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Die Ästhetik des Sprechen auf der Bühne nach Hellmut Geißner und Hans Martin Ritter. Ein Vergleich

Titel: Die Ästhetik des Sprechen auf der Bühne nach Hellmut Geißner und Hans Martin Ritter. Ein Vergleich

Hausarbeit , 2008 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: LAss Thomas Kaffka (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine Form des ästhetischen Sprechens kann das Sprechen auf der Bühne sein. Zunächst gilt es jedoch zu klären, was überhaupt ästhetisch ist. Wenn man dabei nach der Vorstellung Norbert Gutenbergs geht, so lässt sich sagen, dass jede produktive Handlung, die ein Mensch – unter zur Hilfenahme aller Möglichkeiten – vollzieht, um sich und anderen Genuss zu bereiten, ästhetisch ist. Wenn man dieser Ansicht folgt, so kommt man zwangsläufig an den Punkt, an dem man erkennt, dass Ästhetik immer etwas mit der Wahrnehmung zu tun hat und damit an verschiedene andere Faktoren gebunden ist. So wird jede Zeit ihre eigene Ästhetik haben und jede Philosophie Ästhetik anders definieren. Wenn man sich also im konkreten Fall mit der Ästhetik des Sprechens auf der Bühne beschäftigt, so wird man verschiedene Herangehensweisen und Forderungen finden, die Sprechen auf der Bühne ästhetisch machen.

In der folgenden Arbeit sollen nun die Standpunkte Hellmut Geißners und Hans Martin Ritters skizziert werden, die sich beide mit dem Sprechen des Schauspielers beschäftigt haben. Es sollen die wichtigsten Forderungen und Anforderungen der beiden herausgestellt werden, um an markanten Punkten mit einander verglichen werden. Dabei soll dargestellt werden, wie die Ausbildung eines Schauspielers im sprecherischen Bereich zu erfolgen hat, da sich gerade hieraus die Parameter des ästhetischen Sprechens herausarbeiten lassen. Im Abschluss der Arbeit soll versucht werden, noch einmal das hervorzustreichen, was das Sprechen für den jeweiligen Ansatz ästhetisch macht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Sprechen auf der Bühne

II.1. Die Atmung

II.1.1. Die Atmung nach Geißner

II.1.2. Die Atmung nach Ritter

II.1.3. Geißner vs. Ritter

II.2. Die Stimme und der Laut

II.2.1. Stimm- und Lautbildung nach Geißner

II.2.1.1. Stimmbildung

II.2.1.2. Lautbildung

II.2.2. Stimm- und Lautbildung nach Ritter

II.2.3. Geißner vs. Ritter

II.3. Der Ausdruck des Sprechers

II.3.1. Sprechausdruck nach Geißner

II.3.2. Vom Laut zum Wort (Ritter)

II.3.3. Geißner vs. Ritter

III. Fazit: Wie wird Sprechen auf der Bühne ästhetisch?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit vergleicht die Ansätze von Hellmut Geißner und Hans Martin Ritter zur Ästhetik des Bühnensprechens, um zentrale Parameter für die sprecherische Ausbildung von Schauspielern herauszuarbeiten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Anforderungen an den Schauspieler gestellt werden müssen, um ein ästhetisches Sprechen auf der Bühne zu erreichen und welche Rolle dabei die individuelle Herangehensweise der beiden Theoretiker spielt.

  • Vergleich der Atemtechniken im Kontext des Theaters
  • Analyse der Stimm- und Lautbildung bei Geißner und Ritter
  • Die Bedeutung von Mimik und Gestik für den Sprechausdruck
  • Zusammenhang zwischen Textsinn, Sprechdenkbewegung und ästhetischem Anspruch

Auszug aus dem Buch

II.3.2. Vom Laut zum Wort

Die Überschrift Ritters für seine abschließende Betrachtung der sprachlichen bzw. sprecherischen Seite der schauspielerischen Tätigkeit umschreibt treffend, was aus den einzelnen Lauten nun werden soll: „Die tobende Ordnung der Laute“61.

Mit dieser Ordnung ist nun gemeint, dass die einzelnen Laute, die alle einen eigenen Charakter in sich tragen nun zu Worten zusammengefügt werden, die in sich ein „assoziatives Potenzial für situative Momente“62 tragen. An einem Wort wie bspw. „Stich“ wird das sehr deutlich: Das „sch“ wird durch eine Schubbewegung gestisch umgesetzt63, während das „t“ mit seiner Aggressivität64 die Richtung – eben vom Körper weg – und die emotional heftige Entladung der aufgestauten Energie im Körper beschreibt. Dieses Wort also in Verbindung mit seinen Lautgesten gesprochen, ergibt eben jene Körperaktion, die man bspw. mit dem Zustechen eines Dolches verbindet. Es wird also in einem Wort eine situative und emotionale Energie, die sich zuvor aufgestaut hat, recht schnell entladen. Für diesen Effekt wiederum ist jeder einzelne Laut von Bedeutung – kein einziger Laut darf übergangen oder verschliffen werden.

Aus diesem Ansatz heraus sollen nun auch Texte angegangen werden. Dabei weist Ritter besonders daraufhin, dass „Sinneinheiten zugleich als Einheit einer sich bewegten Körperaktion erfahren werden.“65 Ritter sagt damit lediglich, dass sich die Gestik, die sich beim Spielen dem Text hinzufügt, aus den einzelnen Lauten ergibt. Dadurch, dass jedem Laut zuvor ein bestimmter Charakter zugewiesen wurde – bspw. dem „sch“ das Schieben oder Drängen -, wird nun jeder Laut von einer Geste begleitet66, die in den Vortrag bzw. besser in das Spiel eingebaut werden müssen. Denn nur wenn der Laut, bzw. das aus mehreren Lauten bestehende Wort, gestisch unterstützt wird, kann der situative und emotionale Druck entweichen und der Sinn des Gesagten auch gestisch deutlich werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung klärt den ästhetischen Begriff im Kontext der Bühnenarbeit und führt in die Vergleichsstudie zwischen Hellmut Geißner und Hans Martin Ritter ein.

II. Das Sprechen auf der Bühne: Dieses Hauptkapitel analysiert systematisch die drei Grundpfeiler des Sprechens – Atmung, Stimm-/Lautbildung und Sprechausdruck – und stellt die Positionen der beiden Autoren gegenüber.

II.1. Die Atmung: Dieser Abschnitt untersucht, wie Geißner und Ritter jeweils die Sprechatmung bewerten, wobei Geißner den Fokus auf die Sprechdenkbewegung und Ritter auf die situative Ganzheitlichkeit legt.

II.1.1. Die Atmung nach Geißner: Geißner betont die Bedeutung der Sprechdenkbewegung gegenüber der bloßen Einatemmenge.

II.1.2. Die Atmung nach Ritter: Ritter begreift das Atmen als Teil einer bewussten, situationsabhängigen körperlichen Handlung.

II.1.3. Geißner vs. Ritter: Der Vergleich zeigt, dass Geißner technische Übungen zur Atmung ablehnt, während Ritter sie zur Erschließung von Körperräumen für notwendig hält.

II.2. Die Stimme und der Laut: Dieser Teil beleuchtet, wie Geißner und Ritter die Erarbeitung von Stimme und Artikulation im Hinblick auf ihre Hochlautungs-Vorstellungen betrachten.

II.2.1. Stimm- und Lautbildung nach Geißner: Fokus auf die natürliche Indifferenzlage und die phonematische Hochlautung zur Sicherung der Eindeutigkeit.

II.2.1.1. Stimmbildung: Geißner lehnt spezifische Gesangsübungen für Schauspieler ab, da geistige Antriebskräfte wichtiger seien als technische Register.

II.2.1.2. Lautbildung: Plädoyer für eine Hochlautung, die nicht mechanistisch, sondern über den Sinn des Textes vermittelt wird.

II.2.2. Stimm- und Lautbildung nach Ritter: Ritter betrachtet Stimme als ganzheitlichen Vorgang, bei dem Resonanzräume und das bewusste Erspüren von Lauten zentral sind.

II.2.3. Geißner vs. Ritter: Während Geißner Einzellautübungen ablehnt, nutzt Ritter diese, um eine Körper- und Sinnessensibilität zu trainieren.

II.3. Der Ausdruck des Sprechers: Die abschließende Analyse der Ausdrucksmittel, einschließlich Melodik, Dynamik und Tempo.

II.3.1. Sprechausdruck nach Geißner: Geißner ordnet alle Ausdrucksmittel dem Text und dem Handlungsrahmen unter.

II.3.2. Vom Laut zum Wort (Ritter): Ritter verknüpft Lautbildung mit gestischem Spiel, da Laute ihrer Ansicht nach ein assoziatives Potenzial für Handlungen besitzen.

II.3.3. Geißner vs. Ritter: Der Vergleich offenbart Geißners Konzentration auf die verbale Ebene gegenüber Ritters Erweiterung um die Dimension der Gestik.

III. Fazit: Wie wird Sprechen auf der Bühne ästhetisch?: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz unterschiedlicher Herangehensweisen (Textfokus bei Geißner vs. Körperfokus bei Ritter) die Sinnvermittlung das oberste Ziel beider Ansätze bleibt.

Schlüsselwörter

Bühnensprechen, Hellmut Geißner, Hans Martin Ritter, Sprechdenkbewegung, Schauspielausbildung, Ästhetik, Sprechatmung, Artikulation, Lautgesten, Sinnvermittlung, Indifferenzlage, Stimmbildung, Körperaktion, Sprechausdruck, Sprechwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Konzepte des Bühnensprechens von Hellmut Geißner und Hans Martin Ritter, um die verschiedenen Anforderungen und Methoden für ein ästhetisches Sprechen im Schauspiel herauszuarbeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Bereiche der Atemtechnik, die Stimm- und Lautbildung sowie die verschiedenen Formen des Sprechausdrucks in der schauspielerischen Ausbildung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Parameter für ästhetisches Sprechen auf der Bühne zu identifizieren und dabei zu vergleichen, wie Geißner und Ritter den Prozess von der Atmung über die Lautbildung bis hin zur gestischen Untermauerung definieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die auf den zentralen Publikationen der beiden Autoren basiert und deren Positionen systematisch gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die elementaren Prozesse des Sprechens – Atmung, Stimme, Lautbildung und Ausdruck – analysiert und jeweils direkt miteinander verglichen, um Unterschiede in der Methodik aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sprechdenkbewegung, Ästhetik des Sprechens, ganzheitlicher Ansatz, Sinnvermittlung und Schauspieler-Ausbildung.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Geißner und Ritter zur Atmung?

Geißner sieht die Atmung primär als untergeordnetes, durch die Sprechdenkbewegung gesteuertes Element, während Ritter die Atmung als bewusst trainierbare, ganzheitliche Körperaktion betrachtet, die fest in der jeweiligen Situation verankert sein muss.

Welche Rolle spielt die Gestik in den untersuchten Ansätzen?

Geißner spart die Gestik in seinen Betrachtungen fast vollständig aus und konzentriert sich auf die verbale Ebene, wohingegen Ritter die Gestik als essenziellen, aus den Lauten resultierenden Bestandteil des Sprechens begreift.

Was bedeutet für Geißner ästhetisches Sprechen?

Für ihn wird Sprechen dann ästhetisch, wenn die Kommunikation zwischen den Rollen und zum Publikum in echter, vom Textsinn geleiteter Weise erfolgt.

Warum lehnt Geißner klassische Gesangsübungen für Schauspieler ab?

Geißner hält diese für zu mechanistisch und für den Schauspieler wenig zielführend, da die wahre Stimmmodulation durch geistige und seelische Antriebskräfte und nicht durch rein technische Registerkontrolle bestimmt wird.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ästhetik des Sprechen auf der Bühne nach Hellmut Geißner und Hans Martin Ritter. Ein Vergleich
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Ästhetisches Sprechen
Note
1,0
Autor
LAss Thomas Kaffka (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V375143
ISBN (eBook)
9783668550063
ISBN (Buch)
9783668550070
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neuere Deutsche Literaturwissenschaft - Theatertheorie - Sprechtheorie - Sprechschule - Bühnensprechen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
LAss Thomas Kaffka (Autor:in), 2008, Die Ästhetik des Sprechen auf der Bühne nach Hellmut Geißner und Hans Martin Ritter. Ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375143
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Leseprobe aus  18  Seiten
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