"Fear and Loathing in Las Vegas" und der Amerikanische Traum. Ein Vergleich des Buchs mit dem Film aus dem Jahr 1998


Hausarbeit, 2016
24 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Plot

3. Schwierigkeiten bei der Einordnung in ein Genre

4. Der Status des Amerikanischen Traums
4.1 Das Scheitern der Gegenkultur
4.2 Thompson Sichtweise des Amerikanischen Traums
4.3 Las Vegas als Sinnbild f ü r den Amerikanischen Traum

5. Die Filmversion (1998) des Romans
5.1 Der Ton
5.2 Der Bild-Ton Versatz
5.3 Ger ä uscheffekte
5.4 Der Einsatz von Musik im Film

6. Die Darstellung der Hauptfiguren
6.1 Die Beziehung zwischen Raoul Duke und Dr. Gonzo
6.1.1 Missachtungen jeglicher Normen
6.1.2 Gegenseitige Abh ä ngigkeit

7. Schluss

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Obwohl Hunter S. Thompson in Europa nicht zu den bekanntesten Namen der Literatur des 21.Jahrhunderts zählt, haben seine Werke für viele Menschen einen Kultstatus erreicht. Auf die Frage nach Büchern oder Filmen, die sich mit dem Thema Drogen auseinandersetzen, wird Thompsons „Angst und Schrecken in Las Vegas“ definitiv unter den genannten Titeln sein, denn die präzise Beschreibung der high, stoned, oder betrunkenen Protagonisten, wurden zu seinem Markenzeichen. Durch die Verfilmung des Buches im Jahr 1998, in welcher Hollywood Stars wie Johnny Depp, Benicio Del Toro oder Tobey Maguire mitspielen, durchlief die Geschichte eine wahre Renaissance.

Ein Grund für die relative Unbekanntheit des Autors und dessen übriger Werke, ist wohl die Tatsache, dass Thompson vorwiegend über typisch amerikanische Themen schreibt. Dies ist auch bei Angst und Schrecken in Las Vegas der Fall. Die Aufnahme des Titels in die „Modern Library“, lässt darauf schließen, dass sich mehr hinter dem Titel verbirgt, als eine detaillierte Berichterstattung über Drogenkonsum. Dies deutet auch der Untertitel „Eine wilde Reise in das Herz des Amerikanischen Traums“ an. Im Folgenden soll nun gezeigt werden, wie das Thema des Amerikanischen Traums in der Geschichte untersucht wird und die Verfilmung aus dem Jahre 1998 versucht, sowohl das Thema, als auch die Darstellung der Hauptcharaktere umzusetzen.

2. Plot

Fear and Loathing in Las Vegas erzählt die Geschichte von Raoul Dukes Reise nach Las Vegas im Jahre 1971. Er ist als Journalist für ein Sportmagazin unterwegs und wird von seinem „Anwalt“, Dr. Gonzo, begleitet, dessen Beratung einzig und allein daraus zu bestehen scheint, Duke ständigen Drogenkonsum vorzuschlagen. In der Tat nimmt Duke den Auftrag des Magazins als Ausrede, um für die beiden ein rotes Chevy-Kabrio zu mieten und mit einem Kofferraum voller Rauschgift Richtung Wüste davonzurasen.

Nachdem sie einen Anhalter, den sie zuvor in der Wüste mitgenommen haben, durch ihre drogenbedingte Gastfreundschaft derart verschrecken, dass er bei der nächsten Gelegenheit wieder aus dem Auto springt, erreichen Duke und sein Anwalt das Mint Hotel in Las Vegas. Duke wurde beauftragt über das Mint 400, ein Motorrad- und Strandbuggyrennen an der Stadtgrenze von Las Vegas, zu berichten. Trotz einiger anfänglicher Schwierigkeiten, die ihrem Ätherkonsum geschuldet sind, erhalten sie gerade noch rechtzeitig ihre Presseausweise und begeben sich am nächsten Morgen zur Rennstrecke. Unglücklicherweise macht der durch das Rennen aufgewirbelte Sand und Staub es unmöglich, den Rennablauf zu verfolgen, geschweige denn herauszufinden, wer das Rennen gewonnen hat. Daher verlässt Duke das Rennen mit nur dürftigen Informationen für seinen Artikel.

Gleichzeitig häufen die beiden eine immense Zimmerservicerechnung an und durchstreifen die Bars und Kasinos der Stadt. Die Mischung aus Drogenkonsum und Schlafentzug bewirkt vor allem bei Dr. Gonzo Wahnvorstellungen, in welchen er Duke plötzlich mit einem Messer bedroht. Obwohl die Situation danach beruhigt scheint, verlässt der Anwalt die Stadt und kehrt nach Los Angeles zurück.

Auf Grund der enormen Hotelrechnung und der daraus resultierenden Angst Dukes verhaftet zu werden, wird er zunehmend paranoider und beschließt schlussendlich ebenfalls aus Las Vegas zu verschwinden. Seine Flucht aus der Stadt wird jedoch durch ein Telegramm und ein darauffolgendes Telefonat mit seinem Anwalt unterbrochen. Duke wird vom Rolling Stone Magazine damit beauftragt, über die nationale Konferenz des Bezirksstaatsanwalts zum Thema illegale Drogen zu berichten. Duke jedoch, noch immer getrieben von der Angst verhaftet zu werden, setzt seine Flucht zunächst fort und wird schließlich von der Polizei auf dem Highway angehalten.

Trotz des fragil-wirkenden Erscheinungsbildes, das Duke abgibt und obwohl sich mehrere Dosen Bier in seinem Auto befinden, empfiehlt der Polizist Duke sich lediglich etwas auszuruhen. Diese Situation lässt ihn seine Entscheidung, den Auftrag abzulehnen, noch einmal überdenken. Die schräge Vorstellung von einem Drogenabhängigen, der sich unter Polizisten und Drogenfahnder mischt, ist für ihn Grund genug, um nach Las Vegas zurückzukehren.

Als er in seiner Suite, diesmal im Hotel Flamingo, ankommt, findet er seinen Anwalt mit einer jungen Ausreißerin vor. Das Mädchen, eine Möchtegern- Künstlerin die Bilder von Barbara Streisand malt, steht unter Drogeneinfluss und Dr. Gonzo hat sich dies scheinbar zu Nutze gemacht, um mit ihr intim zu werden. Duke überzeugt seinen Anwalt, wenn auch mit einigen Schwierigkeiten, dass Lucy, das Mädchen, eine Gefahr für die beiden darstellt. Unter dem Vorwand sie zu einem Barbara Streisand Konzert zu bringen, laden die beiden das Mädchen in einem anderen Hotel ab. Obwohl Lucy sie später noch einmal kontaktiert, gelingt es den beiden sie abzuwimmeln, wonach man nichts mehr von ihr hört.

Die Konferenz über illegale Drogen stellt sich für Duke und seinen Anwalt als reine Zeitverschwendung heraus, denn das einzige was sie erfahren, ist, dass die Experten mit ihren Prognosen zum Ausmaß des Drogenproblems in den USA zehn Jahre hinterherhinken.

Nach einer weiteren, durch Drogen- und Alkoholexzesse geprägten Nacht, findet ein Zimmermädchen einen schlafenden Duke und einen, sich in den Kleiderschrank übergebenden Dr. Gonzo vor. Nach einer kurzen, lautstarken Auseinandersetzung erklären die beiden dem Zimmermädchen, sie seien Drogenermittler, die an der Konferenz teilnehmen. Doch als wäre diese, auf Grund des verwüsteten und von Drogen überschwemmten Hotelzimmers, groteske Lügengeschichte nicht genug, werben sie das Zimmermädchen auch noch als verdeckte Mitarbeiterin an. Diese verlässt schlussendlich das Zimmer, mit dem Versprechen absoluter Geheimhaltung.

Schon bald nach dem Vorfall bringt Duke seinen Anwalt zum Flughafen. Er selbst plant eigentlich noch länger in der Stadt zu bleiben, doch beginnen die Auswirkungen ihrer Handlungen ihn einzuholen und auch er erkennt, dass es Zeit ist nach Los Angeles zurückzukehren. Gleichzeitig ist auch die Konferenz zu Ende, über die er berichten sollte und Polizisten und Ermittler strömen in Massen zum Flughafen. Er steigt in ein Flugzeug nach Denver und verlässt die Stadt, in der er sich mit Drogen über den Zustand der Erschöpfung hinaus, in einen Status Nahe der Hysterie gepuscht hat. Dort angekommen, geht er in die nächste Flughafen-Drogerie und fragt die Frau hinter der Theke nach Amyl. „Solche Sachen kann ich nur auf Rezept abgeben.“ „Ich weiß“, sagte ich. „Aber sehen Sie, ich bin Doktor. Ich brauche kein Rezept.“ […] Sie inspizierte die Karte sorgfältig und gab sie mir dann zurück. Ich spürte wie plötzlich Respekt in ihr wuchs. „Ich hoffe sie vergeben mir, Doktor. […] Hier kommen manchmal richtige Freaks her. Alle möglichen gefährlichen Drogensüchtigen. Sie würden es nicht für möglich halten.“1 Danach verlässt Duke den Flughafen, „a free man in a free country.“2

3. Schwierigkeiten bei der Einordnung in ein Genre

Thompsons Angst und Schrecken in Las Vegas kann als eine Art Reisebericht gesehen werden, da die Grenzen zwischen Roman-, beziehungsweise Erzählliteratur und Tatsachenbericht verschwommen sind. „Indeed, it is amusing to see where libraries shelve Fear and Loathing in Las Vegas. Some classify it as nonfiction, modern history, or sociology. Others place it with novels. And still others consider it a travelogue - although it might frighten off would-be vacationers to Las Vegas.”3 Thompson selbst nennt es „a non-fiction novel in that almost all of it was true or did happen […] a pretty pure experience that turned into a very pure piece of writing.”4 Es gibt einen Erzähler, der, obwohl er als Ich-Erzähler agiert, nicht der tatsächliche Autor des Buches ist.5 „Moreover, we cannot even be sure that this perspective is Thompson at all; it could be the work of his alter ego, Raoul Duke, or the twisted words of Dr. Gonzo, which might originate from Thompson’s longtime friend and partner in crime, Oscar Zeta Acosta […].”6 Daher ist es unmöglich, zu wissen, wie viel der Geschichte autobiografisch und wie viel das Produkt seiner eigenen wilden, brillanten Phantasie ist.7

4. Der Status des Amerikanischen Traums

Fest steht, Raoul Duke erforscht den Status des amerikanischen Traums während der frühen 1970er, besonders des Jahres 1971. Diesen Anspruch erklärt er immer wieder im Laufe der Geschichte, zum Beispiel als er sich mit dem Anhalter unterhält, „[…] denn ich möchte, daß du etwas weißt: Wir sind auf dem Weg nach Las Vegas, um den Amerikanischen Traum zu finden“8, oder im Circus-Circus, wo er seinem Anwalt erklärt: „Wir sind hierhergekommen, um den Amerikanischen Traum zu finden […]. Dir muss bewu ß t werden […], daß wir den Hauptnerv gefunden haben.“9 Obwohl Thompson zu Beginn noch angibt „Aber unser Trip war etwas anderes. Er war die klassische Bestätigung aller richtigen und wahren und anständigen Eigenschaften unseres Nationalcharakters. Er war eine derbe, physische Ehrenbezeugung an die fantastischen M ö glichkeiten, in diesem Lande zu leben […]“10, kommt er am Ende zu der Erkenntnis, dass der Amerikanische Traum eine Farce und tatsächlich tot ist.11 Hierbei betrachtet er jedoch nicht einfach von außen, „ […] Thompson undermines, mocks, argues and tests the practicality of the systems […] which he opposes in his writings, […], but as Outlaw, proposes an ‘amoral’

[...]


1 Thompson, Hunter S.: Angst und Schrecken in Las Vegas. Eine wilde Reise in das Herz des Amerikanischen Traumes, München 72005, S. 253.

2 MacKenn, William: Hunter S. Thompson. Boston 1991, S.53.

3 Ders., S.49.

4 Ders., S.109.

5 Harris R., Stiles S.: Keeping Curious Company: Wayne Booth’s Friendship Model of Criticism and the Work of Hunter S. Thompson. in: College English, Vol. 71, No. 4, (2009), S. 319.

6 Wright, Greg: The Literary, Political, and Legal Strategies of Oscar Zeta Acosta and Hunter S. Thompson: Intertextuality, Ambiguity, and (Naturally) Fear and Loathing, in: The Journal of Popular Culture, Vol. 43, No.3 (2010), S. 623.

7 Keeping Curious Company. S.319.

8 Thompson, Hunter S.: Angst und Schrecken in Las Vegas. Eine wilde Reise in das Herz des Amerikanischen Traumes, München 72005, S.15.

9 Thompson, Hunter S.: Angst und Schrecken in Las Vegas. Eine wilde Reise in das Herz des Amerikanischen Traumes, München 72005, S.63.

10 Ders., S.27.

11 Ders., S.237.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
"Fear and Loathing in Las Vegas" und der Amerikanische Traum. Ein Vergleich des Buchs mit dem Film aus dem Jahr 1998
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
1,5
Autor
Jahr
2016
Seiten
24
Katalognummer
V375432
ISBN (eBook)
9783668547209
ISBN (Buch)
9783668547216
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fear, loathing, vegas, amerikanische, traum, vergleich, buchs, film, jahr
Arbeit zitieren
David Lenz (Autor), 2016, "Fear and Loathing in Las Vegas" und der Amerikanische Traum. Ein Vergleich des Buchs mit dem Film aus dem Jahr 1998, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375432

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