Frauenerwerbstätigkeit in Deutschland und Schweden. Der Einfluss von Wohlfahrtsstaat und Familienpolitik


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

1.Einleitung und Problemstellung...1
Theoretischer Teil
2 Theoretischer Teil und Forschungsstand...2-3
2.1
Wohlfahrtsstaatstypen nach Esping-Andersen
2.2 Korpi: Sozialpolitik als struktureller Einflussf-ktor auf Frauenerwerbstätigkeit
2.3 Pfau-Effinger: Kultur und Geschlecht
3. Familienpolitik in Deutschland und Schweden...4-5
3.1 Familienpolitik in Deutschland
3.2 Familienpolitik in Schweden
Empirischer Teil
4. Konzeption und Methode...5-9
4.1
Untersuchungsleitende Fragestellung und Hypothesen
4.2
Durchführung
5 Ergebnisse...9-10
6 Zusammenfassung und Fazit...10
7 Literatur

Theoretischer Teil
1. Einleitung und Problemstellung:
Die Erwerbsbeteiligung von Frauen steigt seit Jahren kontinuierlich (OECD 2002),
dennoch scheint die Gründung einer Familie für viele Frauen auch einen Einschnitt in
ihrer beruflichen Laufbahn zu bedeuten und stellt Frauen nicht selten vor die
Herausforderung Familie und Erwerbstätigkeit zu vereinbaren. Obwohl bekannt ist, dass
die Möglichkeit der Elternzeit und der Garantie der Jobsicherheit, zu einer höheren
Erwerbstätigkeit von Müttern führt und zu einer stärkeren Arbeitsmarktbindung führt
(OECD 2007), führt die Geburt eines Kindes oft zur einer starken Erwerbsreduzierung
seitens der Mütter (OECD, 2007), was verglichen mit Väter nicht in diesem Maße
nachzuweisen ist.
Eine ausschlaggebende Rolle spielen institutionellen Rahmenbedingungen, die
maßgeblich Einfluss auf die Entscheidung der Mütter ausüben bezüglich ihrer weiteren
Erwerbstätigkeit oder ihrer Erwerbsunterbrechung zu Gunsten der Kindererziehung.
Allgemein bekannt ist, dass es erhebliche Länderunterschiede gibt, wenn es um die
Erwerbstätigkeit von Müttern geht. Mich interessiert hierbei, inwiefern
wohlfahrtsstaatliche Regime und Familienpolitik die Erwerbspartizipation von Frauen
beeinflussen, und wie sich dies auf die Arbeitsmarktpartizipation von Müttern auswirkt.
In dieser Hausarbeit möchte ich mich hierbei auf die Länder des von Esping-Andersen
typologisierte konservative Deutschland und das sozialdemokratische Schweden
fokussieren und deren jeweilige Familienpolitik kurz beleuchten. Da Schweden allgemein
als sehr frauenfreundliches Regime bekannt ist, möchte ich dieses mit dem eher
'famialistisch' geprägten Deutschland gegenüberstellen (Hummelsheim 2009: 71).
Es sollen verschiedene theoretische Erklärungsansätze betrachtet werden, die näher auf
den Aspekt Wohlfahrtsaat und Familienpolitik im Zusammenhang auf die
Frauenerwerbstätigkeit eingehen.
Neben der Untersuchung der Art und Weise der Partizipation, soll auch die persönliche
Einschätzung der Frauen, also inwiefern sich Kinderbetreuung und Beruf ihrerseits
vereinbaren bzw. nicht vereinbaren lassen beleuchtet werden.
Die politische und gesellschaftliche Relevanz meines Forschungsproblems ergibt sich
-1-

durch den Aspekt, dass Politiken maßgeblich Einfluss auf die Erwerbstätigkeit von
Müttern zu haben scheinen und durch gegebene institutionelle Rahmenbedingungen und
Maßnahmen die Vereinbarkeit maßgeblich mitbeeinflussen und politische steuern können
(Hummelsheim 2009: 16).
2. Theoretischer Teil und Forschungsstand
Wie in der Einführung erwähnt ist die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit
maßgeblich geprägt von wohlfahrtsstaatlichen Regimen und familienpolitischen
Maßnahmen (Vgl. Bühlmann, Elcheroth, Tettamanti 2010: 52), daher
wohlfahrtsstaatliche Strukturen haben einen erheblichen Einfluss auf das persönliche
Leben (Esping-Andersen 2013: 225).
2.1
Wohlfahrtsstaatstypen nach Esping-Andersen
Esping-Andersen Begriff von Regime versteht die institutionellen, rechtlichen und
kulturellen Aspekte und Zusammenhänge eines Staates (vgl. Hummelsheim 2009: 23).
Esping-Andersen unterscheidet drei Typen von Wohlfahrtsstaatstypen: liberal,
sozialdemokratisch und konservativ, wobei hier der konservative und
sozialdemokratische relevant sind. Nach Esping-Andersen Wohlfahrtsstaats-Modell ist
Deutschland als konservativer Wohlfahrtsstaat klassifiziert und zeichnet sich durch eine
gemäßigte Dekommodifizierung aus. Dieser Regime-Typ ist geprägt durch die
Beteiligung christlicher Interessengruppen, die politische Entscheidungsprozesse
mitbeeinflussen. Die Erwerbsbeteiligung von (verheirateten) Frauen wird in einem
konservativ geprägten Regime stark durch diesen Korporatismus geprägt, welches auf
die Wahrung eines traditionellen Rollenbildes der Frau aus ist (vgl. Arts und Gelissen
2002: 141-142).
Schweden ist klassifiziert als sozial-demokratisches Wohlfahrtsregime, welches einen
hohen Grad an Dekommodifizierung aufweist. Das sozialdemokratische Prinzip der
Stratifizierung ist zur Erreichung eines Systems ausgerichtet, das auf großzügige
universelle und hoch distributive Vorteile aus ist, unabhängig von der persönlichen
Beteiligung. Soziale Politik in dieser Regime sparte verfolgt die maximale individuelle
Unabhängigkeit. Speziell Frauen unabhängig davon, ob sie Kinder haben oder nicht,
werden besonders ermutigt sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren (ebd.). Der
-2-

Schwerpunkt auf den individuellen Rechte des Einzelnen ermöglichen zusätzlich die
Unabhängigkeit von der Familie (Defamilialisierung) und die Stärkung des
unabhängigen Individuums. Durch die Möglichkeit der Kinderbetreuung und
zusätzlichen Leistungen des sozialdemokratischen Wohlfahrtstaats, wird es Frauen
erleichtert sich auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren (vgl. Kremer). Esping-Andersens
Modell wird jedoch oft wegen fehlender Berücksichtigung der Frauen auf dem
Arbeitsmarkt kritisiert.
2.2
Korpi: Sozialpolitik als struktureller Einflussfaktor auf
Frauenerwerbstätigkeit
Walter Korpi bringt hervor, dass es es eine maßgebliche Rolle spielt, also ob
Familienpolitik Frauen auf dem Arbeitsmarkt unterstützen oder umgekehrt Frauen bei
der unbezahlten Arbeit im Haushalt unterstützen (Korpi: 143). Daher es gibt Politiken,
die die Egalität zwischen Eltern unterstützen sowie die berufliche Laufbahn, wie auch
Politiken, die die Rückkehr von Frauen in die Erwerbstätigkeit sehr explizit unterstützen
und zuletzt Politiken, die Familien als Ganzes unterstützen. Also sozialdemokratische
Politiken setzen sich für die doppelte Erwerbstätigkeit beider Geschlechter ein mit dem
Schwerpunkt auf den Verbleib von Müttern auf dem Arbeitsmarkt. Konservative
Regime unterstützen die Familie, aber konzentrieren ihre Politik nicht explizit auf die
Erwerbsintegration von Frauen (vgl. Bühlmann, Elcheroth, Tettamanti 2010: 52).
Also zusammengefasst ist Sozialpolitik als struktureller Einflussfaktor zu sehen, der die
Integration von Familie und Beruf entweder erleichtert oder erschwert.
2.3
Pfau-Effinger: Kultur und Geschlecht
Birgit Pfau-Effingers Theorie zu Geschlechterarrangements hebt den Aspekt der Kultur
hervor. Pfau-Effinger argumentiert, dass Kultur, also gesamtgesellschaftliche Werte, die
tief in der Gesellschaft verankert sind, eine ausschlaggebende Rolle bezüglich
vorhandener Geschlechterbilder innerhalb dieser Gesellschaft spielen (Pfau-Effinger
2005). Demnach kann Kultur als Voraussetzung des jeweiligen Verständnisses von
Geschlecht innerhalb eines Staates gesehen werden, durch etablierte Werte und
Leitbilder ist Geschlechterpolitik als das Ergebnis eines gesellschaftsinternen
Verständnisses von Geschlechterrollen anzusehen (Hummelsheim 2009: 34). Also muss
die Frage der Frauenerwerbstätigkeit erst mit Bedacht auf den kulturellen Hintergrund
beantwortet werden, bevor dies im wohlfahrtsstaatlichen und Arbeitsmarkt relevanten
Kontext geschieht (ebd.). -3-
Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Frauenerwerbstätigkeit in Deutschland und Schweden. Der Einfluss von Wohlfahrtsstaat und Familienpolitik
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Gesellschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Familie und Wohlfahrtsstaat im internationalen Vergleich
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V375509
ISBN (eBook)
9783668529243
ISBN (Buch)
9783668529250
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frauenerwerbstätigkeit, deutschland, schweden, einfluss, wohlfahrtsstaat, familienpolitik
Arbeit zitieren
Dina Dzan (Autor), 2014, Frauenerwerbstätigkeit in Deutschland und Schweden. Der Einfluss von Wohlfahrtsstaat und Familienpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375509

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