Zahlungsmittel ohne Bank? Bitcoin als Währung der Zukunft


Hausarbeit, 2017

20 Seiten, Note: 1.7


Leseprobe

II
III Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Peer-to-Peer Netzwerk ... 7
Abbildung 2: Bitcoin-Kurs ... 8

III
IV Abkürzungsverzeichnis
BTC
Währungseinheit - Bitcoins
EZB
Europäische Zentralbank
Bitcoin
Das Währungssystem
FinTec
Finanztechnologie Unternehmen

1
1
Einleitung
Die faszinierende Welt des Internets produziert täglich neben einer Vielzahl von neuen
Erkenntnissen und Tools auch neue Innovationen. Dazu zählt unter anderem Bitcoin.
,,Bitcoin" bedeutet übersetzt ,,Digitale Münze", kurz
auch BTC genannt. Daraus lässt
sich ableiten, dass BTC aktuell in der Welt des Internets als Zahlungsmittel verwendet
werden können. Ob BTC in Zukunft nicht nur für die Bezahlung im Internet tauglich
sind, wird in der folgenden Studienarbeit, neben der Erörterung der aktuellen Geldpoli-
tik und dem
Konzept ,,
Bitcoin
"
, erläutert. Ebenso werden die Eigenschaften, welche die
digitale Währung mit sich bringt, dargestellt und wo die Vorteile aber auch die Risiken
liegen. Am Ende soll die Frage beantwortet werden, ob Bitcoin die Banken in Zukunft
ablösen kann und somit als Währung der Zukunft geeignet ist.
Genau wie bei einer materiellen Währung, zum Beispiel dem Euro, wird der Bitcoin-
Kurs durch das Angebot und die Nachfrage bestimmt. Dieses Verhältnis bestimmt den
Wert eines BTC.
1
Die Grundlage für das Bitcoin-System ist die
,,Blockchain
-
Technologie
", welche
als ein Netzwerk aus Rechnern agiert. Bitcoin bringt Eigenschaf-
ten mit, die dem Staat die
,,
Währungshoheit
"
entziehen könnte, wie im Laufe dieser
Studienarbeit erläutert wird. Darüber hinaus haben BTC auch eine globale und gesell-
schaftspolitische Dimension.
,,Wir werden eine Welt erleben, in der es sehr viel weniger Institutionen gibt, die auf Zwang
beruhen. Jeder Mensch auf dem Planeten wird mit jedem anderen handeln können, ohne
dafür von irgendjemanden eine Erlaubnis zu brauchen. Bitcoin [...] [wir
d] zu einer Trennung
von Finanzwelt und Staat führen. Dies wird ein weltweites Wirtschaftswachstum ermögli-
chen, und Milliarden von Menschen aus ihrer Armut befreien. Und es wird große Kriege
unmöglich machen, weil die Staaten sie nicht mehr finanzieren können. Langfristig wird es
die Welt sehr viel produktiver und friedlicher machen.
"
2
1
Vgl. BTC Echo.
2
Bitcoin Geld ohne Staat, Seite 22.

2
2
Materielle Geldtheorie
Geld wird von Zentralbanken geschaffen und an Banken verliehen. Diese wiederum
verleihen es an Personen und Unternehmen. Dieser Prozess erzeugt sogenanntes
Buchgeld oder auch Umlaufgeld/Giralgeld genannt und muss nicht vollständig von den
Banken gedeckt werden.
3
Die Europäische Zentralbank, kurz EZB, unterteilt heutzutage drei unterschiedliche
Geldmengenaggregate: M1, M2 und M3. Diese unterscheiden sich in einigen Punkten
wie Beispielweise der Liquidität.
4
Das Geldmengenaggregat M1 umfasst das Buchgeld und das Bargeld.
5
Wenn man
zum Geldmengenaggregat M1 noch kurzfristige Spareinlagen und Termineinlagen hin-
zunimmt, erhält man das Geldmengenaggregat M2.
6
Das Geldmengenaggregat M3
umfasst zusätzlich zu M2 noch weitere kurzfristige Geldeinlagen, die mit Bankeinlagen
verglichen werden können.
7
Um die zentrale Relevanz und Bedeutung von Bitcoin verstehen zu können, müssen
zuerst grundlegende Funktionen des Geldes erläutert werden.
Geld muss eine Wertaufbewahrung bieten können.
8
Dies impliziert, dass sowohl heu-
te als auch zukünftig mit d
iesem ,,
Geldwert
"
möglichst dieselbe Kaufkraft verbunden ist.
Voraussetzung dafür ist die Stabilität des Geldes. Das Rechnen muss möglich sein
9
und eine Relation zu der einzelnen Geldeinheit wird benötigt,
um einen ,,sinnvollen"
Tausch zu vollziehen. Tauschgeschäfte können dennoch nur unter der Prämisse ab-
gewickelt werden, wenn das Geld einfach zu transportieren, sowie teilbar ist.
10
Kann
das Geld nicht transportiert werden, kann erst gar kein Tauschgeschäft stattfinden und
kann das Geld nicht portioniert werden, so ist der Wert nur schwer abschätzbar.
3
Vgl. Rothengatter, Werner/Schaffer, Axel/Spring: Makroökonomie, Geld und Währung, Seite 13.
4
Vgl. Europäische Zentralbank.
5
Vgl. Bundesbank.
6
Vgl. Bundesbank.
7
Vgl. Bundesbank.
8
Vgl. Borchert, Manfred: Geld und Kredit: Einführung in die Geldtheorie und Geld", Seite 29.
9
Vgl. Borchert, Manfred: Geld und Kredit: Einführung in die Geldtheorie und Geld", Seite 28.
10
Vgl. Borchert, Manfred: Geld und Kredit: Einführung in die Geldtheo
rie und Geld", Seite 29.

3
3
Bitcoin
Der Grundgedanke einer nicht staatlich regulierten Währung entstand bereits mit dem
Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek, der 1976 das Ende des staatlichen
Geldmonopols und einen freien Wettbewerb der Währung forderte.
11
Laut Satoshi Nakamoto, dem Initiator von Bitcoin, ist das Kernproblem des konventio-
nellen Geldes das Vertrauen, welches benötigt wird, damit die Währung funktioniert.
12
Den Banken muss vertraut werden, dass diese das Geld nicht abwerten. In der Ge-
schichte der Banken ist das Vertrauen jedoch öfters durch Wirtschaftskrisen aber auch
durch politische Krisen gebrochen worden. Zudem muss Banken ebenfalls Vertrauen
entgegengebracht werden, da diese das Geld verwalten und elektronisch verschicken.
Das Geld wird trotzdem verliehen und so entstehen Kreditblasen, weil nur ein Bruchteil
der Kredite durch Einlagen gedeckt wird.
13
Zudem werden die eigenen Daten an die
Banken preisgegeben. Grundsätzlich basiert eine Währung auf Vertrauen, dem Ver-
trauen, dass jemand anderes die Währung haben will.
14
Wieso sonst sollte ein Boot
gegen ein paar Papierstücke oder Zahlen auf dem Monitor getauscht werden?
Im Jahr 2009 wird zum ersten Mal der Begriff
,,
Bitcoin
"
eingeführt.
15
Die Erschaffung
der allerersten BTC (50 Stück an der Zahl) ist auf den 3. Januar 2009 zu datieren.
16
Bitcoin stellt erstmals ein konkretes Konzept für eine kryptographische Währung dar,
welche ohne den Einfluss von Staaten oder Finanzinstitutionen erzeugt und unabhän-
gig gehandelt werden kann.
17
Eine kryptographische Währung ist eine digitale Wäh-
rung und umfasst ein Verschlüsselungsverfahren.
,,Bitcoin ist die Chance eines Übergangs zu einer marktwirtschaftlichen Geldordnung,
die eine Machtkonzentration bei einigen wenigen verhindern kann, welche über das
Wohl und Wehe der Bevölkerung ganzer Staaten, Währungsräume oder gar der Welt
entscheiden."
18
11
Vgl. Bitcoin: Geld ohne Staat, Seite 189.
12
Vgl. Bitcoin: Geld ohne Staat, Seite 189.
13
Vgl. Bitcoin: Geld ohne Staat, Seite 189.
14
Vgl. Handelsblatt BTC.
15
Vgl. BTC Kurs.
16
Vgl. Bitcoin: Geld ohne Staat
­
Die digitale Währung aus Sicht Wiener Schule der Volkswirtschaft.
17
Vgl. Statista.
18
Frank Schäffler Bitcoin Geld ohne Staat, Berlin 1.Februar 2015, Seite 10.

4
3.1
Bitcoin Eigenschaften
In einer dezentralen Welt werden Missbrauch, Betrug und Irrtum nicht für alle, sondern
nur für wenige zum Problem. In einer zentralen Welt des staatlichen Geldmonopols
leiden alle mehr oder weniger unter Missbrauch, Betrug und Irrtum
19
Doch Bitcoin ver-
eint nun die Anonymität von Bargeld mit der elektronischen Speicherung von Giralgeld.
Die Folgenden Vor- und Nachteile sind teilweise nicht klar voneinander trennbar und
können unterschiedlich ausgelegt werden.
Zum einen ist Bitcoin dezentral, denn das Bitcoin System basiert auf ein Peer-to-
Peer-Netzwerk.
20
(Ein Netzwerk zwischen Usern)
o
Vorteil: Dies macht das gesamte System weniger anfällig für Hackerangriffe.
Sollte ein einzelner Rechner gehackt oder manipuliert werden, so fällt die
Unregelmäßigkeit im Netzwerk bzw. in der Blockchain auf.
o
Nachteil: Das Peer-to-Peer Netzwerk muss groß genug sein, um die Trans-
aktionen schnell auszuführen und nicht zu überlasten.
Der dezentrale Netzwerkaufbau garantiert eine Fälschungssicherheit. Die Trans-
aktionen werden durch ein asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren gesichert
21
.
Dieses benötigt für die Ver- und Entschlüsselung einen private (privaten)- und ei-
nen public (öffentlichen) Key und ist somit heute eine der sichersten Verschlüsse-
lungsmethoden.
o
Vorteil: Hierdurch ist Vertrauen in Dritte, die man vielleicht gar nicht kennt
für eine Transaktion keine Voraussetzung mehr.
o
Nachteil: Sollten die Schlüsselpaare verloren gehen, so sind die damit ver-
bundenen BTC für immer verloren.
Zusätzlich ist die Menge der BTC auf 21 Millionen limitiert.
22
Dieser Wert wird nie
erreicht, sodass eine asymptotische Kurve bei der Bitcoin-Ausschüttung entsteht.
o
Vorteil: BTC sind gegen Inflation, eine allgemeinanhaltende des Preisni-
veaus von Gütern und Dienstleistungen geschützt. Die Kaufkraft nimmt
nicht durch zu viel Umlaufgeld ab.
Nachteil: BTC sind anfällig für eine Deflatio, einem signifikanten und anhaltenden
Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen.
Weiterhin gibt es immer einen Transaktionsnachweis, welcher in der Blockchain
gespeichert wird und für jeden einsehbar ist.
23
19
Frank Schäffler Bitcoin Geld ohne Staat , Berlin 1.Februar 2015 Seite 11.
20
Vgl. Bitcoin.
21
Vgl. Bitcoin.
22
Vgl. Bitcoin.
Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Zahlungsmittel ohne Bank? Bitcoin als Währung der Zukunft
Hochschule
Fachhochschule der Wirtschaft Bielefeld
Note
1.7
Autor
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V375595
ISBN (eBook)
9783668529915
ISBN (Buch)
9783668529922
Dateigröße
716 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Preiswunsch 15€
Schlagworte
Bitcoin IT Währung Zukunft
Arbeit zitieren
Jan Kasper (Autor), 2017, Zahlungsmittel ohne Bank? Bitcoin als Währung der Zukunft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375595

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