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Untersuchung der Krankenversicherungssysteme auf "adverse selection" und "moral hazard"

Informationsasymmetrien

Titel: Untersuchung der Krankenversicherungssysteme auf "adverse selection" und "moral hazard"

Forschungsarbeit , 2017 , 19 Seiten

Autor:in: Dipl.- Informatiker Lars Zimmermann (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit der Hausarbeit wird das Gesundheitswesen aus dem Blickwinkel der Theorien zu „adverse selection“ und „moral hazard“ genauer untersucht. In diesem Kontext stellen sich zwei zentrale Fragestellungen, die mit der Hausarbeit beantwortet werden: Welche Rollen spielen die Theorien „adverse selection“ und „moral hazard“ im Gesundheitswesen und welche prinzipielle Relevanz haben die Theorien auf die Gesundheitsleistungen?

Gesundheit ist ein hohes Gut für die Menschen und kennt keine Grenzen zwischen Arm und Reich. Sie kann weder erkauft noch erzwungen werden. Bei Erkrankungen wünschen sich die Menschen Genesung, Gesundheit und Hilfeleistungen von Gesundheitexperten. Jedoch sind die Ressourcen im Gesundheitswesen nur begrenzt vorhanden, d. h. es herrscht eine Knappheit zwischen begrenzten Ressourcen und Dienstleistungen im Gesundheitsbereich. In diesem Zusammenhang ergeben sich Fragen zur ökonomischen und ethischen Balance hinsichtlich der Verteilung der begrenzten Ressourcen im Gesundheitswesen. Die Begriffe „adverse selection“ und „moral hazard“ nehmen hierbei einen zentralen Stellenwert ein. Es geht um eine gerechte Verteilung von gesundheitsförderlichen Ressourcen sowie Gesundheitsdienstleistungen in der Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, die problematische Situation des Gesundheitswesens transparent darzustellen. Eine bekannte Theorie, die das Verhältnis zwischen Gesundheit und Gerechtigkeit ausdrückt, wurde von Norman Daniels beschrieben. zur Begründung der Theorie verwendet Daniels den Begriff „Krankheit“ in einem biologisch-funktionalen Kontext. Krankheit ist demnach eine Abweichung von einer normalen funktionalen Organisation einer Spezies. Krankheit und Behinderung beeinträchtigen die arttypischen Funktionen eines Individuums ein. Durch Krankheit und Behinderung werden zudem die Chancen eines Individuums im Verhältnis zu den Lebenschancen eingeschränkt, die dem Individuum bei Gesundheit zur Verfügung gestanden hätten. Ethisch betrachtet und nach der biologisch-funktionalen des Begriffs Krankheit sollten für betroffene Individuen die Voraussetzungen für eine arttypische Funktionsfähigkeit aufrechterhalten oder wiederhergestellt werden. Damit betont Daniels, dass es eine Chancengleichheit im Gesundheitszustand geben sollte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition

2.1 Informationsasymmetrien

2.1.1 Phänomen „adverse selection“

2.1.2 Phänomen „moral hazard“

2.2 Vergleich gesetzliche und private Krankenkasse

2.2.1 Gesetzliche Krankenversicherung

2.2.2 Private Krankenversicherung

3 Diskussion und Lösungsansätze

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik von Informationsasymmetrien im Gesundheitswesen, insbesondere mit Blick auf die ökonomischen Phänomene „adverse selection“ und „moral hazard“ innerhalb gesetzlicher und privater Krankenversicherungssysteme.

  • Analyse von Informationsasymmetrien anhand der Principal-Agent-Theorie.
  • Untersuchung des Phänomens „adverse selection“ im Kontext von Versicherungssystemen.
  • Erörterung von „moral hazard“ als opportunistisches Verhalten nach Vertragsabschluss.
  • Vergleichende Betrachtung der Strukturen von gesetzlicher und privater Krankenversicherung.
  • Entwicklung und Diskussion von Lösungsansätzen zur Minimierung von Informationsasymmetrien.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Phänomen „adverse selection“

Wenn ein Nachfrager eine Versicherung bei einem Versicherungsanbieter abschließen möchte, so besitzt der Nachfrager gegenüber dem Versicherer einen Informations- bzw. Wissensvorsprung bezüglich seines Krankenstands bzw. seiner Gesundheit und somit seines Krankheitsrisikos. Dieses Phänomen wird „adverse selection“ oder auch Negativselection genannt.

Es findet vor Vertragsabschluss eine Informationsasymmetrie zwischen Anbieter und Nachfrager statt. Die Preisgestaltung der Versicherungseinheit richtet sich nach dem durchschnittlichen Krankheitsrisiko der Gesellschaft. Wenn ein Versicherungsunternehmen unzureichende Informationen zu Schadenswahrscheinlichkeiten und deren Verteilung besitzt, orientiert sich die Versicherungsprämie an dem durchschnittlichen Krankheitsrisiko bzw. an den durchschnittlich zu erwarteten Kosten der Versicherungseinheit.

Durch eine hohe Leistungsinanspruchnahme der Versicherten erhöht sich der durchschnittliche Preis je Versicherungseinheit. Diese „ex ante“ Umverteilung führt zu einer Benachteiligung von Versicherungsnehmern mit einer geringen Schadenswahrscheinlichkeit. Bei den Benachteiligten entsteht dadurch ein erhöhter Anreiz, das Versicherungsunternehmen zu wechseln bzw. zu verlassen. Das Versicherungssystem kann dadurch instabil werden und sogar kollabieren, wenn die Anzahl der vertraglichen Austritte signifikant ansteigt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass überwiegend diejenigen eine Versicherung abschließen, die ein erhöhtes Krankheitsrisiko besitzen, da sie aus dem Versicherungsabschluss einen finanziellen Nutzen erlangen wollen. Durch die gehäuften Austritte der Benachteiligten erhöhen sich die durchschnittlichen Versicherungskosten der Versicherten. Eine Lösung für das Problem „adverse selection“ könnte beispielsweise eine staatliche regulierte Versicherungspflicht sein. Auch durch eine Festlegung der Höhe des Versicherungsschutzes kann das Phänomen „adverse selection“ minimiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die ökonomische und ethische Problematik der Ressourcenverteilung im Gesundheitswesen ein und definiert die zentralen Fragestellungen der Arbeit.

2 Definition: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund von Informationsasymmetrien mittels des Principal-Agent-Ansatzes und differenziert zwischen „adverse selection“ und „moral hazard“.

2.1 Informationsasymmetrien: Hier werden die Grundlagen asymmetrischer Wissensverteilung in der Informationsökonomie sowie die Relevanz der Principal-Agent-Beziehung für das Gesundheitswesen dargelegt.

2.1.1 Phänomen „adverse selection“: Dieser Abschnitt beschreibt die Problematik der vorvertraglichen Informationsasymmetrie und deren negative Auswirkungen auf die Prämienkalkulation.

2.1.2 Phänomen „moral hazard“: Dieses Kapitel thematisiert das opportunistische Verhalten von Versicherten nach Vertragsabschluss und dessen Einfluss auf den Überkonsum medizinischer Leistungen.

2.2 Vergleich gesetzliche und private Krankenkasse: Der Vergleich beider Systeme dient der praktischen Veranschaulichung, wie unterschiedliche Versicherungskonstrukte mit Informationsasymmetrien umgehen.

2.2.1 Gesetzliche Krankenversicherung: Dieses Kapitel erläutert die Prinzipien der gesetzlichen Versicherung, insbesondere das Solidaritätsprinzip und die Versicherungspflicht.

2.2.2 Private Krankenversicherung: Der Fokus liegt hier auf der risikogerechten Beitragsbemessung und den Mechanismen der Vertragsfreiheit innerhalb der privaten Krankenversicherung.

3 Diskussion und Lösungsansätze: Hier werden Strategien diskutiert, wie durch Bonushefte, Gesundheitsprüfungen und Leistungsstaffelungen Informationsasymmetrien abgebaut werden können.

4 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen gegen „adverse selection“ und „moral hazard“.

Schlüsselwörter

Informationsasymmetrien, Gesundheitswesen, adverse selection, moral hazard, Principal-Agent-Theorie, gesetzliche Krankenversicherung, private Krankenversicherung, Solidaritätsprinzip, Risikokalkulation, Versicherungsprämie, Bonusheft, Opportunistisches Verhalten, Gesundheitsleistung, Versicherungspflicht, Kostenverteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen durch Informationsasymmetrien im deutschen Gesundheitswesen und untersucht deren Auswirkungen auf die Stabilität von Krankenversicherungssystemen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die Arbeit befasst sich primär mit den Theorien „adverse selection“ und „moral hazard“ sowie deren konkreter Anwendung und Ausprägung in gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen.

Was ist das primäre Ziel der vorliegenden Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Rolle dieser Theorien bei der Ressourcenallokation im Gesundheitswesen zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Informationsasymmetrien durch praktische Lösungsansätze minimiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde für diese Arbeit gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einem systemvergleichenden Ansatz, um die Praxisrelevanz ökonomischer Informationsasymmetrien zu verdeutlichen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Phänomene, einen detaillierten Vergleich der Versicherungsstrukturen sowie eine Diskussion über Steuerungsinstrumente wie Bonusprogramme.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Informationsasymmetrie, Gesundheitsökonomie, adverse selection, moral hazard und Versicherungssysteme beschreiben.

Wie unterscheidet sich die Prämienkalkulation bei adverse selection zwischen gesetzlicher und privater Versicherung?

Während in der privaten Versicherung eine risikogerechte Kalkulation das Risiko der adverse selection erhöht, basiert die gesetzliche Versicherung auf dem Solidaritätsprinzip, welches dieses Phänomen durch einkommensabhängige Beiträge abfedert.

Können Bonushefte das Problem des moral hazard nachhaltig lösen?

Bonushefte und Anreizprogramme können nach Ansicht des Autors dazu beitragen, das gesundheitsbewusste Verhalten zu fördern und durch Transparenz den Überkonsum von Leistungen zu begrenzen.

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Details

Titel
Untersuchung der Krankenversicherungssysteme auf "adverse selection" und "moral hazard"
Untertitel
Informationsasymmetrien
Autor
Dipl.- Informatiker Lars Zimmermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V375417
ISBN (eBook)
9783668528147
ISBN (Buch)
9783668528154
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Informationsasymmetrien adverse selection moral hazard PKV GKV Krankenkasse Krankenversicherung Asymmetrien gesetzliche Krankenkasse private Krankenkasse Gesundheitsleistungen Informationsmanagement Gesundheitswesen Principal-Agent-Theorie Wissensvorsprung Solidaritätsprinzip Versicherungsfreiheit Äquivalenzprinzip Pflegeversicherung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.- Informatiker Lars Zimmermann (Autor:in), 2017, Untersuchung der Krankenversicherungssysteme auf "adverse selection" und "moral hazard", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375417
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Leseprobe aus  19  Seiten
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