Aktuelle Familienformen. Die klassische Familie im Wandel


Hausarbeit, 2015

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Familie als private Lebensform... 3
1.1 Die klassische Ehe im Wandel... 3
1.3 Neue Partnerschaftsformen... 5
3. Von der Beziehungsdyade zur familialen Triade... 5
3.1 Nichteheliche Geburten ... 5
3.2 Neue Familienformen ... 6
4. Verwandtschaft... 7
4.1 Definition... 7
4.2 Gesetzliche Regelungen ... 7
4.3 Beziehungsformen von Verwandten ... 7
4.4 Lebensform und Verwandtschaft... 8
4.5 Kinder in Verwandtschaftsnetzen... 8
4.6 Alte Menschen in Verwandtschaftsnetzen ... 8
4.7 Verwandtschaft im internationalen Vergleich... 9
5. Resümierende Schlussbemerkung... 10
A Literaturverzeichnis... 11
B Abbildungsverzeichnis ... 12
1.
...
...

3
1. Einleitung
,,Die Familie ist die älteste der Gemeinschaften und die einzige natürliche"
1
Jean-Jacques Rousseau
Was ist eigentlich eine Familie? Welche Bedeutung hat die klassische Familie in der Zeit der
neuen, pluralen Lebensformen? Wie wichtig sind Verwandtschaftsnetze und wie funktionie-
ren sie?
Die vorliegende Hausarbeit gibt basierend auf dem Text ,,Aktuelle Familienformen" von Jutta
Ecarius und Nils Köbel
2
einen Überblick über momentan vorherrschenden Familienformen im
Hinblick auf Veränderungen von sozialen Normen, den demographischen Wandel und neu
entstehende Partnerschafts- und Familienformen.
Um dies zu erreichen, gilt es zunächst das Konstrukt Familie als private Lebensform zu
untersuchen (Kapitel 2). Daran anschließend wird der Fokus auf familiale Dreierbeziehungen
gelegt und diese in Hinblick auf nichteheliche Geburten und neue Familienformen näher
betrachtet (Kapitel 3). Des Weiteren wird der Verwandtschaftsaspekt genauer erläutert
(Kapitel 4). Nach dessen Definition werden zudem die Befindlichkeiten verschiedener
Personengruppen innerhalb von Verwandtschaftsnetzen dargestellt und ergänzend - wie im
Artikel - internationale Vergleiche durchgeführt. Ihren Abschluss findet diese Arbeit in einer
eigenen kritischen Betrachtung der vorliegenden Sachverhalte aus Sicht einer angehenden
Schulpädagogin (Kapitel 5).
2. Familie als private Lebensform
In diesen Kapitel werden die vorherrschenden Beziehungsmuster in deutschen Familien, all-
gemein bezeichnet als `Lebensformen', betrachtet. Bei näherer Beschäftigung mit dem Be-
griff `Familie' lässt sich feststellen, dass keine eindeutige Begriffsbestimmung von Familie
existiert. Jutta Ecarius stellt in ihrem ,,Handbuch Familie" verschiedene Interpretationen von
Familie vor und folgert daraus ihr allgemeingültiges Verständnis:
1
Jean-Jacques Rousseau: Der Gesellschaftsvertrag. Wiesbaden 2008.
2
In: Uwe Sandfuchs/Wolfgang Melzer/Bernd Dühlmeier/Adly Rausch (Hg.): Handbuch Erziehung. Regensburg
2012, S. 316-323.

4
Es gibt ,,[...] unterschiedliche Definitionen der Familie, die heute nebeneinander bestehen.
So etwa die familienrechtliche Definition [...]. Andere Definitionen von der Familie sind
die der Blutsverwandtschaft, der statistischen Definition von Familie als ,,Haushalt mit Kin-
dern" oder einer psychologischen Definitionen der Familie als eine Sozialform besonderer
Bindungsqualität."
3
Die Familie als solche ist also ein sehr weit gefasster Begriff und kann unterschiedlich ver-
standen werden. In dieser Hausarbeit wird die Interpretation von Jutta Ecarius übernommen.
Man erkennt deutlich, dass die meisten Kinder auch heute noch bei klassischen Ehepaaren
aufwachsen. Die Ehe wird demzufolge in vielen Partnerschaften als Basis der Familiengrün-
dung verstanden. Trotzdem verliert die Institution Ehe in den letzten Jahren deutlich an At-
traktivität. Immer weniger Paare finden es notwendig zu heiraten, um eine längerfristige Be-
ziehung zu führen oder eine Familie zu gründen. Hierbei wird allerdings die Ehe an sich weni-
3
Jutta Ecarius (Hg.): Handbuch Familie. Wiesbaden 2007, S. 25.
Abbildung 1: Paare ohne Kinder und Familien nach Lebensformen
1.1
Die
klassische
Ehe
im
Wandel
Das
folgende
Balkendiagramm
(Abb.
1)
zeigt
Paare
ohne
Kinder
und
Familien
nach
Lebens-
formen
in
Deutschland.
Dabei
wird
zwischen
Ehepaaren,
Lebensgemeinschaften
und
Alleiner-
ziehenden
differenziert.
Blaue
Teilbalken
beschreiben
Paare
ohne
Kinder,
während
die
grü-
nen
Balken
Familien
mit
mindestens
einem
Kind
darstellen.

5
ger kritisiert - jungen Paaren ist die Konzentration auf die Echtheit der emotionalen Bindung
und eine sozial und emotional befriedigende Beziehung sehr wichtig. Daraus resultiert eine
schnellere Bereitschaft zur Trennung, wenn die Partnerschaft als unvollkommen empfunden
wird. Dieses Phänomen lässt sich im gesamten europäischen Raum feststellen.
4
1.2 Scheidungsraten
Etwa 36% aller in einem Jahr geschlossenen Ehen werden im Laufe der nächsten 25 Jahre
wieder geschieden. Im Jahr 2013 betrug die Anzahl der Scheidungen in ganz Deutschland
rund 169 800.
5
In den letzten 40 Jahren stieg die Scheidungsrate in Deutschland nahezu konti-
nuierlich an.
Bei Betrachtung des gesamteuropäischen Raums ist ein Nord-Süd-Gefälle im Bezug auf die
Scheidungsraten der einzelnen Länder feststellbar. Bei genauerer Recherche fällt auf, dass
sich dieses Gefälle im Laufe der letzten Jahre verändert hat: Zwar befindet sich Skandinavien
immer noch im vorderen Drittel der Länder mit den höchsten Scheidungsraten; Spitzenreiter
sind im Zeitraum der Jahre 2000 und 2009 allerdings Litauen (3,2 Scheidungen je 1.000 Ein-
wohner), die Tschechische Republik (3,1), Estland und Belgien (jeweils 2,9) so wie auch Dä-
nemark (2,7).
Markant ist jedoch, dass südeuropäische Länder wie etwa Italien, Griechenland oder die Tür-
kei immer noch sehr geringe Scheidungsraten verzeichnen. Dies begründen die Autoren mit
der stärkeren religiösen Bindung der Menschen in den weniger säkularisierten Ländern.
6
4
vgl. Uwe Sandfuchs/[...] (Hg.): Handbuch Erziehung, S. 316f.
5
vgl. Statistisches Bundesamt (2015): Scheidungen gehen im Jahr 2013 um 5,2 % zurück.
<https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Ehescheidungen/Scheidungen-
Deutschland.html;jsessionid=D4067222933057FA52B69172E194DADB.cael> [01.01.2015, 15:54 Uhr].
6
vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (o. J.): Eheschließungen und Scheidungen.
<http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/europa/70518/eheschliessungen-und-scheidungen>
[01.01.2015, 16:26 Uhr].

6
1.3 Neue Partnerschaftsformen
Die sogenannte `eingetragene Lebenspartnerschaft' ermöglicht seit 2001 gleichgeschlechtli-
chen Paaren in Deutschland, ihrer Partnerschaft einen rechtlichen Rahmen zu verleihen. Das
Lebenspartnerschaftsgesetz erzielt eine Annäherung an eheliche Lebensformen.
7
Diese neue Partnerschaftsform findet bei gleichgeschlechtlichen Paaren großen Anklang:
Während noch 2006 nur 19% aller Paare in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebten,
hat sich die Zahl bis 2011 (40%) mehr als verdoppelt. Nach Angaben des Mikrozensus 2011
gab es in Deutschland etwa 67 000 gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften.
8
3. Von der Beziehungsdyade zur familialen Triade
Im Jahr 2013 wiesen Deutschland wie auch Griechenland, Italien, Portugal und Spanien im
europäischen Vergleich die niedrigsten Bruttogeburtenziffern auf.
9
Wie die folgende Tabelle (Abb. 2) belegt, sinkt seit 1960 die Geburtenrate in Deutschland
frappierend. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung 1989 kann man vor allem in den
neuen Ländern einen starken Einbruch feststellen; seit dem sinken die Zahlen weiter ab.
Bemerkenswert ist das gestiegene Erstentbindungsalter der Frauen in Deutschland. Diese ver-
spätete Familiengründung hat ihre Ursache in der Bildungsexpansion. Gerade Frauen in ent-
bindungsfähigem Alter haben viele Möglichkeiten, sich akademisch und beruflich weiterzu-
bilden. Durch die Chance zu studieren wird zusätzlich die Jugendphase verlängert. Aber auch
7
vgl. Uwe Sandfuchs/[...] (Hg.): Handbuch Erziehung, S. 317.
8
vgl. Statistisches Bundesamt (2015): Mehr Paare in eingetragener Lebenspartnerschaft.
<https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/ImFokus/Bevoelkerung/Lebenspartnerschaft.html> [01.01.2015,
16:47 Uhr].
9
vgl. Eurostat: Bruttogeburtenziffer. <http://ec.europa.eu/eurostat/tgm/graph.do?tab=graph&plugin=1&langua-
ge=de&pcode=tps00112&toolbox=type> [01.01.2015, 17:12 Uhr].
Abbildung 2: Lebendgeborene und Anteil der außerehelichen Geburten
Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Aktuelle Familienformen. Die klassische Familie im Wandel
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Erziehungswissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V375345
ISBN (eBook)
9783668526211
ISBN (Buch)
9783668526228
Dateigröße
664 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Familie, Partnerschaft, Verwandtschaft, Ehe, Klassische Familie, Pädagogik, Schulpädagogik
Arbeit zitieren
Emelie Walther (Autor), 2015, Aktuelle Familienformen. Die klassische Familie im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375345

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