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München 1923 bis 1945. Eine Exkursion zu Orten und Gebäuden im Geschichtsunterricht des Gymnasiums

Lokal- und Regionalgeschichte

Title: München 1923 bis 1945. Eine Exkursion zu Orten und Gebäuden im Geschichtsunterricht des Gymnasiums

Examination Thesis , 2010 , 95 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Kaffka (Author)

Didactics - History
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Immer wieder wird in der Geschichtsdidaktik das motivierende Moment der Beschäftigung mit Lokal- und Regionalgeschichte betont. In diesem Sinne drängt es sich förmlich auf, bei der Behandlung des Themas Nationalsozialismus eine Begehung der, diese Zeit betreffenden, Örtlichkeiten in den normalen Schulbetreibe einzufügen. Im hier vorliegenden Fall wird im Wesentlichen die Lokalgeschichte Münchens fokussiert, indem die Begehung – einem imaginären Zeitstrahl folgend – entlang der Ludwigstraße erfolgt.

Die vorliegende Arbeit, die sich dieses Themas annehmen möchte, gliedert sich in drei Abschnitte, zuerst wird in Form einer fachdidaktisch-methodischen Betrachtung versucht, zu erläutern, wie der Begriff „Exkursion“ definiert werden kann. In einem weiteren Schritt werden schließlich zunächst die Idealformen von Exkursionen vorgestellt und der Bezug zu verschiedenen Lern- und Erkenntniszielen hergestellt, wobei vor allem die Auseinandersetzung mit dem Geschichtsbewusstsein eine große Rolle spielen wird. Der Versuch, die Orte, an die eine historische Exkursion führen kann, genauer zu typisieren, bildet einen weiteren Schritt in Richtung fachwissenschaftlicher Beleuchtung der Exkursion; gerade in diesem Teil der Arbeit wird dann schon versucht, die allgemeinen Aussagen auf Orte und Gebäude in München, die für den Zeitraum 1923 bis 1945 von Bedeutung waren, zu konkretisieren. Abgeschlossen wird dieser Teil mit der Fragestellung, wo der Lehrplan nach Exkursionen verlangt und welche Ziele er damit verfolgt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Fachdidaktisch-methodische Betrachtung: Exkursion

II.1. Definition des Begriffes „Exkursion“

II.2. Unterschiedliche Exkursionstypen

II.2.1 Die „Erkundung“

II.2.2. Die „Rekonstruktion historischer Ereignisse an ihrer historischen Stätte“

II.2.3. Das „Hinterfragen gedeuteter Geschichte“

II.2.4.Fazit

II.3. Eine mögliche Typisierung der historischen Orte

II.4. Was kann eine Exkursion leisten?

II.5. Die Exkursion im Lehrplan

III. Fachdidaktische Betrachtung: Regional- und Lokalgeschichte

III.1. Definition bzw. Begriffsabgrenzung

III.2. Die Beschäftigung mit Lokal- und Regionalgeschichte im Geschichtsunterricht

III.2.1. Möglichkeiten und Grenzen der Lokal- und Regionalgeschichte

III.2.2. Lehrplanbezug

IV. München 1923 bis 1945: Eine Exkursion zu Orten und Gebäuden im Geschichtsunterricht des Gymnasiums

IV.1. Geplante Umsetzung der Exkursion

IV.1.1. Die Feldherrnhalle

IV.1.1.1. Geplante Umsetzung für die 9. Jahrgangsstufe

IV.1.1.2. Begleitendes Quellenmaterial für 9. Jahrgangsstufe

IV.1.1.3. Geplante Umsetzung für die 11./12. Jahrgangsstufe

IV.1.1.4. Begleitendes Quellenmaterial für die 11./12. Jahrgangsstufe

IV.1.2. Die Ludwig-Maximilians-Universität

IV.1.2.1. Geplante Umsetzung für die 9. Jahrgangsstufe

IV.1.2.2. Begleitendes Quellenmaterial für 9. Jahrgangsstufe

IV.1.2.3. Geplante Umsetzung für die 11./12. Jahrgangsstufe

IV.1.2.4. Begleitendes Quellenmaterial für die 11./12. Jahrgangsstufe

IV.1.3. Das Siegestor

IV.1.3.1. Geplante Umsetzung für die 9. Jahrgangsstufe

IV.1.3.2. Begleitendes Quellenmaterial für 9. Jahrgangsstufe

IV.1.3.3. Geplante Umsetzung für die 11./12. Jahrgangsstufe

IV.1.3.4. Begleitendes Quellenmaterial für die 11./12. Jahrgangsstufe

IV.2. Lehrplanbezug der Exkursion

V. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial und die methodische Umsetzung historischer Exkursionen im Geschichtsunterricht, insbesondere mit Fokus auf die Lokal- und Regionalgeschichte Münchens während der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es, den Aufbau von Geschichtsbewusstsein durch handlungsorientiertes Lernen an historischen Orten zu fördern und konkrete didaktische Wege für den Unterricht am Gymnasium aufzuzeigen.

  • Fachdidaktische Grundlagen der historischen Exkursion
  • Typisierung und Analyse historischer Orte
  • Verzahnung von lokalhistorischer Forschung und Lehrplananforderungen
  • Konkrete Exkursionskonzepte für München (Feldherrnhalle, LMU, Siegestor)
  • Methoden der Quellenarbeit und Rekonstruktion vor Ort

Auszug aus dem Buch

II.1. Definition des Begriffes „Exkursion“

Zunächst soll im Folgenden versucht werden, den Begriff „Exkursion“ zu definieren, dabei wird nicht versucht, eine allgemeine Definition zu erreichen, sondern lediglich eine Begriffsbestimmung in Bezug auf den Geschichtsunterricht. Schreiber versteht unter Exkursion „das Aufsuchen historischer Quellen an ihrem originalen Ort (...).3 Diese Definition ist sehr allgemein und birgt das Problem in sich, dass der Besuch des originalen Orts nur selten tatsächlich möglich ist, da sich entweder der historische Ort selbst oder dessen Umgebung im Laufe der Zeit verändert hat. Schreiber will damit jedoch lediglich die Exkursion in Archive oder Museen aufgrund ihrer eigenen Art ausklammern. Weiterhin fehlt jeglicher Hinweis, was im Rahmen der Exkursion an den aufgesuchten Quellen zu leisten ist. Dennoch ist das Aufsuchen – also das Verlassen des Schulhauses – als ein wesentlicher Bestandteil einer Exkursion schon implizit genannt.

Hey versuchte die Exkursion folgendermaßen zu fassen: „Die historische Exkursion ist eine Organisationsform des historisch-politischen Unterrichts, die ein bestimmtes Thema durch die Arbeit an und mit möglichst originalen historischen Zeugnissen außerhalb der Schule erschließt.“4 Heys Definition ist zwar immer noch sehr allgemein gefasst, gibt jedoch den thematischen Bezug als ein weiteres Kriterium an, sodass implizit eine gewisse Form der Selektion angenommen kann, die den Besuch eines historischen Ortes immer in Abhängigkeit mit einer thematischen Aufbereitung sieht; d.h. die Exkursion muss einen Bezug zu einer Unterrichtseinheit aufweisen und dementsprechend einen Lehrplanbezug aufweisen. Hey betont in dieser Definition, dass bei einer Exkursion an und mit historischen Zeugnissen zu arbeiten ist. Er unterscheidet damit die Exkursion von einer reinen Führung, in der lediglich Informationen angeboten werden; Hey führt also implizit eine handlungsorientierte Komponente in die Exkursion ein. Ferner wird in der Definition Heys der außerschulische Charakter besonders betont, allerdings findet sich hier keine Differenzierung hinsichtlich der Orte. Hey bezieht in seine Begriffsbestimmung also Museen und Archive ebenso mit ein, wie Denkmäler und Bauten; konstituierendes Moment ist also das Arbeiten mit historischen Zeugnissen außerhalb des Schulhauses – der Verbleib des Zeugnisses an seinem historischen Ort scheint dabei vernachlässigbar.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Lokal- und Regionalgeschichte ein und skizziert den Aufbau der Arbeit, die den historischen Exkursionsunterricht in München analysiert.

II. Fachdidaktisch-methodische Betrachtung: Exkursion: Dieses Kapitel definiert den Begriff der historischen Exkursion, typisiert Exkursionsformen und beleuchtet das didaktische Potenzial sowie die Integration in den Schulalltag.

III. Fachdidaktische Betrachtung: Regional- und Lokalgeschichte: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung von Lokal- und Regionalgeschichte, wobei deren Nutzen für den Geschichtsunterricht und die Abgrenzung zur Nationalgeschichte diskutiert werden.

IV. München 1923 bis 1945: Eine Exkursion zu Orten und Gebäuden im Geschichtsunterricht des Gymnasiums: Der Hauptteil entwirft konkrete Exkursionskonzepte für München (Feldherrnhalle, LMU, Siegestor) und verknüpft diese mit den Anforderungen der verschiedenen Jahrgangsstufen am Gymnasium.

V. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die zukünftige Bedeutung der Arbeit mit historischen Orten im Kontext schwindender Zeitzeugenschaft.

VI. Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Geschichtsdidaktik, Exkursion, Lokalgeschichte, Regionalgeschichte, Nationalsozialismus, München, Geschichtsbewusstsein, handlungsorientiertes Lernen, Lehrplan, Feldherrnhalle, Ludwig-Maximilians-Universität, Siegestor, Quellenarbeit, Erinnerungskultur, historisches Lernen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Aufarbeitung von historischen Exkursionen. Sie untersucht, wie das lokale Umfeld – speziell in München – als Lernort für den Geschichtsunterricht genutzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die theoretische Definition der historischen Exkursion, die methodische Einbettung in den Lehrplan und die praktische Anwendung am Beispiel des Nationalsozialismus in München.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch gut geplante Exkursionen Geschichtsbewusstsein fördern können, indem Schüler aktiv mit historischen Orten und Quellen arbeiten, statt nur passiv Informationen zu konsumieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine geschichtsdidaktische Analyse, bei der Fachliteratur ausgewertet und mit den Vorgaben des bayerischen Lehrplans für das Gymnasium in Bezug gesetzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete Exkursionsrouten und -inhalte für die Feldherrnhalle, die LMU und das Siegestor entworfen, inklusive didaktischer Hinweise zur Quellenarbeit für unterschiedliche Jahrgangsstufen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Geschichtsdidaktik, historische Exkursion, Lokalgeschichte, handlungsorientiertes Lernen und Geschichtsbewusstsein.

Wie wird das Konzept der „Erkundung“ in der Arbeit definiert?

Die Arbeit greift auf Typologien zurück, in denen „Erkundung“ als eine Form der Exkursion verstanden wird, bei der der historische Ort als Ausgangspunkt dient, um durch analytische Arbeit Vorwissen zu aktivieren und historische Ereignisse zu rekonstruieren.

Welche Rolle spielen Denkmäler wie das Siegestor im didaktischen Konzept?

Denkmäler dienen als „stumm Zeugen“, die erst durch die didaktische Aufbereitung und Quellenarbeit ihre Bedeutung für die Schüler offenbaren. Die Arbeit zeigt, wie sich die Deutung solcher Orte im Zeitverlauf verändert hat und wie dies Schüler zur kritischen Reflexion über Erinnerungskultur anregen kann.

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Details

Title
München 1923 bis 1945. Eine Exkursion zu Orten und Gebäuden im Geschichtsunterricht des Gymnasiums
Subtitle
Lokal- und Regionalgeschichte
College
University of Augsburg  (Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte)
Grade
1,0
Author
Thomas Kaffka (Author)
Publication Year
2010
Pages
95
Catalog Number
V375150
ISBN (eBook)
9783668523159
ISBN (Book)
9783668523166
Language
German
Tags
Geschichte - Didaktik - Exkursion - Theorie - Geschichte vor Ort - Prxis - Exkursionsentwurf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Kaffka (Author), 2010, München 1923 bis 1945. Eine Exkursion zu Orten und Gebäuden im Geschichtsunterricht des Gymnasiums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375150
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