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Staatliche Warnungen als Eingriff in die Berufsfreiheit gemäß Artikel 12 GG (Grundgesetz)

Titel: Staatliche Warnungen als Eingriff in die Berufsfreiheit gemäß Artikel 12 GG (Grundgesetz)

Hausarbeit , 2016 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dominik Behrens (Autor:in)

Jura - Öffentliches Recht / Staatsrecht / Grundrechte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Seminararbeit befasst sich mit dem Thema der staatlichen Warnung als Eingriff in die Berufsfreiheit des Artikel 12 Absatz 1 des Grundgesetzes. Zu klären ist, was Beruf oder Berufsfreiheit im Sinne des Gesetzes bedeutet und welche Personen oder Unternehmen tatsächlich durch den Artikel 12 Absatz 1 GG geschützt sind.

Außerdem stellt sich die Frage, ob staatliche Informationen notwendig für die Gesellschaft sind und welche rechtliche Legimitation der Staat hat, Informationen beziehungsweise Warnungen an die Öffentlichkeit zu publizieren.

Hiervon sind nicht nur die Warnungen vor gesundheitsgefährdenden Lebensmitteln oder Arzneimitteln wie beispielsweise vor diethylenglykolhaltigem Weinen, mit BSE Erregern infiziertem Rindfleisch oder aber der Ehec-Epidemie betroffen, sondern von genauso großer Bedeutung sind auch die Warnungen vor Organisationen, die sich auf die Religions- und Weltanschauungsfreiheit berufen wie die „OSHO-Bewegung“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1. Begriff des Berufes

2.2. Schutzbereich der Berufsfreiheit

3.1. Klassischer Eingriffsbegriff

3.2. Neuer, erweiterter Eingriffsbegriff

3.3. Eingriff in den Schutzbereich

4.1. Verfassungsrechtliche Rechtfertigung

4.2. Grundsatz der Verhältnismäßigkeit von staatlichen Warnungen

5.1. Staatliche Teilhabe an öffentlicher Kommunikation

5.2. Zulässigkeit staatlichen Informationshandelns

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die verfassungsrechtliche Einordnung staatlicher Warnungen als Eingriff in die Berufsfreiheit nach Artikel 12 Absatz 1 GG unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung und Eingriffsdogmatik.

  • Grundlagen der Berufsfreiheit und des Schutzbereichs
  • Klassische versus erweiterte Eingriffsbegriffe bei staatlichem Handeln
  • Anforderungen an die verfassungsrechtliche Rechtfertigung
  • Verhältnismäßigkeitsprinzip im Kontext staatlicher Informationstätigkeit
  • Kompetenzgrundlagen und Rechtmäßigkeit staatlicher Kommunikation

Auszug aus dem Buch

3.2. Neuer, erweiterter Eingriffsbegriff

Aus den genannten Gründen kam man zu dem Entschluss, dass es entscheidend auf den freiheitsmindernden Aspekt ankommt und dass eine derartige Beschränkung des Grundrechtsschutzes, wie es bei dem klassischen Eingriff vorliegt, nicht haltbar ist.18

Aus diesem Grund kam es zu dem erweiterten Eingriffsbegriff. Alle vier genannten Merkmale des klassischen Eingriffs wurden ausgeweitet, sodass in jedem staatlichen Handeln ein Eingriff liegen kann.19

Die Erweiterungstendenzen betreffen die Unmittelbarkeit des Eingriffs und vor allem die klassischen Merkmale der Rechtsförmlichkeit. Der erweiterte Eingriff bezieht auch faktische Auswirkungen staatlicher Maßnahmen und schlichthoheitliches Handeln mit ein und betrifft namentlich gezielte autoritative staatliche Warnungen vor Produkten oder Sekten.20

Die Besonderheit gegenüber anderen Grundrechten liegt bei Artikel 12 GG darin, dass das zu untersuchende hoheitliche Verhalten eine objektiv berufsregelnde Tendenz aufweisen muss. Eine Definition des Erfordernisses der berufsregelnden Tendenz gibt es derzeit nicht. Das BVerfG hat in seiner Glykol-Entscheidung angenommen, dass die staatliche Informationstätigkeit aufgrund ihrer Zielsetzung in ihren Wirkungen ein Ersatz für die staatliche Maßnahme ist, die somit als Grundrechtseingriff zu qualifizieren wäre.21

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Seminararbeit führt in das Problem staatlicher Warnungen als faktische Eingriffe in die durch Artikel 12 Absatz 1 GG geschützte Berufsfreiheit ein.

2.1. Begriff des Berufes: Hier werden die weite Auslegung des Berufs-Begriffs sowie die Anforderungen an eine dauerhafte und nachhaltige Erwerbstätigkeit erläutert.

2.2. Schutzbereich der Berufsfreiheit: Dieses Kapitel definiert den Schutzumfang des einheitlichen Grundrechts der Berufsfreiheit sowie dessen Träger.

3.1. Klassischer Eingriffsbegriff: Es wird die traditionelle Definition des Eingriffs durch finale, unmittelbar wirkende und zwangsweise durchsetzbare Rechtsakte dargestellt.

3.2. Neuer, erweiterter Eingriffsbegriff: Hier wird die Entwicklung hin zu einem umfassenderen Verständnis dargelegt, das auch faktisch-mittelbare Auswirkungen staatlichen Handelns einbezieht.

3.3. Eingriff in den Schutzbereich: Dieses Kapitel diskutiert die zunehmende Problematik der Abgrenzung von Grundrechtseingriffen bei modernen staatlichen Handlungsinstrumenten wie dem Informationshandeln.

4.1. Verfassungsrechtliche Rechtfertigung: Unter Anwendung der Drei-Stufentheorie des Bundesverfassungsgerichts werden die Rechtfertigungsanforderungen für Eingriffe in die Berufsfreiheit erklärt.

4.2. Grundsatz der Verhältnismäßigkeit von staatlichen Warnungen: Dieses Kapitel erläutert die Anwendung des Verhältnismäßigkeitsprinzips zur Begrenzung staatlicher Eingriffsmöglichkeiten.

5.1. Staatliche Teilhabe an öffentlicher Kommunikation: Es wird analysiert, inwieweit staatliche Kommunikation über die klassische Öffentlichkeitsarbeit hinausgeht und welche verfassungsrechtlichen Grenzen hierbei bestehen.

5.2. Zulässigkeit staatlichen Informationshandelns: Hier werden die verfassungsrechtlichen Kompetenzvoraussetzungen und inhaltlichen Anforderungen an staatliche Informationsmaßnahmen behandelt.

6. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung bewertet die großzügige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur staatlichen Informationstätigkeit kritisch vor dem Hintergrund der allgemeinen Eingriffsdogmatik.

Schlüsselwörter

Berufsfreiheit, Artikel 12 GG, staatliche Warnung, Eingriffsbegriff, Grundrechtseingriff, Verhältnismäßigkeit, Informationshandeln, Drei-Stufentheorie, Gemeinwohl, Rechtsstaat, Staatsleitung, Markteinfluss, Rechtfertigung, Grundrechtsdogmatik, öffentliche Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der verfassungsrechtlichen Problematik staatlicher Warnungen, die faktisch in die durch Artikel 12 Absatz 1 GG geschützte Berufsfreiheit eingreifen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition der Berufsfreiheit, die Entwicklung des Eingriffsbegriffs im Verfassungsrecht und die verfassungsrechtliche Rechtfertigung staatlicher Informationstätigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob staatliche Warnungen, die Unternehmen in ihrer Wettbewerbsposition beeinträchtigen, als Grundrechtseingriff zu werten sind und unter welchen Voraussetzungen diese rechtmäßig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die insbesondere auf der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sowie auf Fachliteratur zur Grundrechtsdogmatik basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Berufsfreiheit, die Unterscheidung zwischen klassischen und erweiterten Eingriffen sowie die verfassungsrechtliche Prüfung der Verhältnismäßigkeit und Kompetenzgrundlagen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Berufsfreiheit, Eingriffsbegriff, staatliches Informationshandeln und das Verhältnismäßigkeitsprinzip charakterisiert.

Warum wird der "klassische Eingriffsbegriff" als nicht mehr ausreichend betrachtet?

Da moderne staatliche Instrumente wie öffentliche Warnungen oft nur mittelbar und faktisch wirken, erfasst der eng gefasste klassische Eingriffsbegriff diese Auswirkungen nicht, was eine Erweiterung notwendig machte.

Wie bewertet die Literatur die aktuelle Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts in diesem Bereich?

Die Literatur kritisiert die Rechtsprechung überwiegend stark, da sie sich nicht stimmig in die bestehende Eingriffsdogmatik einfügt und teilweise Ausnahmen vom Vorbehalt des Gesetzes schafft.

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Details

Titel
Staatliche Warnungen als Eingriff in die Berufsfreiheit gemäß Artikel 12 GG (Grundgesetz)
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Dominik Behrens (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V375579
ISBN (eBook)
9783668531727
ISBN (Buch)
9783668531734
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundrechte Rechtswissenschaft öffentliches recht Staatsrecht Berufsfähigkeit Informationshandeln Eingriffsrecht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Behrens (Autor:in), 2016, Staatliche Warnungen als Eingriff in die Berufsfreiheit gemäß Artikel 12 GG (Grundgesetz), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375579
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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