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Der Teufel als literarische Gestalt in der mittelalterlichen Dichtung

Title: Der Teufel als literarische Gestalt in der mittelalterlichen Dichtung

Thesis (M.A.) , 2005 , 75 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefanie Hanten (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Im Jahr 1215 n. Chr. wurde auf dem vierten Lateralkonzil verkündet, dass der Teufel leibhaftig sei. Die Meinungen darüber gehen jedoch bis heute auseinander.
Tatsache ist, dass die Gestalt des Teufels, wie sie im christlichen Glauben Bestand hat, schon seit den Anfängen des Christentums bekannt ist. Ebenso Faktum ist, dass in den meisten Völkern, angefangen bei den primitiven, archaischen Kulturen, seine Figur zahlreiche Vorgänger in Form von Göttern und Dämonen hat.
Der Kampf zwischen Gott und Teufel oder Gut und Böse, findet auch in vielen alten und neuen Kulturen, zwar auf einer anderen Ebene, aber dennoch, statt.

Aufgrund der Position, die der Teufel in Kirche, Bibel und der Literatur des Mittelalters einnahm, ist er bis heute für die Forschung und für viele Unterhaltungsmedien von großem Interesse.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesem Problem und der Frage nach der Entstehung der Teufelsfigur angefangen bei den Naturvölkern bis hin zum christlichen Glauben; mit der Karriere dieser Gestalt des Bösen und der Erhaltung seines Platzes in der Welt, von den frühen Anfängen des Christentums bis zur heutigen Zeit.
Angesichts der Komplexität des Materials in Bezug auf die Entstehungsgeschichte können die einzelnen Völkerschaften und Religionsgruppen nur in Ansätzen behandelt werden. Mit mehr Aufmerksamkeit wird die Gestalt des Teufels im Christentum betrachtet, da es für den zweiten Teil der Arbeit notwendig ist, aufgrund der Bedeutsamkeit der Kirche und den mit ihr verbundenem Teufelsglauben im Mittelalter. Der zweite Teil der Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit dem Teufelmotiv in der Literatur des Mittelalters. Mit dieser Thematik können Bücher gefüllt werden. Daher kann dies nur eine Übersicht der verschiedenen Gestaltungsformen des Teufelmotivs sein, mit besonderer Ausarbeitung der didaktischen Literatur im Hinblick auf das, um 1414 im süddeutschen Raum entstandene, satirisch-didaktische Gedicht ,,Des Teufels Netz’’ (’des tüfels segi’), dessen Ausarbeitung den dritten Teil dieser Arbeit darstellt. Danach folgt eine kleine Ausarbeitung über die Allegorie des Netzes in dieser Dichtung.

Der dritte Teil enthält eine Übersicht der Handschriften, sowie eine Analyse über Entstehungszeit und -raum. Inhaltlich wird der Stände- sowie der Sündenteil erläutert und der Dialog am Ende des Gedichtes zwischen Christus und dem Teufel.

...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2. Die Entstehung der Teufelsgestalt

2.1. Die Entstehung des Bösen

2.2. Das Böse in den Naturvölkern

2.3. Die altiranische Kultur

2.3.1. Zarathustra

2.4. Der Teufel im Judentum

2.5. Der Teufel in der christlichen Tradition

2.5.1. Die Entstehung des Bösen

2.5.1.1. Der Sündenfall

2.5.1.2. Der Sündenfall in den Apokryphen

2.5.1.3. Die Lehre von den Engeln

2.5.1.4. Der Fall der Engel

2.5.2. Der Satan im Alten Testament – „Angestellter“ Gottes

2.5.3. Satan im Neuen Testament – Der Widersacher

2.6. Der Teufel im Volksglauben

3. Des Teufels Netz

3.1. Der Teufel in der Literatur des Mittelalters

3.1.1. Der Teufel in den geistlichen Spielen des Mittelalters

3.1.2. Der Teufel in der didaktischen Literatur des Mittelalters

3.1.2.1. Die Spruchdichtung

3.1.2.2. Das Lehrgedicht

3.1.2.3. Die Allegorie

3.2. Die Probleme bei der Bestimmung von Gattung und Autor

3.2.1. Die Gattungsfrage

3.2.2. Der Autor des Gedichtes

3.3. Die Allegorie in „Des Teufels Netz“

3.4. Des Teufels Netz

3.4.1. Die Handschriften

3.4.2. Inhalt und Aufbau

3.4.2.1. Der Sündenteil

3.4.2.2. Der Dekalogteil

3.4.2.3. Der Ständeteil

3.4.2.4. Der Christus-Teufel Dialog

4. Resümee: Die Funktion des Teufels in der Lehrdichtung des M.A.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Etablierung der Teufelsfigur vom Altertum bis in das christliche Mittelalter, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der didaktischen Lehrdichtung „Des Teufels Netz“ und ihrer Funktion als erzieherisches Instrument der Kirche.

  • Evolution der Teufelsgestalt in frühen Kulturen und Religionen.
  • Die Transformation des Satans im Judentum und Christentum.
  • Die Darstellung des Teufelsmotivs in der mittelalterlichen Literatur.
  • Analyse von „Des Teufels Netz“: Gattung, Allegorie und didaktischer Anspruch.
  • Die Bedeutung von Angst als Mittel der kirchlichen Bevölkerungserziehung.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Entstehung des Bösen

„Betrachtet man die Teufel einmal ganz nüchtern, sind sie ein Nichts, in sichtbare, fantastische Gestalten umgesetzte Projektionen, die den Konflikt des Menschen mit seinen historischen oder natürlichen Bedingtheiten zum Ausdruck bringen’’ schreibt Alfonso di Nola in seinem Werk über den Teufel. Für di Nola ist der Teufel eine Gestalt, die der menschlichen Phantasie entsprungen ist, entstanden aufgrund von lebens- oder existenzbedrohenden Situationen oder unerklärlichen Erlebnissen in frühester Entwicklungsstufe der Menschheit.

Der Mensch habe, laut di Nola, mehrere Möglichkeiten, um auf solche Ereignisse zu reagieren: entweder mit Verstand, mit dessen Hilfe man eine Veränderung bewirken kann, oder mit Verfremdung, indem man sie auf ein ,,trügerisch mythisches Bild’’ (a. a. O.) projiziert und so eine dramatisierte Erklärung für das Böse im menschlichen Dasein schafft. Es entsteht eine ,,fest umrissene Gestalt’’, die nun auch als Widersacher des positiven Gottesbildes verstanden wird. Die Entwicklung dieses dualistischen Glaubenssystems ist in jeder Religion und jedem Volk verschieden. In den folgenden Kapiteln werden die Kulturen aufgezeigt, die für die Entstehung der Teufelsgestalt besonders bedeutsam sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Problematik der Teufelsfigur und Definition des Untersuchungsrahmens der Arbeit.

2. Die Entstehung der Teufelsgestalt: Untersuchung der Wurzeln des Bösen in Naturvölkern, der altiranischen Kultur, im Judentum und der christlichen Tradition.

3. Des Teufels Netz: Umfassende Analyse des didaktischen Gedichts „Des Teufels Netz“ hinsichtlich Gattung, Autorschaft, Aufbau und der verwendeten Allegorien.

4. Resümee: Die Funktion des Teufels in der Lehrdichtung des M.A.: Zusammenfassende Betrachtung der Teufelsgestalt als Werkzeug der Kirche zur Disziplinierung und Erziehung der Bevölkerung im Mittelalter.

Schlüsselwörter

Teufel, Teufelsgestalt, Mittelalter, Didaktik, Lehrdichtung, Des Teufels Netz, Sündenfall, Dualismus, Kirche, Allegorie, Volksglaube, Erlösung, Teufelsmotiv, Seelenfang, Christentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Entstehung der Teufelsfigur und deren Wandel von einer abstrakten Idee zu einer konkreten, bedrohlichen Gestalt in der mittelalterlichen Literatur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die religiöse Wurzelbildung des Bösen, der Einfluss von Dualismus-Konzepten sowie die didaktische Literatur, insbesondere das Werk „Des Teufels Netz“.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, den Ursprung der Teufelsfigur nachzuvollziehen und aufzuzeigen, wie die Kirche diese Gestalt als erzieherisches Mittel nutzte, um Gläubige durch Angst zu disziplinieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und kulturhistorische Analyse, die theologische Quellen, Apokryphen und didaktische Schriften des Mittelalters systematisch auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Gedicht „Des Teufels Netz“, untersucht dessen Handschriften, den Aufbau sowie die symbolische Bedeutung der Teufels-Allegorien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie „Teufelsmotiv“, „Didaktik“, „Dualismus“, „Sündenfall“ und „Ständesatire“.

Welche Rolle spielt „Des Teufels Netz“ für das Verständnis des Teufelsglaubens?

Das Werk dient als Paradebeispiel für die mittelalterliche „Straf- und Drohpredigt“, in der Stände und Sünden systematisch katalogisiert werden, um den Menschen den Weg zur Erlösung durch Beichte und Buße zu weisen.

Wie unterscheidet sich die Darstellung des Teufels in dieser Arbeit von modernen Ansichten?

Die Arbeit beleuchtet den mittelalterlichen Teufel als leibhaftige, reale Bedrohung für das Bürgertum, während moderne Darstellungen den Teufel meist als symbolische oder psychologische Metapher interpretieren.

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Details

Title
Der Teufel als literarische Gestalt in der mittelalterlichen Dichtung
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
2,0
Author
Stefanie Hanten (Author)
Publication Year
2005
Pages
75
Catalog Number
V37507
ISBN (eBook)
9783638368308
Language
German
Tags
Teufel Gestalt Dichtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Hanten (Author), 2005, Der Teufel als literarische Gestalt in der mittelalterlichen Dichtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37507
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