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Sport und nationale Identität. Begegnung im kollektiven Gedächtnis

Titel: Sport und nationale Identität. Begegnung im kollektiven Gedächtnis

Seminararbeit , 2017 , 25 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Katharina Wilhelm (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie und in welchen Bereichen kann sich Sport, eine spielerische und physische Aktivität mit kompetitiven Elementen, auf die nationale Identität auswirken? Wieso wird ihm sogar zugetraut, gespaltene Gesellschaften zu einen? Und - schafft Sport das? Oder machen sich vielleicht verschiedene andere Interessen, die Interessen einer Nation oder der Politik, den Sport, der hier nur eine geeignete Projektionsfläche für „politische und soziale Veränderungen und den Umgang mit der Nation“ bietet, in Hinsicht auf nationale Identität zunutze? Diesen und weiteren Fragen versuche ich in der vorliegenden Arbeit nachzugehen, die im Rahmen des Seminars „Körper und Technik“ entstanden ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Konzepte

2.1. Nationale Identität

2.2. Sport

3. Der „Cricket Test“ - Formt Sport die nationale Identität oder nationale Identität den Sport?

4. Fallbeispiele

4.1. Deutschland: Das einende Moment?

4.2. Südafrika: Das trennende Moment?

5. Zusammenfassung, Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Wechselwirkung zwischen Sport und nationaler Identität, mit dem Ziel zu ergründen, ob Sport nationale Identitäten aktiv formt oder ob bestehende nationale Identitäten den Sport instrumentalisieren, wobei der Fokus auf den Fallbeispielen Deutschland und Südafrika liegt.

  • Theoretische Fundierung der Begriffe "Sport" und "Nationale Identität"
  • Analyse des Sports als Instrument zur Identitätsstiftung und Projektionsfläche
  • Vergleichende Untersuchung der integrativen und trennenden Wirkung von Sport
  • Einordnung sportlicher Ereignisse in das kollektive Gedächtnis
  • Diskussion von Rassismus und Ausgrenzung innerhalb sportlicher Kontexte

Auszug aus dem Buch

3. Der „Cricket Test“ - Formt Sport die nationale Identität oder nationale Identität den Sport?

Bei Rugbyspielen zwischen Australien und Neuseeland kommt es für die in Australien lebenden Maori häufig zu moralischen Konflikten darüber, wen es zu unterstützen gilt - ein konservativer australischer Politiker ließ in diesem Zusammenhang verlauten, dass einige Maori hier noch nicht den „cricket test“ bestanden hätten, ein geflügeltes Wort der Engländer, das aufkam, wenn Inder oder Pakistanis immer noch ihre lokalen asiatischen Mannschaften unterstützten, obwohl sie eigentlich die britische Staatsbürgerschaft beanspruchten (Bergin 2002: 265-266). Der „cricket test“ ist ein Beispiel dafür, dass Sport und nationale Identität in alltäglichen Lebenswelten auf das Engste miteinander verbunden sind.

Bereits die antiken römischen Spiele dienten nach Hamayon der sozialen Konsensbildung (2016: 21). Hamayon zeigt, dass Sport sich im „highest collective level“ hauptsächlich in physischer Form ausdrückt und ein starkes Engagement des gesamten Körpers erfordert (Hamayon 2016: 300-301). Auf diese Weise unterstützt Sport weltweit lokale und nationale Identitätsbildung (Hamayon 2016: 301). Diese Unterstützung der nationalen Identität lässt sich mit der Internationalität und Chancengleichheit des Sports erklären, sowie dadurch, dass Regeln und Sprache desselben überall verstanden und akzeptiert werden (Kaschuba, zit. n. Pfister 2002: 50). Sport produziert Gewinner und Verlierer und stärkt und symbolisiert so nationale Identität - deshalb ist Sport eine Bühne nationaler Repräsentationen, er bzw. Sportarten oder Mannschaften verkörpern eine Nation und machen so, in ein internationales Geflecht eingebunden, Vergleiche erst möglich (Kaschuba, zit. n. Pfister 2002: 50).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Sport nationale Identität formt oder umgekehrt, und skizziert die methodische Vorgehensweise anhand theoretischer Konzepte und zweier Fallbeispiele.

2. Die Konzepte: Das Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen der Begriffe "Nationale Identität" als gedachte, depersonalisierte Ordnung und "Sport" als komplexes Feld menschlicher Performanzen.

3. Der „Cricket Test“ - Formt Sport die nationale Identität oder nationale Identität den Sport?: Hier wird analysiert, wie Sport als Bühne nationaler Repräsentationen dient, Emotionen erzeugt und durch das kollektive Gedächtnis zur permanenten Inszenierung nationaler Identität beiträgt.

4. Fallbeispiele: Dieses Kapitel vergleicht die Rolle des Fußballs in Deutschland als integratives Element mit der historischen und gesellschaftlichen Spaltung durch Sport in Südafrika.

5. Zusammenfassung, Fazit: Das Fazit resümiert, dass Sport eine hohe emotionale Bindekraft besitzt, die nationale Identitäten stärken kann, jedoch auch das Risiko der Ausgrenzung und Manipulation in sich trägt.

Schlüsselwörter

Sport, Nationale Identität, Kollektives Gedächtnis, Fußball, Deutschland, Südafrika, Erinnerungskultur, Nation Building, Integration, Ausgrenzung, Identitätsbildung, Sportethnologie, Patriotismus, Gesellschaft, Sozialordnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen sportlichen Aktivitäten und der Entwicklung sowie Stärkung nationaler Identität in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Nation und Sport, die Rolle des kollektiven Gedächtnisses, das Phänomen des "nation building" sowie die integrative versus trennende Kraft des Sports.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Autorin untersucht, ob Sport eine nationale Identität formt oder ob nationale Identität den Sport als Instrument nutzt, und welche Konsequenzen dies für die betroffenen Gesellschaften hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine ethnologische Analyse, die auf einer theoretischen Aufarbeitung sportethnologischer Literatur basiert und diese durch zwei ethnographische Fallbeispiele empirisch untermauert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Konzepterarbeitung und die konkrete Analyse der Fallbeispiele Deutschland und Südafrika im Hinblick auf deren Umgang mit nationaler Identität durch den Sport.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Nationale Identität, Sport, kollektives Gedächtnis, Fußball, Deutschland, Südafrika und Integration sind die prägenden Schlagworte.

Welche besondere Rolle nimmt der Fußball im deutschen Kontext ein?

Der Fußball dient in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg als wichtiges Projektionsfeld für ein neues Selbstbewusstsein und als zentrales Element des kollektiven Gedächtnisses, ist jedoch auch mit Debatten um Migration und Ausgrenzung verbunden.

Inwiefern unterscheidet sich die südafrikanische Erfahrung?

In Südafrika diente Sport während der Apartheid der Rassentrennung, während nach der Demokratisierung versucht wurde, den Sport als Instrument für das "nation building" und die Überwindung von Gräben zu nutzen.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sport und nationale Identität. Begegnung im kollektiven Gedächtnis
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Ethnologie)
Veranstaltung
MA Seminar Körper und Technik
Note
1,7
Autor
Katharina Wilhelm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
25
Katalognummer
V375033
ISBN (eBook)
9783668542259
ISBN (Buch)
9783668542266
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sport Nationale Identität Fußball
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Wilhelm (Autor:in), 2017, Sport und nationale Identität. Begegnung im kollektiven Gedächtnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375033
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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