Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Allgemein

Familien in konflikthaften Trennungen. Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung durch pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten

Titel: Familien in konflikthaften Trennungen. Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung durch pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten

Bachelorarbeit , 2016 , 62 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Angela Sachse (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit soll es sein, herauszuarbeiten, wie Fachkräfte in Kindertagesstätten Kinder und Eltern unterstützen können, dieses krisenhafte Ereignis zu bewältigen. Dazu wird neben einem sozialwissenschaftlichen Blick Trennungen als gesellschaftlicher Realität auch die psychologische Bedeutung der Trennung für Eltern und Kind und die phasenspezifische Verarbeitung herausgearbeitet.

Eine Trennung ist von tiefen Verunsicherungen in der Eltern-Kind-Beziehung und schwer zu verarbeitenden Emotionen der Trauer, Verlustangst, Wut und Schuld verbunden. Bei konfliktbeladenen Trennungen kommen hier noch Loyalitäts- und Identitätskonflikte für Kinder hinzu. Zusätzlich stellt diese Trennungsform den größten Risikofaktor kindlicher Trennungsbewältigung dar. Somit erhält bei einer Unterstützung der Kinder in Kindertagesstätten auch der Bereich der Psychoedukation der Eltern einen hohen Stellenwert. Daneben ist die Aufarbeitung der kindlichen Emotionen und ein verlässliches, zugewandtes Beziehungsangebot zu dem Kind von zentraler Bedeutung. Grenzen sind dann gegeben, wenn elterliche Probleme oder kindliche Auffälligkeiten derart massiv sind, dass eine Unterstützung durch die Fachkräfte nicht ausreicht. Hier haben Kindertagesstätten den im SGB VIII festgeschriebenen Auftrag, betroffene Eltern an Beratungsstellen und weitere psychosoziale Dienste zu verweisen. Eine Problematik ist darin zu sehen, dass diese Hilfsangebote von manchen Familien nicht aufgesucht werden. Weitere Grenze stellen fehlende Qualifikationen und ungenügende strukturelle Gegebenheiten der Fachkräfte dar. Gerade Kinder, welche die elterliche Belastung internalisierend verarbeiten, werden nur selten wahrgenommen. Somit wäre es ratsam, diesen Missständen entgegenzuwirken, indem bessere Rahmenbedingungen, eine engere Kooperation zwischen Kindertagesstätte und Beratungsstellen und qualitativ verbesserte Ausbildungen geschaffen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

1.1 Zielsetzung

1.2 Aufbau

2. Trennung und Scheidung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive

2.1 Pluralität familialer Formen

2.2 Ursachen für den Anstieg von Trennungen und Scheidungen

2.3 Scheidungsquoten in Deutschland

2.4 Ökonomische Umbrüche bei Ein-Eltern-Familien

3. Veränderungen der Eltern-Kind-Beziehungen nach konflikthaften Trennungen und deren Auswirkung auf Kinder

3.1 Die Bedeutung stabiler Eltern-Kind-Beziehungen für das Kind

3.2 Irritation der Eltern-Kind-Beziehung durch elterliche Trennung

3.2.1 Trennungsphasen der Eltern

4.2.2. Trennungserleben der Kinder

3.3 Die Problematik konflikthafter Trennungen

3.4 kindliche Reaktionen auf konflikthafte Trennungen

3.4.1. soziale und psychosomatische Auffälligkeiten

3.4.2 Verschlechterung der Eltern-Kind-Beziehung

3.4.2.1 Ablehnung eines Elternteils

3.4.2.2 Besuchsrechtsyndrom

3.4.3 Langfristige Auswirkungen

3.5 Kindliche Bewältigungsmöglichkeiten der elterlichen Trennung

4. Staatlicher Bildungs- und Erziehungsauftrag an Kindertagesstätten und gesetzlich verankerte Hilfsleistungen im Hinblick auf Familien in Trennungen

4.1 SGB VIII als Grundlage staatlicher Unterstützungsmöglichkeiten

4.2 Bildungs- und Erziehungsauftrag

4.3 Forderungen von Bildungs- und Erziehungsplänen

5. Praktische Unterstützungsmöglichkeiten pädagogischer Fachkräfte für Familien in konflikthaften Trennungen

5.1 Verhaltensänderungen der Kinder wahrnehmen

5.2 Erzieherinnen-Kind-Bindung stärken

5.3 Trennungshintergründe mit dem Kind thematisieren

5.4 Ausdrucksmöglichkeiten von Gefühlen unterstützen

5.5 Stärkung des Selbstbewusstseins

5.6 Neutrale Haltung der Fachkraft

5.7 Pädagogische Unterstützung und Hilfe für Eltern

5.8 Weitervermittlung an Beratungsstellen

6. Grenzen der Unterstützung durch Fachkräfte

6.1 Problematiken bezüglich der Weitervermittlung an Beratungsstellen

6.2 komplexe, vielschichtige Aufgaben bei ungenügenden Strukturellen Bedingungen

6.3 ungenügende fachliche Qualifikationen

6.4 fehlende männliche Rollenvorbilder bezüglich der Identifikationsarbeit

7. Handlungsempfehlungen

7.1 Verbesserung der Rahmenbedingungen

7.2 Intensivierung der Kooperation mit psychosozialen Diensten

7.3 Verbesserung der fachlichen Qualifikation

7.4 Handreichungen für die pädagogische Arbeit mit (konflikthaften) Trennungsfamilien

8. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten und Grenzen der pädagogischen Unterstützung durch Fachkräfte in Kindertagesstätten bei der Begleitung von Kindern und Eltern aus konflikthaften Trennungsfamilien aufzuzeigen, wobei ein Fokus auf der psychologischen Bedeutung und phasenspezifischen Verarbeitung des Trennungsereignisses liegt.

  • Sozialwissenschaftliche und psychologische Hintergründe von Trennung und Scheidung.
  • Kindliche Reaktionen, Bewältigungsstrategien und emotionale Belastungen bei konflikthaften Trennungen.
  • Staatlicher Erziehungsauftrag und rechtliche Grundlagen für Hilfsangebote (SGB VIII).
  • Praktische pädagogische Handlungsfelder zur Unterstützung betroffener Kinder und Eltern sowie deren Grenzen.

Auszug aus dem Buch

3.4 Kindliche Reaktionen auf konflikthafte Trennungen

Kinder im Kindergartenalter neigen aufgrund ihres egozentrischen Weltbildes dazu, sich selbst für das Trennungsgeschehen verantwortlich zu machen und Schuldgefühle zu entwickeln (vgl. Hötker-Ponath 2008: S. 3/ Figdor 2012: S. 58). Gerade wenn es zu Elternkonflikten bezüglich der Kinder kommt, wird das von diesen als Bestätigung ihrer Theorie gedeutet. Zu dem Gefühl der Schuld kommt das der Angst vor dem Verlassen werden des anderen Partners hinzu. Die unangenehmen Gefühle sind dabei oftmals so stark und quälend, dass sie den Kindern als nicht zu bewältigen erscheinen. Die kindlichen Strategien mit dem Umgang der unangenehmen Gefühle innerhalb ihres Trauerprozesses um die Trennung der Eltern führt nun zu verschiedenen Reaktionen, die hier im Folgenden kurz dargestellt werden sollen.

3.4.1 soziale und psychosomatische Auffälligkeiten

Vor allem bei jüngeren Kindern bis hin ins Grundschulalter äußern sich nicht verarbeitete Trennungserlebnisse der Eltern, die mit Konflikten behaftet sind, psychosomatisch oder über besonders ausgeprägte Verhaltensauffälligkeiten. Zunächst treten Symptome dabei meist in den Momenten auf, in denen die externen Konfliktspannungen für das Kind spürbar werden und denen das Kind nicht ausweichen kann. Oftmals ist dies im Vorfeld oder Nachgang der Umgangskontakte. Die Verhaltensweisen umfassen dabei das breite Spektrum von Aggressionen, Anklammern an bestimmte Personen, vermehrtes Weinen bis hin zu depressivem Rückzugsverhalten. Dabei treten diese Verhaltensauffälligkeiten oftmals zusammen mit psychosomatischen Auffälligkeiten, wie dem Einnässen, verändertem Essverhalten oder Schlafstörungen auf.

Aber nicht nur im unmittelbaren Kontakt zu den Eltern, auch im Kindergarten zeigen Kinder Auffälligkeiten. Dies ist oftmals antisoziales Verhalten, welches sich durch Aggressionen, Wutausbrüche, oppositionellem Verhalten oder Stören des Spielgeschehens aufzeigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die Relevanz der Trennungsproblematik für Kinder und definiert die Zielsetzung der Arbeit.

2. Trennung und Scheidung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive: Es werden der Wandel des Familienbegriffs, demographische Trends sowie die Ursachen für steigende Scheidungszahlen und ökonomische Auswirkungen auf Ein-Eltern-Familien erläutert.

3. Veränderungen der Eltern-Kind-Beziehungen nach konflikthaften Trennungen und deren Auswirkung auf Kinder: Dieses Kapitel analysiert die Bedeutung stabiler Beziehungen, Trennungsphasen, das emotionale Erleben der Kinder sowie spezifische Reaktionen und Bewältigungsversuche bei konflikthaften Trennungen.

4. Staatlicher Bildungs- und Erziehungsauftrag an Kindertagesstätten und gesetzlich verankerte Hilfsleistungen im Hinblick auf Familien in Trennungen: Es wird der rechtliche Rahmen gemäß SGB VIII sowie die Rolle der Bildungspläne für die pädagogische Arbeit in Trennungskrisen dargestellt.

5. Praktische Unterstützungsmöglichkeiten pädagogischer Fachkräfte für Familien in konflikthaften Trennungen: Dieses Kapitel beschreibt konkrete Interventionsmöglichkeiten, wie die Stärkung der Bindung, Emotionsregulation, Elternberatung und die Kooperation mit anderen Stellen.

6. Grenzen der Unterstützung durch Fachkräfte: Hier werden strukturelle Hürden, Mängel in der Qualifikation sowie die Problematik der freiwilligen Inanspruchnahme von Hilfsangeboten durch Eltern diskutiert.

7. Handlungsempfehlungen: Basierend auf den identifizierten Grenzen werden Empfehlungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen, Kooperationen und Qualifikationen der Fachkräfte ausgesprochen.

8. Fazit und Ausblick: Eine abschließende Zusammenfassung betont die Notwendigkeit einer Etablierung kindheitspädagogischer Professionen und verbesserter Rahmenbedingungen in Kitas.

Schlüsselwörter

Trennung, Scheidung, Konflikt, Kindertagesstätte, pädagogische Fachkraft, Eltern-Kind-Beziehung, Bewältigung, Transition, Erziehungsberatung, SGB VIII, Resilienz, Bindung, Verhaltensauffälligkeit, Psychoedukation, Kindheitspädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der pädagogischen Unterstützung durch Fachkräfte in Kindertagesstätten für Familien, die konflikthafte Trennungen durchleben.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Auswirkungen von elterlichen Trennungen auf Kinder, die Bedeutung stabiler Eltern-Kind-Beziehungen, der gesetzliche Erziehungsauftrag sowie praktische Interventionsmöglichkeiten im Kita-Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den bisher eher wenig beachteten Umgang mit Trennungsfamilien innerhalb der Kindheitspädagogik zu beleuchten und Handlungsempfehlungen für Fachkräfte zur besseren Unterstützung betroffener Kinder abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller sozialwissenschaftlicher und entwicklungspsychologischer Literatur sowie der Analyse gesetzlicher Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt theoretische Hintergründe zu Trennungsprozessen, die psychischen Folgen für Kinder, die rechtliche Basis der Unterstützung sowie praxisorientierte Konzepte für pädagogisches Handeln und Supervision.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Konfliktaustragung, Bewältigungsstrategien, Bindungssicherheit, Psychoedukation, interaktionale Unterstützung und institutionelle Grenzen.

Welche Rolle spielt das SGB VIII in dieser Arbeit?

Das SGB VIII bildet das rechtliche Fundament und definiert den staatlichen Auftrag der Kindertagesstätten, Familien in belastenden Lebenssituationen zu unterstützen und an Beratungsdienste zu vermitteln.

Warum sind konflikthafte Trennungen für Kinder besonders riskant?

Bei konflikthaften Trennungen sind Kinder oft in Loyalitätskonflikte verstrickt und ihre Eltern sind aufgrund des andauernden Streits emotional so gebunden, dass sie als sichere Bindungspersonen für die Kinder vorübergehend ausfallen.

Welchen Stellenwert hat die "neutrale Haltung" der Fachkraft?

Sie ist entscheidend, um eine Verbündung mit einem Elternteil zu vermeiden, da eine einseitige Solidarisierung das Kind zusätzlich in einen unauflösbaren Loyalitätskonflikt bringen würde.

Was wird unter dem „Besuchsrechtssyndrom“ verstanden?

Dabei handelt es sich um Verhaltensweisen bei Kindern vor und nach Besuchskontakten zum getrennt lebenden Elternteil, wie z.B. Schlafstörungen oder Bauchschmerzen, die bei konflikthaften Trennungen oft falsch gedeutet werden.

Ende der Leseprobe aus 62 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Familien in konflikthaften Trennungen. Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung durch pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten
Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Note
1,5
Autor
Angela Sachse (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
62
Katalognummer
V375397
ISBN (eBook)
9783668528260
ISBN (Buch)
9783668528277
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Scheidung Trennung Konflikt Kindertagesstätte Kita konflikthafte Trennung Auffälligkeiten Bewältigungsmöglichkeiten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Angela Sachse (Autor:in), 2016, Familien in konflikthaften Trennungen. Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung durch pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375397
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  62  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum