Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Jugendhilfeplanung


Hausarbeit, 2017

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:
1.
Einleitung
3
2.
Begriffserklärungen
3
2.1.
Jugendhilfeplanung
3
2.2. Partizipation
4
3. Kinder und Jugendliche und Partizipation
5
3.1.
Die
individuelle
Ebene
5
3.2.
Die
Ebene
der
Gruppe
5
3.3.
Die
Ebene
der
Handlungsfelder
5
3.4.
Die
Ebene
der
Zivilgesellschaft
6
4.
Verlauf
des
Planungsprozesses
8
5. Umsetzung der Partizipation in der Jugendhilfe
9
5.1.
Der
Beratungsprozess
9
5.2.
Das
Hilfeplangespräch
11
6.
Fazit
14
Literaturverzeichnis

1. Einleitung
In meinem jetzigen Beruf spielt die Partizipation von Kindern und Jugendlichen eine große
Rolle. Als angehende Sozialarbeiterin ist Partizipation immer ein zentraler Bestandteil meiner
Arbeit mit den Jugendlichen. Partizipation sollte nicht nur als Methode eingesetzt werden, es
ist wichtig sie als Standard im Berufsalltag zu etablieren.
Die nachfolgende Hausarbeit setzt sich mit der Fragestellung auseinander, wie
Sozialpädagogen und Sozialarbeiter die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der
Hilfeplanung praktizieren, vertiefen und fördern können.
Meine Motivation für dieses Thema entsteht aus der Bedeutsamkeit von Partizipation der
Jugendlichen in mein alltägliches Arbeiten mit ihnen. Meine Ansichten sind daher durch
eigene Erfahrungen während meiner jetzigen Tätigkeit als pädagogische Hilfskraft im
Bereich der Jugendhilfe- Einrichtung geprägt. Es wird eng mit dem Jugendamt kooperiert
und kommuniziert.
Um sich der Thematik inhaltlich zu nähern, werden erstmals die Begriffe Jugendhilfeplanung
und Partizipation definiert. Danach werden die Ebenen und die praktische Umsetzung von
Partizipation von Kindern und Jugendlichen beschrieben. Anschließend wird ein
idealtypischer Hilfeverlauf dargestellt, um den Hilfeprozess verstehen zu können. Der letzte
Punkt befasst sich mit der Umsetzung von Partizipation in der Jugendhilfe anhand des
Beratungsprozesses und das Hilfeplangespräch zwischen den Heranwachsenden und der
Fachkraft genauer beschrieben.
2. Begriffserklärungen
Im Folgenden werden die Begriffe Hilfeplanung und Partizipation näher erklärt, um ein
einheitliches Verständnis zu bekommen.
2.1. Jugendhilfeplanung
Die allgemeine Definition nach Jordan und Schone sagt über die Jugendhilfeplanung:
,,Jugendhilfeplanung kann verstanden werden ,,als ein Instrument zur systematischen,
innovativen und damit zukunftsgerichteten Gestaltung und Entwicklung der Handlungsfelder
der Jugendhilfe mit dem Ziel, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre
Familien zu erhalten oder zu schaffen (§1 KJHG) und ein qualitativ und quantitativ
bedarfsgerechtes Jugendhilfeangebot rechtzeitig und ausreichend bereitzustellen (§19
KJHG). Als Fachplanung geht es bei der Jugendhilfeplanung um die Entwicklung von
Strategien zur Lösung der komplexen Aufgabe der Jugendhilfe (vgl.Jordan/ Schone
1992,S.19).

Die Jugendhilfeplanung ist ein Teilaspekt von Sozialplanung und thematisiert den Versuch
einer bedarfsgerecht abgestimmten Versorgung eines definierten Sozialraums mit
Leistungen der Jugendhilfe auf der Basis einer empirisch gestützten, zukunftsorientierten
Planung (vgl. Galuske 2013,S. 372).
Für die Verpflichtung der Jugendämter zur Jugendhilfeplanung ist §80 KJHG maßgeblich:
§80 Jugendhilfeplanung
(1) Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe haben in ihrer Planungsverantwortung
1. Den Bestand an Einrichtungen festzuhalten
2. Den Bedarf unter Berücksichtigung der Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der
Jugendlichen und der Personensorgeberechtigten für einen mittelfristigen Zeitraum zu
ermitteln
3. die zur Befriedigung des Bedarfs notwendigen Vorhaben rechtzeitig und
ausreichend zu planen; dabei ist Vorsorge zu treffen, dass ein unvorhergesehener Bedarf
befriedigt werden kann.
(2) Einrichtungen und Dienste sollen so geplant werden, dass
1. Kontakte in der Familie und im sozialen Umfeld erhalten und gepflegt werden
2. ein möglichst wirksames und aufeinander abgestimmtes Angebot von
Jugendhilfeleistungen gewährleistet ist
3. junge Menschen und Familien in gefährdeten Lebensbereichen besonders
gefördert werden
4. Eltern Aufgaben in der Familie und Erwerbstätigkeit besser miteinander
vereinbaren können.
(3) Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe haben die anerkannten Träger der freien
Jugendhilfe in allen Phasen ihrer Planung zu beteiligen.
(4) Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen darauf hinwirken, dass die
Jugendhilfeplanung und andere örtliche und überörtliche Planungen aufeinander abgestimmt
werden und die Planungen insgesamt den Bedürfnissen und Interessen der jungen
Menschen und ihrer Familien Rechnung tragen (vgl. Galuske 2013,S.373 f.).
2.2. Partizipation
Partizipation ist die bewusste Mitwirkung an Entscheidungen, die das eigene Leben und das
der Gemeinschaft betreffen. Es ist ein Thema für alle Menschen in allen Lebensbereichen.
Besonders oft wird Partizipation im Kontext von Demokratie als politische Partizipation im
Sinne von Bürger- Innenbeteiligung thematisiert. Im Vordergrund stehen in den 2000er
Jahren vor allem Diskurse um die Beteiligung verschiedener Gruppen, deren

gesellschaftliche Integration unterstützt werden soll. Zu diesen Gruppen gehören Kinder und
Jugendliche, aber auch ältere Menschen und zunehmend Migranten und Migrantinnen. Unter
Partizipation ist zu verstehen, dass die Bürger- Innen als freie und gleichberechtigte
Subjekte, das Recht haben, das Gemeinwesen aktiv mitzugestalten. Das bedeutet konkret,
freiwillig eigene Interessen zu erkennen, öffentlich einzubringen, gemeinsam Lösungen zu
entwickeln, sie hinterher zu begründen und zu prüfen, zu entscheiden, zu verantworten und
ggf. zu revidieren (vgl. Moser 2010,S.71).
3. Kinder und Jugendliche und Partizipation
Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen spielt eine besondere Rolle im
Partizipationsdiskurs. Dies ist nicht nur der gesetzlichen Grundlage des Kinder- und
Jugendhilfegesetztes geschuldet, die Partizipation als Grundlage der Erziehung festschreibt,
sondern auch der Bedeutung, die nachwachsende Generationen für eine Gesellschaft hat.
Partizipation hat für Kinder- und Jugendliche auf verschiedenen Ebenen unterschiedliche
Bedeutungen (vgl. Moser 2010,S.73 ff.). In der Literatur wird zwischen vier Ebenen
unterschieden.
3.1. Die Individuelle Ebene
Partizipation ist aus pädagogischer Sicht ein sehr wichtiger Lernprozess für Kinder und
Jugendliche. Allerdings kann Partizipation nicht gelehrt werden. Idealerweise sollte sie
erfahren werden. Es geht um das erleben von Partizipation und um die Erfahrung in
demokratischen Strukturen zu handeln und Einfluss zu nehmen. Es ist nicht nur wichtig,
junge Menschen zu beteiligen, sondern auch, den Beteiligten zurückzumelden, ob und wie
sich ihre Aktivität ausgewirkt. Nur so wird Partizipation für sie als Prozess erfahr- und somit
auch verstehbar gemacht (vgl. Moser 2010,S.74).
3.2.Die Ebene der Gruppe
Zum Partizipieren gehören Verantwortung zu übernehmen, zu lernen, Interessen
auszuhandeln, Kompromisse zu finden, die Meinung anderer Menschen anzuhören und zu
respektieren und zu lernen, dass man sich nicht immer durchsetzt. In einer Gruppe lernen
Jugendliche Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren und mitzutragen (vgl. Moser
2010,S.74).
3.3. Die Ebene der Handlungsfelder
Für Kinder und Jugendlichen ist es wichtig, sich in ihren Handlungsfeldern partizipieren zu
können. Sei es in der Familie, im Kindergarten, in der Schule oder im Hort, in der Ausbildung
ebenso wie in der Freizeit. Eine besondere Stellung nehmen die Felder der Jugendhilfen ein,

da hier durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) eine eigene gesetzliche Grundlage
vorliegt, die Partizipation als Aufgabe in allen ihren Bereichen festschreibt. Jugendliche
sollten aber auch die Zugänge haben, um an Entscheidungen partizipieren zu können (vgl.
Moser 2010,S.74 f.).
3.4. Die Ebene der Zivilgesellschaft
Im Grunde genommen geht es darum, dass sich Kinder und Jugendliche als bedeutsam für
diese Gesellschaft erleben und lernen, ihre Lebenswelt selbst zu gestalten. Viele
Erwachsene verstehen unter Partizipation, dass man Kinder und Jugendlichen nur zu Wort
kommen lässt und ihnen Gehör schenkt. Dabei sollten sie an Entscheidungen mitwirken,
welche sie betreffen. Im 11. Kinder. und Jugendhilfebericht wird darauf hingewiesen, dass
der materielle und soziale Status von Kindern und Jugendlichen ihre
Partizipationsmöglichkeiten beeinflusst (vgl. Moser 2010,S.75).
Bei Kindern und Jugendlichen ist immer wieder die Frage präsent, ab wann sie im Leben
selbst Verantwortung übernehmen können. Je nach Einschätzung der Erwachsenen wird
den Kindern und Jugendlichen mit Verweis auf ihre Kompetenzen Macht und die damit
verbundenen Möglichkeiten zur Partizipation zugestanden oder entzogen. Nach Vilmar
(1986) lassen sich unterschiedliche Stufen von Partizipation unterscheiden: Als erste Stufe
benennt er das Recht oder die Möglichkeit zur Mitsprache. Die zweite Stufe wird als
Mitwirkung bezeichnet und meint Beteiligung am Beratungsprozess über gemeinsame
Angelegenheiten. Auf der dritten Stufe, die Vilmar als Mitbestimmung bezeichnet, sind
Rechte auf Beteiligung am Entscheidungsprozess festgelegt (Bruner/ Winklhofer/ Zinser
1999,S.8).
In der praktischen Umsetzung gibt das neunstufige Modell von Richard Schröder (1995)
einen guten Überblick darüber, wie sich die Möglichkeiten der Partizipation zwischen den
Polen Fremdbestimmung und Selbstverwaltung unterscheidet.
Stufenleiter der Mitbestimmung. Nach Schröder 1995
1. Fremdbestimmung
2. Dekoration
3. Alibi- Teilhabe
4. Teilhabe
5. Zuweisung und Information
6. Mitwirkung
7. Mitbestimmung
Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Jugendhilfeplanung
Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V375364
ISBN (eBook)
9783668527843
ISBN (Buch)
9783668527850
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
partizipation, kindern, jugendlichen, jugendhilfeplanung
Arbeit zitieren
Solmaz Saligheh (Autor), 2017, Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Jugendhilfeplanung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375364

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