In dieser Hausarbeit gehe ich zwei Fragen nach: Erstens, warum wir künftig mit einem Anstieg der Altersarmut in Deutschland rechnen müssen und zweitens, welche Herausforderungen diese Entwicklung an die sozialarbeiterische Tätigkeit stellt.
Um diese Fragen zu beantworten, muss zunächst erörtert werden, was unter dem Begriff Altersarmut verstanden wird. Denn, erst wenn die Armutskriterien benannt worden sind, lassen sich quantitativen Dimensionen des Altersarmutsrisikos genauer zeigen.
In einem weiteren Schritt wird gezeigt, welche Gründe es gibt, um eine mögliche Zunahme von Altersarmut zu fürchten. Da gehe ich außerdem die Frage nach, welche Gesellschaftsgruppen von Altersarmut besonders betroffen sein können.
Das zweite Kapitel ist den sozialpolitischen Folgen der Altersarmut gewidmet. Dabei soll gezeigt werden, in welchem Umfang armutsbetroffene ältere Menschen am gesellschaftlichen und politischen Leben nicht teilnehmen können.
Im dritten Abschnitt werden bisher unternommene Reformen der gesetzlichen Rente zur Bekämpfung von Altersarmut und deren Auswirkungen erläutert. Darüber hinaus enthält dieses Kapitel auch Überlegungen und aktuelle Vorschläge, wie das Problem von Altersarmut auf Landes- und Bundesebene weiterhin gelöst werden könnte.
Das letzte Kapitel gibt Informationen über Aufgabenschwerpunkte sowie verschiedene Arbeitsformen und Methoden Sozialer Arbeit bei dem professionellen Umgang mit altersarmen Menschen und dem Gesamtphänomen Armut.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
1. Was ist Altersarmut?
1.1 Definition
1.2 Erklärungsansätze
2. Sozialpolitische Folgen von Altersarmut
3. Lösungsansätze
3.1 Bisherige Rentenreformen
3.2 Mögliche Handlungsoptionen
4. Altersarmut als Herausforderung für die Soziale Arbeit
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Ursachen des künftigen Anstiegs von Altersarmut in Deutschland und analysiert die daraus resultierenden Herausforderungen für die sozialarbeiterische Tätigkeit im Umgang mit betroffenen Menschen.
- Demographischer Wandel und Alterssicherungssysteme
- Sozialpolitische Auswirkungen auf die Lebensqualität von Senioren
- Kritische Analyse bisheriger Rentenreformen
- Professionelle Handlungsfelder der Sozialen Arbeit bei Altersarmut
Auszug aus dem Buch
1.2 Erklärungsansätze
Seit den letzten fast 40 Jahren erlebt Deutschland sowie andere westliche Staaten eine radikale Umschichtung in der Bevölkerungsstruktur, die auch für vermutlich ansteigende Altersarmut verantwortlich gemacht wird.
Dieser demographischen Wandel lässt sich hauptsächlich durch eine kontinuierlich steigende Lebenserwartung älteren Menschen erklären. Wenn z.B. Mitte der neunziger Jahre durchschnittliche Lebensdauer bei Männer 73 und bei Frauen 78,5 Jahre betrug, liegt es im Jahr 2014 schon bei fast 78 Jahren für Männer bzw. 83 für Frauen. Diese Tendenz geht weiter, wobei ein bis zwei Jahre in jedem Jahrzehnt zu vermuten sind (vgl. Flüter-Hoffmann/Pimpertz 2014, S. 4). Nach den vorliegenden Bevölkerungsprognosen wird der Anteil der über 65-jährigen Menschen im Jahr 2030 von gegenwärtig 21 auf über 28% ansteigen (siehe Anhang 5).
Gesellschaftlich betrachtet ist das zunächst eine sehr positive Entwicklung, sozialpolitisch bringt es aber aufgrund der niedrigen Geburtenraten – im Schnitt nur 1,4 Kinder pro Frau – neue Herausforderungen mit sich, besonders im System der Alterssicherung. Denn mit „längerer Rentenbezugsdauer steigt auch die Rentenlast“ der öffentlichen Kassen (Flüter-Hoffmann/Pimpertz 2014, S. 5).
Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland funktioniert nach dem Prinzip der Umlagefinanzierung, d.h. dass die heutige Rentnergeneration direkt von den eingezahlten Rentenbeiträgen der jetzigen Erwerbstätigen bezahlt wird. Die gesetzlichen Renten der heutigen Beitragszahler müssen dementsprechend von den nachfolgenden Generationen erwirtschaftet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung beleuchtet den demographischen Wandel und das steigende Armutsrisiko im Alter trotz bisheriger Einschätzungen, die das Problem oft als nachrangig betrachteten.
1. Was ist Altersarmut?: Dieses Kapitel definiert Altersarmut über verschiedene Ansätze, darunter relative Armut und subjektives Armutsempfinden, und beleuchtet die Ursachen des demographischen Wandels.
2. Sozialpolitische Folgen von Altersarmut: Hier wird analysiert, wie sich finanzielle Prekarität negativ auf die Lebensqualität, Gesundheit und soziale Teilhabe älterer Menschen auswirkt.
3. Lösungsansätze: Das Kapitel evaluiert bisherige Rentenreformen, wie die Riester-Rente, und diskutiert alternative Handlungsoptionen zur Sicherung des Rentenniveaus.
4. Altersarmut als Herausforderung für die Soziale Arbeit: Der Abschnitt fokussiert auf die neuen Anforderungen an Sozialarbeiter, um armutsgefährdete Senioren durch Beratung und soziale Netzwerke zu unterstützen.
Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Altersarmut eine komplexe Problematik ist, die sowohl politisches Handeln als auch spezialisierte Unterstützung durch die Soziale Arbeit erfordert.
Schlüsselwörter
Altersarmut, Rentenversicherung, demographischer Wandel, Sozialpolitik, Soziale Arbeit, Altersvorsorge, Grundsicherung, Armutsrisiko, Rentenniveau, soziale Teilhabe, Kapitaldeckung, Umlagefinanzierung, Beratungskonzepte, Lebensstandard, prekäre Beschäftigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Problem der Altersarmut in Deutschland, ihre Ursachen im demographischen Wandel sowie die damit verbundenen sozialpolitischen Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Rentensystems, den Folgen von Armut für Senioren und den professionellen Anforderungen an die Soziale Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu erklären, warum künftig mit einem Anstieg der Altersarmut zu rechnen ist und wie die Soziale Arbeit darauf reagieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf wissenschaftlicher Fachliteratur, sozialpolitischen Berichten und statistischen Daten (Anhänge) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, die Analyse sozialpolitischer Folgen, die Bewertung bisheriger Rentenreformen und die Ableitung konkreter Arbeitsmethoden für die Soziale Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Altersarmut, demographischer Wandel, Rentenpolitik, Soziale Arbeit und Armutsrisiko.
Warum ist das Rentensystem laut der Arbeit unter Druck?
Aufgrund des demographischen Wandels (steigende Lebenserwartung, niedrige Geburtenraten) kommen immer weniger Beitragszahler auf einen Rentner, was das Umlagesystem gefährdet.
Welche Kritik wird an der Riester-Rente geäußert?
Die Arbeit weist darauf hin, dass kapitalgedeckte Modelle oft nicht die Zielgruppen erreichen, die den größten Bedarf haben, und dass sie inflationsanfällig und renditeunsicher sind.
Wie kann die Soziale Arbeit Menschen in Altersarmut konkret unterstützen?
Durch bedarfsgerechte Beratung, Förderung sozialer Kontakte, Unterstützung bei der Inanspruchnahme staatlicher Leistungen und die Schaffung niedrigschwelliger Integrationsangebote.
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- Anonym (Autor:in), 2017, Altersarmut als sozialpolitisches Problem. Folgen und Lösungsansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375211