualisierte Schemata: Hier wird das Zusammenwirken von Kontextualisierungshinweisen und Wissenstrukturen detailliert dargelegt, um zu zeigen, wie Teilnehmer einen gemeinsamen Interpretationsrahmen schaffen.

3.2 Kontextualisierungskonventionen: Dieses Kapitel beleuchtet fünf Ebenen von Schemata, die für die Interaktion fundamental sind, darunter das turn-taking, Handlungsschemata und die Aushandlung sozialer Beziehungen.

4 Korpus-Analyse: Kontextualisierungen in der mündlichen Kommunikation: Die theoretischen Ansätze werden an Transkripten aus dem FOLK-Korpus auf ihre praktische Anwendbarkeit und die interaktive Realisierung in Alltagsgesprächen hin untersucht.

5 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Kontextualisierung ein unbewusster, flexibler Prozess ist, der über verbale, para- und nonverbale Signale die notwendige Kohärenz für gelingende Kommunikation stiftet.

Schlüsselwörter

Kontextualisierung, Auer, Indexikalität, Gesprächsanalyse, interaktive Kostitution, Kontextualisierungshinweise, Schemata, Diskursorganisation, turn-taking, mündliche Kommunikation, Inferenzziehung, interaktive Handlungen, Alltagsgespräch, Kohärenz, soziale Beziehungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem theoretischen Konzept der Kontextualisierung nach Peter Auer und dessen Anwendung auf die mündliche Kommunikation unter Berücksichtigung der Indexikalität von Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Rolle des Hintergrundwissens (Schemata), die Funktion von Kontextualisierungshinweisen als Richtungssignale für Interpretationen und die soziale Organisation von Gesprächen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die unbewussten Regeln und Automatismen aufzuzeigen, die es Sprechern ermöglichen, Äußerungen in einer bestimmten Situation erfolgreich zu produzieren und wechselseitig zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert theoretische Erörterungen mit einer korpusgestützten Analyse authentischer Transkripte, um die Mechanismen der Gesprächsorganisation empirisch zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Auers Theorie der Kontextualisierung und deren spezifische Schemata (Interagieren, turn-taking, Handlungsschemata, thematische Schemata, Beziehungsschemata) theoretisch fundiert und anschließend durch die Analyse von Transkriptausschnitten illustriert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Kontextualisierung, Schemata, Indexikalität, Gesprächsanalyse, Kontextualisierungshinweise und Diskurskohärenz.

Wie unterscheidet sich "Kontext" von "Kontextualisierung" laut Auer?

Auer definiert Kontext nicht als materiell gegeben, sondern als ein durch die Interagierenden interaktiv produziertes Konstrukt, während die Kontextualisierung das Verfahren bezeichnet, mit dem dieser Kontext durch Hinweise (cues) aktiv hergestellt wird.

Warum spielt die Inferenzziehung eine entscheidende Rolle?

Die Inferenzziehung ist notwendig, da Sprache häufig mehrdeutig ist; Kontextualisierungshinweise geben dem Rezipienten Anleitungen, wie er diese Mehrdeutigkeit mittels seines Weltwissens auflösen kann.

Welche Bedeutung haben "backchannels" in der Interaktion?

Backchannels dienen als hörersignale, mit denen die Teilnehmer ihre Aufmerksamkeit und das Verständnis der Sprecher-Rollen signalisieren, was für die Organisation des Sprecherwechsels wesentlich ist.

Was zeigt das Beispiel des "schwarzen Studenten" und der Hausfrau?

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass Kontextualisierungshinweise kulturabhängig sind und ein Missachten dieser Signale oder eine unterschiedliche Erwartungshaltung zu Missverständnissen und Interaktionsabbrüchen führen kann.

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Details

Title
Das Kontextualisierungskonzepts nach Auer vor dem Hintergrund der Indexikalität
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Germanistik)
Course
Indexikalität in der Sprache
Grade
1,0
Author
M.A. Fabiana Piacentini (Author)
Publication Year
2014
Pages
33
Catalog Number
V374973
ISBN (eBook)
9783668549784
ISBN (Book)
9783668549791
Language
German
Tags
Auer Theorie Kontextualisierung Hinweise Schemata sprachliche Äußerung Interaktion Kontextabhängigkeit Kontextualisierungshinweise Gumperz Inferenz Konventionen Korpus-Analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Fabiana Piacentini (Author), 2014, Das Kontextualisierungskonzepts nach Auer vor dem Hintergrund der Indexikalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374973
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