Deutschland ist ein Einwanderungsland - auch wenn das noch nicht von allen akzeptiert wird. Wie ist es soweit gekommen - wie geht es "Gastarbeitern" und Asylsuchenden? Diese Arbeit wirft einen Blick auf geschichtliche und politische Hintergründe, um hier vor allem bei pädagogischem Personal mehr Verständnis für die Umstände ihrer Schutzbefohlenen zu wecken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte der Ausländerpolitik 1945 – 1973
2.1. Das Wirtschaftswunder
2.2 Die Anwerbeabkommen
2.3 Deutschlands Argumente für Ausländerbeschäftigung
2.4 Die soziale Lage der Gastarbeiter
2.5 Der „Anwerbestopp“ und seine Folgen
2.6 „Einwanderer ohne Einwanderungsland“
2.7 Probleme und Schwierigkeiten
2.8 Doppelstrategie der Bundesrepublik
3. Asylsuchende, Flüchtlinge, Aussiedler
3.1 (Spät-)Aussiedler
3.2 Integrationsprobleme jugendlicher Spätaussiedler
3.3 Veränderte Migrationsmotivation
3.4 Reaktion der deutschen Bevölkerung
4. Rechtliche Grundlage und Definition „Asyl“
5. Aktuelle Entwicklungen und Anforderungen an die Politik
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die politische und geschichtliche Entwicklung von Migrations- und Integrationsprozessen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, um ein tieferes Verständnis für die Lebenslagen von Einwanderern zu schaffen und Missverständnissen im pädagogischen Arbeitsumfeld vorzubeugen.
- Historische Phasen der Ausländerpolitik und Anwerbeabkommen
- Soziale und ökonomische Herausforderungen für Gastarbeiter und deren Familien
- Status und Integration von Aussiedlern, Flüchtlingen und Asylsuchenden
- Rechtliche Rahmenbedingungen und politische Reaktionen auf Migrationsbewegungen
- Die Bedeutung von interkultureller Kompetenz für pädagogische Fachkräfte
Auszug aus dem Buch
2.4 Die soziale Lage der Gastarbeiter
Die soziale Lage der Gastarbeiter in der ersten Hälfte der 60er Jahre war vor allem dadurch geprägt, daß ihr Aufenthalt in Deutschland nach Überzeugung der Arbeitgeber und Behörden auf jeden Fall vorübergehend war. – Auch ihre eigenen Erwartungen und Pläne gingen zunächst davon aus. Die Mehrheit bestand aus 20 – 40 jährigen, alleinstehenden Männern, deren feste Absicht es war, bald nach Hause zurückzukehren. Ihre Verbindungen in die Heimat waren entsprechend eng. Ihr Vergleichsmaßstab waren also die Verhältnisse in ihrer Heimat, ihr Ziel war es, so viel Geld wie möglich nach Hause schicken zu können, um sich dort womöglich selbstständig zu machen oder anderweitige, bessere Arbeit anzunehmen.
Diese Haltung hatte Auswirkungen auf Ihr Verhalten in Deutschland. Sie waren eher als Deutsche bereit, besonders schwere oder schmutzige Arbeit anzunehmen, machten mehr Überstunden, verzichteten auf Konsum und entsprechenden Lebensstandard. Sie wohnten möglichst billig und zeigten wenig Interesse an politischen und gewerkschaftlichen Aktivitäten.
Ausländer arbeiteten vor allem als un - oder angelernte Arbeiter in der Industrie in Bereichen mit schwerer, schmutziger Arbeit (Baugewerbe, Eisen-und Metallindustrie, Bergbau). Hier waren Akkordlohn, Schichtarbeit und Produktionsformen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen (Fließband) besonders häufig. Dadurch, daß die Ausländer Arbeitsplätze besetzten, für die deutsche Arbeiter nicht oder nur mit entsprechenden Lohnanreizen zu bekommen waren, ermöglichten sie den Aufstieg von Deutschen in beliebtere oder qualifiziertere Positionen (vgl. Herbert, S.213).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Migration und Integration ein und beleuchtet das gesellschaftliche Paradox Deutschlands als „Einwanderungsland ohne Einwanderungsland“.
2. Geschichte der Ausländerpolitik 1945 – 1973: Das Kapitel analysiert die Phase des Wirtschaftswunders, die Anwerbeabkommen und die soziale Situation der Gastarbeiter bis zum Anwerbestopp.
3. Asylsuchende, Flüchtlinge, Aussiedler: Der Fokus liegt hier auf den spezifischen Zuwanderungsgruppen der Aussiedler und Asylsuchenden sowie deren unterschiedlichen Integrationserfahrungen.
4. Rechtliche Grundlage und Definition „Asyl“: Dieses Kapitel erläutert die verfassungsrechtliche Verankerung des Asylrechts und die Auswirkungen des „Asylkompromisses“ von 1993.
5. Aktuelle Entwicklungen und Anforderungen an die Politik: Hier werden die Reformprozesse der Zuwanderungspolitik ab 1998 und die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens thematisiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die historische Versäumnisse der Integrationspolitik zusammen und plädiert für ein neues Verständnis von Zuwanderung als Potenzial.
Schlüsselwörter
Migration, Integration, Gastarbeiter, Anwerbeabkommen, Aussiedler, Asylrecht, Zuwanderung, Wirtschaftswunder, Integrationspolitik, Zweite Generation, Anwerbestopp, Deutschland, Fachkräfte, Kulturen, Gesellschaftspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der geschichtlichen und politischen Entwicklung von Migration und Integration in Deutschland von 1945 bis heute.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Gastarbeiter, die Situation von Aussiedlern und Asylsuchenden sowie die rechtlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Integration.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Hintergründe der Migration zu beleuchten, um Vorurteile abzubauen und die Handlungskompetenz von pädagogischem Personal zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse geschichtlicher und politischer Quellen zur Migrationsforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert chronologisch die Ausländerpolitik, die soziale Lage von Migranten und die politischen Rahmenbedingungen für verschiedene Zuwanderergruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Migration, Integration, Anwerbeabkommen, Wirtschaftswunder und die Entwicklung des Einwanderungslandes Deutschland.
Warum wurde das „Rotationsprinzip“ für Gastarbeiter abgelehnt?
Die Wirtschaftsunternehmen lehnten es ab, da sie ihre bereits eingearbeiteten und qualifizierten Fachkräfte nicht verlieren wollten.
Welche Rolle spielte der Begriff „zweisprachige Analphabeten“ im Kontext der zweiten Generation?
Der Begriff beschreibt die Problematik, dass Kinder von Gastarbeitern oft weder die Muttersprache ihrer Eltern noch die deutsche Sprache auf einem für Bildung notwendigen Niveau beherrschten.
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- Claudia Manall (Author), 2010, Migration und Integration in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375152