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Der Umgang mit traumatisierten Flüchtlingskindern in der Schule

Titel: Der Umgang mit traumatisierten Flüchtlingskindern in der Schule

Hausarbeit , 2017 , 19 Seiten

Autor:in: Nülüfer Özdemir (Autor:in)

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kinder und Jugendliche, die nach ihrer langwierigen Flucht in Deutschland angekommen sind, sind in vielfältiger Weise besonders belastet. Fast alle von ihnen sind schwer traumatisiert. Neben Hunger und Armut mussten viele von ihnen den Zusammenbruch ihrer familiären Systeme erleben und haben sogar enge Bezugspersonen verloren. Insbesondere Lehrkräfte sollten über ein Grundwissen zu den Hintergründen ihrer belasteten Schüler und den Folgen von Trauma und Flucht verfügen, um dazu eine professionelle Haltung entwickeln zu können. Es wird den Lehrkräften nicht erspart bleiben, mindestens einen Schüler in der Klasse mit traumatischen Belastungen sitzen zu haben. Demzufolge stellt sich die Frage, wie der Umgang mit traumatisierten Kindern im schulpädagogischen Arbeitsfeld gestaltet werden kann und inwiefern die Lehrkräfte auf traumatische Erscheinungen in ihrem Klassenzimmer reagieren sowie eine professionelle Unterstützung und Stabilisierung bieten können, um für jeden einzelnen Schüler einen geregelten Schulalltag zu gewährleisten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Flucht und Trauma

3. Sequentielle Traumatisierung der Flüchtlingskinder

4. Flucht und Trauma im schulischen Kontext

4.1 Herausforderungen

4.1 Umgang mit traumabedingten Reaktionen

5. Professionelle Unterstützung und Stabilisation der Kinder

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Lehrkräfte für den sensiblen Umgang mit traumatisierten Flüchtlingskindern im schulischen Kontext zu sensibilisieren. Sie untersucht, wie Schulen als sicherer Ort gestaltet werden können, um den Schülern Stabilität, Orientierung und Unterstützung bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erfahrungen zu bieten, ohne dabei die Rolle einer therapeutischen Einrichtung zu übernehmen.

  • Psychologische Grundlagen von Flucht und Traumatisierung bei Kindern.
  • Die Phasen der sequentiellen Traumatisierung im Fluchtverlauf.
  • Herausforderungen für Flüchtlingskinder im deutschen Schulsystem.
  • Traumapädagogische Handlungsoptionen und Methoden für den Unterrichtsalltag.
  • Die Bedeutung der pädagogischen Haltung und Beziehungsgestaltung.

Auszug aus dem Buch

4.2 Umgang mit traumabedingten Reaktionen

Traumatische Erlebnisse lösen unterschiedlich starke Reaktionen aus, wenngleich diese normale Reaktionen auf unnormales Geschehen ist. Jedes Kind geht mit seiner traumatischen Belastung unterschiedlich um und reagiert auf seine eigene Art und Weise darauf. Zum einen werden aktive Bewältigungsstrategien hervorgerufen, indem die Kinder eine Willenskraft aufzeigen, einen ausgeprägten Kampfgeist haben und übereifrig sind. Dabei sind die Kinder eventuell auch unerwartet fröhlich, unbekümmert und passen sich an. Andere wiederum zeigen passive Bewältigungsstrategien. Dazu gehören Isolation, sozialer Rückzug und geistige Abwesenheit (von Balluseck & Meißner 2003: 78). „Wir müssen verstehen, warum alle Kinder blitzschnell unter den Tischen verschwinden, wenn ein Hubschrauber dicht über die Gebäude fliegt“ (Fedrowitz 1997: 110). Der Lehrkraft steht die Aufgabe zu, ihre Schüler zu kennen und sich mit ihren traumatischen Erlebnissen in Kenntnis zu setzen und sich auch spezifisches Hintergrundwissen anzueignen.

Das unangemessene oder nicht-normale Verhalten verbirgt seine Hintergründe. Die Lehrkraft sollte diese Hintergründe kennen, um bestimmte Verhaltensweisen ihrer Schüler nachvollziehen und daraufhin die traumabedingten Erscheinungen richtig deuten zu können. Dabei muss stets der Balanceakt zwischen Nähe und Distanz bewahrt werden, insbesondere bei Reaktionen der Kinder, die sich in Form von aggressivem Verhalten, Rückzug und emotionale Betroffenheit äußert. Im Folgenden können allgemeine maßgebliche Symptomgruppen mit ihren Erscheinungen festgemacht werden. Die Symptome werden durch Auslösereize, dem sogenannten Trigger, welche zu einem früheren Zeitpunkt entwickelte Reaktionen aktivieren, hervorgerufen (Keupp & Straus u.a. 2017: 249).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die psychische Realität von Trauma anhand literarischer Beispiele und verdeutlicht die Relevanz des Themas aufgrund der globalen Flüchtlingskrise und der spezifischen Belastungssituation minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland.

2. Definition Flucht und Trauma: Dieses Kapitel definiert Flucht als Zwang zum Ortswechsel und erläutert, wie kriegerische Ereignisse sowie der Verlust von Bezugspersonen traumatische Erlebnisse begründen, die die kindliche Entwicklung nachhaltig beeinflussen.

3. Sequentielle Traumatisierung der Flüchtlingskinder: Hier wird der Fluchtverlauf in die Phasen Vorflucht, Flucht und Nachflucht unterteilt und dargelegt, wie sich traumatische Erfahrungen als kumulativer, durchgehender Prozess darstellen.

4. Flucht und Trauma im schulischen Kontext: Dieser Abschnitt analysiert die besonderen Herausforderungen für Flüchtlingskinder in Schulen, wie sprachliche Barrieren und Fremdheitserfahrungen, sowie den Umgang mit traumabedingten Reaktionen im Unterricht.

5. Professionelle Unterstützung und Stabilisation der Kinder: Das Kapitel beschreibt die Schule als wichtigen sicheren Ort, der durch strukturgebende Elemente, klare Regeln und eine wertschätzende pädagogische Haltung zur Stabilisierung der Kinder beiträgt.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Schulen zwar keine Therapie ersetzen, aber durch verlässliche Strukturen und traumasensible Pädagogik einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung und Integration traumatisierter Kinder leisten können.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur zur Traumapädagogik.

Schlüsselwörter

Traumapädagogik, Flüchtlingskinder, Schule, Traumatisierung, Stabilisierung, Flucht, Schulpädagogik, Bewältigungsstrategien, Integration, Lehrerrolle, Kindeswohl, Posttraumatische Belastungsstörung, Schutzfaktoren, Traumatherapie, Erziehungswissenschaften.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den professionellen Umgang mit traumatisierten Flüchtlingskindern in der Schule und zeigt auf, wie Lehrkräfte diesen Schülern durch pädagogische Maßnahmen Unterstützung und Stabilität bieten können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Definition von Flucht und Trauma, die Phasen sequentieller Traumatisierung, die Herausforderungen für die schulische Integration sowie traumapädagogische Handlungskonzepte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer traumatische Erscheinungen im Klassenzimmer deuten und durch eine professionelle Haltung einen geregelten, sicheren Schulalltag für traumatisierte Kinder gestalten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um den aktuellen Wissensstand der Traumapädagogik auf den schulischen Kontext zu übertragen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Trauma, dem Prozess der sequentiellen Traumatisierung sowie praktischen Ansätzen zur Stabilisierung von Kindern, inklusive Kommunikationstechniken und der Gestaltung eines "sicheren Ortes".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Traumapädagogik, Flüchtlingskinder, Schulkontext, Stabilisierung und traumasensible Pädagogik gekennzeichnet.

Warum ist das "Konzept des guten Grundes" für Lehrkräfte wichtig?

Es hilft Lehrern, "Warum-Fragen" zu vermeiden, die Schuldgefühle verstärken könnten, und stattdessen durch "Weil-Sätze" das Verhalten des Kindes besser zu verstehen und zu einer konstruktiven Lösungsfindung beizutragen.

Kann die Schule eine therapeutische Behandlung ersetzen?

Nein, die Autorin betont ausdrücklich, dass die Schule keinen Therapieort darstellt. Lehrkräfte sollen Symptome erkennen und stabilisierend wirken, aber bei schwerwiegenden Fällen zwingend professionelle externe Hilfe einholen.

Welche Rolle spielt die Raumgestaltung in diesem Kontext?

Die räumliche Gestaltung gehört zu den Schutzfaktoren. Sie sollte den Kindern Möglichkeiten wie Rückzugs-, Spiel- oder Lernzonen bieten, um Überforderung durch Nähe oder Enge zu vermeiden.

Wie sollten Lehrer auf aggressives Verhalten reagieren?

Lehrkräfte sollten Verständnis für das zugrunde liegende innere Chaos zeigen, das Verhalten jedoch nicht tolerieren, klare Grenzen setzen und ggf. durch Verbalisierung oder Aggressionsbewältigungstrainings entlastende Wege aufzeigen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Umgang mit traumatisierten Flüchtlingskindern in der Schule
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Präventive Haltung und Traumapädagogik – Möglichkeiten der Umsetzung in unterschiedlichen pädagogischen Handlungsfeldern
Autor
Nülüfer Özdemir (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V375333
ISBN (eBook)
9783668550650
ISBN (Buch)
9783668550667
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umgang flüchtlingskindern schule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nülüfer Özdemir (Autor:in), 2017, Der Umgang mit traumatisierten Flüchtlingskindern in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375333
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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