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Auswirkungen der Ökonomisierung auf die sozialarbeiterischen Werte

Titel: Auswirkungen der Ökonomisierung auf die sozialarbeiterischen Werte

Hausarbeit , 2017 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird in erster Linie gezeigt, welche Auswirkungen die Erbringung sozialer Arbeit nach ökonomischen Handlungsmustern auf die grundlegenden berufsethischen Prinzipien sowie für die Praxis der in dem sozialen Bereich Tätigen zur Folge hat. Bereits seit dem Ende der 1980er-Jahre erlebt die Soziale Arbeit eine immer weiter um sich greifende Ökonomisierung. Die Notwendigkeit dazu ergibt sich aus gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, die in internationaler Globalisierung und wirtschaftlicher Krise sowie daraus resultierenden Finanzierungsnöten zu beobachten sind. Im Hinblick auf diese neuen Entwicklungen wird Effizienz zum Zauberwort der modernen Gesellschaft gemacht und vor dem Hintergrund des Sparzwangs wird in allen Bereichen gesellschaftlichen Lebens aufgefordert, professionelles Handeln mittels Einführung betriebswirtschaftlichen Steuerungsinstrumenten zu optimieren, bzw. effizienter zu machen.

Infolge des veränderten sozialpolitischen Leitbildes sind auch Sozialstaat und damit Soziale Arbeit wegen ihrer hohen Kostenaufwendungen in die Defensive geraten und mussten sich aus ökonomischer Sicht legitimieren sowie ihre Qualität und Effizienz beweisen. So wird Soziale Arbeit seit der 90er Jahre immer mehr in die Mechanismen marktwirtschaftlicher Prozesse hineingedrängt, wobei die damit zusammenhängenden Auswirkungen kaum in Frage gestellt wurden.

Die Folgen dieser Entwicklung sind in vielen Aspekten sozialarbeiterischer Tätigkeit zu spüren: Durch den Einzug der Ökonomie in die Soziale Arbeit sind nicht nur ihre fachlichen und ethischen Ansprüche unter Anpassungsdruck geraten, sondern auch die Arbeitsbedingungen entstanden, die wohl mehr Freiraum und Flexibilität verheißen, aber auch Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen mit sich bringen.

Die Widersprüche zwischen Ökonomie und Interessen der beruflichen Sozialen Arbeit treten besonders in ethischen Fragestellungen zutage. Die wichtigste Frage lautet in diesem Zusammenhang, ob Soziale Arbeit überhaupt nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten erbracht werden darf, bzw. ob sie dann noch ihrem gesellschaftlichen Auftrag – der Achtung von Menschenrechten und Menschenwürde sowie Förderung sozialer Gerechtigkeit – gerecht werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Was ist Ökonomisierung?

1.1 Ökonomisierung im sozialen Sektor

1.2 Umgangsweisen mit Ökonomisierung in der Sozialen Arbeit

2. Sozialarbeiterische Werte im Kontext des ökonomischen Rationalisierungszwangs

2.1 Menschenrechte und Menschenwürde gegen Zweckrationalität

2.2 Soziale Gerechtigkeit gegen wirtschaftliche Effizienz

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der zunehmenden Ökonomisierung auf die grundlegenden Werte und das Selbstverständnis der Sozialen Arbeit. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern betriebswirtschaftliche Rationalitätslogiken das ethische Fundament sowie die Praxis der Unterstützung von Klienten beeinflussen und ob Soziale Arbeit unter diesen veränderten Rahmenbedingungen ihrem gesellschaftlichen Auftrag noch gerecht werden kann.

  • Historische Entwicklung der Ökonomisierung im sozialen Sektor
  • Spannungsfeld zwischen Effizienzdenken und professioneller Ethik
  • Bedeutung des dritten Mandats der Sozialen Arbeit gegenüber Staat und Markt
  • Herausforderungen für die Beziehungsgestaltung zwischen Fachkräften und Klienten
  • Wahrung von Menschenwürde und sozialer Gerechtigkeit in ökonomisierten Strukturen

Auszug aus dem Buch

2.1 Menschenrechte und Menschenwürde gegen Zweckrationalität

Der Bezug auf die Menschenwürde- und Menschenrechtsbegründung als Fundamentalnorm finden wir nicht nur in Berufskodex Sozialer Arbeit, sondern auch im Grundgesetz: „Die Würde der Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ oder wie z.B. § 1 Abs. 1 in SGB XII sagt, Ziel der Sozialhilfe ist, „den Leistungsberechtigten die Führung eines Lebens zu ermöglichen, das der Würde des Menschen entspricht“.

Das Individuum, die Person und deren Achtung im Sinne eines autonomen Lebens steht also im Mittelpunkt jedes sozialarbeiterischen Handelns. Die Professionsangehörigen sehen ihre Klientel als Träger von sozialen und politischen Rechten und Pflichten, diese gilt es auch in ihren beruflichen Beziehungen und Verpflichtungen zu bewahren. „Soziale Arbeit wird als eine Profession definiert, welche die Menschenrechte – insbesondere die Sozialrechte – als Alltagskultur zu institutionieren und zu verwirklichen hat“, schreibt Staub-Bernasconi. Somit orientiert sich Soziale Arbeit in ihren Handlungen in erster Linie auf den Schutz der Würde und Rechte ihrer Klienten. Demgegenüber sind finanzielle Interessen nachrangig.

Menschenrechte und Menschenwürde können ihrem Wesen nach nicht vermarktet werden. Doch die Expansion marktförmiger Handlungsprinzipien macht auch vor diesen Gütern nicht halt. So findet im Rahmen der Ökonomisierung der Wandel grundlegender Handlungsprinzipien statt, bei dem wirtschaftliche Rationalität zum neuen Leitbild menschlichen wie institutionellen Handelns erhoben wird. Demzufolge wird jedes soziales Handeln bzw. Sozialverhältnis im Sinne eines reinen Zweck-Mittel-Erfolg-Denkens verwirklicht, d.h. man orientiert sich in seinen alltäglichen beruflichen Handeln ausschließlich daran, ein bestimmtes Ziel mit den wirksamsten Mitteln und unter rationaler Abwägung möglicher Folgen und Nebenwirkungen zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Einzug betriebswirtschaftlicher Steuerungsinstrumente in die Soziale Arbeit seit den 1980er Jahren und skizziert das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Sachzwängen und fachlich-ethischen Ansprüchen.

1. Was ist Ökonomisierung?: Dieses Kapitel definiert den Prozess der Ökonomisierung als globale Übertragung marktwirtschaftlicher Prinzipien auf zuvor marktfreie Bereiche wie das Gesundheits- und Sozialwesen und analysiert die Implementierung auf makro- sowie organisationeller Ebene.

2. Sozialarbeiterische Werte im Kontext des ökonomischen Rationalisierungszwangs: Das Kapitel untersucht, wie ökonomische Effizienzkriterien (wie Kundenorientierung oder Budgetierung) die berufsethischen Grundwerte der Sozialen Arbeit, insbesondere Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit, unter Druck setzen und die Beziehungsarbeit gefährden.

Schluss: Das Resümee betont die Notwendigkeit einer differenzierten Positionierung der Profession, die sich nicht schlicht anpasst, sondern ökonomische Herausforderungen durch eine selbstkritische, ethisch reflektierte Praxis konstruktiv zu bewältigen sucht.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Ökonomisierung, Betriebswirtschaft, Ethik, Menschenrechte, Menschenwürde, Soziale Gerechtigkeit, Effizienz, Rationalisierung, Drittes Mandat, Sozialstaat, Professionalität, Marktmechanismen, Qualitätssicherung, Klientenbeziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die tiefgreifenden Auswirkungen, die das Eindringen marktwirtschaftlicher Konzepte und betriebswirtschaftlicher Logiken auf das Handeln und die ethischen Prinzipien der Sozialen Arbeit hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Kernbereichen zählen die historische Entwicklung der Ökonomisierung, der Konflikt zwischen Effizienzansprüchen und professioneller Ethik sowie die Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Sozialarbeitenden und ihren Klienten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und wie Soziale Arbeit ihre berufsethischen Prinzipien (wie Menschenwürde und Gerechtigkeit) gegen den Anpassungsdruck durch ökonomische Handlungsmodelle verteidigen und professionell wahren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine fundierte theoretische Literaturanalyse. Dabei werden aktuelle wissenschaftliche Diskurse, Berufskodizes und sozialgesetzliche Rahmenbedingungen in den Kontext der Ökonomisierungsdebatte gestellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Ökonomisierung, ihre Implementierung in sozialen Organisationen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Gefährdung zentraler Werte wie Menschenwürde und sozialer Gerechtigkeit durch Zweckrationalität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Soziale Arbeit, Ökonomisierung, Ethik, Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit, Effizienz, professionelles Mandat und professionelle Identität.

Was genau versteht die Autorin unter dem „dritten Mandat“ der Sozialen Arbeit?

Das dritte Mandat beschreibt die Verpflichtung der Profession gegenüber sich selbst, den wissenschaftlichen Standards und dem Ethikkodex. Es ermöglicht den Fachkräften, kritisch gegenüber staatlichen oder institutionellen Anforderungen zu agieren, wenn diese ethische Werte verletzen.

Inwiefern beeinflusst der Zeitdruck die Qualität der Sozialen Arbeit?

Durch die Kategorisierung von Hilfen als verkäufliche Produkte (Budgetierung) sinkt die Zeit pro Klient. Dies führt laut Autorin dazu, dass Hilfeprozesse methodisch verkürzt werden, was die für eine nachhaltige Beziehungsgestaltung notwendige Zeit und Nähe zunichtemacht.

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Details

Titel
Auswirkungen der Ökonomisierung auf die sozialarbeiterischen Werte
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V375335
ISBN (eBook)
9783668526884
ISBN (Buch)
9783668526891
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ökonomisierung Ethik Sozialer Arbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2017, Auswirkungen der Ökonomisierung auf die sozialarbeiterischen Werte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375335
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Leseprobe aus  22  Seiten
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