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Das Deutsche Kaiserreich und der Boxeraufstand in China 1900

Title: Das Deutsche Kaiserreich und der Boxeraufstand in China 1900

Term Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Corinna Schulz (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Einleitung

Als die Londoner Daily Mail am 16. Juli 1900 über das „Massaker von Peking“ berichtete, schienen sich die schwärzesten Befürchtungen bewahrheitet zu haben. Hunderte Ausländer sollten laut Zeitungsberichten von aufständischen Chinesen im Pekinger Gesandtschaftsviertel niedergemetzelt worden sein. Zwar erwiesen sich diese Meldungen letztendlich als falsch, zeigten aber die Hysterie, die Europa wegen des Boxeraufstandes erfasst hatte.1 Seit der Besetzung von Jiaozhou2 durch das Deutsche Kaiserreich 1897 begann verstärkt der Wettlauf der Großmächte um „einen Platz an der Sonne“ im riesigen Reich der Mitte. Das Land, durch wirtschaftliche und politische Krisen erschüttert, war unfähig seinen allmählichen Ausverkauf aufzuhalten. Der Hass auf die Ausländer wuchs nicht nur am Hof der Kaiserinwitwe Cixi, sondern auch in der Bevölkerung, die sich in ihren traditionellen Lebenswelten beeinträchtigt fühlte. Daraus entwickelte sich die Bewegung der Yihetuan, auch Boxer genannt, die radikal gegen konvertierte Chinesen und später gegen die Ausländer vorgingen. Die ostasiatischen Unruhen mit der Ermordung des deutschen Gesandten Freiherr von Ketteler am 19. Juni 1900 versetzten Kaiser Wilhelm II. in solche Aufregung, wie ihn der damalige Staatssekretär von Bülow nie zuvor gesehen hatte.3 Durch seine in die Geschichte eingegangene „Hunnenrede“, im Überschwang der Gefühle gehalten, rief er die Soldaten dazu auf, die Chinesen zu morden und niederzumetzeln. Zwar erreichten die deutschen Truppen Peking erst nach der Befreiung der Gesandtschaften – was den Kaiser überaus enttäuschte – sie gingen aber trotzdem mit vollem Eifer daran, seine Befehle auszuführen. Ein Jahr später fanden die ganzen Wirren ihren Abschluss mit einem Vertrag, der China ungeheuerlich finanziell belastete, und einer Sühnemission nach Deutschland, in der eine persönliche Entschuldigung des Prinzens Chun vorgebracht wurde. Damit war dem Wunsch nach Vergeltung des Deutschen Reiches für den Boxeraufstand Genüge getan.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 China am Vorabend des Boxeraufstandes

2.1 „scramble for concesssions“ – das Deutsche Kaiserreich in China

2.2 Ursachen für die Entstehung der Yihequan

2.3 Hintergründe der Boxerbewegung

3 Der „Boxerkrieg“ und das Deutsche Kaiserreich

3.1 Die Ereignisse in China

3.2 „Pardon wird nicht gegeben“ - Kaiser Wilhelm II. und die ostasiatischen Wirren

3.3 Der „Weltmarschall“ Waldersee

4 Der Friedensschluss

5 Bilanz

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Zusammenhang zwischen dem Deutschen Kaiserreich und dem Boxeraufstand in China um 1900. Ziel ist es, die Ursachen der Boxerbewegung, die Rolle der deutschen Kolonie Kiautschou und die Auswirkungen der deutschen Interventionspolitik auf China sowie das innen- und außenpolitische Klima im Kaiserreich kritisch zu beleuchten.

  • Die Entstehung und ideologischen Grundlagen der Boxerbewegung (Yihetuan)
  • Die Rolle des Deutschen Reiches und der Pachtgebiete in Schantung
  • Die diplomatischen und militärischen Reaktionen Kaiser Wilhelms II. (Hunnenrede)
  • Die Auswirkungen der internationalen Intervention und das Wirken von Graf Waldersee
  • Die Folgen des Boxeraufstandes für die deutsch-chinesischen Beziehungen

Auszug aus dem Buch

3.2 „Pardon wird nicht gegeben“ - Kaiser Wilhelm II. und die ostasiatischen Wirren

„Peking muß regelrecht angegriffen und dem Erdboden gleichgemacht werden ... Der deutsche Gesandte wird durch meine Truppen gerächt. Peking muss rasiert werden.“38, telegrafierte am 19. Juni 1900 Kaiser Wilhelm II. an den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Bülow. Bereits einige Tage vor dem eigentlichen Tod Kettelers, war sein Ableben gemeldet worden. Der Kaiser geriet in eine hysterische Erregung. Ohne Wissen des Reichskanzlers befahl er zwei Bataillone Marineinfanterie und das „Ostasiatische Expeditionskorps“ nach China. Obwohl sich Wilhelm II. seine Idee, ein komplettes reguläres Armeekorps hinzuschicken, von Bülow ausreden ließ, stellte das Deutsche Reich trotzdem mit 20 000 Mann den größten Teil der internationalen Streitmacht.39

Am 27. Juni 1900 hielt Kaiser Wilhelm II. eine derart leidenschaftliche Rede vor dem Kontingent des Hilfskorps, dass sich sein Staatssekretär Graf von Bülow veranlasst sah, die schlimmsten Passagen zu streichen. Getreulich folgte die Presse den Vorgaben Bülows. Doch wurde ein Reporter des Provinzblattes der Nordwestdeutschen Zeitung übersehen, der mitstenografierte und so den Originaltext verbreitete, der innerhalb kürzester Zeit um die Welt ging. 40 Besonders folgende Passage erregte die Aufmerksamkeit: „Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht. Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter König Etzel einen Namen gemacht haben, …so muss sich jetzt der Name Deutscher in China auf tausend Jahre durch euch in einer Weise bestätigt werden, dass niemals wieder ein Chinese es wagt, einen Deutschen auch nur scheel anzusehen. 41

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik des Boxeraufstandes ein und skizziert die Fragestellung sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2 China am Vorabend des Boxeraufstandes: Dieses Kapitel analysiert die innenpolitische Krise Chinas um 1900 sowie die zunehmende Bedrohung durch die imperialistischen Großmächte.

2.1 „scramble for concesssions“ – das Deutsche Kaiserreich in China: Hier wird die Okkupation von Jiaozhou und die Etablierung deutscher Interessen in Schantung beschrieben.

2.2 Ursachen für die Entstehung der Yihequan: Dieser Abschnitt erörtert die sozialen, religiösen und wirtschaftlichen Gründe für den wachsenden Fremdenhass in der chinesischen Bevölkerung.

2.3 Hintergründe der Boxerbewegung: Das Kapitel beschreibt die soziostrukturelle Organisation und die mystische Ideologie der Boxer-Geheimgesellschaft.

3 Der „Boxerkrieg“ und das Deutsche Kaiserreich: Dieser Teil betrachtet die kriegerische Eskalation und die direkte militärische Reaktion des Kaiserreichs.

3.1 Die Ereignisse in China: Eine Darstellung des Belagerungszustandes in Peking und der internationalen Gegenmaßnahmen.

3.2 „Pardon wird nicht gegeben“ - Kaiser Wilhelm II. und die ostasiatischen Wirren: Hier wird die verhängnisvolle Hunnenrede und deren Auswirkungen auf die Diplomatie analysiert.

3.3 Der „Weltmarschall“ Waldersee: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle des Grafen von Waldersee als Oberbefehlshaber der internationalen Truppen.

4 Der Friedensschluss: Der Friedensprozess, die Bestrafungen und das abschließende Boxerprotokoll werden hier zusammengefasst.

5 Bilanz: Das abschließende Kapitel bewertet die historischen Folgen des Aufstandes für China und die gescheiterten Ambitionen des deutschen Kolonialismus.

Schlüsselwörter

Boxeraufstand, Deutsches Kaiserreich, Kiautschou, Kaiser Wilhelm II., Hunnenrede, Yihetuan, Schantung, Imperialismus, Kolonialpolitik, Boxerprotokoll, Graf von Waldersee, Chinapolitik, Sühnemission, Kolonialgeschichte, Ostasien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Verbindung zwischen dem Deutschen Kaiserreich und dem Boxeraufstand in China um 1900.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Ursachen des Aufstandes, die Rolle deutscher Kolonialinteressen, die aggressive außenpolitische Rhetorik Kaiser Wilhelms II. sowie die militärische Intervention.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu analysieren, wie Deutschland auf die Unruhen reagierte und welche langfristigen politischen Folgen sich für die deutsch-chinesischen Beziehungen daraus ergaben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse historischer Quellen, darunter Dokumente des Auswärtigen Amtes, Reichstagsprotokolle und wissenschaftliche Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der chinesischen Ausgangslage, die Hintergründe der Boxerbewegung, den Verlauf des Krieges und die anschließenden Friedensverhandlungen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Boxeraufstand, Kiautschou, Hunnenrede, Kolonialismus und Diplomatie.

Welche Rolle spielte die sogenannte „Hunnenrede“ in der Außenpolitik?

Obwohl sie außenpolitisch eher als Belastung empfunden wurde, heizte sie die Stimmung an und wurde später in der Propaganda des Ersten Weltkriegs gegen Deutschland verwendet.

Was war der Kern der deutschen Interessen in China um 1900?

Im Mittelpunkt standen kommerzielle Erschließung, die Sicherung des Absatzmarktes und der Wunsch des Kaisers, als Weltmacht anerkannt zu werden.

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Details

Title
Das Deutsche Kaiserreich und der Boxeraufstand in China 1900
College
University of Rostock
Grade
1,0
Author
Corinna Schulz (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V37534
ISBN (eBook)
9783638368421
Language
German
Tags
Deutsche Kaiserreich Boxeraufstand China
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Corinna Schulz (Author), 2004, Das Deutsche Kaiserreich und der Boxeraufstand in China 1900, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37534
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