Les couples franco-allemands. De Gaulle & Adenauer – Giscard & Schmidt – Mitterrand & Kohl – Chirac & Schröder – Sarkozy/Hollande & Merkel


Hausarbeit, 2015
25 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 3
1. De Gaulle & Adenauer ­ die Wegbereiter der deutsch-französischen
Freundschaft
1.1 Das Leben de Gaulles bis zur Gründung der Fünften Republik ... 4
1.2 Das Leben Adenauers bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland
... 6
1.3 De Gaulle und Adenauer entwickeln die deutsch-französische Freundschaft
... 7
2. Giscard d'Estaing/Schmidt & Mitterrand/Kohl ­ die deutsch-französische
Freundschaft wird weiter vorangetrieben
2.1 Giscard d'Estaing und Schmidt ... ..................11
2.2 Mitterrand und Kohl ...13
3. Chirac/Schröder & Sarkozy/Hollande/Merkel ­ die deutsch-französische
Freundschaft im 21. Jahrhundert
3.1 Chirac und Schröder ... 16
3.2 Sarkozy und Merkel ... 18
3.3 Hollande und Merkel ... 20
Schluss ... 22
Literaturverzeichnis ... 23

3
Einleitung
Das Thema dieser Hausarbeit im Rahmen des Proseminars Les institutions françaises et
européennes sind die verschiedenen Paare aus französischen Staatspräsidenten und
deutschen Bundeskanzlern. Da die Behandlung all dieser historischen Persönlichkeiten
den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würde und nicht alle von ihnen gleichermaßen
von Bedeutung für die deutsch-französische und europäische Geschichte sind, werden in
dieser Hausarbeit nur diejenigen vorgestellt, die wohl am meisten zur deutsch-
französischen Freundschaft und europäischen Integration beigetragen haben. Zuallererst
denkt man dabei wohl an Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, die vor allem durch
den 22. Januar 1963 ihren Platz in den Geschichtsbüchern sicher haben, doch auch spätere
Präsidenten und Bundeskanzler trugen wesentlich zum guten Verhältnis zwischen
Deutschland und Frankreich bei. Heutzutage können beide Staaten dank dieser
Entwicklung intensiv zusammenarbeiten und eine bedeutsame Rolle in der europäischen
und globalen Politik spielen.
Diese Hausarbeit ist in drei Teile aufgeteilt: Im ersten Teil geht es um Charles de Gaulle
und Konrad Adenauer, die Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft. Der
nächste Teil zeigt unter anderem, wie die deutsch-französische Freundschaft danach
vorangetrieben wurde. In diesem zweiten Teil werden vor allem die Paare Giscard
d'Estaing und Schmidt sowie Mitterrand und Kohl thematisch behandelt. Der den
Hauptteil der Hausarbeit abschließende dritte Teil besteht aus gleich drei Paaren (Chirac
& Schröder; Merkel & Sarkozy/Hollande) und handelt von der Situation im 21.
Jahrhundert.
Die zentrale Fragestellung, die mithilfe dieser Hausarbeit geklärt werden soll, lautet: ,,Die
deutsch-französische Freundschaft- ein Erfolgsprojekt?" Das soll heißen: wie hat sich die
deutsch-französische Freundschaft im Laufe der Zeit entwickelt? Ist sie heute noch so
stark wie zu Beginn, als de Gaulle und Adenauer sich so sehr um sie bemühten? Hat sie
mit der Zeit an Bedeutung verloren? Oder ist sie vielleicht heute noch ausgeprägter als
damals? Auch die europäische Integration ist ein wichtiges Thema, mit dem die
Präsidenten und Kanzler zu tun hatten. Generell wird es sowohl einen Überblick über die
wichtigsten Ereignisse vor den jeweiligen Amtszeiten sowie während dieser geben.

4
1. De Gaulle und Adenauer ­ die Wegbereiter der deutsch-
französischen Freundschaft
1.1 Das Leben de Gaulles bis zur Gründung der Fünften Republik
Ohne Zweifel wären Deutschland und Frankreich heutzutage nicht so, wie sie sind, wenn
nicht Charles de Gaulle und Konrad Adenauer gewesen wären. Vor ihnen war das
Verhältnis der beiden Nationen alles andere als gut, ihre Geschichte war von Uneinigkeit,
Streit und Kriegen geprägt. Vielleicht wäre dies heute noch so, doch die beiden
Persönlichkeiten trugen enorm zu einer Verbesserung des Verhältnisses bei, bis hin zur
Freundschaft der beiden heute souveränen und mächtigen Nationen in einem vereinigten
Europa. Letzteres hat seine jetzige Form ebenfalls in hohem Maße den beiden
Wegbereitern der deutsch-französischen Freundschaft zu verdanken. Doch wer waren die
beiden und wie haben sie das alles geschafft?
Beginnen wir mit Charles de Gaulle (1890-1970). Da er zu den Menschen gehörte, die
beide Weltkriege erlebt haben, waren seine ersten Erfahrungen mit den Deutschen eher
negativ. Als junger Mann, der auch Deutsch sprach
1
, nahm er am Ersten Weltkrieg teil
und wurde dort mehrmals im Gefecht gegen die Deutschen schwer verwundet. Obwohl
er von ihnen gefangengenommen wurde, gab er sich keinen Hassgefühlen ihnen
gegenüber hin und begann stattdessen sogar, seine Kenntnisse über Deutschland zu
vertiefen und Werke deutscher Autoren zu lesen.
2
Nach dem Waffenstillstand und seiner Freilassung machte de Gaulle Fortschritte in seiner
militärischen sowie politischen Karriere, zudem verfasste er mehrere Werke. In höherer
Position als noch während des Ersten Weltkriegs nahm de Gaulle auch am Zweiten
Weltkrieg gegen das Deutsche Reich teil. Als der französische Marschall Pétain im Juni
1940 den Waffenstillstand verkündete, widersetzte sich de Gaulle, der zu diesem
Zeitpunkt in London verweilte, um den Krieg fortzuführen. Von dort aus rief er mithilfe
von Winston Churchill zum Widerstand auf. Daraufhin wurde er in den Ruhestand
versetzt und in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Dennoch gab er nicht auf und
mobilisierte Streitkräfte, die das ,,Freie Frankreich" bildeten. Gemeinsam mit den
1
Online verfügbar unter cf.
www.charles-de-gaulle.org
(Seite besucht am 31.07.2015).
2
Online verfügbar unter cf.
www.charles-de-gaulle.de
(Seite besucht am 31.07.2015).

5
Alliierten war er erfolgreich und hatte letztendlich seine wichtigsten Ziele erreicht,
Frankreich war befreit.
3
Somit waren die Deutschen ein weiteres Mal besiegt. Die Voraussetzungen für ein
freundschaftliches Verhältnis in naher Zukunft mit ihnen hätten normalerweise kaum
schlechter sein können, doch noch immer war das Bild der Deutschen für de Gaulle nicht
negativ. Im Jahr 1945 kam de Gaulle dreimal nach Deutschland, um neben der
Inspizierung seiner Truppen auch die Lage der deutschen Bevölkerung zu begutachten
und sogar mit ihr Kontakt aufzunehmen. Bei seinen Reden an das deutsche Volk zeigte
er das noch immer vorhandene Gemeinschaftsgefühl unter Europäern und betonte, dass
Frankreich nur helfen wolle, was die deutschen Zuhörer sowie Konrad Adenauer, der von
den Reden hörte, beeindruckte. De Gaulle war gegen eine Unterdrückung der Deutschen
nach dem Krieg und setzte sich als Chef der Provisorischen Regierung für bessere
Zustände im zu großen Teilen zerstörten und besetzten Land ein (cf. Schunck 1994: 461
ff.).
4
Im Januar 1946 trat de Gaulle von diesem Amt wegen Problemen mit dem Parlament
zurück. Doch es blieb nicht lange ruhig um ihn, schon im Juni 1946 meldete er sich mit
der Rede von Bayeux zurück, in der er seine Vorstellungen einer Verfassung für die
Republik (zu diesem Zeitpunkt war es die vierte) präsentierte. 1947 gründete er die
überparteiliche Bewegung Rassemblement du peuple français (RPF), die schon bald sehr
großen Anklang fand. Im Jahr 1953 zog er sich jedoch aus der Politik zurück, um seine
,,Kriegsmemoiren" zu verfassen. Erst im Jahr 1958, als niemand mehr mit ihm rechnete
(obwohl viele seine Rückkehr forderten), gab er bekannt, dass er bereit wäre, dem im
Zuge des Algerienkrieges von Krisen geschüttelten Frankreich zu helfen und eine
Regierung zu bilden. Schon bald trat Staatspräsident Coty mit diesbezüglicher Bitte an
ihn heran. Nach seiner Wahl durch die Nationalversammlung plante de Gaulle eine
komplett neue Verfassung, die er bereits in der Rede von Bayeux angedeutet hatte, da die
der Vierten Republik aufgrund des bereits erwähnten andauernden Algerienkrieges nicht
länger geeignet war. Er gründete eine neue Partei (seine frühere Partei RPF wurde 1953
aufgelöst), die UNR (Union pour la nouvelle République). Durch sie wurde de Gaulle ab
dem 8. Januar 1959 offiziell erster Staatspräsident der Fünften Republik, in der er durch
die starke Exekutive viel Macht hatte (cf. ibid.: 468-537).
3
Online verfügbar unter cf.
www.charles-de-gaulle.de
(Seite besucht am 31.07.2015).
4
Online verfügbar unter cf.
www.charles-de-gaulle.de
(Seite besucht am 19.08.2015).

6
1.2 Das Leben Adenauers bis zur Gründung der Bundesrepublik
Deutschland
Charles de Gaulle hatte also bis zu seiner Wahl zum ersten Staatspräsidenten der Fünften
Republik Frankreichs bereits große Erfahrungen mit Deutschland gemacht und es war
deutlich, wie viel ihm die Menschen dort trotz allem bedeuteten. Doch wie sieht es mit
dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland aus, Konrad Adenauer
(1876-1967)
5
? Wie kam er zu seinem Amt und wie stand er zu Frankreich?
Adenauers Frau, die früh verstarb, ermöglichte ihm den Einstieg in die Politik, wo er
schnell erfolgreich war. Im Ersten Weltkrieg war er für die Nahrungsmittelversorgung
Kölns verantwortlich und wurde bald darauf dortiger Oberbürgermeister. Als jüngstes
Stadtoberhaupt Preußens sorgte Adenauer für große Fortschritte und galt dadurch als eine
der wichtigsten politischen Persönlichkeiten Deutschlands in der Weimarer Republik,
während der er oft als Kanzlerkandidat angesehen wurde. Nach der Machtergreifung der
Nazis wurde er allerdings sogar aus Köln verbannt und gegen Kriegsende als
Regimegegner von der Gestapo gefangen genommen.
6
Nach dem Zweiten Weltkrieg machten die USA den 69-jährigen wieder zum Kölner
Oberbürgermeister. Nun war die Stadt jedoch sehr zerstört, umso größer war jedoch
Adenauers Wille, sie wieder aufzubauen. Des Weiteren kümmerte er sich jedoch weiter
um die Besatzungsmächte und ihre Pläne mit Deutschland. Nach Kritik an Großbritannien
enthob ihn deren Militärregierung jedoch seines Amtes.
7
Schon bald durfte sich Adenauer in der neu gegründeten CDU wieder politisch betätigen,
woraufhin er eine Blitzkarriere hinlegte. Ein wichtiger Erfolg war die Wahl zum
Präsidenten des Parlamentarischen Rates 1948, um ein Grundgesetz für die
Bundesrepublik Deutschland auszuarbeiten. Er gewann an Ansehen und so kam es, dass
Adenauer am 15. September 1949 von der CDU/CSU-Fraktion im ersten deutschen
Bundestag im Alter von 73 Jahren zum ersten Bundeskanzler der BRD gewählt wurde.
8
5
Online verfügbar unter
www.konrad-adenauer.de
(Seite besucht am 01.08.2015).
6
Online verfügbar unter cf.
www.kas.de
(Seite besucht am 01.08.2015).
7
Online verfügbar unter cf. ibid. (Seite besucht am 01.08.2015).
8
Online verfügbar unter cf. ibid. (Seite besucht am 01.08.2015).

7
Was dachte Adenauer über Frankreich? Spätestens nach dem Ende des Ersten Weltkriegs
war er sich angesichts der Isolation Deutschlands sicher, dass es im Sinne beider Staaten
wäre, die Erbfeindschaft zu überwinden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er sich dessen
umso sicherer.
9
Ähnlich wie de Gaulle hatte also auch Adenauer keinen leichten Weg, bis er sich um die
Geschicke seines Landes kümmern durfte. Letztendlich hat er es aber geschafft und
konnte genau wie de Gaulle die Vorstellung einer deutsch-französischen Freundschaft
Wirklichkeit werden lassen. Doch wie schafften die beiden dies?
1.3 De Gaulle und Adenauer entwickeln die deutsch-französische
Freundschaft
Die Amtszeit von Konrad Adenauer begann einige Jahr vor der von Charles de Gaulle.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland in miserablem Zustand; die Währung
hatte keinen Wert, es gab zu wenig Nahrung, die Bevölkerung wuchs stetig, und vieles
mehr. Umso beeindruckender war es, dass Konrad Adenauer gemeinsam mit Ludwig
Erhard Deutschland in den 50er Jahren zum Wirtschaftswunder verhalf. Verschiedene
Dinge ermöglichten ihm dies, beispielsweise der Ost-West-Konflikt innerhalb der
Besatzungsmächte, der die wirtschaftlichen Auflagen früh beendete. Vor allem die
Einführung der D-Mark 1948 war ein kluger Schachzug Adenauers. Neben dem
wirtschaftlichen Aspekt waren es aber auch die politischen Institutionen, die für den
Erfolg der Republik unter Adenauer sorgten (cf. Niclauß 2015: 18-25).
Von den Voraussetzungen her war es bei Adenauer in einer Hinsicht ähnlich wie bei de
Gaulle: Beide konnten von einer starken Exekutive profitieren (cf. ibid.: 25 f.). Adenauer
regierte auf souveräne und eher autokratische Weise (cf. ibid.: 31). Auch wenn der Krieg
noch nicht lange her war, wollte er im Zuge der Westbindung und für die
Wiederbewaffnung schon früh den Beitritt in die Europäische Verteidigungsgemeinschaft
(EVG), gegen die General de Gaulle allerdings entschieden war (cf. ibid.: 32).
10
Trotz
seines hohen Alters (ähnlich wie de Gaulle) wurde er mehrmals zum Kanzler
wiedergewählt, was zeigt, welches Vertrauen man in seine Politik hatte. Dennoch erntete
9
Online verfügbar unter cf.
www.konrad-adenauer.de
(Seite besucht am 01.08.2015).
10
Online verfügbar unter cf.
www.charles-de-gaulle.de
(Seite besucht am 03.08.2015).
Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Les couples franco-allemands. De Gaulle & Adenauer – Giscard & Schmidt – Mitterrand & Kohl – Chirac & Schröder – Sarkozy/Hollande & Merkel
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V375578
ISBN (eBook)
9783668529373
ISBN (Buch)
9783668529380
Dateigröße
798 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gaulle, adenauer, giscard, schmidt, mitterrand, kohl, chirac, schröder, sarkozy/hollande, merkel
Arbeit zitieren
Kevin Bongard (Autor), 2015, Les couples franco-allemands. De Gaulle & Adenauer – Giscard & Schmidt – Mitterrand & Kohl – Chirac & Schröder – Sarkozy/Hollande & Merkel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375578

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Les couples franco-allemands. De Gaulle & Adenauer – Giscard & Schmidt – Mitterrand & Kohl – Chirac & Schröder – Sarkozy/Hollande & Merkel


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden