In dieser Arbeit wird anhand archäologischen Befunden die Baustruktur und den dazu nötigen Bautechniken der mittelalterlichen Holzburgen nachgegangen. Je nach Burgtyp wurden individuelle Fundorte herausgesucht, um damit einen möglichst breiten Überblick über die verschiedenen Typen veranschaulichen zu können. Um einen möglichst konkreten Überblick zu ermöglichen, wurde die Untersuchung regional auf die heutige Bundesrepublik Deutschland eingegrenzt.
Holzburgen waren ein fortifikatorisches Phänomen, welche laut neuesten Erkenntnissen ab dem 11. Jahrhundert erbaut und genutzt wurden. Im Laufe des Mittelalters entwickelten sich dabei verschiedene Formen der Baugestaltung, die den lokalen geologischen Gegebenheiten angepasst waren. Diese reichen von den typischen Motte- und Turmburgkonstruktionen im flachen oder leicht hügeligen Gelände bis hin zur Wasserburg in seichten Gegenden.
Mit der unterschiedlichen Baugestalt einher ging die ebenso verschiedenartige Nutzung im weiteren Kontext von Holzburgen. Einerseits dienten sie als Wohnstätte des Adels, sprich als Herrenhof samt wehrhaften Turm, wie im Fall der im folgenden besprochenen Burg Husterknupp sehr gut belegt wurde. So ist mittlerweile bekannt, dass das erwähnten Anwesen der mittelalterliche Stammsitz eines Grafengeschlechts von Hochstaden war.
Andererseits können Holzburgen auch zum Schutz eines rein auf Produktion ausgerichteten Wirtschaftskomplexes gedient haben, wie Archäologen im französischen Colletiѐre an den Ufern des Lac de Paladru feststellen konnten. Colletiѐre ist damit ein gutes aber in dieser Arbeit nicht näher besprochenes Beispiel für den hauptsächlich wirtschaftlichen Nutzen einer Siedlung in Verbindung mit einer hölzernen Wehrburg.
Um das eingangs skizzierte Forschungsziel eines Kurzüberblicks zu den vorhandenen Holzburgentypen zu erreichen, werden zuerst im Rahmen eines forschungsgeschichtlichen Überblicks die diesbezüglichen Entwicklungen aufgearbeitet. Darauf folgt ein Vergleich der unterschiedlichen Burgtypen einerseits sowie der wechselhaften baulichen Ausformung dieser Typen anhand mehrerer Fundbeispiele andererseits.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Forschungsstand
2.1 Bedeutende Forscher
2.2 Geographische und historische Einordnung
2.3 Zeitgenössische Darstellungen
3 Hölzerne Burgtypen im Vergleich
3.1 Turmhügelburg Elmendorf
3.2 Motte Husterknupp
3.3 Motte Hoverberg
3.4 Wasserburg Haus Horst
3.5 Wohnturm Eschelbronn
4 Conclusio
5 Quellen- und Literaturverzeichnis
5.1 Literaturverzeichnis
5.2 Abbildungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand ausgewählter archäologischer Befunde die Baustruktur und die angewandten Bautechniken mittelalterlicher Holzburgen in Deutschland, um einen Überblick über deren Typologie und Entwicklung zu geben.
- Analyse verschiedener Burgtypen wie Motten, Turmburgen und Wasserburgen.
- Untersuchung der historischen und bautechnischen Entwicklung vom 11. bis zum 14. Jahrhundert.
- Vergleich unterschiedlicher Konstruktionsmethoden wie Stabbauweise und Pfosten-Schwellbalken-Technik.
- Betrachtung von Fundbeispielen zur Veranschaulichung archäologischer Erkenntnisse.
Auszug aus dem Buch
3.2 Motte Husterknupp
Ähnlich wie die Elmendorfer Turmburg entwickelte sich die Motte Husterknupp aus einer Flachsiedlung heraus, jedoch wurde diese Motte künstlich aufgeschüttet und besteht aus einer häufig anzutreffenden Haupt- und Vorburg Konstellation. Die Kernburg dürfte in Stabbauweise mit Palisadenwall samt Graben und Brücke errichtet worden sein. Anhand archäologischer Ausgrabungen wurde die Erkenntnis gewonnen, dass die Siedlung vom 9. bis ins 14. Jahrhundert durchgehend bewohnt sowie stetig ausgebaut wurde. Ab dem 11. Jahrhundert bzw. der Periode III. A-C (Periodisierung laut Adolf Herrnbrodt) wurde die bestehende Kernmotte zu einer Hochmotte ausgebaut. Der ursprüngliche Standort der Kernmotte wurde mittels Aufschüttungen erhöht und eine wehrhaftere Motte samt zusätzlichen Palisadenzäunung errichtet. In dieser Phase wurde das bereits existierende Palisadensystem der Kernmotten Konstruktion weiter zu einer robusteren Holz-Erde-Mauer Konstruktion verbessert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der mittelalterlichen Holzburgen ein und definiert das Forschungsziel sowie die regionale Eingrenzung auf die Bundesrepublik Deutschland.
2 Forschungsstand: Das Kapitel beleuchtet die Entwicklung der archäologischen Forschung zu Holzburgen, insbesondere unter Berücksichtigung der dendrochronologischen Datierung und wegweisender Grabungen wie der Motte Husterknupp.
3 Hölzerne Burgtypen im Vergleich: Hier werden verschiedene Burgtypen anhand konkreter Grabungsbeispiele vorgestellt, um die Vielfalt der Konstruktionen und Bautechniken aufzuzeigen.
4 Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass es keine einheitliche Baugestalt gab, sondern verschiedene bauliche Ansätze, die meist in Stabbauweise oder Pfosten- und Schwellbalkenbautechnik ausgeführt wurden.
5 Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen, Literatur und Abbildungen auf.
Schlüsselwörter
Holzburgen, Mittelalterarchäologie, Bautechnik, Motte, Turmburg, Stabbauweise, Pfostenbauweise, Wasserburg, Burgengeschichte, Archäologie, Wehrbauten, Siedlungsarchäologie, dendrochronologische Datierung, Baustruktur, Husterknupp.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung mittelalterlicher Holzburgen in Deutschland, insbesondere deren Baustruktur und der angewandten Technik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Typologie von Holzburgen, die archäologischen Befunde zu deren Errichtung sowie die verschiedenen Holzbautechniken der Zeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein möglichst breiter Überblick über die verschiedenen Typen von Holzburgen und deren wechselhafte bauliche Ausformung anhand ausgewählter Beispiele.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine archäologische Analyse und den Vergleich von Grabungsbefunden sowie auf die Auswertung forschungsgeschichtlicher Erkenntnisse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der vergleichenden Darstellung verschiedener Burgtypen, wie der Turmhügelburg Elmendorf, der Motte Husterknupp, der Motte Hoverberg sowie Wasserburgen und Wohntürmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Holzburgen, Motte, Stabbauweise, Bautechnik, Archäologie und Mittelalter.
Was unterscheidet eine Motte von einer Turmburg?
Laut den Ergebnissen der Arbeit ist der Unterschied in der Baugestalt oft marginal, wobei Motten meist eine künstliche Hügelaufschüttung aufweisen, während Turmburgen auf bereits existierenden, gewachsenen Hügeln errichtet wurden.
Welche Erkenntnisse lieferte die Ausgrabung in Husterknupp?
Die Grabung zeigte, dass sich die Siedlung vom 9. bis ins 14. Jahrhundert stetig entwickelte und die Anlage durch gezielte Aufschüttungen zu einer wehrhafteren Hochmotte ausgebaut wurde.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Engel (Autor:in), 2017, Holzburgen des Mittelalters. Archäologische Befunde zu Baugestalt und Bautechnik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375502